Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 12 (20.3.1936)
- Date
- 1936-03-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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H ERAUSGEBER: REICHSBUND JÜDISCHER PRONTSOLDATEN E.V. Mit der illustrierton Beilage „DIB Ewheiit jedss Frsltai SCrfWaHaa* and Vortag: Barlli. W U, KarftMtaadamm 200 (Relclnbaa > jlldUcher Fron»- •okUten K. V.). Fanupr.: J 1 Bis larck 7483,8883,8884. PotUcbeek: BerUay0883. Telegram»- eatchritt: SehüdkiMrad. Radak Joosacblufi: Jeden Dienstag vor ErMhataen. Ftir Aufnahme ud RQekaaodoag anverlaagt Qgebeoder Maanikripte wird keine Oewihr übernommen. Sol NiehtUofenng ohne Verschulden kein Vergutungsan4pnmh. Rr. 12 / 1$. Jahrgang ** für Sport md Jugendertüchtigung Preis 20 Pfssaiß Batap^rab: RH 0,55 im Monat zuzüglich PoetbesteUgald. Anzeigenpreis: Dia 12 gespaltene Millimeter-Zeile I IM 0,16. Stellenangebote und -Oesuche, Familienanzeigen RM 0,10. Anzeigen ochluB: Jaden D anatag vor Erscheinen. Man verlange genauen Anzeigentarif) Anzeigen varwaMaag: Be^a-Verlag Benaki A Pakuacber, Berlin W 60, Regenaburger StrmSe SL Ferospr.: B4 Bavaria 6897. — Poetacbeek: Berlin 82529. Oie ostet seiet« oste | jTir Wissenschaftliche Sott ttagsbeisage des llttdbeutldicn 3citungsbIod 5 „Der Rolar d". Blätter rar Bolkstum und Heimat, brahte >i der Ausgabe vom 19. Kürz 1933 eiten Üii'sah: Das „a u s:e r w S b I te B o lL' in!InbaIt. Als frühere Soldaten interessiert uns dieser Sttitel insoweit, als er einen interessanten Av- Ichllspunkl für die Einstelluta der anhaltinichen Juden zur Wehrpf tchl enthält, (ks darin nämlich:!■■*'* bürgerlich« Gleichbered tigung war I schon "tirr ein Wunsch der Juden gewesen. Je größer IPc Machtsalle wurde, gingen [fie dementsprechend -fch »or, indem sie u. a. der Herzog!. Regirpu-rg np! 20. Mai 1348 unterbreiteten, daß 2. die Bezeichnung „Schuhs, und ei Ihnen wünschen» n. sich „Staatsbürger" nenn^ sie In die Innungen aufg wünschten, besonder, die jüdischer Raufleute in di s>« in di« Stadtverardi würden und Gemeindei sorlfallen sali« rt wäre, wenn sie dürften, lammen zu werden Aufnahme hiesiger Rrämerinnung, ung ausgenommen _der annehmen stattten, „weil sie dem Gwnelndewesm sehr gern '' “ ‘ 1«»". I »ertta.20.MLrz 1936 beim 3. Garde- 111 den Rhein »berg übe:schriy.! bericht»! hier- IIbr nachm mit einer Pontoi»- und nach «inejm Heisterbacherrütt Ueberganqe des irliein'üderganii 1-18 S>57.inlas,t durch den Einmarsch der Wehrmacht ,n die Garnisonen der bisher demilitarisierten Jon« im Rheinland, teilt uns ins.r Ram. R(- gieruingsbaumeisler Günther F r i r d m a n n <Brtlin-Äliarlollenburg) die mtereslanl« Tatsache ■ mit das, j er e» war, der am 3. D zember 1918 in seiner Eigenschaft als Leutnant d. fies Feldart. Regt, a l» letz ».dir die PoNIont-Brück« bei God^ Tie Reginientrgeschich ul er „Am 3. 12. wurde um 4 lltagendem Spiel der Rhein au Blöcke bei Godesberg übt!schrille > Voilckie über Oberdollendorf ir ll'lerlunfl bezogm. Rach dem _ Zliglmenls, dar als letzter cuf dieser Mar'ch •t afe den Rhein überschritt, wurde die Pontonl Ligcke aurge'ahven und muhte bi» zum nächst!«» t lorgen 6 Uhr obgebaut sein, > m nicht in Fjeind '.Hand zu fallen. Di« Brück« selbst war opn ficknier-Bataillonm gebaut worden, die aur her ilront in Eilmärschen an den Rhein vorausae- I« sidt waren, da lich die Ersatzf irmalionm in »er i eimat geweigert hatten, den ' Brückenbau austuf ibten" i S^om Reg.-Baum. Friedman n war seit dem .2 -Aobilmachungstaae bei dem gleichen Regiment : nb der gleichen Batterie, un» mach!« bei ihr imjntcrdrochrn den ganzen Fell zug an simtllchen i rrdtiien mit. An jenem 3. D zember 1918 war im, dar Rommando übertragen worden, mit dem lie^.ann seiner Batterie zweck» schnellerer Duichung der Rheinüberschreitung zur Versügr ng beben. Er bildete also mii s« ner Balteriema rn- Älil den B « s ch l u h dieser , anzm Heerersä ile. l*. ÄlrvettsbevüA... „Hiffe und Aufbau“ 19^5 Der „3, ntraljausschuß für Hilfe und Aufbau", [bei der Reichsvertretung der Juden in Dchttschlanb legt einen umfangreichen Bericht über feine Tätigkeit auf den einzelnen Arbeitsgebieten im Jahre 1935 vor. dem dritten Jahr feines Bestehens. Einleitend wird festgestellt, daß die Aufgaben des Zentralausschusses von Jahr zu Jahr gestiegen find. Rur durch eine sorgfältige, organisatorische Gliederung. durch immer erneute Ueberprüfung der in der Arbeit gemachten Erfahrungen und durch Anspannung und Zusauuneufassung aller Kräfte der Juden in Deutschland konnte der Zentralausschuß wenigstens den dringendsten, an ihn herantretenden Aufgaben genügen. Es wird festgestellt. daß ohne dl« hilf« der mitfühlenden und mithelfenden Juden anderer Länder das 5)ilfs- und Aufbauwerk des Zentralausschusses nur unvollkommen geblieben wäre. Insbesondere dem American Joint Distribution Eommittee. dem Central British Fund und der IEA. wird zu Beginn des Berichtes Dank adachstattet. Sodann wird die Organisation der Arbeit des Zentralausschusses nach setnler Eingliederung in dit Reichsvertretung! dargestellt. Im Anschluß an. die bekannte programmatische Erklärung des Präsidialausschusses der Reichsvkrtretung vom 22. September 1935, wird ^Einheitlichkeit der. Juden in Deutschland in Der tz i l f s - tättgkeit unterstrichen. Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten gehört, wie bekannt, zu den tragenden Organisationen sowohl der Reichsvertretung wie naturgemäß de» Zentralausschnsse». Zusammenarbeit in den praktischen Aufgaben ist ja die Forderung, die der RjI. immer wieder über die programmatisch-writonschoulichen, an sich berechttgten Unterschiede der einzelnen Gruppe» stellt. Wen» wir daher, ihr« Bedeutung entsprechend, die vom Zentraiansschub 1935 geleistete Gesamtarbeit hier in gedrängter Uebrrsicht wirdergeben, so wisse» unsere Kameraden, weiche Unsumme vrakttscher Hilfstätigkeit — Kameradschaft der Tat! — daneben und darüber hinan» noch anßerde« im Rj5. verwirklicht wird. Die Wichttgteit der vom Zeatralausschnß bearbeiteten Sachgebiete geht auch au» der folgende» gedrängte» Darstellung dnttlich aeuna hervor; »m so eiuieuchteudrr ist e». daß der Rj5. Wert darauf legt, auf diese Äibeit einen sein« Bedeutung entsprechende» Einfluß auszuüben und einen gebührende» Teil an Mitverantwortung und Mitarbeit zu übernehmen, der über den nn» bisher gewordeueu. völlig unzulänglichen Anteil auch personell hinausgeht.! 4' i;. ihr« Dienst» zawenben sie den Wegfall de» Fortschritt bezeichnen bei Me eet Me Zniasszag p« Müafch«a»»«zt sch". Die Haltung der Juden .h durch ihre tkemeinden 's. s- 3t. geplante Aosch ofltifit für btt Juden gewa kte Denkschrift de» Preuhi °°m Jahre 1847 bekannt 3ud«n m Anhalt bei fl?«t^titr*Äten sosietch aui «uf Di« Ucbtmaqme alt LJ' ®ot allem der HSc! Pfl'cht. der Webrvfticht. .den obigen Äitteilun SjU»« indischen »eüenheft j« geraten. gelde» als einp.i SRHUizbieak iifne. Vre üben, die I nachdrücklich gegen pffung der Wehrft»t haben, ist durch chen Innenminister» zeworden. Dah die hrem Streben nach E von srlbK Wert scher Pflichten, len und schwersten lekegt haben, geht >n hervor und ver- »te nicht in Ber»! —i Die Wanderungsaibeit | Der Wanderungrau rlchatz legt folgende wichtigen Ziffern vor: Rach dein Ergebnis der Dollrzählung vom Juli 1933 befanden sich in! Deutschland 499 662 Juden. Bi» zum 1. Septtmber 1935 hat diese Zahl sich durch Sterbtüberschutz und Abwanderung au etwa 420 000 vermindert Da unter den Abgewnnderten di« fottpslanzungr fähigen Altersgruppen besonder» stark vertreten waren, muh für die nichft« Zeit mit einer außerordentlich statt rückläu igen Beodlkerungrbewegung der Juden in Deutschland gerechnet werden. Bei der bisherigen Auswanderung lind etwa 30 000 Iuden aus Deutschland nach Palästina aurgewandett. Der grdhere Teil der auherpaltftinensischen Wanderung bewegt« sich, namentlich 1933 in ander« europäische Läüder: di« U « b e r s e « - Wanderung (USA., Südamerlla und Südafrika) umfaßt« Ungefähr 15000 lit» 20000 Mensihen. In Zukunft werde di« Auswanderung jüditcher Familiengruppen besonders gefärdett «er den müssen, wob«! in»b«sond«r» für die Familien tx» jüdipchen Mittelstand«, gesorgt werden muß. E, soll nach Mdglichkeit «ln« Verbindung der »u, Wanderung von Personen mit Rapital mit der lluawande» rung Unbemittelter geschaffen «erden, wobei di« Wanderung nach Prstästina im Hdibll t auf den Rapltaltranasrr wib bi« dorttgen 9 littelstandsliedlungen von besonderer Bedeutung ft. Reben der Paläftinawanderuag erhält di« Wanderung nach Ueberse« »In« größer« Ledeutung al» dt,der, da sich hoffentlich weitere Einwanderunasmöglkmelten in den „treffenden Ländern erschließ«, ldssen werden. Di« Zahl der jährlich Mr Auawanmrung zu bringend n Personen wird ouf 12—20 OP geschätzt. E» soll J f sucht! werden, mindesten» die Hälft« dieser Au», «anderer in Palästina produktiv dnjdoibncn, di« " rseehche Länderl dann auf di« or^rnisatottsch« Erfassung der AnswaUderung. auf di» ttorbereltung der An»wand«ru»g«piNig«a, sowie a>f Me «rschließung von Einwanderungsmüglichteiten ein, die wie bisher «ine intensiv« Zusammenarbeit mit den großen jüdischen Wanderung»- und Rolonisationsorganisationen HIEEM. und ITA. erfordere. Die Mitarbeit dieser Organisation:» am Wanderungswett wird -eingehend gewürdigt und dargeftellt. Der Bericht wendet sich sodann der ausführlichen Erötterung der Paläftinawanderung zu, dt« durch da» Palästinaamt betreut wird. Hervorgeboben wird insdrsondere der gegenwärtig« Mangel an Handwerkrrzettifitäten. E» sei dringend erforderlich, daß möglichst sofort weitere Zertisikat« zur Verfügung^ gestellt »erden und daß die Berufsgruppen, für di« überhaupt Handwerker, «ttifikat« erteilt «erden, oermedtt »erden. 143 Personen sind anf derartig« Handwetterzettifikate im Berichtsjahr zur Auswanderung gebracht worden: Dem stehen 2719 Personen gegenüber, die auf Arbeiterzettifskat« nach Errz Israel aingen, und 910 Persop«,, di« von im Land« ansäßrgen Famitienangadvngen anaefordett worden sind. Durch di« Jugendallia 'sind tuud 1000 Rinder zur Auswanderuug gebracht worden. Rur in A«»- nabmesLNen' können i Zerttfikat« für Menschen über 35 Jahr« ausgegeben werden. Dir Menschen dieser Rategorie bilden «in« seht groß« Sorge de» Paläfttnaamte»; ebenso di« berrp» sich tm Ausland« befindenden Menschen, di« nach Palästina gehen »oNen. Bei der Darstellung der Wandernna nach den «nropäischen und gberseeische» Ländern. di« vom Hilfsverein betreut wird, wird da» Anwachsen der Answaadernng im Verlauf« de» letzten halben Jahre» von 1935 festgestellt. Di« Schwiettgkett der A»«nander»ng nach europäischen Staaten wird deroorgehoben und die Tätigkeit de» Hilfsoerein» bei Borberettung und Durchsührntia der Wanderung nach überseeischen Ländern geschstdett. Insgesamt sind im Jahr« 1935 927 Personen, die »ach ruropäischen Län» den« und 1517, di« »ach überseeischen Ländern auswandette», uatmstützt aeorden. Boa ihnen sind 1818 Personen dentsch« Stoattangedöttg« gewesen, 926 Ausländer und Staatenlose. Di« an ji« ge zahlten Unterstützungen belaufen lich auf mehrere hunderttausend Mart. Weiterhin werden die Probleme der Rückwanderung gzschildert, d. h die Rückt.hr in Deutschland zugewanderter^ Iuden in ihre Heimat länder. Die Hauptstelle lüs-jüdische Wandettür sorge ist 1935 von 9998 Pcrionen gegenüber II 238 im Borjabre in Anspruch genommen'ivvr den. Bon ibnen waren etwa 45 - Intander, was auf die außerordentliche Bedeutung dtp jüdi- Ichen Binnenwanderung binweist, wobei die'eigen! lich« Rückwanderung von Iuden in ihr: Heimat länder immer noch als verhältnismäßig hoch be zeichnet wird. Seit dem I. April 1933 bis zum 31. Dezemb.r 1935 sind 9659 Personen auf Arbeiterzertifitate nach Palästina gegangen. 827 Schüler und Studierend«, sowie 2135 Familienangrdiriqe, insge samt 12 671. Die Auswanderung nach andest.'n Ländern betrug in der gleichen Zeit 12 545 Per- - fönen, von denen 3663 nach' Europa und 3857 nach Uebersee gingen. Die Rückwanderung betrug 'tm gleickuen Zeitraum inigesamt 39 928 Prrsoneu, von denen 32 420 Männer waren. Insgesamt sind also in den Jahren 1933 bi» 1935 65 144 Men sehen zur Wanderung gebracht . worden. Hierbei muß jedoch betont w«rden, daß in dieser Statiftit nur' die Fälle berücksichtigt siud, bei denen die Auswanderung unter Zuhl fenahme äffentlich-jüdi scher Mittel «r'olgle. (N. E. dürste die tatsächliche Gelamtauswanderungszadl welentlied höher lei > D. Schrift!.). Die Woh/fafatspflege In einem weiter n Abschnitt w-rd die Organi sation und Durchführung der Wodtfadrtsarbeit, die in den Händen der Zentralwohlfahrtsstell« der Iuden in Deutschland liegt, g-schsldett. Hierbei wirdinsbesondere auf die jüdische Wohlfahrtspflege in den R l e in g e m e i N d e n ebif«rangen. Es wird dervorgedoben in we'ch außerordentlichem Mast in diesen- Gemeinden die Alt-rsttaslen zwi schen! 14 und 30 Jahren' fehleni Die Zahl der Schulkinder und vorlchulpfüchtigen Rinder sei sehr Nein! di« Abwanderung sei sehr groß. Die Aufwendungen, di« die ein'elnen Gememden pro Roofder jüdischen Bevölkerung für die Wohlfabnsvflege machen, sind bem rken-wert. In B»rl in sind es z. B. 28.69 RM pro Rovf d-r jüdischen Bevölkerung, in Breslau 11,02 RM. tiz, - H am bürg 12.84 RM; in Main, 19 63919?.; in zahlreichen 78emeinden beträgt dfr .Anteil der So.»allaften-ein Biertel bis ein- Tritte! des Ge samtelats. In Berlin betrugen die Aufwendungen^ im Jahre 1934 noch 22,84 RM. pro Rovs der' jüdischen Bevölkerung gegenüber 28 69 RM. isn Jahre 1935, in Dresden 8.50 RM gegenüber 13.U-- RM.. in Stettin 10,78 RM. gegen über II,55,RM. Ls wird sodann auf die Sammelattion für die „Blaue Beitragskatte" eingeganqrn, und die jüdische Winterhilfe in ihrer Organisation und in ihren Leistungen dargelteltt. Kriegsopferfürsorge Es »erbient bi« besondere Beachtv», gerade »er „SchNb"^«s«r. baß bi« Rrtegsavfettä'ferg«. bi« eem Reichsbaa» jüdischer Frontsalbatea »ahrgeaammev wirb, iaaerhalb der Gesamt da-st-llaag ber Wahtfahrtapfieg« «ineu besoaderea Adschaitt iaaehat. sa baß ber Ehaeatter diese, ttzedlet« al» einer Lbeeaaerpftichtun, brr jäbtschen Gesemitzei, zam Ausdevck kämmt. Wir «eben diesen Adschaitt im Watttani wieder: „Dem Reich,bnnd jüd-ischer Front s o I b a t c n ist durch Erlaß de, Reichsarbeitrminifters vom 27. August 1934 die Bettretung der jüdischen und nichtor'schrn Rrieg^opfer vor allen -Bersorgungttxhörden übettrage» worden. Da seit 1933 di« jüdischen Rttegsopfer au» den allgemeinen Rrieg^ipieroerbLnden, die in der Rationalsozialifttschen Rri«g,opfen»ersorg«ng zusam mengesaßt ward«, sind, ausschieden, hat der Reich», bnnd jüdischer Frontsoldaten bei seiner Bunde». l