Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 9 (28.2.1936)
- Date
- 1936-02-28
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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flttg esetzgebung und Rechtsprechung HSrtebethUfe. Nach ein« Verordnung vom 7. 2.1936 »ifiSI I E- 62) erhalten bebürftig« Prrso- J.n Kutscher StaoHano<böriofcit, die im 3tf lande ihren Wohnsitz haben und da» Ang«. »°t auf Zin» Herabsetzung nach den ZmsermLiiaungsge^etzen vom 24. 1. und 27, 2. IS» nacnommen haben, auf Antrag eme Sättertftilfe, wenn sie Nachweisen, daß I. sie mindestens seit dem 31. 12. 1934 (Eigentümer der im Zm» gesenkten Wertpapiere sind, 2 der Gesamtbetrag ihrer Einkünfte im vergangenen Kalenderjahr den Betrag vqn NM. 1200— nicht überstiegen hat: me Linkommensgrenze erhöht sich für den Ehegatten um RM. 300.—. für jede» Kind um RM. 200.-. z sie ihren Lebensunterhalt im vergangenen Kalenderjahr zu einem wesentlichen Tttl ---- -iertn rund rden OM Mitteldeutschland Messe-Abend Ltzipzig. Am Montag, den 2- März 1936, abends 20 Ubr. findet in den Schlohkeile r>» F « st s ä l e n. Dresdnerstraß« 56. der trabittoneile Messe-Kameradschaft»- abend der Ortsgruppe Leipzig statt. 2n diesem! Jahr erhält der Abend noch eine besondere oi« durch di« Anwesenheit des Bundesvorlitzenden Kam. Dr Löwen stein, der über die, Bundesarbeit des RjF. berichten wird- Alle Kameraden und jüdischen Mesebesucher sind von der Ortsgruppe Leipzig herzlich emgelstden. Eintrittspreis RM 1,—. Bdrlln und Mark Ortsgr. Bayern. „Rund um di« G u - l ai ch k a n o n e" hieb die Devise, unter welches die Ortsgruppe zu einem Eintopfessen zugunsten der Hermann-Isenburg-Stiftung aufgerufen hatte. So viele Kameraden mit Krauen unp Angehörigen waren diesem Ruf am 15. Fe- Iir gefolgt, dah die Beranftaltung am 20. R. wiederholt wurde. Erfreulicherweise wazahlreiche Porttonen auch für die weniger ittelten Kameraden gespendet worden, so auch diese als Gäste der Ortsgruppe sich iligen konnten, wie überhaupt diese Veraltung, ihrer Idee entsprechend, den Deist sicher und bewußter Kameradschatt in d»e klichkeit umsetzte. Damen der Ortsgruppe en die dampfenden Teller mtt Erbslupo« Wurst auf. Die Klubkapelle von Welle eidon batte sich liebenswürdigerweise für musikalisch« Umrahmung zur Versüßung 4lt. die frischen Jungen sorgten für Stimg. Der Ortsgruppenvyrsitzend« Kam. Rich. Mänkel konnte die Kameraden Willy Cover und Rich. Em» vom Welle-Po-Borstand, sowie Kameraden der Bundes- und der Landesverbandsleitung willkommen Heiden. Ander« Kameraden aus dem Kreis« der Ortsgruppe trugen durch improvisiette Darbietungen zur allgemeinen Unterhaltung -bei. Es waren beispielhafte Veranstaltungen, die den inneren Zusammenhalt im Kameradentteise belebten, me Hilfsmittel der Ortsgruppe ftärtten, alle Beteiligten befriedigten, und für deren Zustandekommen allen Mitarbeitern, insbesondere dem immer einsatzbereiten Kam. Guttftadt gedantt sei. Ortsgr. Ätegfrled Am Kamerodschafts- Ebend des 12. Februar sprach das Mitglied nserer Ortsgruppe. Kam. Dr. Ernst Hoff- Stadt, Facharzt für innere Krankheiten, über »as zeitgemäße Thema: „Die modernen Grundlagen unserer Ernährung". Reicher Beifall belohnte den Redner für seinen inhaltsvollen Vortrag. AR. Miedersachsen Detmold. Am 20. Februar fand hier «ine Mitglieder-Zusammenkunft in Anwesenheit des Landesrerbandpoorsitzenten. Kanierad Waller?iuerst. Hannover, statt. Auf Anregung des iandesverbandrvorsitzenden wurde der Beschluß gefaßt, di« Ortsgruppe Lippe-Detmold. (bi« nur 12 Kameraden als Mitglieder um- K aus den Ertt^gnissen vdn Wertpapieren bestritten haben, deren Zinsen auf ffiru»v der genannten Gesetze ermäßigt ward sind. , lie Härtebeihilf« wird vom 1. Juli 19tz6 bn gewährt und im voraus in zwei gleichen Teilbeträgen jeweils am 1. 7. und 2. I. ags- Efjabil. DerAntrag stuf Gewährung e«ner iärtebeihilke für die Zeit vom 7 1936 bi» 30. 6. 1937 ist im Fetiruar 1936 ju. stellen, und jmar bei wm Bezirksfürforgeverband. in dessen Bezirk «r Antragsteller wohnt oder sich nicht stur vorübergehend aushält. Urkunden der Fretkorpskämpfer. In der Presse wird bekanntgegeben: Der unmchr geschlossenen Abwicklungsstelle des Aufgelösten Reichsbundes und Reichsverbandes er Baltikum - und FreikorpskSmvjti sind von früheren Freikorpskämpfern vielfach Militärpapier« und Urkunden üdersatidt oordrn, welche die Inhaber teilweise schon fett Monaten vergeblich von der genannten -teile zurückverlangt haben. Es sind hierüber eini Reichs» und preußischen Ministerium des Znncrn zahlreiche Beschwerden «mgeganäen. lisch der Schließung der Abwicklung »stelle häufen sich bei ihm die Einladen. Anrufe und Besuch« wegen der Rückgabe dieser Papiere. Im Augenblick kann die- Wünschen noch nicht entsprochen werden, die Sichtung des gesamten Materials eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen wird. Selbst- «rständlich werden aber die Papier« den,Inhabern zurückgegeben werden. Es wird daher gebeten, in dieser Angelegenitit von Eingaben an das Reichsministerium des Innern und von Anrufen und persönlichen "«suchen bei ihfn abzusehen. Ebenso ist es nicht notwendig, wegen Erteilung einer, Ur- Ikunde. durch welche die Teilnahme an rruhcren Freikorpskämpfen bescheinigt wir» Ineut Anträge zü stellen. Wegen der Au» Ilung einer solchen Urkunde wird binnen kur- >Ktn weiteres veröffentlicht werden. faßt, welche sich wiederum auf 10 vrrschjedeneR Ortschäften verteilen, aufzulöse, und die Kofmeraden den benachbarten Ortsgruppen He r ß ford und Rinteln zuzuweisen. 3II» Vertrauensmann I der Kameraden in Li »pe wurde der bisherige Vorsitzende der Ortsgruppe Livve- Drtmlld Kam. Samuel Valk vom Landes verdat dsvorsitzenden bestimmt. Bltts um Meldung I \ 9D*i kennt Herrn Rittmeister von Mackensen md Serrn Oberleutnant Baron vSN Kor f, die beide im Jahre 1919 bei dem Freiw Iligen Landessägerkorp» (Märcker) Dienst getan haben? 2» Ostpreutzr ein «schlossen von Wäldern und Haff, liegt das Gut des Kam. Sandelooski. das jungen, jüdistien Menschen die Möglichkeit der landwirtf hastlichen Ausbildung fielet. Anfragen lind an den Iugenddezernersten der Bundesleitung zu richten. Au s Kameradenml/ Kam. Louis Wolff, SO Jahre. Berlin. Am 1. Mär, beg-ht Louis Wolff. der langjährige Vorsitzende des Vereins selbstän »iger Handwerker lüdischm Glauben». e.V zu;Berlin, seinen 60. Geburtstag. Der Name Louis Wolff!ist für den istdl scher Handwerkerstand, für1 dessen Förderung und Anerkennung er sich mit aller Energie eingesetzt hat. «in Begriff geworden. Don seinen Kampf legen feine in, letzten. Jahrzehnt geh iltenen Reden. Vorträge und Schriften, die in der Broschüre „Haudwerk im Juden tun" 'usammengefaßt lind, beredtes Zeugnis ab. Weit über 30 Jahre steht er nunmehr im Dienste jüdischer Gemeinschaftsarbeit. Sein segensreiches Wirken konnte im D««mber1934 anl ißlich seines 25jährige > Amtsjubiläums als Vorsitzender des jüdi chen Handwerker verzins, de? gleichzeitig sein 40jährige» Be stehen beging, gewürdigt werden.' Als vor etwa zwei Jahren der Handwerkerausschuß bei der Reichsvertretuug der Juden in Deutsch land ins Leben gerufen wurde, war es eine S« bltoerltändlichleit. ihn n die Leitung die ser Institution zu berufen, die gerade heute wichtige und dringliche Funktionen zu erfül en hat. j Aroutsoldateii-Muster. Kochem. Frau Ww«. Isaak Hein feierte am 27. Februar kn geifti,er und körperlicher Fr sche ihren 80. Geburt--tag. Ihr verstorbener Mann war Mitkämpfer von 1870 71. Im Weltkriege 1914 18 fta iden vier S ö h n e an der Front, die zum Teil mit dem E. K. II. ausgezeick D>r Jüngste fiel als Feldhikf» usgezeichnet wurden. ' "ffsveterinär in \Vater, Ich rufe Dicht Ein jüdisches Soldafetischicksai historische Erzählung von Georg 5)irschfeld. Der Großvater der Verfassers, eist junger Kaufmann, erhielt im Jahre 11812 die preußischen Bürgerrechte. In! den Jahren 1813 bis 15 nahm er am i Freiheitskriege teil. Von ihm ist diese Geichichle überliefert und im Folgendest frei wiedergegeben. I An einem Hellen Februarsonntag des Wahres 1613 standen auf dem Marktplatz dermär-, liichen Kreisstadt Neuruppin dl« Bürgergrup- >pen. wie sie hier immer nach der Kirche ftan sden. und doch verriet sich eine ttefe Bstwe-! u n g in den Mienen und Bewegungen. Man hielt sich bei einem stattlichen Hause, I da» die Rachrichtenzenttale und nichtamtlich« Börse de» rührigen Jndustriestädlchen» b«<j beutete. Hier befand sich auch die Heimat eine» berühmten Produtte», da» Neuruppin aufzuweisen hatte: die Firma Loui» Kühn stellt« die hübschen Buntdruck« her, die über «an, Deuttchland verbreitet, neuerdings auch nach Oesterreich und Rußland ervorttert werden sollte«: die „Ruppiner Bilderbogen"!. «>e brachten» lustig harmlose Geschichten im behaglichen Altväterfnl mit vorzüglichen Jlluftrattonen und schwammen, von der höhest Zensur nicht beanstandet, auf dem reißendest s-trom der Zett mit. l Aber auch «in Journal gab der' Schreib¬ und Galanteriewarenfabrikant Louis! Kühn I heraus, den „Anzeiger für da» Havelland', >d«r, soweit e» überhaupt möglich war. eist« Ingene Haltung wahrte. Die» und toeniger I brr neuest« Bilderbogen war Ursache de» ve- I Oberen Interesse« für da» Hau» “ Man hatte hier einen stet» i Mann, der dazu meisterlich zu tv mochte, was an di« Oeffentlichke lund was sein Geheimnis bleiben l Idem dazumal noch recht langsamen Imen. dle Reuigkeiten de» Wettges ILouir Kühn» Kontor. Der klein»,_„ sMann, der gern sein bedeutende» Profil, ein bischen an den Korsen erinnert», aab sich das Ansehen einer polittschen Instanz. Er tat es ohne Gefahr, denn man j hatte hier keine Franzosen mehr und wußte. i daß man sie sobald nicht wieder bekommen I würde. Berlin war zwar nicht weit, aber H«rr , Augereau, der gefürchtete Kommandant der - iranzösischen Besatzung, machte es sich dort - bequem. Neuruppin kam für Napoleons Leut« nicht M Betracht. Immerhin mußte ein Mann, der m der Oeffentlichkeit stand, den Blick nach allen Seiten richten. Das Schicksal des tapferen Buchhändlers Palm, den die Füseliere des Kaisers niedergeknallt hatten. .war in Louis Kühn» schweren Träumen. Heute nun. an jenem hellen Februarsonntag. hatte der geistige Leiter Neuruppins einen großen Entschluß gefaßt: er konnte den oerttauenswürdigen Mitbürgern etwas mehr, als im Blättchen stand, milteilen oder bestätigen, was sie schon, ernste Blicke tauschend, wußten. Man stand ja überall an der Brandung gewaltiger Ereignisse, das war nicht mehr zu leugnen. Wer es flüsternd weitertrug, konnte sich nicht strafbar machen. „Stimmt es mit Königsberg?" ,j&* stimmt. Der Generallandtag von Ostpreußen ist einberufen". „Hat der König es befohlen?" „Was alauben Sie? Da» ist jetzt anders. Befehle kommen, aber man kann sie nicht hören. Man muß 'sie fühlen. Fingerspitzenpolitik". Da» war ein kühnes Wort von Loui» Kühn. Er wußte offenbar viel, er wußte alle». Stolz, blickte man auf den kleinen Zeitungsmann. Dann ergab sich, was über den Martt von Neuruppin wie Revolutton hinrauscht«: Di« Katastrophe von Rußland »«r endgültig bestätigt, die Grande Arme« vernichtet. Schon kamen grauenhafte Trümmer an di« preußisch« Grenze. Darum war der Kaiser so plötzlich in Dresden erschienen, mit Neinem Gefolge, und alsbald nach Pari» wettergereist. Da» war Napoleon» Flucht vor dem russischen Winer. Ein ungeheure» Schicksal. Loui» Kübn atte es ja gleich gesagt. Und nun — kein . Blättchen wandt« si $ - Loui» Kühn stand mit verschränkten Armen. „Graf Pork^', stieß er hervor. — „Der da» Hilfskorps kommandiert? Ist es denn wahr?" — ,j£t ist übtrgctreten. Auf eigene * Frust. Er hat in Tauroggen mit Rußland piknert. Die Franzosen haben ihn nicht mehr". - „Mein Gott, so gibt « doch noch Helden". - „Da» werden wir jetzt erleben. Und nun cht e» weiter. Das war dar erste Streich, n Königsberg tagen sie. auf die «» ankomntt. 1 nsere Patrioten. Arndt und Stein — den? rekherrn sandte der Zar. Sie führen eine Sprache — Kinder, eine . Sprache! Da jauchzt das alte Herz. Und Scharnhorst hat ihnen r orgearbeitet. Schon steht ein feste» Heer, um tie andern aufzunehmen". — „Welche anl rrn?" — „Unsere Jungen! Sämtlich! Ja, i nr selbst noch. Alter, «enn wir dürfen! Allc emeine Waffenpslicht! Landwehr! Landsturm! ■). es wird ein Sturm! Aber nun schweigt s ill und ttagt es nach Hause! Bringt es l icht zu den Frauen! Es kommt schon noch >n den Tagl" i N Loui» Hugn ging in sein Hau» und schloß orgsam hinter sich zu. Ditz Mitbürger enternten sich lamifam, heftig flüsternd. — Nach einem Monat war alles im Rollen, vie Haltung de» König» von Preußen offen» -arte sich. Hardenberg» unsichtbar« Politik. >a» stille, rastlose Werk der Scharnhorst und isenau hatte, sich dem Hochmut des liniere Zoten Mni 3>Um Unln. Omaner* b»n-)b|ri »*». Sil* i>M* S*T<la. Ortaa- »*„. ekafrttk Ofett. Bttfla. O taa. SU|*(ai Saat. Santa. »«, Nachruf Omaner« (Man 1 m. »arkaa « ». 9M*<. i Mar Hol,hausen über Aar gen Tagen der Kam r. Hier sto . Natbo ll Kampf, . r starb vor eini- >ast M«v«r nach einem Leben voll Kamps. Arbeit und Pflichterfüllung in seinem 61. Lebensjahre. Ein echter Frontkämpfer, der in seiner aktiven Dienstzeit bei dem 1. Rassauischen Feldartillerie-Regiment Oranien Nr. 27. 1895 97 mit der Zentenarmedaille ausgezeichnet! wurde. Im Weltkrieg, den er vom 3. August 1914 bis 1. Januar 1919 mitmacht«, erwarb er sich das Eiserne Kreuz. Im vorigen Jahr erhielt er da» Ehrenkreuz für Fronlkämpserl Di« Trauergemeinde war sehr zahlreich. Dir alten Soldaten und Kriegskameraden de» Ortes ließen es sich nicht nehmen, in geschlossener Formation dem Verstorbenen da» Weggeleite zu geben. Lehrer Grünebaum-Wiesdaden sprach trostreiche Wotte de» Abschieds und gedachte auch eines christlichen Kameraden^ der mit dem Verstorbenen attiv diente, den »rldzug mitmachte, in derselben 3tacht mit ihm zur großen Armee ging-ugd dessen Beerdigung eine Stunde später au, dem Onsiriedhof stattsand. — UIU!llllllillUIHIIIIII!nilll!ll!lllttlllllllll!llllllll«llllllilllllllllll!WIIII!IIIUI|lllli|llll!'ll1!liHiiii der Nacht vom 19.20. 8. 1916 vor seiner Batterie. Die Regimentsgeschichte des 3. Garde-Res. Feldartl -Rgts schreibt darüber unter anderem wörtlich, „Beim Vormarsch in das Gefecht sielen der unerschrocken« Führer der 2. Batterie. Lt. d Rs. Schladitz. uUd der tüchtige Felbhilfsveterinär Hein, bei Ecupilln an der Spitze der 2. Batterie". TJaU ealjnflta. Tamti Ändermaiin und .^tau 6*«cbcn am .-. 2Zar, le.V dat ,Z«U tdrar ^>l-. dernen ^oadzait. nain. Ändarrnann n'tJnvader de« «licrncn nreuve 2. Äl., 6n uep. SatMcnftlttuj«* und da« ^rvnirampt«radaa>ltikne. RjF. und Gemeinden Borken. Wie die Ortsgruppe Borken mir ' teilt, ist Kam. Moritz R u ß d a u m als Ge nzeindeältester der Israelitische» Gemeind: Borken verpflichtet worden und hat sein Amt angettrten. \ nmmMiHimi«iBin«miiuiiiiiiiiiniimiHiiiiiiiii)iN::iiT:ririni'iiiiiiimii)»i:niirtiiit;ii i»; Kaiweifel mehr — da» Iber die nächsten Worte flüsterte der , tungsmann. Nur die Nächftstehenden konnten ihn hören —: „Da» Volk erwacht! Wir «*» wach«,!" Da» war deutlich. Man sich sich an, man griff nach de» Rachbar Hand, man nickt«. „Ader warum? Me zeigt »» sich? Der Landtag in Königsberg? War wiflen Sie?" VT» entzogen. Wohl kroch der Rheinbund noch vor ihm und feinen Kreaturen im Süden. England hielt d« Hände im Schoß, doch ganz Preußen brodelt«. In Schlesien zog es sich!rur Tat zusammen. Rach Breslau war ber König von Potsdam übergesiedelt, die Russen traten zu chm. und Man hoffte auch aur Oesterreich. Schon hatte mit beispielloser Wucht die Werbung eingesett. Schon bildeten sich Freikow». au» dem Geist, der di« Jugend aller Stände ergriffe«. Studenten. Schüler. Haydwerker. Kaufteute wurden Kameraden. Jedermann schwur, da» Blechkreuz an der Mütze, den heiligen Eid. Auch Loui» Kühn in Reuruppm wahrte seine Gesinnung, und doch .mußte den ver» antwortungrvollen Kaufmann neue Sorge ergreifen. — ,J$* wird ein Rausch, der alle» getan werden. Di« alten können es nicht machen. Ra. ich gloyb», daß w i r *■ wn» ganz gut eingerichtet haben. Besonders, was unfern Reisenden anbetrifft, der die Bilder bogen nach Oesterreich bringen soll". „Sie meinen unser» Joel, Herr Kühn?" fragte August Stiefel, der alle Prokurist. ^.Gewiß! Warum machen Sie ein so bedenkliche» Gesicht? Joel ist durchaus zuverlästig, ein Reuruppiner Kind. Ich kannte seine Eltern, ehrbare Tuchhändler. Man konnte den Jungen nicht für einen guten Kaufmann halten. denn er neigte zu andern Dingen, las Bücher, spielte Geige. Aber dann^ bewährte er sich besonders für die Bilderbogen. Er hat Phantasie, er weiß die Sachen anzupreilen. Was meinen Tie, Herr -Stiefel?" Der Prokurist zögerte,-chann sagte er: .Ich habe nichts gegen Joel, aber der Jude macht mich bedenklich". „Mich macht er unbedenklich. Das meinte ich. als ich von unserer guten Einrichrung sprach. Jetzt könnte man mit keinem Reisen den. der unter vierzig Jahre ist, mehr rechne». Die jungen Leute lasten sich ohne Besinn-n anwerben. Wem es nicht von Her en kommt.- der tut es. weiltet die Blickender andern fürchtet. Niemand will über die Achsel angesehen werden, wenn auch das Geschäft zugrunde geht. Warum lachen Sie?" Stiefel schlug sich auf» Knie: „Daran hatte ich wahrhaftig nicht gedacht! Das ist nicht meine Sorge. Herr Kühn! Zu den Waffe» eilt unser Joel nicht! Davor sind wir sicher! Aber wenn alles durcheinander geht? Er kam jetzt durch Sachsen, da» ja noch französisch ist. Er macht« gute Geschäft« — das ist ein Wun der in solcher Zeit. Aber wie bald kann etwas Unvermutete» geschehen? Der Nein« Joel hält doch nicht Stanb. Das befürchte ich- Bringt man ihn in» Gedränge, läßt er die Musterkoffer im Stich und brückt sich über die Grenze. In Wien kann man solchen fiten Kerl brauchen. Jedenfalls wünschte ich. daß endlich wieder ein Brief von ihm käme. Er hat vierzehn Tage nichts von sich hören lasten". So äußerte sich der Prokurist, und über den Prinzipal kam nun auch «ine schleichende Sorg«. Doch am selben Tag noch wurden beide überrascht. Die Post bracht« den ersehnten Brief. Stiefel beobachtete gespannt seinen Herrn. Er las auffallend lange. Run ließ er die Epistel sinken und zugleich den grauen Kopf. „Wa« ist denn los?" ,D«f»N Sie!" 7 (Fcrtntmny folgt/