Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 14 (5.4.1929)
- Date
- 1929-04-05
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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9aafre»Betban» 9tiekerf«<6lcu. Detmold. Wir erfülle» hiermit die traurige Pflicht, unsere Kameraden von dem am 18. Mär,-erfolgten Ableben des Lhrenkameraden der Ortsgruppe Detmolh, Herrn Leon Wertbauer. Lage i. Lippe, in Kenntnis zu leben. Edrenkamerad Werthauer war Veteran von 1870/71. er stand im 79. Lebensjahr. Wir werde» ihm ftetS ein ehrendes Andenken bewahren. Landesverband Ost» und Weftvreuheu. - 1 Gnttstadt. Am 10. Mär» sollte bei uns die diesjährige LandeSverbandstagung sowie ans Anlab des 10jährigen Bestehens des RjF. eine Abendveranstaltung. bestehend aus Ball. Ausführungen »sw. staltfinden. als wir plötzlich - Tage vor der Veranstaltung durch den Tod eines geschätzten Gemeindemitgliedes und eifrigen Förderers unserer Lache, Baumeister T. Schwarz. überrascht wurden. Nach Verständigung mit dem Landesverband wollten wir Tagung und Fest bis »um 7. Avril verschieben, aber auch dieses sollte nicht sein, denn einige Tage sväter verstarb die Gattin de» Erstgenannten sowie eine Schwester eines hiesigen Kameraden. Wir waren nun gezwungen, die Veranstaltungen noch weiter hinau»- ,uschieben. Aus unser Ersuchen hat sich der Vorstand des Landesverbandes in Würdigung obiger Geschehnisse bereit erklär», die diesjährige Tagung am 7. Avril in Rastenburg abzuballe». Laudesyerbaud Mitteldeutschland. Eisenach. Am 24. 2. laut» hier Trauergottesdienst für unsere im Weltkrieg gefallenen Kameraden statt. Nach einer Predigt des Oerru Landesrabbiner Tr. Wiesen svrach Sam. Neubaus kurze, aber ergreifende Worte. Ein von den Kameraden gemeinsam gesvrochenes Kaddischgebet schlost die Feier. — Anlästltch de» zehnlährigen Bestehens des Fronlbnndes veranstaltete die Ortsgruppe am U. :!. im Hotel Zimmerman» einen Gesellschaftsabend mit Tan». Unser l. Vorsitzender. «am. Oppenheim. hielt die Festansprache, wo. bei er die Entstehung »nd Ziele des Fronibundes bervorbob, dann folgte ein Prolog, von der Gattin des Kameraden Kirchhetmer ver iastt und gesprochen, ein Tdeaterstiilk sowie einige Rezitationen. Hieran beteiligten sich Herr Heilhrnn, Fräulein Mohr und Fra» Gimm-Trener. Ein anschliekendeh Tan» gab der Feier einen würdigen Abschlust. Ter Bergniigungsansschnst. vor allem Kam. Ltn< lietm. hatte viel Arbeit mit den Vorbereitungen. Ihne» sei an dieser Liebe gedankt. Halterstadt. Am Sonntag, den 17. :i.. vormittags II llbr, dielt der Eentralveretn eine Landestagung ab. Unser Vorsiftender, Kam. Heinemann, hielt eine mit Beifall ausgenommene Rede. Kam. Hetnemann führte unter anderem aus. dast die Zeitströmung »n einer enischeidenden Bekämpsung des Antisemitismus dränge und dasi der RjF. hieran entscheidende» Anteil habe. Zn seinem Schlustivort wies er ans die Völkerversöhnung bin, deren Ideale schon in der heiligen Schrift vor Tausenden von Jahre» beschrieben würden. Tem Redner wurde sür seine kurze, aber eindrntlsvolle Rede durch reiche» Beifall gedankt. Landesverband Sndwestdeuiichlaud. Saarlouis. Im Monat Januar fand unsere diesjährige «nt besuchte ordentliche Hauvtverlammlung im Bereinslokale «Karlsberg" statt. Rach Begrüstung durch den l. Vorsitzenden, «am. Nathan, mit anschliestender Ebrung unserer 12 000 Gesallene» gab er den reichhaltigen Jahresbericht. Unsere Ortsgruppe bat sich insoser» entwickelt, als wir eine grünere Anzahl von inaktiven Mitglieder» — ehemalige Soldaten — und Gönner unseres Bundes erhalten haben. Unsere Zusammenkünfte bestehen ansier den Borstandssitzungen au» regelmästtgen Monatsversammlungen, die, abgesehen von geschäftlichen Angelegenheiten der Ortsgruppe »nd des Bundes, auch Interesiantes zum Inhalt batten. Wiederholt berichtete» Kameraden in süffelnder Weise über ihre Erlebniffe au der Front, ans der Gefangenschaft in Sibirien und England nfw. Wir besuchten durch Vorstandsmitglieder die Telegiertentagungen unseres Landesverbandes in Kreuznach. Tarmstadt und Frankfurt, über die dann erschüvsende Berichterstattung »ns zuteil wurde. So hielten wir eine enge Fühlung mit den Kameraden im Reich und hörten von ihren besondere» Kämpfen und Nöten. Sam. Nathan hielt 3 Vorträge: .Tie Mischehe im Judentum". .Tie Siedlungsfrage und der RjF.". .Tie Tragödie des llrlel Akosta im Lichte der Geschichte". Wir batten die Freude im abgelaufenen Geschäftsjahre zwei auswärtige Redner bei »ns »u -beariifien: Kam. Benda-Verlin „nd den LandeSverbandsvorsitzenden. Kam. Tr. Kann-Frankfnrt. dem wir mit der eingeladenen Snnagogengemeinde feinem glänzend auSgesiibrten Thema: .Staatsbiirgerfreibeit und Friedhofsichändung" lauschten. Ter Sommer 1928 führte uns im Sameradenkretse ans zwei Ausflügen zusammen. Ter eine war die grosiangelegte Autotour nach den Schlachtfelder» von Verdun und Umgebung, die Erinnerungen und Empfindungen verschiedenster Art ln uns wach werde» liesien, die aber alle ansklanaen in dem stillen Wunsche: »Nie wieder Krieg". Ein anderer Sonntagnachmittag vereinigte »nS mit unseren Tamen zur Wanderung nach einem nabegeleaene» Ausflugsort. In der Oesfentlichkeit beteiligten mir uns geschloffen am Volkstrauertag. an der Fatnenweibe deS Vereins ebem. 30er in . unserer Garnifonftadt. bei der wir einen Fahnennagel stifteten, und an der Einweihung des TenkmalS für die gefallenen Söhne der Stadt, wobei unser 1. Vorsitzender als Prediger der svnaaogengemeinde eine austerordentlich wirkungsvolle Gedenkrede hielt, die von den hiesigen Zeitungen im Wortlaut gebracht wurde. Unsere Versammlungen waren lm allgemeinen gut besucht. Ta wir eine Kreisgruvve ffnd. haben wir viele Kameraden, die aus Törfern einzeln zerstreut wohnen und darum selten zu uns kommen können. Um so mehr ist die Geschlossenheit In unfern beiden Sanvtzentren Taarlouis und Dillingen notwendig. So »allen wir bis Ende 1928 -58, ordentliche Mitglieder. Ter Vorsitzende dankte zum Schlust den Mitgliedern für inr reges Inter'sie an allen Fragen deS Bundes »nd gibt der Hoffnung Ausdruck, dast auch das kommende Jahr uns in alter Treue um das Banner de» RjF. vereint finden möge. Bei der VorstandSwabl wurde der al»e Vorstand durch Zuruf wiedergewählt. An Stelle des wegen Krankheit auSlchetdenden Kam. Maier-Tillingen wurde Sam. Levv-Dilliugen und für den Stadtteil TaarlouiS II Sam. Hirsch gewäblt. Somit, besteht der Vorstand aus den Kameraden: Nathan. Wolfs. Solomon als Vorsitzender. Schriftführer und Kassierer: Rtchard-Tillinoen, Frist Levo. Maver-Fraulautern als Heren Stellvertreter: Alerander-Wadgaffen. Lazar. Oscar Levv-Ttllingen, Hirsch-SaarlouiS II Beisister. Von dem letzten Punkte der Tagesordnung .Berschiedenks" sind zwei wichtige, einstimmig gesastte Beschlüffe zu bemerken: l. »Tie Orts gruvve Kreis Saarlout» des Ri». tritt geschloffen dem Reichsbund für jüdische Siedlung bei. Die BereinskaNe bat als Abgeltung de» Beitrage« für 1929 RM. 100.— »u überweisen." 3. .Tie Lrtsgrnvve hat »0 Sliegerbücher a» »ichtjtidiicke Persönlichkeiten de» öiieuiliche» Lebend in Balde ,» versenden." Besonder» diese Beschlüffe zeigen so recht die Einmütigkeit auch für die ideellen Ziele unsere« Bun. des bei den Kameraden. Mit dieser Feststellung und den besten Wünschen sür die segensreiche Arbeit der Bundeslettung und der daraus folgenden Verpflichtung der Mitarbeit schlost der 1. Vorsitzende die 3. ordentliche Hauptversammlung der ersten Ortsgruppe des Saargebiets. Landesverband Westdeutschland. Von». Bericht über die Mitgliederversammlung am--SamStag. den 18. Mär» 1929. .abends 8.30 Uhr, im Gemeindehaus. Tagesordnung: l. Bericht über die Telegiertentagung stes--LandeSverbandes. 2. Bericht über unsere Generalversammlung.^ 3. Vorlesung des Schauspiels: Iaaeobs Traum von Richard Beer-Hoffman» durch den 1. Vornvenden. Kam. Rechtsanwalt Mauer ll. 4. Verschiedenes. Ter 1. Vorsitzende cräftncte' die Versammlung unter Vegrübung der Anwesenden und erstattete anschliestend Bericht über die in Dortmund stattgesundene Telegiertentagung unseres Landesverbandes. Kam. Mauer II machte-die Anwesenden mit de» wich, ttgsten der in Dortmund besprochenen Punkte bekannt. Ten Bericht üoer untere Generalversammlung erstaiieie Kam. Tabl »nd wurden Einwendungen hiergegen nicht erhoben. Hierauf nahm der 1. Vorsitzende das Won zu einem Vortrag. Derselbe teilte zunächst die Stelle der Bibel mit. woraus da» Schauspiel Bezug nimmt. Alsdann machte der Vortragende die Anwesenden aussührlich mit dem Inhalt des Stückes bekannt und verstand derselbe es in gewohnt metsterbafier Form, die Zuhörer in feinen Bann zu ziehen. In Anbetracht der vvrgerückle» Stunde las der 'Vortragende gleich den 2. Akt vor. Ten Anwesenden wird das Gebotene ein Erlebnis bleiben. Tie Anwesende» hielte» am Schlust auch nicht mit ihrem Beisall zurück. — Zu Punkt 4 machte der Vorsitzende Mitteilung von einem Schreiben des Bürgernieistdraintes in Beuel, welches die Veueler Kameraden zu dem am 21. März in Beuel staltNndende» staatsbürgerliche» Bilduiigsabend einladet. Ter Vorsitzende bittet die Veueler Kameraden, der Einladung nach Möglichkeit Folge zu leisten. Im Aufträge des Schiestklubs «ab Kam. Kober den Inhalt des Schreibens von Kam. Klee anlästlich der liberbrachlen Ebre»-i scheibe bekannt. , l Köln. Tie Feier des lisiährigeu Bestehens des RjF. leitete die: Ortsgruppe mit einer Kranzniederlegung a» der Gedenktafel ihrer gefallenen Kameraden ein. Hierbei sprach der 1. Vorsitzende der Lrtsgruppe. Kam. Julius Jacob n. Worte des Gedenkens. Am Samolag. de» 18. Mär», fand i» den beiden Hanvlsnnagogen ein FestgotteSdienst statt, bei welchem die Herren Rabbiner des Tages und der gesallenen Helden gedachte». Ihren Adschlittz fand die' Feier mit einem in de» Sälen der Bürgetgesellschait veranftalteteii Festball, der zahlreich besucht war und die Teilnehmer bis zu», frühen Morgen zusammen hielt. Tie Festanfprache hielt der Vorübende der Sonagogengemeinde Köln, Herr Emil B l u m e » a u. In beredten Worten wies der Redner aus die Bedeutnilg des RiF. hi» »nd würdigte vor allem den Gedanken der Stedlung. den lich der RjF. zu eigen gemacht hat. Hierauf wechselten Tarbieiungen »»liikallscher und humoristischer Art mit Deklamationen und 4anstvorsübriingen ab. Tie Veranstaltung war ein Erfolg der Ortp. gruppe, der nicht zum geringste» »»seren Kameraden Hermann L e v i und Tr. Lu» S v e i e r zu verdanke» ist. die in aufopfern. der Weife die Borberetsungen trafen nnd das Fest leitete». Landesverband Württemberg. ' i ■ Ulm-Stn»»gart. Ter Landesverband veranstaltete am Sonntag, den 17. Mär», in Stuttgart leine diesjährige Generalversammlung in Verbindung mit der Feier des Istjährighn Bestehens des Reichs blindes. Vormittags 10 Uhr fand aus dem Pragfriedbos ein Wedenkak» fit* die gefallenen Kriegskameraden -statt, zu dem El»- ladunge» an die staatlichen, städtischen und militärischen Behörden sowie die andere» Kameradenverbände und' den »Volksbund für Krtegsaräberfürsorge" ergangen wäre». Es waren Abordnungen erschienen: Vom württembergischen Staatsministerium, von der Stadtverwaltung Stuttgart, der uommanvantur Stuttgart, der ä.Zieichs wehrdivision. vom Schutzpolizeikominando. vom württembergischen Kriegerbund, vom württembergischen Frontkämpserbund, vom Reichsbanner. von der Uriegsgräberfürforge und dem Reichsdnnd der Kriegsbeschädigten. Austerdem waren anwesend zahlreiche Vertreter der jüdischen Behörden. Lrganisatione» »ud Vereitch von Stuttgart und Eannstatt.!, / «, Herr Stadtrabbiner Tr. Ri eg er sprach einleitend tieseiirm»»- dene Worte im Rahme» eines erbebenden Gebetes. ES folgte die Gedenkrede des LandeoverbandSvorützenden Tr. Franz Hirschlllm. deren Inhalt nachdrücklich de» Wert der Erinnerung an den Geist der Treue und des Opfermuts unserer- Besten aller Stände nnd Bekenntniffe betonte, und daraus die grobe Verpflichtung bleibender Tankbtkrket». So wie in den jetzt 10 Jahre zurückliegenden KrtegStagen sich alle unterschiedslos mit der gleichen Selbstverständlichkeit dem Vaterland zur Verfügung stellte», so müffen stch auch jetzt wieder, insbesonderealle die, für die Kameradschasl auch beute noch den gleichen groben Sinn bat. wiederum mit der gleichen Selbstlosigkeit dem groben Ganzen, der Heimat selbstlos zur Ver sügung Nellen, insbesondere auch den schwer betroffenen Kriegshinterbllebenen durch soziale Betätigung. Tie Not deS Vaterlandes fordert gebieterisch die Mitarbeit von uu» allen! Eine besondere Verpflichtung müffen die Kameraden in der Pflege und Erhaltung der Gräber und Friedhöfe erblicken: denn ein Volk, bas seine Toten und ihre Ruhestätten nicht mehr ehrt, begibt sich seine» Sulturniveaus. lieber die Gedanken an die Vergangenheit und Gegenwart hinaus forderte der Redner schlieblich einmütige» Zusammenarbeiten aller deutschen Kameraden für die Erhaltung des Geistes der Einigkeit und Aufopferung bei der kommenden Generation, damit, wen» zwangsläufig ffch die Reihen der Sameradenverbände lichten, der Geist, der uns zufammenhält.. als wertvolles Erbe erhalten bleibt. Ter Redner legte einen Kran, am Denkmal der gefallenen Stuttgarter jüdischen Kameraden nieder, nachdem schon zuvor Kränze am städtischen Gefallenendenkmal auf dem Waldfriedbos »nd dem Gedenkstein auf dem jüdischen Friedhof in Eannstatt niedergelegt waren. Es folgte der Gedenkrede eine kurze Ansprache des Vertreter» des württemberaischen KriegerbundeS. der ebenfalls einen Kran» niederlegte. Ten Abschlub der ebenso schlichten wie erhebenden Gedenkfeier bildete das Totengebet, welche» Herr Tr. Rieger sprach und ein Lied. daS von einem Chor von Kameraden stimmungsvoll vorgetragen wurde. lw