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Der Schild · 1929-03-29 · 13 (29.3.1929) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
13 (29.3.1929)
Date
1929-03-29
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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einem warmen Appell an alle Kameraden, fest zusammen,uhalten und sich >u betätigeu. um die ieweiljg gestellten Ausgaben zu einem Erfolg duvchzüführen, schliebt der Bericht. Der Borützende dankt dann mit herzlichen Worten dem Sam. Robe« Jsaacsen für hie im vergangenen Jahre geleistete Arbeit. Alsdann gibt der Schatzmeister, Sam. Waldemar Graetz. Bericht über den Kallenbeftand und über die des weiteren ,ur Berteilung gelangten Unterstütz»»- gen. Auch dem Schatzmeister dankt der BorÜtzenoe für seine bisherige 1 alt,keil. Nachdem dem Borftaud Entlastung erteilt wurde, schritt man in den Borstandswablen und wurden die zur Neuwahl siebenden Mitglieder, die Sameraden Dr. S. Urias, Dr. 2. Fürth, H. Thetlbeimer. S. Graetz. V. Jottkowitz. L. Streit und C. Solomon ver Akklamation wiedergewäblt. Der stell». Borübende. Sam. A. Steinberg, dankt dann in ehrenden Worten dem durch «rankbeit abwesenden 1. Borübenden, «am. Dr. llria«. für seine »ielbewuüte Arbeit, Zu Saüenrevisoren wurden die Sameraden Franck und Sanvtmann für das kommende Jahr wiedergewäblt. Es wurde dann von einigen Sameraden die Anregung gegeben, üch mit der Gemeinde in Wandsbek in Berbtndung zu setzen zwecks Errichtung einer Gedenktafel für die gefallenen 12 Sameraden. Bei dieser Gelegenheit wurde bemängelt, dah die Gedenktafel der groben Hamburger Sonagoge sich in einem schlechten Zustande besindet. Hierauf berichtete der stellv. Borützende. als Delegierter unserer Ortsgruppe, über seine Eindrücke anlästlich der Feier des Illjäbrigen Jubiläums des Reichsbundes iüdischer Frontsoldaten in Berlin und gibt dann weiter Bericht über eine demnächst beabüchtigte groüe Sundgebung in Hamburg, in welcher bedeutende Redner svrechen sollen. Im Anschluü daran findet das Stiftungsfest der Hamburger Ortsgruppe und Landesverbandstagung statt. Mit «rohe« Erstaunen nahmen die Mitglieder davon Kennt» uis. daü die Gemeinde Altana eine Gedenktafel in Ehren der Getallenen errichtet batte, »ozn die OrtSarnvpe nicht eingeladen war. Diele Mitteilung löste eine «roste Erregung unter den Mitgliedern ans. Siel. Bersammluug am l:t. März 1V29. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles kam der Borützende der Ortsgruppe. Sam. (Gustav Vaff. «um Wort. Er batte üch als Thema des AbendS „Gottfried Send«, ein iüdiicher Held" gewävlt. Der Redner verstand es. durch eine gute Einführung und durch die Borleiung der besten Stücke aus de» von Svanier herausgeaebenen Feldpostbriefen Lenders die (Gestalt dieses Helden, der Deutschland geliebt und im Weltkriege mehr als seine Pflicht getan bat. dem zahlreichen Znbörerfreife nabe,»bringe». Man verfolgte mit Teilnahme das Leben dieses Mannes, der es im aktiven Dienste nur bis »um Gefreiten gebracht batte, an der Westfront, zu der er als Uriegsfreiwilliger ansrückte, in den gefährlichsten Lagen Üch hervorragend betätigte, entscheidend »»griff. Leutnant wurde und das E. «. II. und I. «l. erhielt, nur infolge Erkrankung kur» die Heimat sab uüd im Juni I»I2 an der Ostfront fiel. Der Gang seiner Ausbildung zum Lehrer, die vosfuungen. die die »aturwillenschaftlichen Professoren auf ihn setzten, die Erwartungen, die die iüdische Lehrerbildungsanstalt in Berlin au ihn knüpfte, die Güte seines Wesens, die SMhfucht nach dem Freitagabend im Sturmgebraus. der ganze Maihv in seiner vollen Snntbese. Deutscher und Jude, lag klar vor dem aufmerksamen Publikum, fand Bewunderung, weckte Rührung. Das kam auch in den Daukesworten zum Ausdruck, die nach dem inständigen Bortraa der Schristfübrer der Ortsgruppe. Sam. Roher und Herr Christiansen, der Borübende des BereinS der 187et. die geladen und in gröberer Zahl als Sameraden' des Redners erschienen waren, fanden. Mit Recht batte der Redner betont, dast Leutnant Sender nur ein Beispiel unter den Bielen sei, die als Freiwillige oder auch gerufen ihre Pflicht und mehr als dies getan batten Der Borützende der Ortssruove. bewährt durch lange und treffliche Leitung unserer Kameradschaft. bat neue Anerkennung üch erworben und sicher noch lange treue und dankbare Gefolgschaft. P. Landesverband Oft- und Westvrensten. Gumbinnen. Bor einiger Zeit feierten wir unser diejäbriges Winterfest in Form eines bunten Abend. Der Saal war übervoll besucht. Biele Freunde des RiF. aus den umliegenden Städten waren als Gäste erschienen. Ter l. Borübende. Sam. Salln Rodominsko. begrüstte die Erschienenen und wünschte allen viel Bergnügen. Während dar Saffeetafel gedachte Sam. Wartelskv des lüiäbriaen Bestehens drei RiF. Zwischen den Tänzen batte «am. Mar Rodominsko ein Kabinett aufgezogen. Die Ortsgruppe dielt am ». März ihre Generalversammlung ab. Der 2. Borützende. Sam. Glaser, erüssnete die Bersammluug und erteilte nach den BegrüstnngSworten dem Sam. Mar Rodomiuskn das Wort zu feinem Bortrage >1» Jadre RiF." «am. Rodominsko ging auf die Gründungsgeschichte des Bereins ein. gab einen umfassenden Bericht über die Leistungen und Arbeiten de» Bereins und der Ortsgruppe, berichtete über den Siedlungsaedanken und IvraM »um Schlust die Bitte aus, den Siedlunasgedankeii mit allen Mitteln zu fördern, da die BerufSnmschichtuna der jüdischen Jusend ein Gebot der Stunde ist. und dast die Jugend auch auf den schweren aber zufrieden machenden Beruf des Siedlers hingewiefen werden müüe. An den Bortrag entspann üch eine reae Debatte, «am. Wartelsko gab den Jahres» sowie Kalleiibericht. Die «aüe wurde geprüft, in Ordnung befunden und dem Kassierer Entlastung erteilt. Dann erfolgte die Neuwahl des Borstandes. Da Sam. Sallo Rodominsko die Wiederwahl »>"» 1. Borijtz, »d<-» able^nte. wurde an seiner Stelle «am «urt Glaser z»m l. Borützende» gewählt. Kam. Sallo Rodominsko wurde in Anbetracht seiner Berbienfte um die Ortsgruppe »um Ebrenvorünendeu ernannt. Zum 2. Vorsitzenden wurde «am. Louis Brasch, »um Schr-ftsübrer Kam. Siegfried Hovv. zum Kassierer der bewährte «am. Hermann Wartelsko gewählt bzw. wiedergewäblt. Landesverband Mitteldeutschland. Leivzig. Die Ortsgruppe bat während des jetzt zu Ende gebenden ersten IabreSviertel eine sehr rege Tätigkeit entfaltet. In den Mitgliederversammlung vom 14. Januar hielt Frau Ministerialdirektor Frennd-Hoppe-DreSden einen Bortrag über das Thema: »Der Kampf für den Frieden", der in Anbetracht der s. Zt. gerade eröfsueten Leipziger Ausstellung »Krieg und Frieden" besonders aktuell war und lebhaften Beifall fand. Der Bortrag löste eine sehr lebhafte und auf hohem Niveau stehende Debatte ans. in btp »um Ausdruck kam. dast die Tätigkeit des RiF. ebenfalls der inneren Befriedung unseres Baterlanbes diene. Durch den Bortrag angeregt. trafen üch am Sonntag, den 8. Februar. eine graste Anzahl Kameraden mit Damen »um gemeinsamen Besuckder Ausstellung »Krieg und Frieden", in der ein intereüantes Material auch für den Kampf gegen den Antisemitismus unser besonderes Jntereüe erweckte. Ter Monat Februar als der JuKiläumsmouat unseres Bundes brachte der Ortsgruppe eine Reihe, eindrucksvoller Beranstaltun» gen. Im Anschlust an die JnötläumSveranftaltungen tu Bertin. bei der die Ortsgruppe durch den Landesverbandsvorützenden Dr. A. Jgeobo und »wet^Kameraden des Ortsgruvpenvorftandes vertreten war. hielt am Montag, den 11. Februar, Kamerad Dr. Franz Hirsch-Ulm a. D.. Borübender des Landesverbandes Württemberg des RjF.. einen Bortrag: »Was hat der-württembergische »amerad dem sächsischen zu sagen?" Der Redner betonte insbesondere de» Wert der persönlichen Propaganda und Aufklärungsarbeit, die in «ameradfchaftsvereinigungen geleistet werden kann und fano mit seinen intereüanten und temperamentvoll vorgetragenen Aussübiiingen austerordentlich lebhaften Beifall. Am Sonntag, den 17. Februar, wurde auf dem Ebrenfriedhos eine schlichte Gedenkfeier für die im Weltkrieg« gefallenen raden der Leipziger jüdischen Gemeinde abgebalten, wobei nach liturgischen Gesängen unseres Kameraden «antor Jakfe und einer Ansprache unseres Borübenden. Kam. Dr. A. Jaeodo. am Ehrenmal ein Blumenfchitd niedergeiegt wurde. Den Höhepunkt unserer Jnbiläumsverauftaltungen bildete die am Montag, den 2.',. Februar, adgebaltene Lettin«- und Jiidiläumsseier .die im überfüllten grasten Saale des »Hotel Sachienbof" abgehalten wurde »ud die bei alle» Anwesenden -einen tiefen Eindruck binterlaüen bat. Eingeleitet wurde, der Festabend mit einem Bortrag de» -Herrn Gemeinderabbiners Dr. E. Earlebach über »Lesüug und die Inden". Der Redner behandelte das schon so oft erörterte Thema von einem ganz neuen Gesichtspunkt ans. Er stellte fest, dast Lelüng in seinem Jiigeudwerk »Die Juden", üch in seinem Wabrbeitsdraug weit über die zu seiner Zeit herrschende Anschauung von Juden erhoben bat und dast e» eine austerordentliche Tat bedeutete, damals einen edle» Juden auf die Bühne zu bringe». Immerhin sei aus .diesem Jugendiverk wie auch aus seinem .Nathan" zu erkennen, dast Lelsiug elu tieferes Berständnis für das Wahrhaft-jüdische. das in der Betätigung südischer Religion« übiiug läge, noch nicht anfgegangeu sei. De» tiesgründl, e» und überaus geistvollen Anssührungeu des Redners wurde mit herzlichstem Bestall gedankt. Au de» Bortrag ichtollou üch Rezitatioueu aus Werken Lesüngs. von «am. «auior Jasfe form vollendet vorgetragen. Der »weile Teil der Feier war dem Jubiläum des RiF. gewidmet »ud begann mit der Berleiuitg der von der Biindesleitniig und einigen Ortsgrüppen 'des Landesverbandes eingelaufeiie» Glückwunschtelegramm--. Hieraus folgten die Glickwuuschansvracheu des Borstebers der jüdischen Gemeinde Leipzig, des Leipziger Rabbinats. des E.-B.. der Leipzig-Loge, des - österreichischen Frontduudes, des Sportklubs Bar-Kochlur. der Zionistische» Bereiiiiguug und der Berbinduug im «. E. »Sarobavaria". In seiner Festansprache: »Zehn Jahre Kamps für iüdische Ehre" schilderte der Bori-tzende der Ortsgruppe, «am. Dr. A. Jaeobo. die. vielfach geleistete Arbeit-des RiF. Mit dem Dank a» die zur Feier erschieneueu Kameraden und Gäste und insluuoudere au die Bertreter der Oraanstatioiieu. stellte er mit freudiger Genugtuung fest, 'dast diese Beranstaltnug erwiesen habe, dast der Zusammeiischlust der Kameraden aller Richtuiige» und «reise der Gemeinde im RIF. mtglich sei. Die erbebende Feier klang aus in dem Gelöbnis, die gute «ameradschast im Bund weiter ,» vilegen und in dem BekeiiHtnis zn.Jndcnium und Dentschtiim. Anlästlich der Leipziger Früdiabrsmeise »loutag, den 4. Mär», nuser rraditioneller Mess Durch die Berleauiig der Beranstaltnng in dis Stadt gelegenen schönen Säle des EentraUTbeate ei» überaus starker und die Begrünung der Kai Teilen des Reiches eine sehr herzlich«!. Uünstleiji Konzert und Tanz und »um Schlust eine ge unterhielten die «ameraden und Gaste bis in stunden und zeugten für de» in unseren Reihe» Geist der Kameradschaft. Magdeburg. Am i:i. Mär» fand unsere d Versammlung statt. Der Bvrützende. Kam. Eben wurde am Melleeabeud abgehalie». im Zeuirum der rs war der Besuch amerade» ans allen sche Darbietnngeu. iniiiliche «asieetasel frühen Morgouberrschenden guieu I. «.! ie esjäbrige Geueralhard Simon, stellte die rechtzeitige Einberufung und' BeschlustfäKigk it fest und erteilie dem Schristfübrer, Kam. Ernst Lev», das Wort zum Jahresbericht. Dieser schilderte ausführlich die im Bereiusiabr geleistete Arbeit der Ortsgruppe: Arbeitsübuiigen. gesellige Beraiista ltuuge». drei Bier- Abeizde, das Ztiftungsfest im Februar sowie »ie Fabneiiübersüdruug. Das wichtigste Ereignis im abgelautenen Jahr mar die Beteiligung mit ea. 80 «amerade» an der- Uebeisührung der Feldzeichen des alte» Heeres in den Doiü im Oktob:r 1928. Ursprünglich sollten nur die geistlichen Bertreter der.beite» anderen Kousesüoiien bei der öffentlichen Feier Ansprachen -alte», doch batten unsere persönlichen und schriftlichen Bemühung, n bei der Militär- Behörde den Erfolg, dast auch ixür Bertreter unserer Glaubensgemeinschaft, Herrn Rabbiner Dr.sWilde. das Wort zu einer An- Ivrache gegeben wurde. — Ferner veranstaltete» wir im Einvernehmen mit der Gemeinde eine Träuerfeier am Gl abe der Gefallenen. — Die Ortsgruppe umfastt l47 Mitglieder, in, Laufe des Jahres sind zwei Neuaufnahmen ersolgt. währeüd zwei Todesfälle zu verzeichnen find. Die Ortsgruppe bat mit den and:ren Organisationen im beste» Einvernehmen gearbeitet. Nach dem Jubresberich» eritatteie der Kassierer seinen Bericht. Bo» den «allen! »rüfer» wurde Entlastung beantragt, Pie dem Borstand erteilt n urde. In der solgenden Generaldiskstsllo» wurden verschieden: Anregungen u»d Wünsche von Sameraden über die Aiisgeftaltu ig der Arbeit geänkerk. Beachtenswert waren die «nregiinoe, des «ameraden Spanier, welcher wünschte, dast ück dev Froutbu id bei seiner Arbeit enger a» die Jugend anschliesten solle, um dieü r das Erlebnis des Krieges, welches , die Froeitkämpfer ln üch anfg-nommcn hatten, zu vermitteln, unter Anlehnung an die neuere «riegsliteratiir. besonders an den bekannten Roman von Remarane. — Die Borftaiids. wählen brachten keine Beränderung. üe wurl en vom Kameraden Dr. Greifsenberg. der: besonders dem Borütz'nden «nerkennung und Dank auSfvrach.i geleitet. Letzterer schlost gegen ll Uhr die inierellante Bersammluug. Lanbesoerbanb Westdeutschland. Bonn. Auf Grund einer Einladung unserer Ortsgruvoe uud derjenigen des Central-BereinS an sämtliche Mitglieder der bieNgen und der benachbarten Sonagogenaemeinden fand am Montag, den 2ä. Februar, eine «»ndgebtma' für die indische Siedlung .in Deutschland statt. Das Referat hielt Herr Rittergutsbeüster Rud. S. Molle-Ttanaenhagen. Im Anschlust an daSsslbe wurde die Ortsgruppe Bonn des Reichsbunbes für jüdische Siedlung in Deutschland gegründet. Derselben traten sofort 82 Damen und Herren als Mitglieder bei. ■ i i 111

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