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Jüdisches Volksblatt · 1865-01-01 · 47 (1865) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
12 (1865)
Issue
47 (1865)
Date
1865-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Irisches Volksblatl. Zur Lylehrung 11 njil iLfiteröaftujiiij nuf jüdischeiy Hyhiete. HerauSgegijdcn von Rabbiner Or. Ludwig Philippso» in Bonn. ^to. 47. 1865.Z r«vu d Aejluna»rr»edink-n«» tiefem iefet ^ritfArtft erf&ttat »PAeMliA ein# 9hnnmet. Prtife fe«4 >l«Krr <±/ , » itl IbU» Äimeljabnfl 7 u ^igr. -I^lr £ucbbanriu&A •;, ^cjumur I | HstlikÜ. 4* l&)U9nEl«J ti **efteliuoaen Die Juden votl Tetuan. Boy Herrmanti Lohn. (Scbluj.) §. II. B t g i Üfa n i fff. Die Araber bringen ihre! lobten mit einem weißen Tuche bedeckt, auf einer Tragbahre nach dem Gottesacker, wobei sie ihren LiebttngSi'pruch: „Gott ist Gott und Mohammed ist sein Prophet," singen, um ihre Ergebung in den Willen GoltrS zu erkemen zu geben. Sie der einem' großen Glase knieen auf ihren Gräbern Gott, .für sie Fürsprache uen, besonders die alten, suchen sehr oft di« Tobten unnieder, um sie zu vtttm, bei einzulegen. Die arabischen Kn. sind noch häufiger auf dem Kirchhofe als di« Männer. UebrigenS darf der Fremde nicht bei ihren Ceremonren zugegen sein.! : WaS die Juden betrifft, Ifo lassen, wenn Jemand stirbt, einige Klageweiberirr Seift Todtenzimmer von Zeit zu Zeit mit einer jammernden Stimme den Ausruf woh ertönen, was ach! heißen will, und klopfen sich mir ihren Fäusten auf Gesicht und ^rust. Der Todte wird von den Mitgliedern der Chedrah, die einen weißen Burnus tragen, gewaschen, bekleidet und |mf ftcn Friedhof gebracht. Diese Gesellschaft zahlt drei bivierhundert Mitglieder. Wenn der Verstorbene ein Gelehrter war, wirb er mitten auf die Straße in dem jüdischen!Viertel hingesetzl, wo der Großradbiner die Leichenrede hält. Während der Zug durch die Straßen geht, berühren die Frauen, welche auf den Terrassen ihrer Häuser sichen, mir ihren Händen Augen und Mund, was bei den Juden wie bei den Arabern ein Zeichen der Vwkftmng ist. Während des ganzen Durchzuges-durch das . jüdische Viertel, singt mau passende Kinoth; wenn sie au, ihren Vierteln herauskommen, hören sie auf zu singen, um die Aufmerksamkeit der Araber nicht so auf sich zu ziehen. Ein einziges Mal habe ich die Chorschüler im ganzen arabischen Viertel dis an den -Friedhof.-uifd selbst vor der grüßen Moschee, singen lassen:,- ohne , daß ,t>ie Araber das geringste, Zeichen de- Unmurhs bezeugt hätten. Auf dem Friedhof angekommen singen sie die^Verse de- 119. PfalmS. welche mit deft Buchstaben des Namens drS Verstorbenen beginnen. Nach der Beerdigung begleitet man die Trauernden bis an das S kerbehauS) wo man die Todrenmahlzeit, aus Brod und Eiern bestehend, giebt^ die auf dem Friedhof gesungenen Verse wiederholt, dann zündet man im Ziwmer des Tobten in rih Licht an, tfaS 10 Monate lar g erhalterz wird. Die Schid'ah ober;öi* sieden Tage de- Trauer wird' wie bei den europäisches Juden gehalten, nur gehen die Leidtragenden all« Morgen in bl« Sznagogej wahrscheinlich wsgen des Gebrauchs, niemals ei» Sepher aus der Synagoge herauszudringen. Am »reißigsten Tage findet inj Todletizimmer «ine Mifchmarah statt, d. h. der Rad, biher und die Eingeladenen lesen inige Stück» auS dem Zohar der Paraschah der Woche ror, dacha^wird schwarzer Kaffee und BiScuit gereicht. Am selben Tag« setzt lman einen Stein auf das Grad, aber anstatt aufrecht jlegr man ihn vielmehr hin, mancrmal gjavirr man den Namen des Verstorbenen darauf Am Samstag der Schid'ah und am letzten Tage de Schelvschim wttd in!der Synagoge eine Todtenfeier gefallen, in welcher der Redner das Lob drS Verstorbenen auSspri^hl und auf die Pflicht aufmerksimi macht für di« ArmeÄ Spenden zu gebe«. Nach dem Gottesdienst b gleitet man die Leidtragenden in das SterbehauLg i o sich Jeder auf die Erde setzt und Psalmen singt, s Am Ende dezehnten Monatnach dem Tode macht Wan von Neuem eine Mifchmarah wo man den Zokar der Woche Nest Und eine Mahlzeit auf her Erde sitzend einnimmt; dann dringt man da- Ala- Oel in die Synagoge, wo man edizu Ende dezwölften Monat- Unftrhalt; dann laßt man da- Lieft au-gehen und da- GlaS auf seiner Stelle, damit ean dem Tage ange, zündet werden kann,, wo die Äerwardttn eine Todtenfeier hatten lassen wollen, wabesondoam. Samstag, am Rosch chodesch oder an einem Festtc g, geschieht. Die Juden besuchen oft, wie die Araher, die Gräber ihrer Eltern und frommer Männer, besonders die Frauen, und Kautirsächlich die schwängern j rauen oder solche, di« kranke Kinder haben;" sie gekrn ,,wohnlich am Rosch chodesch hin. Andere pilgern nah dem Huazan oder dem Grabe eine- Zavik. der selbst non den Arabern verehrt wird. Endlicb füge ich nock biniu, di« in dem alten israelitischen Friedhof Gräber sind, we che die/Ueberriste nischer Verbannter enthalte«. §. 12. Junta (Gemeindgvorst beamte. Wahrend die-.Araber' gar Kink haben die Juden schon lange a" and)' un d Cu• ,u$.* i Waf>lkö per baden. Uzemein.^- Etstnm:cckt

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