Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 11 (1864)
- Issue
- 52 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Volksblatt. Zur •Belefjrmici unö Anterhattung aus jüdischem stekiete. HcrauSgegebea von Rabbiner vr. Ludwig Philip-sou in Bonn. I sSio. 52. 1864.) «oa dicker Aei««bri<t ettoeint wö<be»ttich etac Ihtmmet. Prri« des 3a6r« gaogs l Lhtr. Bicneljährig.? '>< Ngr. Alle Burdhauttuagco. Postämter »ad Ze>r»»><er»ediliö»e» »ehmea Letztlluage» »»- sl l. IiiKrz. 4. chusrtrl.). Die Bewohnbarkeit der Gestirne. Der aufmerksame Leser unseres Blatteweiß aus den früheren Jahrgängen, daß wir eS lieben, aus dem engeren Gebiete, welchem §s gewidmet ist, in die große Welt GotteS, wie sie in der Natur und in der Geschichte besteht, von Zeit zu Zeit Blicke zu werfen, um uns die Herrlichkeit beS Schöpfers, die Unendlichkeit und Allweisheir Gottes, sein liebevolle- Walten, feine väterliche Vorsehung immer klarer und bewußter zu machen. Niemand kann dies eher als der Jude auf dem Fundamente feiner Gotteslehre. Denn unsre heilige Schrift selbst bauet die Gotteslehre auf die Natur und ihre Erkenntniß auf. Ist rS nicht Jesaias, der uns aufruft: „Hebet zur Himmelshöhe eure Augen und schauet! Wer hat solches geschaffen?" (40,26.) Mögen daher unsre Leser heute einmal mir uns diesem Rufe des Propheten folgen, sich mit uns zu den Höhen des Himmels erheben, um die Unendlichkeit der göttlichen Schöpfung wahrzunehmen. Es ist eine alte Frage bei den Menschen, ob die Sterne, insonders die Planeten, von Geschöpfen bewohnt sind oder nicht'? Diese, dis jetzt meist nur aus Voraussetzungen beantwortete Frage stellte sich jüngst ein bedeutender französischer Astronom, Prof. Camille tzlammarion, zur Aufgabe, um sie wissenschaftlich zu lösen.*) Wir geben hier das Wesentlichste aus seiner interessanten Schrift. Er sucht zuerst den negativen Beweis zu führen, daß die Erde durchaus in keinerlei Beziehung ein bevorzugtes Gestirn sei, so daß sie allein von lebendigen Wesen bewohnt zu werden würdig und fähig sei. Das leuchtende Tagesgestirn, die unversiegbare Quelle des Lichtes und der Wärme, welche es in großen Strömen in die Unermeßlichkeit des Raumes verbreitet, der fortwährende Erneuerer der Jugend und Schönheit der Planeten, welche seinen Hof bilden, der unauSlöfchbar« Herd des Lebens und der Fruchtbarkeit, welche sich in seinem Reiche entwickeln, befindet sich glorreich im Mittelpunkte unseres Planetensystems und leitet am Himmel die Umläufe der Welten, welche dasselbe bilden. Dieser ungeheuere Ball ist 1,400,000 Mal größer alS die Erde und wiegt 700 Mal mehr als alle Planeten, Planetoiden, Kometen und Trabanten zusammen-, er ist von einer rotirenden Bewegung beseelt, die er in 2b von unseren Tagen um feine *) Die Mehrheit bewohnter Welten von Camille Flammariou. AuS dem Französischen übertragen von Dr. Hugo Schramm. Dresden 1864. Axe vollzieht oder vielmehr um das Gravitationscentrum des ganzes Systems. Die erste der Welten, welche, unter der wohlthätigea Herrschaft: de- Tagesgestirnes lebe«, ist Merkur; seine Entfernung von der Sonne beträgt 8 Millionen deutscher Meilen, sein Jahr wäbrt 88 uase:er Tage, seine tägliche Umdrehung vollzieht sich in 24 iStunden 5 Minuten. Dieser Planet ist viel kleiner als die Erke, aber fein« Dichtigkeit ist beinahe $ Mal so beträchtlich. 'Die neueren Beobachtungen haben gelehrt, daß er von einer sehr dichten Atmosphäre umgeben und mit Gebirgsketten bedeckt ist, di« viel höhet als die unsrigen sindi. Das Licht und die Wärme, welche er von der Sonnejempfängt, sind auf ihm 7 Mal stärker als auf der Erdoberfläche. Die Hellfunkelnde Venus, die Vorläuferin der Mor» genröthe und der Abendstern, der glänzendste und wahrscheinlich' am längsten bekannte Planet des ganzen Systems, schließt dw Bahn des Merkur in leine« Kreis «in, den sie in 224 Tagen 16 Stunden um > das leuchtende Gestirn beschreibt. Sie ist von der Sonne fäst 1b Millionen Meilen entfernt und empfängt von ihr 2 Mal^mehrLicht und Wärme als die Ärde. Ihre Tage bestehe« aus 23 Stunden 21 Minuten. Ihre Ausdehnung, ihre Masse, ihre Dichtigkeit und die Schwere der Körper aH ihrer. Oberfläche sind wenig von den analogen Elementen auf dem nun folgenden Planeten verschieden. Ihre Oberfläche ist von jähen Gebirgen durchzogen, von denen einige 40,000 Meter Höhe übersteigen, und von einer atmosphärischen, gleichmäßig hoben Hijille umgeben. j In titt Entfernung von 20 Äliklione« Meilen von der Sonne trifft man aufdie.Erde, ^inea dem vorhergehenden beinahe analogen Planeten, der, wse jener, von einem atmosphärischen Fluidum eingeschlossen ist, seine Rotationsbewegung in 23 Stunden b8 Minuten und seinen Umlauf in 36b Tagen 6 Srundm vollendet. — Dieses Gestirn ist von einem Trabanten begleite«, der in 27 Tagen 7 Stunden feine doppelte BewI^ung der Translation und Rotation ausführt; er ist 151,803 Meilen von der Erde entfernt; feine durch gewaltige Ueberschwemmungen zerrissene.Oberfläche ist mit großen Kratern.und-zahllosen Felskegel« bedeckt, die letzten Spuren von Revolutionen, die ihn erschüttert haben. Der;MarS ist vom Centialgestirn 32 Millionen Meilen «jntferst, legt sein! Jahr m 687 Tagen und seine tägliche Umdrehung in 2äj Gtunhm 39 Minuten zurück. Di« atmosphärischen Hülle«, welche diesen Planeten und den vorigen umgeben, diel Schnerfelder, welche periodisch an ihren Polen erscheinen, und dst Nebel, welche von Zeit