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Jüdisches Volksblatt · 1864-01-01 · 24 (1864) · p. Seite 95

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
11 (1864)
Issue
24 (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 95 (sequence 3)
Language
German
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95 i Gemara verfaßten Auslegung»» und Vervollständigungen, und in dieser Form erfolgte die Redacrion deS Thalmud/ seine schriftliche Abfassung und Anordnung in der Periode der Saduraer, die bi« in die Mitte de- 7. Jahrhunderts hineinreicht. — Wiewohl der Thalmud .nicht eigentlich mit der Philosophie sich beschäftigt, traten unter den Juden dennoch bedeutende Namen auf diesem Gebiete hervor, wie Saadias, MaimonideS, Gersonibes, Je» huda, Halevi, Spinoza,. Moses Mendelssohn. — Der Vortrag wurde mit dem Wunsche in feurtr. gen Worten geschlossen, „daß die Pflege der thalmudischen Gelehrsamkeit für alle Zeilen belebend und veredelnd auf das jüdische Volk wirken und Israel durch sie zur vollen, freien Entwickelung seiner geistigen Kraft im Festhalten seiner Nationalität auf die Stufe geführt werden möge, welche in der Familie der Völker durch di« Vorsehung ihm angewiesen ist." Jsracl's Hoffnung. Was zagest Du, mein Volk, so sehr? WaS lastet auf Dir drückend schwer? O, trage muthiq Bürd' und Sorgen! Einst kommt für Dich ein neuer Morgen, Schon strahlet Dir sein Helles Licht; Drum Mulk, mein Volk, und zage nicht! Siehst Du den Eichbaum mächtig stehn? — Und wenn Jahrhunderte vergeb'n. Noch unerschüttert steht die Eiche; Des stärksten Sturmes grimm'ge Streiche Bezwingen ihre Stärkenicht; De« Wetters Macht an ihr sich bricht. D u sah'st an Dir vorübergek'n Jahrtausende; doch mächtig steh'n, O Israel, noch Deine Eichen; Ist da« vom Himmel nicht ein Zeichen, Daß mit uns seine starke Hand- Drum wanke nicht und halte Stand! Du hast de- Leiben« Kelch geleert. Wie kein Volk auf der weiten Erd'; Doch nach so vielen taufend Jahren, Nach so viel Stürmen ustd Gefahren, Steht unversehrt Dein Gramm noch heut Und prangt im schönsten Blüthenkleid. Der Völker unzählbare Schaar, Die vor Dir und die mit Dir war. Sie ist vom Erdball" ganz verloren; In Dir^ mein Volk, das auserkoren, Lebt jetzt ider alte Stamm noch fort: Du bist ^»och treu dem Glvtteswort; \ Der alten Satzung bist Du treu. Trotz hartem Joch und Tyrannei, Der Satzung, die von seinem Sitze Dir Gott einst gab auf Hinai'S Spitze; Da schworst Du heilig»schweren Eid Und hieltest ihn getreu biß heut. Drum blüh'st Du heute stoch so schön, Drum seh' ich Deine Eichm steh'n, Noch heute majestätisch prangen. t Drum machen Feinde Dich nicht bangen; Drum hältst Du, nimmep wankend, Stand; Liegt 6od| Dein Lo>^ in Gottes Hand. Einst kochmt der Tag, o Israel, Wo de« Gesetze« klarer Quell - Au-strömrn wird von Dir auf's neue, j Geweiht durch Gottes heil'g« Weihe. Dann wird Dir, Jsrart, Dein Recht, Dann bist Du, frei, bist nicht mehr Knecht. \ Drum Auch, mein Vol^, und zage nicht! Blick' nur mit gläud'ger Zuversicht Zum Herrn empor; Dein! Gonverkrauen Wird hetrlich die Erfüllung schauen. Hoff nur, schon steigt am Himmelsraum Empor der Morgenröthe Saum. Münster, im Mai 1864. S. W. Zwar Dorurtheil und Glaubenshaß Verfolgten Dich ohn' Unterlaß; Dich drückten mächtige Tyrannen; > Doch alle Qual, die sie ersannen,. Sie beugte nicht den stolzen Mulb; Du trotztest kühn der Pein'ger Wuth, Dich marterte der Dränger Zahl Mit grausenhafter Folterqual, Und von der heißgeliebten Erde, Dom traulichsüßen Heimathsheerde Hat man Dich schonungslos gebannt; Du irrtest fremd in fremdem Land. Du wandertest von Thur zu Thür; Doch keiner fühlte, litt mit Dir; Man drückte Dich mit bitt'rem Hohne —, Das war für Dich die Mauerkrone; Mit frommen Muth trugst! Du Dein Leid, Du hofftest still auf bessr« Zeit. Früher und Jetzt. Bilder au« tzrfurt« Bergangenheir und Gegenwart. * - II. | ,Von Dri A. Jar«!ej!»lvsky, Prediger. \ Der freundliche Leser folge Mir heute an «inen Ort, der Reliquien der erfurter jüdischen Gemeinde au« den Jahren 1348 u. 49 aufdewahrt; «S sind diese so merk, würdiger Art, daß man sie als dit wichtigsten Zeugen jener für Israel so verhängnißvollen Zoil betrachten kann. Wir treten ist eine im byzantinischen Stile gehaltene, von Säulen ringsumher gettagene Halle. Es bedarf nicht erst des Kennerblickes, um auf Iden ersten Augenblick zu ersehen, daß dies« Halle emstmals zu einem Kloster gehört haben müsse. Und wirklich ist!sie ein d«m Zahne der Zeit entgangener ehemaliger Theil de^ „Augustiner „Klosters",

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