Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 9 (1862)
- Issue
- 27 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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106 Der Berg Sinai. •slldj.) :o fehc Ci»' Gegenwart brr Moschee in De selb! Dt rschein se: und Erstaunen setzt, so wenig sichtbar ist beim schauen die Kirche. Nichts unterscheidet Dächern und Söllern, unter den»'n sie verschw sie entschädigt für ihr bescheidenes Aeußere durch im Innern. ES ist ein sehr schönes römisch- Gebäude, von Granitsäulen getragen, die man Kalk geweißt, und i» deren Trommeln man Kreuze gehauen .hat, was die'Linie unterbricht Wirkung beeinträchtigt. Die Bibliotbek ist ziemlich arm an interessant und alle handeln von religiösen Gegenständen sie aber reich an arabischen, griechischen und Manuscripten, aus denen man gewiß nützlich ziehen könnte. Aber die Mönche sind eifersüäjti ohne sie zu lesen, und dringen sie nie zum^ begnügen sich, den Fremden als Merkwürdig manrenen -Psalter der heiligen Kassina zu zeig« Evangelienbuch mir goldenen Buchstaben, wo Theebosius feine Andachten verrichtet haben Die Mönche setze« nie den Fuß in ihre doch halten sie sich gern in ihrem Garten außerhalb der Schartzmauer liegt, und in welchetn Ankcmmen einige Olivenbäume, eine prad'tottL und blühende Mandelbäume gesehen hatte; er außerdem Feigen, Trauben und Birnen, die io geschätzt werden. Das Kloster besitzt noch auß andern, oder so viel ich weiß, mehrere Gärten nachbarren Thälern. Der innere Brunnen der derselbe, an welchem Moses, als er nach dem Aegvpten sieh und ehe er die Berufung emistän die sieben Töchter von Reauel antraf, bi»' gckomffu um die Heerden tbreS Darers, des Priesters;u! tranken. Da kamen aber die Hirten un^ zurück; avec MosiS chalf ihnen, und schöpfte für sie, und als ihrdarkc bas borke, gab er eine von ihnen, zur Ebe, und Moses hütete seines Eckwäbers Iethro. Die große religiöse Festung ist cingelchlossc Bergen, fon denen 'jeder einzelne, einen beiond bat: im Norden vom Judcnberg und vom Duden vom Berg des heiligen Epistbcm und berg. wo nach der Tradition der Befreier Israels »en von Iethro geweidet haben soll, obwohl k darauf wächst. Nach Weürn wird das Thal die Berge entfernen sich unmerklich, um einer Platz zu machen, der einzigen Oertlichkeir in welche geräumig genug ist, um eine große M;u fassen. Dort nur können augenscheinlich ihr Lager aufgeschlagen haben, und man zei d(n Drein Aarons, welcher angeblich das goldenen Kalbes gewejjjn sein soll. Di« ganze Landschaft ist von unvergleichlicher und Großartigkeit, die Gipfel und die Adhänße sind so vollständig kahl, wie alle übrigen, d gesehen, aber die Sonne dringt auf ihnen zu zeit, besonders Abends und noch fast mehr so verschiedene, so wundervolle Lichtwjrkungen c vunderung ersten Urchvon den! ,det, aber di« Pracht by antinisches leider mit griechische und die n Büchern, dafür ist stavischen Aufschlüsse g darauf, s" den dia- und ein aus Kaiser Bibliothek, esirf, welcher ich beim e Erpresse »f.rt ihnen Kairo sehr rdem einen in den de- Haui'eS ist llorde aus gen harre, en waren, in Midian, stießen sie as Wasser hm. Zipora, die Heerden von höben ren Namen Horeb, im >om Mosesdie Heer- Grashalm breiter, und en Ebene Umgegend, n'chenmcnge ie Hebräer eitzt auch noch, g ußgestell des Strenge der Berge wir bisher jeder Tagesam Morgen hervor, welche vette b r reichlich für die Dürre der Gegend entschädigen, daß man sie gar nicht anders baden möchte. Diese zauberische Palette har unnachahmliche, unbeschreibliche Farbentöne. Der Mosesdekg, über dem die Sonne aufgeht, der aber noch lange Zeit danach dunkel und nebelhaft bleibt, bildet den Hintergrund des Gemäldes. Der Fuß der Berg« ruht noch in Dunkel gehüllt, wenn schon die Höben lichrumglänzl sind. Der Horeb und der Berg des heiligen Episihem strahlen dann in rothcn und metallischen« Tinten, aut welche die Zacken der Felsen so scharfe und düstere Scharten werfen, daß sie den Glan; nur noch mehr erhöhen. Man möchte sie mit Lavaströmen vergleichen, die sich aus einem Krater ergießen, um das Kloster und das ganze Land in Feuer zu setzen. An der Thür des Klosters fängt der Weg aufwärts zum Sinai an. Der Pfad folgt einer schmalen Schlucht zwischen dem Horeb und dem Iudenbcrg, und man hat für die Pilger, die auf den Knien hecaufrutschen sollen, eine Art von Stufen angebracht, die das Steigen erleichtern würden, wenn sie besser gehellten wären. Zuerst komm: man zur Quelle des Schuhmachers, deren Name an eine locale Legende erinnert. Wenn man noch einige Stufen höher gestiegen ist, kommt man auf eine Hochebene, welche nach allen Seilen durch ungeheure Berggipfeb eingeschlossen und umgürlet ist, von denen der eine, der Katharinenberg, sich Nicht weniger als achttausendfünfhundert Fuß über dem rochen Meere erhebt.. Der Horeb und der. Sinai stehen ihm nicht an Größe nach; es ist dies die Grenze des ewigen Schnees unter den nördlichen Breitengraden. Nach welcher Seile man auch die Blicke richten mag und fo weit man sie auch schweifen läßt, entdeckt man doch nichts alS rördliche, schroffe, kahle Granirmassen, di« noch ganz ebenso find, wie sie aus den Eingeweidcn der Erde hcrauSgekommrn; niemals ist eine Pflanze dort gewachsen, und eS könnte k»ine dort jemals bestehen. Nur ein Baum, aber auch nur ein einziger, erhebt sich mitten in der dürren Umgebung. Es ist eine Eppresse von ungewöhnlicher Größe, und deren büsterer, cincr Grabespyramide ähnlicher Wipfel seit Jahrhunderten allen Stürmen Trotz bierer. Ihr zu Füßen öffnet sich rin Brunnen, dessen frisches, klares Wasser Niemand ladt, denn Niemand wohnc dort, und außer wenigen Reisenden kommr Keiner in diese. fürchterliche Einöde. Ich rastete lange am Rande des verlassenen Brunnens, im Schatten der düsteren Erpresse, indem ich diese ernste, großartige Landschaft auf mich wirken ließ und sie mir gewissermaßen zu eigen machte; sie ist so melancholisch, so einsam, so ahnungsvoll und wieder fo reich an Erinnerungen, und für das geistige wie das körperliche Auge von einer ewigen Strahlenkrone umglänzr. Beim Anblick dieser überwältigenden Natur fühlt man, daß dort etwas Großes, Ungeheures vor sich gehen mußte, daß sic im Voraus geschaffen und gebildet wurde, um der Schauplatz erhabener Geheimnisse und üdertaschrnder Wunder zu werben; und man begreift, daß Gott sie gewählt bar, um sich dort seinen Propheten zu offenbaren. Welche Ereignisse, welche Jahrhunderte umfaßt man nicht mit einem Blick! Zuerst den Sinai, von dessen Höhen unter Blitz und Donner das Gesetz des erwählten Volkes verkündet wurde, jenes nach so viel Jahrhunderten noch lebende Gesetz; tiefer unten die Grotte, in welcher Moses vierzig Tage und vierzig Nächte in Gegenwart und im