Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 7 (1860)
- Issue
- 9 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 3)
- Language
- German
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35 x Eohen, den jüngst eine Anstellung am israelitischen Seminar für bas Unrecht entschädigt, welches die ultramontane Partei ihm zugefügt hat. Fügen wir dem noch die bemerkenswerthe Entwicklung, welche die rein israelitischen Schulen und Anstalten getrommen haben, hinzu. Eine bedeutende Anzahl ausgezeichneter Lehrer und Institutsdirektoren erlheil,n unsren jungen Glaubensgenossen einen elementären oder höheren Unterrichten allen Zweigen des menschlichen Wissen-, und geben somit Denjenigen, die den Israeliten jede andere Befähigung alzu Handel und Bankgeschäften adsprechen, ausis Neue ein Dementi. Und wie Viele noch, der wir vergessen, die allerorten hoch gestellt in her Achtung der zeitgenössischen Gesellschaft Und welche um sich herum und in weiteren Kreisen einen begründeten Einfluß auf.die Bewegung der Dinge und der Jdeen^üden. Welche Menge von Fabrikanten, waS für Kaufleute, die sich den großen BerkehrSvekbindungtn anschließen,- welche die Staaten vereinigen und bereichern!. Welche Anzahl von ländlichen Grundbesitzern, die ihr Vermögen »nd ihre Zeit den Fortschritten der nationalen Agrikultur weihen, dir Landschaften fruchtbar machen und wüste Strecken in ergiebige Felder umwanbeln! Und sehen wir selbst in den unteren Classen die Listen der Wohlthätigkeirs-Gesellschaften und der gegenseitigen Unterstützung, die Ergebnisse der Waisenanstalren durch, so finden wir Israeliten in allen Arten von Handwerken, zu allen geschickt, in allm geachtet: Buchdrucker, Weber, Maurer, Schlosser, Schuster, Schmiede, Bäcker, Tischler, Allee was die^ große Industrie der Handarbeit ausmacht. Was wir hier aufgrzählt haben, wird genügen, um zu zeigen, wie die Israeliten in weniger als einem halben Jahrhundert, mit der Gesellschaft sich verschmolzen und in allen Zweigen der Arbeit und de» menschlichen Wissengeschickt gezeigt haben. Man kann also stolz darauf sein, diesem hebräischen Stamme anzugehören, der sich unter den modernen Völkern eine so glänzende Laufbahn gewonnen, und gegen ihre ehemaligen Unterdrücker, die jetzt ihre Brüder geworden, oie edelste und schönste Rache geübt haben, nämlich die des Wetteifers und des Triumphes auf den Wegen des intellektuellen , materiellen und moralischen Fortschrittes. Haben wir aber außerdem nicht noch andere Gründe, stolz auf den Namen und die Bezeichnung „Israeliten" zu sein? Sind wir es nicht, die der ganzen übrigen Welt mit der Bibel und den Zehn Worten alle die großen Wahrheiten, auf die sich die allgemeine Sittlichkeit und Religion aufdauen, gegeben haben? Sind wir es nicht, die ihnen die Sprache des Glaubens, der Gerechtigkeit, der Barmherzigkeit, begründet in der Idee eineunendlichen Gottes, Schöpfers und Vergeltergelehrt? Sind wir es nicht, die ihnen Angesichts der antiquen Sklaverei, die ursprüngliche Gleichheit aller Menschen, und die Einheit des Menschengeschlechts verkündet haben? Liest man nicht in unsren heiligen Büchern den ersten Grundsatz und die feierliche Zusicherung der zukünftigen Vereinigung aller Völker und des allgemeinen Weltfriedens? Eine Religion, die unter den Menschen so bewuAdern-- würdige Grundsätze verbreitet, die einen solchen Einfluß auf die Entwicklung brr Civilisation übt, hat unwiderlegliche Rechte auf die Dankbarkeit von Seiten der Menschheit. Ja, wir können mir Recht einen edlen Stolz empfinden. diesem jüdischen Stamme anzugehören, dieser von Gott selbst auder Mitte der heidnischen Völker des AlttrthumS auserwählten Nation, für die der Ewige auf dem Sinai die Leuchte angezündel, dir seit zwei Jahrtausenden alle Völker der Erde aufgeklärt hat. Ein israelitischer Franzose Die Erfahrungen der Menschheit. «Forvetzuog a»« Ro. Durch die ganze Menschheit, so lange diese den Erdball bewandelt, reichet eine immerfortsge MittHeilung de- Gefundenen, de-| ©eftbaffnen. Das Jndivibuum schon ist'von dem Drange beseelt. Anderen zu übergeben. was es ersonnen und entdeckt; nicht blos der Ehrgeiz, auch nicht allein hie Absicht des Nutzens, der damit geschafft würde, sondern schon ein unmittelbarer, natürlicher Trieb führet dm Menschen dazu, mitzutheilen, was in ihm ist. Dann sind es immer die älteren Geschlechter, welche die jüngeren heeanbilben, und ihnen die Resultate ihres eigenen Leben- und StrebenS überttagen. Nicht minder endlich wirkten von jeher die Völker auf die, welche ihnen zunächst faßen, an Culwr, Künsten und Wissmschaften, in religiöser, moralischer pnb gesellschaftlicher Bildung. Allmählig aber bildete sich eine immer anwachsende Verbindung unter den Nationen. Im Alrerthum waren es zuerst die großen Herrschaften, die mächtigen Staaten, welche zahllose Völkerschaften unter ihrem Zepter vereinigten, die das Berbindungsmitrel abgaben; die großm Heere und Heereszüge brachten Aegypter und Inder, Meder und Griechen in Berührung, zu wechselseitigem,Aufeinaudenvirken. Die EroberungSzüge des Sesostris, des Eyrus, Alexander des Großen machten zuerst die Menschheit der Menschheit bekannt; daungeheure Römerreich, welches von den Grenzen Schottlands und den Ufern deatlantischer Oceanbian den Indus die Dölkersiämme unter! einander verwirrte, verband nachhaltig das Morgen» und Abendland. Dann war es die vorherrschende gtitd)if<bei Bildung, welche im Geiste Allesich unterlhänig macht,,! pie.Besieger der Griechen ihrerseits besiegte, und zuerst schon einen gewissen Z e i t g e istsrschuf. So war der Boden geebnet, auf welchem zwei große Religionm mächtige Theile des ganzm Menschengeschlecht« in, gemeinsamer religiöser Anschauung verbindm konnten. Nachdem aber die Schifffahrt! eine ungemeine Ausbildung erlangt halte, und von der KÜstmfahrt zur wirklichen Seefahrt erhoben worden, und hie Erfindung der Büchdruckertunst die Erzeugnisse des GeiÜes in's Unzählige zu vervielfältigen, in den Stand setzte: gie^t es keine Trennung zwischen den Nationen und Ländern Mehr, und es bildete sich ein großer Verband de- Menschengeschlechtes, in welchen ein. jedes Volk, so wie es der allgemeinen Cultur sich nähert, ausgenommen wird. So wie aber die Völker unter einander, so wirken auch die Zeiten nach einander; die vorzüglichsten Produkte jedes Zeitakter-werden den kommenden überantwortet, und sind die Bildungsmittel der nachfolgenden. Dennoch har man zjweifeln wollen, ob rS ein Forrschreiten sei, in welchem die Menschheit begriffen? Indem man die verschied,nm^ in der Menschenwelt thätigen und hervorleuchrenden Völker immer wieder untergehen, in-.