Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1859-01-01 · 20 (1859) · p. Seite 80

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1859)
Issue
20 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 80 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/4908862-5999350-6000909--1355-4909926
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

1,61u,<mh);. m der europäischen Türk« schätzte man die Zabl auf 125.000. worott man 1844 auf Kopstannnopel 37)»00. auf die Moldau 62,000 rechnete. Zahlen, di« sctoch der Sickerbeir völlig entbehren und .weit unter Pie Wirklichkeit gefaßt scheinen. Aus Zonien schätzteman 18.000. auf den Kirchenstaat 12.000, auf ToSxana 7,500, auf die Schweiz 3145, auf Modena 2821, beide Sicilien 215<>, Portugal 1200, Schweden 1500, Plarma 650, Norwegen 150, Griechenland 200. Zusammen also 3.250.000. . I ' ' Vergleicht man die jüdische zu der Gesammsbevölkerung des betreffenden Staates, so ist es überlastend, dieses Verkaltniß am größten auf den ionischen Inseln zu finden, wo unter 100 Seelen mehr als 8 unserem > Bekenntniß angeboren (8,15), und am kleinsten.in dem ihnen stammverwandten Griechenland, wo unter 10,000 iSeelen nur 2 Juden und, ausgenommen Norwegen, wo!auf 10,000 nur ein Jude kommt. Denn im russtschcn!Aeiche find zwar die Juden in Polen und einigen russischest Provinze» unverhältnißmäßig zusamnicn gehäuft, aber n der Gesamnitbeit des großen KaiserstaareS kommen auf 100 Seelen nur 2*‘* Juden (2,56). so daß das Verbal! niß in den freien Städten Deutschlands - etwas größer ['1,11 y, .in Oesterreich etwas kleiner (2,31) ist, sie alle aber durch taS Großbtrzogtbum Hessen überrroffen werden (3,37). ftiit ganz Europa ist daS Vcrbälkniß zur Ge ammrbevöllerung, daß auf 100 Seelen 1^ Juden kommen (1,22). llnk doch bvl riese kleine Aabl der europäischen Gesetzgebung schon so viel Müh« gemacht und. ninmt eine-so bedenkende Seit» in der europäischen Geschick e ein. Blumenlefe. i r Meinungen, n Werken. Äiwrüge von Ettäblungen, Eleichniffen, Gedanken v wie Erklärungen von Schrifinellen au« bedräischch Bon Joseph R^wicz in Breslau. V.i'vicle der Bcscheirenlseit. des R Abubi. Die Frau dieses Mannes sagte einst zu ihm: „Du, die Zrau Seines DolultticherS läßt stch oft uradlend bören, Ir Mann sei selbst im Stanke Vorträge zu halten, und wenn er fick jedock lciablaßt, der Ueberfeyer Deiner Eingebungen.zu .sein, geschieht eS deshalb, t^ni Dir kenVortleil der Ebre zll lassen." „Halte Dich darüber nickt auf, ureine Liebe", enrgegnerc der Bescheidene. '„diese Ernittrigung soll mich nicht abstälten zum Lobe tc^ Allerhöchsten ermunternd zu wirken; und was verliere ich denn, wenn durch uns beide die Menschen für ein gutta Verbalten, für Gerechtigkeit, für wabre Glückseligkeit ujir Vollkommende t gewonnen werden?" Bei der Wabl!e«nes geistlichen Dberbaupres in einer Gemeinde, die 4'iele wobldabend ’ Milglleter zählte, stimmte die größere Zahl für dies n würdigen, talentvollen Gelehrten. AN er dieses erfuhr, und ihm auch;u Ctrcn gekommen^ »aß Dt. Aba aus Akkv sich in keinen günstigen Umstandei befindet, daß rielmehr viele Gläubiger ihm öfters Bon rage halten, dack te er, Möge dieser bedrängte Gelekrte!vch Vorträge an Gläubiger ballen und sich dadurch von] jenen befreien, und verwen- Berlaz vor Ber. vele zu Gunsten desselben seinen Einfluß bei der Gemeinde Verdienst beachtet Verdienst eines Anderen und wirkt;u dessen verdienstlicher Anerkennung. In einem Qrte mit R. Ehai bar Aba angekommen, wurden beide Berühmte ersucht, ihre Gelehrsamkeit in einem öffentlichen Auftreten hören zu lassen. Di. Abuhu trug in der Moral. R. Cbai im Gesetze vor. Die Zuhörerschaft des letzteren vermindene sich, von allen Seiten strömte man. den Elfteren zu hören. Tie Verlegenheit und Beklommenheit seines College« muthmaßend, beruhigte ihn der Gefeierte; „Sei doch 'nicht thörichr, denke nicht, daß der zahlreiche Besuch mir ein -sprechendes Zeugniß des reichen GehallS meiner Vorträge auSstcllt. Wenn zwei Kauslcüte einen Markt beziehen. der eine handelt mit Galanteriewaaren, der andere mir Gold- und Silbcrwaaren und kostbaren Steinen. Wem spricht die Masse zu? Ist da der auSgebreitere Absatz, der große Erfolg keS Verkaufens aus den großen Werrh rer Galanteriewaaren zu beziehen? — Der Verlegene merkte die feine Wendung, konnte sich jedoch nicht beruhigen, daß die Gunst des Publikums ibm so wenig zugcwendet war. t Parabeln und Gleichnisse. Dem gewöhnlichen Menschen erscheint der Ausgczeich. ircre und Weise zuerst wie ein goldenes Gefäß; har dieser mir ibm sich längere Zeit in Gespräch eingelassen, wie ein silbernes Gefäß; bat er aber irgend einen Dienst von ihm gehabt, wie ein irdenes Gesäß, daS. bar es einmal einen Bruckbekommen, nickt wieder reparirt wird.' Die wahre Armulb ist tle Geistesarmuth.! Wirs eine Münze in eine leere Büchse, so giebt es , einen lauten Klang. — Ein unwissender Vater, der einen | gelehrten Sobn besitzt, brüstet sick ebne Enke.! In den Brunnen, 'aus dem Du Deinen Turst gelöscht j hast, wirf keinen Stein. : Die Abfälle von den Himmclsgürern. j. Drei Dinge giebt es, die sind Abfälle von Himmels-; guter»: der Abfall vom Tode ist — der Schlaf. Der Abfall von prophetischer Anschauung ist — der Traum. Der Abfall vom zukünftigen Leben ist — die Seelenweibe und Festesfreude. - N. M. Allgemeine Zeitung des Judentbums. No. 19. 1859. Leitende Artikel: Die Emancipation der Jjraeliten in ' Rußland. Die israelitische Bibel-Anstalt. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Fürtb. — Preußen: Lock, Berlin, Berlin, Berlin. — Qesterreichischer tzaiierftaar: Semlin. Dien, Wien. — Tonausürstenthumer: Galay. Galatz. — Rußland: AuS Littbauen, Mirau. — Türkei: Traoezunt, Damaskus. üorresponden;: Die erste jüdische Lebrer-Conferen; in Oberschlesicn. o irtworUicher Redacteur: K. Stäbe. flacnjätim'l AHchba»rl«a^ m?r,p,ig. — IraJ tec SWc r ir Leivu^.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.