Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1854-1855)
- Issue
- 36 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Bolksötatt. Zur Belehrung und Ai^terhattung aus jüdi Herausgegede« von Rabbiner Ar. Ludwig Philippfon in Magdeburg. schem Zekiete. sRo. 36. 185».] Lon Bt«(rr grirstriN »rtcketit »4<btnriiä> «>ne Ziuwmtk. Pr»i» I«dr i,ang« I kdlr. vi«s>,ljLdr>-7>/, Nqr.!>U, »>u»dantlun,,,n. »oüämicr IL.Zahrg. Z.Wiartil.] Trauerlied der Ziomden. Rach Psalm »37. Bon vr. Wahl. An Babel- Strömen saßen tpir, Da- Herz von Leid erfüllt; Edrängte sich nach Dir, nach Dst. Zion, nach Deine« Bild. Rein Spiel, kein Sang erfreut m l wehr, Seit uns re Freiheit fiel, Und um die grauen Weiden her Hing unser Saitenspkek. „Wohlan! steht auf, habt frohen llfety, „Singt mir von Zion- Olanch *. „Singt mir in frommer HrrMsglrtth „Au- Zion- Liederkranz!^ * Ans fremdem Boden forderst Du, Tyrann, von unein Lied? Weißt Du. daß nur im Vaterland Die Brust von Liedern glüht? Jerusalem, vergäß' ich Dein. Mein tbeu're- Vaterland, Vergäß' ich auch die Rechte nk-m Und meiner Zunge Bond! Gedenke ihnen immerdar, O Herr, den Jammerlag. Wo uns're Rraft gesunken war, Die Stadt im Schutte lag. O. was Tu Böseungetban. Wohl Dem, der Dir'- vergilt. Und in de- Zorns gerechtem Wahn Die Rache an Dir stillt. Wohl Dem. der an der Felsen Rrjaft Zerschmettert Deine Brut, Daß, Deine Bosheit nicht mehr schafft, Dein Nam' im Finstern ruh». Scene in Constantinopfl. Do» Ludwig Schräg-e, Erste Scene. Harun-Betz, ein dicker Türke, fitzt »ituntergeschlagenen Beinen auf dem Divan, raucht seinen Tschlbnk mit großem Behagen und schürft seinen Mocca dazu. Al> manzor. ein langer, h grer Derwisch, in ziemlich zerlumpter. wenn auch alt-tü bischer Rleidung, stürzt in großer Erregtheit herein. Almantvr. Harun-Pev! würdiger HaruwBev! der Prophet spricht: die. Welt geht daß endlich der furchtbare Drache Tag ist da. von dem der umer! 'Mach' Dich bereit. im Mond die Erde verschl ngt, natürlich uns Alle mit Dich auch, edler Harun-ll iv .... Harun-Bev. Wie? wa-? was sprecht Ihr firr Unston. dummer Derwisch. . . Nehmt einen Tschibuk, setzt Euch bin und srzäblt mii rubig, wa- Neuegiebt. Almanzor. Neue-? ruhig? Ja. Reue-, daß der Turban aus^hem glattgesl^ornen Schädel zu tanzen anfangen möchte, so wirbelt'- Id'runter im! Gehirne — ruhig, da möchte man rubig sein, wenn Ebli- (der Teufel) Einem mit seinen eisernen prallen den Bart ergreift und mit seiner Pechfackel absengt . Harurf-Bev. Nunj so sagt doch nur heraus, wageschehen, vot Allem aber laßt Euch nieder. Eist füreinen Zornigen nichtbesser, als' sich yi setzen und die Beine unter leinen zitternden-Leib zu ziehen, da giebt'- fich von selbst. Setzt Esch. ich kann keinen stehenden Menschen leiden; em Türke muß sitzen, ein Rajah*) knieen. rin Frank, (Europäer) auf der Erde liegen .... Almanzor. .Dann m-cht" ich heut' lieber knieen und' liegen, alsitzen .... 7 , | Harun-Bey. Welch ein Unsinn! ^hr habt den Rest Eurekleinen Verständeverloren. . Almanzor. W«e? har nicht der Prophet gesagt: wer mit den Ungläubigen freundlich,verkehrt, wer miNhnen ißt und trinkt, starr daß er ihnen das Schwert in die durstige Kebl« stößt, den schleppt Eblimit sieben Retten nach der Hölle, jede Rette besteht ai^stebe« Gliedern, jede- Glied ausieben Schlangen. jeoe^ Schlange har fieben Köpfe, jeder Rops sieben Zungen, jede Zunge sieben Spitzen, und jede Spitze bobrt sich in da- Fleisch de- Sünderein und senkt sieben Tropfen ätzenden Giftes hinein! .. . Harun-Bev. Hat er das gesagt? . . . Ein schöner Spaziergang das! . . Nun. und wahat dahier z» tbun? •' Almanzor. Daß Hunderte, daß Tausende der Musel» *) Alle Unterthanea der Türkei, die. nicht de» Isla» äuge« höre», heiße» Rajah. '