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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 23 (1854) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
23 (1854)
Date
1854-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I Zur JJpfefjruug unt) llnfpröoftung nuf jüdischpm $e6ie|e. Herausgegebru von —- Rabbiner Vi. Ludwig Philippsou in Magdeburg. sRo. S3. 1854.j Bon Utitr Seitfd»rift «tt*mu aM>4'«iitlid> «im JJitmmfT. Blei» r«| A^ikr- 8-JHfll I Jblt. BUrtrijAbr'fl 7'/, #*r. 1111« t*u*bo«Honfl«n. Voitä«!»« unf z«inin-««xp«d,r,onk» ndbmtu B«»«vua»»n jn. I I-Iahrg. 3.«UartflLJ Judah Touro. Abermal« «io moderajüdischer Ebarakter. Vor Kurzem hakten wir in No. 8. und 9. der i „Allgemeinen Zeitung deS JudenthumS" Veranlassung. >ei»ige Notizen über daS Testament und hie woblthätigen ste^aie einezu New-Orlean- 4N Nordamerika verstorbenen,Mannes. Namen- Judah Touro. zu geben. Jetzt liegen un- Auszüge audem New-Orleans-Delta und dem Asmonean vor, welch, wir benutzen, um unseren Leser» va§ Bild diesedenkwürdigen Mann,- vorzuführen. AuS der Jugendzeit Judah'S ist wenig-bekannt! Hein Vater war ein geborner Holländer, und diente-,!»!S er nach New-Orleans gekommen, eine Zeit läng alöi Char san, ließ stch dann in Boston nieder, wo er.stch verbei» ratheie. Dann ging er nach Newport R. I. (Äkhode- Zsland), wo Juda T^ouro geboren ward, nebst einem Bruder und einer Schwester. Die Eltern starben bald und überließen die Kinder der Sorge eine- Mutterbtuterß. Die Kinder mdgen eS nicht am besten gehabt habest, und da- Mitgefühl mit Waisen prägte sich tief dem Herzen unsreS'Hudav ein. Dieser starb in den letzten Ta^en deS, Januar-, 79 Jahre alt. Filzig Jahre davon verbrachte er in New Orleans, er war nicht verbeirathet un^ hatte keine Kinder. Jn religiöser Beziehung war er sehr streng in der Beobachtung der jüdischen Gesetze und Gebräuche, dabeißt sehr streng hinsichtlich seiner eigenen Person, und er hat den Ruf eineausgezeichneten Bürger-, eineder woblthätigsten und humansten Menschen hintirlaffen. Sehr betriebsam und glücklich in Handel-unternehmunge«, sehr sparsaih und ohne, viele Bedürfniste lebend, hjnterließ er ein Vermögen von mehreiner Million Dollar- Dabei stand er feit vielen Jahren bei allen wohlthätigen Anstalten und Werken voran und gab Beweise ejner Freigebigk.it, wir ste so groß nicht ihre- Gleichen in New- Orleans. Als er z. B. hörte, daß da- Bunker. Hist- Monument in seiner Vollendung durch da- Fehlen von 20,000 Dollarverzögert ward, und ein Bürger von Neu« England 10,000 Dollarängebvten, wenn ein Anderer dieselbe Summe trüge, sandte er. sofort chesrlbe ab. Er war eine der größten Stützen seine- Glaubenin NO. und an anderen Lrten; viele Jahre erhielt er allein eine auf seine Kosten gebaute Synagoge in seinem Geburtsorte Newport. Dennoch unterstützte tt auch alle Kirche» in N. O. und schenkte sogar. einer «in , bedeutrnps- Grundstück. Dabei übte er seine Dohlrhätigkeit stetpersönlich und ganz in der Stille au-. Ebenso getreuer Bürger war er au^ Ohne Politiker zu stin. glaubte er aufrichtig an die Lehre von der Gleichheit und Befähig^ der Menschen stch selbst zu regieren; er kannte keinen Unterschied und war stetder aufrichtige Freund de- Arbeiter-, Handwerker- und dearme» Mannes. Seine Hand war stetau-gestreckt, einer jugendlichen Energie in ihren Unternehmungen zu Hülfe zu koinmen. . Als Patriot hat er in der Vertheidigung feine- Vaterland«- sein Blut vergossen. Im Jabre 1814 und 1815 Irak er im Alter von 40 Jahren in die Miliz unter Jackson. Am 1. J-nuar 18}5 ward er beordert, bei dem Transport voi§ Kartätschen audem Magazin in die Baien, de» Obersten Humpbrey zu helfen. Ob auch die bnttifchen Kugeln dicht um ihn her ffogen, er vollbrachte seinen Auftrag, als eine Zwölfpfündige Kugel ihm an den Schenkel schlug und eine gräßliche Wunde 'verursachte, indem sie ein große- Stück Fleisch mit qbriß. Ihn riß sein alter Freund und Gefährte R. D. Shepberd vom Bode« auf und trug ihn nach der Stddl. Nach unsägliche« Leide». nach 12monatlichem Krankenlager genas Touro wider EiwarlkN. - -._Ut Touro lebte auf die einfachste und wegelmaßigste Weise; niemalin seinem Leben ist ein Kröpfen Dein oder Branntwein über sein, Lippen gekommen; niemals stand er später als die Sonne auf, und legte er stch anderals zu rechter Stunde. Außer jenem einmal, wo er unter Jackson. focht, bat er nlemalö die Granzen der Stadt überschritten, von der Stunde seiner Ankunft an. Er konnte feit dem Tode seinepon ihm überau- ..«liebten Bruder-, der bei ein» Fahrt nach Boston um's^Leben kam. nicht überredet werden, irgend eine Art Fahrzeug oder Fuhrwerk zu besingen. Darum, obgleich et die Vorliebe <ine- NeorngländerS für Schiffe hatte, auch selbst einige der prächtigsten Schiffs ^edortigen Hafenbesaß, dabet viel über den Schiffsbau nachgedacht, ist er doch niemalam Bord eine- Fahrzeuggewei'en. sondern begnügte stch, vom Hafenramm auschweigend die Ausstattung, die schneeigen Segel, die. spitzen Maste seiner großen Baumwolleaschiffe zu bewundern.- .Judah Touro war ein Mann der Äußersten Bescheidenheit und Einfachheit. Er besaß mehrere glänzende Gebäude und prächtige Magazine, aber behielt für stch nur eine sehr gerürae Wohnung. .Da er ganz ohne DluiS- Verhältnisse von, machte er die ganze Menschheit zu seiner Familie, und wandte , seine Gorge auf alle würdigen Hüllst,dürftigen, dieser kennen lernte. Man könnte diese Eharakterzüge noch seht vermehren, aber statt dessen ziehe» wir evor, fein Testament hier

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