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Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg · 1938-02-16 · 22 (16.2.1938) · p. Seite 204

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
Volume
14 (1937-1938)
Issue
22 (16.2.1938)
Date
1938-02-16
Page
Seite 204 (sequence 8)
Language
German
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I 204 Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 16. 2. 38 XIV. Nr. 22 artig reges Interesse hervor, daß die Veranstaltung wiederholt werden muß. Ks empfiehlt sich rasche Kartenbesorgung, denn bei dem zu erwartenden Andrang werden beide Veranstaltungen, die der besseren Wirkung halber im Kleinen Saal des Gustav-Siegle-Hau ses stattfinden, bald ausverkauft sein! Mit gliedsausweise nicht vergessen! Stuttgart. Aus Berlin trifft uns die schmerzliche Nachricht, daß dort Oberlehrer a. D Max Straßburger nach längerem schwerem Leiden. 65 Jahre alt. verschieden ist. Straßburger entstammt einer wohlbe kannten Lelirerfamilie: er war ein Bruder der Rabbiner Jesaja und Ferdinand Straßburger Der Verstorbene war von 1891 bis 1896 Lehrer am Israelitischen Waisenhaus, in Eßlingen, kurze Zeit Stellvertreter in Buchau und von |S'>7 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1 *-'.-?.< Lehrer in Rottweil. Wenn er. so wird uns aus Rottweil geschrieben, auch in den letzten Jahren seines Lebens nicht mehr do wo er,.*) Jahre hindurch als Religionslehrer und Vorsänger tätig war, weilte, so war er doch mit seiner (iemeinde innerlich bis zu letzt verbunden. Durch sein langjähriges Wir ken als Erzieher de,r. Kinder, als stets bereiter Freund und Helfer und durch sein gü tiges Wesen hat er sich eine bleibende Stätte des Dankes in den Herzen der Mitglieder der j iemeinde Rottweil, die zur Trauerfeier einen Vertreter entsandte, errungen. - Seit Oktober 19v*4 weilte Straßburger. den ein Lei ten^zwang, \orzeitig seine Arbeit niederzu fegen, bei seinen Kindern in Berlin, und nun : hat es seinem Leben ein viel zu frühes Ende gesetzt. Ein liebwerter, aufrichtiger und guter Lehrer, ausgestattet mit hohen geistigen Gaben ist mit ihm dahingegangen, ein echter Vertreter der alten jüdischen Lehrergenera ion in Württemberg. Göppingen. Der Israel. Oberrat veranstaltete am 24. Januar eine musikalische Feier stunde, die von Lutz Harteck (Klavier), Mari Elisa 1 halmessinger (Violine). Karl Haas (Bratsche) und Gerhard Loewe (Cello) be stritten wurde. Die zahlreichen Anwesenden hatten in keiner Weise zu bereuen, daß sie zu dem Konzert gekommen waren. Der liebevollen Zusammenstellung der Vortragsfolge entsprach durchweg deren meisterhafte Ausführung durch die Künstler. Ihnen gebührt alles Lob. Sowohl das präzise Zusammenspiei des Ensembles, wie auch die Leistungen jedes Einzelnen standen samt und sonders auf der Höhe. Namentlich sind dabei die beiden Einzelklaviervorträge des jugendlichen Lutz Harteck zu erwähnen, dessen Technik und Virtuosität eine ganz außergewöhnliche ist. Der warme Beifall zeigte den Stuttgarter Künstlern, welche Dankbarkeit ihre Darbietungen auslösten und wie es ihnen gelungen war, die Hörerschaft in ihren Bann zu ziehen. Göppingen. Ganz, unvermittelt ist am 26. Januar Frau Marie K r ä m e r in die Ewigkeit abberufen worden. Nicht nur für die nächsten Angehörigen bedeutet ihr Heimgang einen unersetzlichen Verlust; mit ihnen trauert die ganze Gemeinde um diese besonders wertvolle Frau. In nimmermüder Pflichttreue hat sie stets das eigene Ich hintangestellt. Vorbildlich als Gattin und Mutter war sie vor allem die Verkörperung der idealen Arztfrau, die, soweit es überhaupt möglich war. ihren Mann in seinem Berufe entlastet hat. So wurde auch sie den Patienten eine hilfreiche Freundin, immer dazu bereit, ihre besten Kräfte einzusetzen, wenn es galt, Not und Elend zu lindern. Dem warmen Herzen entsprach das freundliche Wesen und die wohltuende Ruhe, welche von der Entschlafenen ausging und oftmals manch schwere Sorgen zu dämpfen vermochte. Dabei kennzeichnete schlichte Zurückhaltung ihre ganze Lebensart, und jeder Anspruch auf Dank oder Anerkennung lag ihr fern. Aber wer mit ihr in Verbindung war, der kannte den außergewöhnlichen Wert dieser Person lichkeit und empfindet heute in seiner ganzen Wucht den Schlag ihres Ablebens. Viel zu früh ist sie — erst 53 Jahre alt — von uns gegangen; allein wie ihr Leben ein segensreiches gewesen ist. so wird auch ihr Andenken unauslöschlich ein gesegnetes bleiben Göppingen. In diesen Tagen verließ der angjährige Mitinhaber des Hotels Dettelbacher, Max Krämer, unsere Gemeinde um nach Amerika überzusiedeln. Damit scheidet nun der dritte der vier Brüder Krämer, welche in vielen Jahren in Göppingen ansässig gewesen, aus unserem Gemeinde verband aus. und wie bei den beiden andern Brüdern veriiert die (iemeinde auch mit Max Krämer ein treues und beliebtes Mitglied. W ir wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute. Heilbronn. Die „Orchester- und Chorveremigung Heilbronn"' wurde erst vor kurzer Zeit ins Leben gerufen. Die Männer, denen das Hauptverdienst der Gründung gebührt - - Theo Reis und Kapellmeister Philipp Rypinski — haben es hervorragend verstanden, in dieser Zeit eine Gemeinschaftsarbeit auf künstlerischem Gebiet zu erzielen, die bewundert werden muß. Nicht hohe Maßstäbe sollen an das Gebotene angelegt werden; aber das gemeinschaftliche harmonische Zusammenwirken von Dirigent, Chor, Orchester und Solisten muß man besonders herausheben. Das Orchester erwies sich bei der W iedergabe von Werken zumeist jüdischer Komponisten als eine Vereinigung von klangicher Fülle, die Chorvereinigung, deren hohe Stimmen an manchen Stellen zu schwach klangen, läßt für die Zukunft nur alles Gute erwarten. Frau Hedwig Kahn erwies ihr Können mit einigen Arien aus „Orpheus in der Unterwelt", wenn auch für ihren dramatischen Mezzosopran die leichtflüssigen Melodien nicht besonders geeignet erschienen. Frau Ilse Reis, unsere bekannte Sopranistin, die erst kürzlich in Mannheim einen bedeutenden Erfolg verbuchen durfte, erntete in Duetten mit Frau Elsa Rypinski mit hrer wundervollen Stimme verdienten Beifall. Hermann Kern sang sich mit einer Arie aus „Traviata" mit seinem sonoren eden Bariton in die Herzen der Hörer. Elsa Rypinski als Meisterin der Harfe vollbrachte wohl die beste Leistung des Abends. Heute schon sieht man ihrem baldigen Scheiden mit größtem Bedauern entgegen. Der Vorstand des Kulturbunds, Willy Rosenthal II, der selbst bald die Gemeinde verläßt, fand warme Abschiedsworte für das Ehepaar Rypinski, dessen Kunst in vielen Jahren die Herzen erfreute. Sein Weggang hinterläßt in unserem künstlerischem Leben eine kaum ausfüllbare Lücke. Zu erwähnen ist noch Melitta Eisig, die sich als Klaviersolistin erstmals hören ließ. Ihr Spiel zeugt für große Musikalität und gut ausgefeilte Technik, die ihr auch als Begleiterin bestens zustatten kamen. Doch könnte der Anschlag manchen Part kräftiger zum Ausdruck bringen. Heilbronn. Es sind jetzt 60 Jahre, daß Maier Stein aktives Mitglied -des Synagogenchors wurde. Die Tatsache, daß er seit 1908 dessen vorbildlicher Vorstand und Leiter ist, erweist, daß er allezeit sein Bestes gab. Die Arbeitskraft des Jubilars wurde auch in anderen Gremien dienstbar gemacht. Seit 1912 ist er Mitglied des Vorsteheramts, seit 1921 führt er die Stiftungspilege der Gemeinde. Möge er in seinen Aemtern noch lange Jahre segensreich tätig sein! Münsingen. Am 1. Adar jährte sich der Tag, an dem Dr. J u 1 i u s L e v i in Münsingen die gütigen Augen für immer schloß. Ein Mann, der mit 76 Jahren noch mitten in seinem Berufe stand, wird deshalb nie vergessen werden, weil er das Ziel seines Lebens darin sah, anderen Menschen das Leben zu erhalten. So faßte er auch seinen Arztberuf als wirkliche Berufung auf. Keine Stunde war ihm zu früh oder zu spät, kein Weg zu weit und beschwerlich, wenn es zu helfen galt. Mehr als 40 Jahre Arzt auf der Münsinger Alb zu sein, allein auf sich, das eigene Können und Gewissen gestellt, das ist eine Leistung! Ausgesetzt jeder Unbill des Wetters, im Wagen oder Schlitten zur entlegensten Hütte zu eilen, solches Opfern war ihm Selbstverständichkeit. Und w ie er als Arzt Hilfe und Segen brachte, so auch als Mensch und Freund, denn Julius Levi war eines durch das andere. — Die allgemeine Verehrung und Achtung seiner Person, die ihm aus allen Kreisen dankbar entgegengebracht wurde, war zugleich der Spiegel des Familienglückes, edlen Menschentums und stiller Frömmigkeit. Was an Julius Levi sterblich war, ruht auf dum Friedhof der Gemeinde Laupheim. Ueber den Kreis der Verwandten und Freunde hinaus sammelten sich jedoch alle, denen sein Tun und Vorbild lebendiger Segen bedeutet, in stillem Gedenken zum ersten Jahrtag. Ulm. Die „Wizo" veranstaltete einen Werbeabend mit Frau Herrnstadt-Oett i n ge n , die der Gemeinde als künstlerische Persönlichkeit keine Unbekannte mehr war. Daher war der Besuch auch außerordentlich groß. Die Künstlerin sprach mit vollendeter Meisterschaft zum größten Teil ernste Dichtungen. Religiösen Inhalts waren: „Gedanken eines alten Rabbi zum Kaddisch" von Zimet, „Es sind gar viele, die Dich suchen"', von Schönberger und das rührend schöne ..Jeruschalajim" von Rothblum. In den Gedichten: „Tröstung" von Wolfskehl und „Im Wanderkleid" werden wir aufgefordert, den Rentehäuser An- und Verkauf rasch u. diskret durch J. Wolf & Sohn Stuttgart, Urachstr.32 Immobilien seit 1890 Lampen «Her Art, iowle Altpapier and »beeidete Hkten unter Uenntle da Einstampfen», kaufen laufend Gebr. Schlttsselberg Bad Cannstatt Stulleart Brückenau. 43 Roaenatr. 17b Telefon Ml M

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