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Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg · 1938-02-16 · 22 (16.2.1938) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
Volume
14 (1937-1938)
Issue
22 (16.2.1938)
Date
1938-02-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg Verlag und Redaktion: OSTERBEKO 4 STERNHEIM ISRAELITISCHE VERLAOS ANSTALT Fern-pr. 23328 STUTTOART-N Kssernenstr. 13 Bezugspreis RM. 1.13 vierteljährlich, anaügllcn Toft- und Zustellgebühr Postscheckkonto Stuttgart 36258 # Erscheint monitllch iwelmal, im 1. und 16. Bei Nichterscheinen inl. höherer Oesr.lt besteht kein Anspruch a Nachlieferung d- Blittes oder Rückgabe des Betugsgeldes Angemeldet beim Sonderbeauftragten des Rerehemlaisteis für Volksiulkllrung und Propaganda betr. Uebcrwachung der geistig und kulturell Hilgen Juden Im deutschen RtlchsgebUL XIV. Jahrgang Stuttgart, den 16. Februar 1938 Nr. 22 Im Namen Gottes nach Erez Israel Die ersten Gruppensiedler verlassen Rexingen In nächster Nähe der palästinensischen Mittelmeerküste. 2V2 km südlich von Naharia. an der Straße Haifa-Beirut, liegt ein großer, unerschlossener Bodenkomplex des Keren Kajemeth Lejisrael — gutes, aber noch unkultiviertes Land. In den nächsten Monaten werden dort 74 Menschen, zumeist aus der Israel. Gemeinde R e x i n g e n, sich ihre neue Heimat erbauen, der sie, in einer glücklichen Hebraisierung des Wortes „Rexingen" den Namen Kolonie „Malchutia" gegeben haben. Aber, in diesem schönen Wort liegt noch ein anderer, über diese Zeitlichkeit hinausreichender Aspekt: „Malchutia" heißt auch „Q o 11 e s r e i c h". Nach Ueberwindung außerordentlicher Schwierigkeiten, von denen sich der Außenstehende kaum eine Vorstellung machen kann, ist es gelungen, mit Unterstützung der Reichsvertretung, des Palästina-Amts und anderer Organisationen einen Gedanken zu verwirklichen, der einst im Jüdischen Jugendbund Rexingen geboren wurde: die Idee der dorfweisen Auswanderung. Und nun endlich ist es soweit! Der Gesamtplan sieht vor, insgesamt 74 Personen (davon eine aus Horb und einige aus Würzburg) nach Erez Israel zu überführen und diese in der palästinensischen Scholle als Bauern zu verwurzeln. Es handelt sich im ganzen um 18 Familien mit Kindern und 11 Ledige, von denen die erste Gruppe am 16. Februar dieses Jahres nach dem Heiligen Lande auswandert. Der Keren Kajemeth Lejisrael stellte den Rexinger Siedlern ein Areal von 670 Dunam (das sind ungefähr 225 württembergische Morgen) zur Verfügung, eine Fläche, die bei intensiver Bewirtschaftung — Gemüse- und Obstkultur — ausreichend ist. Die Bodenkapazität läßt sogar, wie wir erfahren, eine Besiedlung mit 30 Familien zu. Das Siedlungsabkommen wurde mit der „Rasco", einer palästinensischen Gesellschaft, abgeschlossen. Mit der Planung und Vollendung dieser Gruppenauswanderung ist ein für die Juden in Deutschland beispielhafter Vorgang geschaffen worden; der Beweis wurde erbracht, daß vereinte Kräfte Unendliches -vermögen. Sind in diesem Plan schon Rexingen und der Jüdische Friedhof Fat. MSgte Grundgedanken Theodor Herzl's verwirklicht, so wurde auch das nicht vergessen, was der Begründer des politischen Zionismus in seinem „Judenstaat" prophetisch erschaute: Die Rexinger Siedler, Menschen, die von Natur aus mit dem Boden verbunden und zur Landarbeit geeignet sind, werden eine Fahne mit in das gelobte Land nehmen, in deren Inschrift ihr Wollen beschlossen ist. Auf der Vprderseito der Flagge stehen in hebräischer Sprache die Worte „Dein Reich ist das Reich der Ewigkeit" . . . Dann folgt in großen Lettern der Name Kolonie — - „Malchutia". Den Abschluß bildet das Emblem des Israel. Oberrats, die Worte „Auf Wahrheit, Recht und Frieden". Die Rückseite enthält das Bekenntnis „Mi el komaucho boelim", den Mögen Dovid mit dem Gottesnamen und die abschließenden Worte „Zum Andenken an unsere Alijah im Jahre 5698". Diese Fahne ist das Symbol für den heiligen Willen der Rexinger Siedler, in Erez Israel ihre religiösen und physischen Kräfte für die Heiligung des göttlichen Namens einzusetzen und das alte neue Land im Namen des Ewigen aufzubauen. Es war eine große, erhebende, um nicht zu sagen für unsere Gemeinschaft historische Stunde, als sich am 6. Februar die Auswanderer mit ihrer Gemeinde, mit den Vertretern der Reichsvertretnng - unter ihnen auch Ministerialrat a. D. Dr. Otto Hirsch (Berlin) — den Delegierten des Israelitischen Oberrats, vieler Gemeindevorsteherämter und sonstiger jüdischer Behörden in der Rexinger Synagoge versammelten, um Abschied zu nehmen. Vor 100 Jahren wurde das Rexinger Gotteshaus erbaut — und nun sammelte es noch einmal die Urenkel und Ur- Palästina - Reisen 20% Ermäßigung Hinfahrt vom 16. 2. bis 9. 4. 38 Reisebüro Rückfahrt vom 23 3 bis 5.5 38 Siegfried Schwarzschild (50% Ermäßigung auf ital. Bahnen) Stuttgart. Königstraße 43a, Telefon Nr. 2899?

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