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Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg · 1938-02-01 · 21 (1.2.1938) · p. Seite 193

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
Volume
14 (1937-1938)
Issue
21 (1.2.1938)
Date
1938-02-01
Page
Seite 193 (sequence 7)
Language
German
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XIV. Nr. 21 Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 1. 2. 38 193 pr im J* •J IHHi' m%y» Bilder von der Jahresveranstaltung des J.S.V. „Schild" Fot. Ignaz /icglcr errungen hat. Unter dem Beifall der Anwesenden würdigte er die großen Verdienste des bisherigen Vorsitzenden Julius Rothschild, der, wie jeder weiß, sich in beispielhafter Weise der Sache des jüdischen Sports angenommen hat. Herzliche Dankesworte, ebenfalls namens der Bundesleitung und des Landesverbands, widmete er aucli dem 2. Vorsitzenden, Albert Hirsch, sowie dem Landessportarzt Dr. Fritz Reif. Diese wandern zum allseitigen Bedauern demnächst aus. Victor Strauß schloß seine Ansprache, indem er das Leitwort der Reichsvertretungs-Resolution: „Lebensmut und Selbstachtung" als tragenden Oedanken der künftigen Arbeit proklamierte. Den genannten Herren wurden vom Landessportleiter Ehrenurkunden im Namen der Bundes,leitung überreicht. Julius Rothschild dankte mit herzlichen Worten und betonte, daß seine Leistung nur durch kameradschaftliche Zusammenarbeit ermöglicht wurde. Er bezeichnete es als besonders erfreulich, daß zwischen den zwei jüdischen Sportvereinigungen in Stuttgart vorbildliche Einigkeit besteht und richtete die Mahnung an beide, auch in Zukunft in kameradschaftlichem Geiste zusammenzuhalten. Er dankte dann Dr. Ludwig Wolff, dem Organisator des Abends, sowie allen Mitwirkenden herzlichst und verabschiedete sich unter lebhaftem Beifall. Noch ein Wort über die künstlerische Vortragsfolge: Die Handharmonika - Schule Z i e g 1 e r-spielte unter der Leitung ihres Lehrers flott einen „Schild"-Marsch und einen Ländler, und auch der Englische Walzer, den Ruth Ziegler und Heinz Schleimer zu Oehör brachten, zeugte für den musikpädagogischen Wert der Schule Ziegler. Die ,.E ß 1 i n g e r" warteten unter der Leitung von Erl. Schul mit einer reizenden chinesischen Musik- und Tanztruppe auf. und auch der Reigen der kleinen Sportmädels (Einstudic-rung: Magda Alsberg, Sportschule, und Dodo Hauser: Begleitung: Leni Metzger) fand verdienten Beifall. R u t h R o b e r t, die erstmals vor einem großen Publikum sang, hat mit ebenso großem Erfolg debütiert. Mit ihren Liedern von Johann Strauß. Clutsam und einem Walzer aus der „Czardasfürstin" bewies sie ihre warme, tragende Sopranstimme, die auch zu größereri Aufgaben berechtigt. Erna Feuerlicht entzückte in geschmackvollen Kostümen1 mit einem Sprung- und Drehtanz nach Melodien von Mozart und einem fabelhaften grotesken „Seiltanz" — Leistungen einer wirklichen Könnerin. Heddy Simon von der Schule Bloch wurde als Lehrerin der jungen Tänzerin verdientermaßen in den Beifall einbezogen. Fritz Rothschild, der schon die Gesangssoli begleitet hatte, machte auch als Ernas Partner am Klavier seine Sache vorzüglich. Und nun noch Dr. Gerhard Rose n b a u m: Er entpuppte sich als aktueller Schnellmaler und zauberte mit wenigen gutgesetzten Kohlenstrichen „die Prominenten" so treffend an die weiße Fläche, daß das Publikum aus lachender Begeisterung gar nicht herauskam. Es sei noch angemerkt, daß Max Holländer im tadellosen Frack den liebenswürdigen Ansager machte. — So unterhielten sich die vielen Hunderte aufs beste, und wir können dem „Schild" versichern, dal! man an diesem Abend die Sorgen vergessen hat. St. Aus den Gemeinden Württembergs; Stuttgart. Also, liebe „Wizo", das hast Du fein gemacht: Du hast unseren Kindern ein wirklich schönes „Neujahrsfest der Bäum e" am 23. Januar in der Turnhalle bereitet — und auch die Großen hatten ihre helle Freude daran. Wie sinnvoll war aber auch schon die Bühne geschmückt! Da lachten die verschiedensten Früchte herunter und kündeten, daß dem Baum, der jetzt zum Leben erwacht ist, die Feier galt. Man kann schon sagen: Es herrschte „Großbetrieb"! Frau Ida Marx erzählte zu Beginn eine Geschichte von den Juden, die ihr Land verloren und nun in Sehnsucht an den vier Ecken der Erde des blauen palästinensischen Himmels gedenken, und dann kamen, von Frau Marx erläutert, schöne Darbietungen. Alexa Ebstein tanzte mit einigen Mädchen einen reizenden Spanischen Tanz (wie lauschten die Kleinen auf den Schellenklang des Tamburins und das Klappern der Kastagnetten!), Erich Wolkenfeld sang inmitten kleiner Chederjungen vom Heimweh nach dem Lande der Väter, anmutige Mädels tanzten im „Dirndl" einen Reigen („Warum sind die denn barfuß?", wollte ein Knirps zum Ergötzen aller wissen), und dann stieg eine schwungvolle „Horra", die das kleine Volk sichtlich beeindruckte. Helene Z i p p e r t begleitete alles trefflich am Flügel. Und zum Schluß — der Zauberer! Fritz Landauer machte seine Sache wie immer hervorragend. Aber, der Berichterstatter möchte doch lieber bei seinem Leisten bleiben! Denn die Kleinen belagerten förmlich die Bühne und sahen dem ZaubermanrL ganz genau „auf die Finger", Es war wirklich eine

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