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Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg · 1937-12-01 · 17 (1.12.1937) · p. Seite 154

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
Volume
14 (1937-1938)
Issue
17 (1.12.1937)
Date
1937-12-01
Page
Seite 154 (sequence 8)
Language
German
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154 Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 1. 12. 37- XIV. Nr. 17 In der i. Dezemberwoche begeht der Jüdische Frauenverein zu Buchau sein lOOjähriges Bestandsjubiläum. Horb. Km 14. November weilte bei uns im Frauenverein Horb Frau Edith Goldschmidt (Stuttgart), um uns mit „Ernstem und Heiterem" aus jüdischer Literatur einen schönen Nachmittag zu gestalten. Ihr ausgezeichneter Vortrag, der uns u. a. Stellen aus „Jaacobs Traum" von Beer Hofmann und ..Weg ohne Ende" von G. Stern brachte, fesselte die ergriffenen Zuhörer in hohem Maße. Frau Goldschmidt muß gefühlt haben, wie dankbar wir für die feine Wiedergabe der Dichterworte waren. Rexingen. Am 1. Dezember darf Wolf Zürndorfer den 87. Geburtstag in körperlicher und geistiger Frische begehen. Beinahe noch jeden Tag besucht der Jubilar den Frühgottesdienst, und vielen^ ist er durch seine Lebenserfahrung und Klugheit zum Berater geworden. Unsere Gemeinde beglückwünscht den würdigen Greis aufs herzlichste. Ulm. Am 3. November wurde Julius Strauß. Seniorchef der Fa. Nathan Srauß Hüttenwerke A.-G.. zu Grabe getragen. Nach kurzer Krankheit war er im Alter von 67 Jahren gestorben. Sein Tod bedeutet für die Gemeinde einen überaus schmerzlichen Verlust. Strauß hat sich namentlich auf dem Gebiete der Wohltätigkeit bleibende Verdienste erworben. Jahrzehntelang gehörte er dem Ausschuß des Israel. Wohltätigkeits-Vereins an, in den letzten Jahren als Vorsitzender. In der Erfüllung der heiligen Zwecke dieses Vereins war er ein leuchtendes Vorbild. An Eifer und Opterwilligkeit ging er allen voran. Er gehörte zu jenen wahrhaft Frommen, die selber Gutes tun und andere zu solchem Tun veranlassen. Die Wertschätzung, deren, sich der Heimgegangene erfreute, zeigte sich in der großen Anzahl derer, die ihm das letzte Geleite gaben. Rabbiner Dr. Cohn gab sei- ■ nem Leid um den heimgegangenen Freund und Mitarbeiter tief ergreifenden Ausdruck. Er schilderte ihn als einen Mann, der das Rechte getan und Liebe geübt hat alle Tage seines Lebens. Nach ihm sprach Emil Gundelfingen der in bewegten Worten von dem langjährigen und verdienten Teilhaber Abschied nahm, dann Dr. L. Hirsch als Vorsitzender des Aufsichtsrats und Fritz Essinger äls stellvertretender Vorsitzender des Isr. Wohltätigkeits-Vereins. Das Andenken des Gerechten bleibt immer Segen! Ulm. Der Jüd. Kulturbund Ulm. dessem Vorsitzenden auch die* Führung der Arbeitsgemeinschaft der Jüd. Kulturbünde Württemberg Land obliegt, begann seine Veranstaltungen im Winter 1937 38 mit einem Kleinkunstabend, den Edith Hersslik (Berlin), Klaus Brill (Hamburg) und Max Koninski (Hamburg) unter musikalischer Begleitung von Ludwig Grünbaum (Nürnberg) mit großem Erfolg bestritten. Auch das Gastspiel der Hamburger Kulturbundbühne mit dem Lustspiel „Jean" von Bus-Fekete fand ein begeistertes Publikum. Ein Höhepunkt innerhalb de/ Veranstaltungen der letzten Jahre war der Lieder-Abend von Hermann Schey, dem Else Haymann (Konstanz) eine einfühlende Begleiterin war. Anläßlich des Auftretens der im obigen genannten Künstler in anderen Kulturbünden des Landes hat das Jüd. Gemeindeblatt ihre durchweg hervorragenden Leistungen schon eingehend gewürdigt. Neues vom jüdischen Sport „Schild" Stuttgart — „Hakoah" Stuttgart 1:1 (0:1). Am H.November standen sich die 1. Mannschaften der beiden hiesigen Sportvereine im Vorendspiel um den Pokal der Südwestdeutschen Arbeitsgemeinschaft gegenüber. Nach einem von Beginn an mit Tempo durchgeführten Kampfe trennten sich die beiden Mannschaften trotz einer Spielverlängerung von zweimal 15 Minuten unentschieden 1: 1. Dieser Ausgang gibt ein gerechtes Urteil über die augenblickliche Spielstärke der beiden Vereine. Leider hatten sich zu diesem Spiele, obwohl die früheren Begegnungen der beiden Mannschaften ihre Anziehungskraft nie verfehlten, nur wenige Zuschauer eingefunden. Der schwere Boden stellte ungeheure Anforderungen an die einzelnen Spieler, und der ausgezeichnete Schiedsrichter Löwenstein, Langendiebach, hatte, obwohl er selbst die kleinste Härte nicht aufkommen ließ. Verständnis für geringe Entgleisungen, die den Bodenverhältnissen zuzuschreiben waren. Gleich zu Anfang gelang es der „Hakoah". durch ein Mißgeschick des gegnerischen Torwarts das 1. Tor zu erzielen. Unentwegt kämpften nun beide Mannschaften, die ..Hakoah" um ihren Vorsprung zu erweitern. „Schild", um zumindest den Ausgleich zu erzielen. Alle noch so gutgemeinten Angriffe zerschellten jedoch an den beiderseitigen vorzüglichen Hintermannschaften, bis endlich, 3 Minuten vor Schluß, „Schild" das Unentschieden herstellen konnte. Groß war DeineHand iiiitiiiitiiiiiiiniiiHHiiiiifiniiiiinniiifiniiiiiiiiiiiniiiHHiiiiiiiHHMiHiH der Jüdischen Winterhilfe! der Jubel auf Seiten der „Schild"-Anhänger. denn dieses Unentschieden war auf Grund einer besseren Gesamtleistung unbedingt verdient. Die nunmehr notwendig gewordene Verlängerung von 2 mal 15 Minuten konnte an dem unentschiedenen Ausgang des Spieles nichts mehr ändern, und so blieb es beim 1:1. Das Spiel muß nunmehr nochmals neu angesetzt werden. — Vor dem Treffen der 1. Mannschaften standen sich die 2. Mannschaften im Freundschaftsspiel gegenüber. In einem jederzeit fair durchgeführten Kampfe, der unter der Leitung von Julius B a u m a n n stand, blieb die „Hakoah" verdient mit 1:6 siegreich. Am Vormittag spielten die beiden Jugendmannschaften, und hier konnte „Schild" mit 4:0 siegreich bleiben. VT. M. Lassen Sie sich bei Ihrer Werbung von uns beraten! Wir stehen Ihnen gerne zu Diensten! Der Verlag. 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