Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Volume
- 14 (1937-1938)
- Issue
- 14 (16.10.1937)
- Date
- 1937-10-16
- Page
- Seite 124 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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124 Jüdisches Gemeindeblatt für die Lraelitischen Gemeinden in Württemberg 16. 10. 37 XIV. Nr. 14 anstaltung ist ein Gastspiel der Bühne des Hamburger Kulturbunds vorgesehen, welches am 18. Oktober stattfinden wird. Heilbronn. ..Heitere Szenen und ein bißchen Musik" so lautete der vielversprechende Titel des Eröffnungsabends des hiesigen Kulturbunds. Klaus Brill. Edith Hersslik und Max Koninski von der Hamburger ' Kulturbundbühne brachten vorwiegend Heiteres. Den meisten Heifall erntete der Sketch ..Seine Methode", in dem das gute Ensemblespiel der Künstler voll zur Geltung kam. Klaus Brill be\\ tes sich als liebenswürdiger Sprecher und Sänger. Max Konihski wirkte als mitreißender Ansager und Edith Hersslik bot Chansons. Alles in allem konnte man sich bei dem gebotenen Programm des Eindrucks doch nicht erwehren, als ob die maßgebenden Per- SönTichkeiten der'großen Kulturbundbühne im Reich es oft bei der Betreuung kleinerer Provinzgemeiitden an Sorgfalt fehlen ließen. Man sollte doch nicht vergessen, daß sich gerade der Provinzler, der viel geringere Möglichkeiten hat. sich an wahrer, echter Kunst erheben und erfreuen will. In den Räumen des Gemeindelokals fand ein Bimclias-Thora- Tanz statt, der sich lebhaften Besuchs erfreute. Laupheim. Die Stuttgarter Jüdische Sportschufe hielt hier einen fast zweiwöchigen Ferienkurs ab. Referenten waren die Herren Dr. Groß, zugleich Kursleiter. Prof. Treitel und A. Rosenberg1, samtliche aus Berlin. Der Unterricht fand in unserem schönen Schullokal statt. Ob es sich mui um Geschichte, Deutsch, Naturwissenschaft oder Psychologie handelte, stets wurde den Gegenständen ein erfreuliches Interesse entgegengebracht. Zum Schönsten gehörten die Ausflüge auf die Alb und ins Federseegebiet, die unter der ausgezeichneten Führung von Prof. Treitel zu einem Wandern mit offenen Augen anleiteten. Unvergeßlich wird aber allen die Fahrt an den Hodensee bleiben. In der Schlußansprache dankte Dr. Groß den Quartiergebern fair ihre Gastfreundschaft, dem Vorsitzenden I. Weil und Lehrer Säbel für deren Mühe und Jem Vorsteheramt für seine verständnisvolle (iroßzügigkeit. Am Sonntag vor Rosch haschonoh wurde im (iemeindezimmer eine Tafel mit den Bildern der gefallenen Söhne unserer Gemeinde angebracht. Herr J, Weil sprach für die Gemeinde Worte des Dankes und der ehrenden Erinnerung, Herr Grab fand für den Frontbund Worte des (jedenkens und Lehrer Säbel brachte die Gefühle der jungen Generation zum Ausdruck, der in den Gefallenen heldenhafte Vorbilder an Einordnung und Opfermut gegeben sind. Es war eine schlichte, eindrucksvolle Feier. Laupheim. Erev Rosch Haschonoh verschied nach schwerem Leiden Simon Leopold Steiner im Alter von 73 Jahren. Ueber 33 Jahre war er Vorsteher der Gemeinde, davon 6 Jahre deren Vorsitzender. Volk 25 Jahre hat Simon L. Steiner die Stiftungspflege verwaltet und während der gleichen Zeit die hiesige Armenkasse geführt. Als Organist und Chorleiter trug er zur Verschönerimg des Gottesdienstes bei. In seiner Eigenschaft als Fronmeister der Gemeinde ließ er sich insbesondere die Pflege und Ausgestaltung des Friedhofes angelegen sein. So war Steiner in allen Belangen der Gemeinde mit ganzem Herzen tätig. ■— Lehrer Säbel zeichnete in treffenden Worten das Lebensbild des Verstorbenen. Neues vom jüdischen Sport Stuttgart. Mit dem Fußballspiel gegen ..Bar Kochba'* Mannheim, das am 3. Oktober stattfand, eröffnete der Sportklub ..Hakoah" die neue Spielsaison. Durch Wegzug vieler Spieler war die „Hakoah" gezwungen, eine ganz neue Mannschaft zusammenzustellen, und mit besonderer Genugtuung konnte man feststellen, daß sich die Mannschaft gut bewährte. Jeder Spieler füllte seinen Posten restlos aus und mit äußerster Kraftanstrengung wurde gekämpft. Die Mannheimer waren wie immer technisch sehr gut. doch fehlte ihnen vorm Tor die nötige Entschlußkraft. Bis zur ialbzeit konnte der Hakoahsturm drei Tref- Gelöbnis Ich wähle und suche den Königsweg: wenn die Sonne ihn in leuchtender Klarheit zeigt, wenn der Mond mich tiefschattig täuschen will — wenn es Nacht ist und ich nur der führenden Stimme lauschen und ihr tastend folgen kann. Wohin? Zur Auflösung? Zur Erlösung? Zur Lösung der Rätsel ringsum? Ich will gehen und will den Königsweg suchen — aufwärts! — Ich will klären, was mich bewegt und treibt, dem geistigen Erbteil Form zu geben, das Sinnfällige mit Geist zu verbinden. Schaffen nennt es der Schöpfer im Großen, leben nennt es der kleine Mensch. Berta Pappenheim. (Aua „Blätter des Judischen Frauenbünde»") fer erzielen, denen die Mannheimer nur einen entgegensetzen konnten. Nach der Halbzeit diktierten die Stuttgarter weiterhin das Spielgeschehen, und in gleichmäßigen Abständen konnten sie weitere drei Tore erzielen. Mannheim konnte durch einen Handelfmeter zu einem zweiten Erfolge gelangen. Mit 6:2 blieben die Stuttgarter in ihrem ersten Spiele Sieger. Möge es ein guter Auftakt für die kommende Spielzeit sein! —■ Vor diesem Spiel standen sich die Damenhandball-Mannschaften der ..Hakoah" und des „Schild" Heilbronn gegenüber. Die Gäste, die schon seit Jahien den Handballsport eifrig betreiben, landeten hier einen klären und verdienten 2:6-Sieg. Im vorhergehenden Spiele standen sich die Herrenhandballmannschaften der beiden Vereine gegenüber. Den Heilbronnern muß es als besondere Leistung angerechnet werden, daß sie, obwohl sie das erstemal eine Herrenhandball-Mannschaft aufgestellt hatten, den Stuttgartern ein Unentschieden (5:5) abringen konnten. Stuttgart. Anfang Oktober begann der Sportklub „Hakoah" mit seinem Wintertraining in der Turnhalle der Jüdischen Schule. Gleich am I. Abend waren es nicht weniger als 90 Jugendliche und 60 Aktive, die sich 40 Jahre A. FEIT, Eheringe Gold- und Silberwaren Silberne und versilb. 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