Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Volume
- 14 (1937-1938)
- Issue
- 13 (1.10.1937)
- Date
- 1937-10-01
- Page
- Seite 114 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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114 Jüdisches Gemeindeblau lür die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 1. 10. 37 XIV. Nr. 13 zig Jahren mit dem ersten Zionistenkongreß in Basel eingesetzt hat und zwanzig Jahre später durch die Balfour-Heklaration gewaltig vorwärts getrieben worden ist. Unsere Sache ist es. das Erreichte immer mehr zu festigen und die Lebensfähigkeit des jüdischen Staates zu beweisen, \~~.\n Zurückweichen vor den Ansprüchen der Araber darf es nicht geben. Als das wichtigste (iebot der Stunde bezeichnete der Redner die tatkräftigste Unterstützung des K.K.L.. denn d^n wesentlichsten Bestandteil eines jeden Staates bildet stets der (irund und Boden, dessen Erwerb . und Urbarmachung nur möglich i-stwenn die nötigen Mittel zur Verfügung stehen. Nach •einer kurzen Aussprache wurde der Abend ruft einem Schlußwort des Vortragenden beende". Haiuerloeh. I >ie Jüdische knlturgemeinschaft „Schwarzwald" beginnt am Sonntag, den ,\ Oktober, in Haigerloch die Reihe ihrer i Veranstaltungen des Spieljahrs 1937.58. Klaus tBrill. KUitfi Hersslik uud Max Koninski gastieren in der Vortragsfolge ..Heitere Szenen und ein billclien Musik". Die Jüdische Kulturge- » nieinschaft ..Schwarzwald" ladet hierzu die Mitglieder der auswärtigen Kulturbünde herzlich ein. und sicherlich werden auch viele die Vielegenhcit benutzen, einen Ausflug-nach dem gastlichen Haigerloch zu machen. Heilbronn. Arn I. September hielt Bez rksrabbitter 1 >r. H e i in a p n einen Vortrag über die Bedeutung und die Bräuche der Hohen Pest tage. In klaren Ausführungen stellte der Redner an Hand der wichtigsten «iebetsteiie diese:' Tage die bei uns heute noch geübten Pestbrätiche und ihre Entstehung dar. Auch talmudische und midraschische Hinweise gaben den interessierten Hörern für die religiöse t'ebung in Familie und (iotteshatis wertvolle Hinweise. Religionsober'elirer Isv Krämer konnte vor kurzem seinen fiO. Oeburtstag feiern. <:bwohl der Jubilar allen Ehrungen abhold ist, soll doch auf seine langjährige Tätigkeit als Kultusbeämter im Dienste unserer Gemeinschaft aus diesem Anlaß hingewiesen werden. Erst im vorigen Jahr konnte Krämer sein 40jähriges Amtsjubiläum begehen. Die längste Zeit seiner überaus ersprießlichen Tätigkeit als Religionslehrer und Kantor hat er der Heilbrunner Gemeinde gewidmet, mit der er in vorbildlicher Treue und Pflichterfüllung verbunden ist Mögen dem Jubilar nocli lange gesegnete Lebensjahre in voller Arbeitskraft beschieden sein! Oberdort. (»berlehrer Siegfried Erlebacher verließ vor einigen Wochen unsere Gemeinde, um einen längeren Erholungsurlaub anzutreten. Er verabschiedete sich beim < iottesdienst mit warmen Worten von der (iememde. die ihrem geschätzten Lehrer die volle Herstellung seiner Gesundheit herzlich wünscht. Sontheim. Am Sonntag, den 19. September, fand in Sontheim bei Heilbronn die 40. Mitgliederversammlung des Württ. Landesasvl- und Unterstützungsvereins statt, verbunden mit einer Führung durch den stattlichen Erweiterungsbau mit Betsaäl. Iii Abwesenheit des 1. Vorsitzenden, RA. Dr. Ottenneimer, leitete Theodor C. Hirsch die .Versammlung, die von musikalischen Darbietungen durch Mitglieder des Jüd. Kulturbunds Heilbronn umrahmt war. Der Vorsitzende berichtete über die Tätigkeit des abgelaufenen Jahres, die besondere Mittel und große Arbeit durch die Erstellung des Neubaus Sontheim erforderte. In Sontheim sind nunmehr für 7<> Personen Betten vorhanden, außerdem in den beiden Heimen in Stuttgart 4m Betten, also insgesamt 124 Betten. Hiermit ist leider die Nachfrage noch lange nicht gedeckt, da allein für Stuttgart weitere 33 Anmeldungen vorliegen. Dem Vorstand und Ausschuß werden Entlastung erteilt und die satzungsgemäß ausscheidenden Mitglieder wiedergewählt. Neu tritt in den Ausschuß Amtsgerichtsrat i. R. Dr. Bloch. Nach der harmonisch verlaufenen Mitgliederversammlung dankt Max Pincus namens der Bewohner des Altersheims in bewegten Worten für die Leistungen des Vereins. - Nach Schluß der Sitzung fand die Führung durch den Neubau statt, der nach den Plänen des leider Anfang ds. I. verstorbenen Architekten O. Bloch unter der Leitung von Regierungsbaumeister Guggenheim errichtet wurde. Der Bau umfaßt 26 Einzelzimmer und 2 Doppelzimmer und bietet damit Platz für 30 Heimbewohner. Die hellen und großen, mit fließendem Wasser versehenen Zimmer sind einfach und schlicht gehalten, bieten jedoch jedem Bewohner ein gemütliches Heim,!n dem er sich rasch zu Hause fühlt. Neubau und Altbau werden durch eine große und helle Halle mit Aussicht auf einen großen freien Rasenplatz verbunden, in der sich die Insassen bei Radiomusik gerne aufhalten. Ein besonderer Glanzpunkt des Neubaus ist der Betsaal in heller, warmer Holztönimg mit matten Glasfenstern,, die in Reliefschliff die Worte aus Psalm 103 widergeben: „Preise meine Seele den Ewigen, und vergiß nicht alle seine Wohltaten." Halle und Betsaal können bei besonderen Anlässen durch eine sinnreich konstruierte Schiebetüre zu einem großen Raum verbunden werden. Der Verein, der den Neubau aus eigenen Mitteln bewerkstelligt hat, hat damit wirklich Großes geschaffen, und es gebührt ihm sowie auch der Heimleitung ganz besonderer Dank. Es müßte deshalb auch Ehrenpflicht eines Jeden sein, den Verein zu unterstützen und Mitglied zu werden, zumal der Mindestbeitrag mit RM 5.— nieder bemessen ist und die Mittel für den schönen Zweck der Altersversorgung Verwendung finden. (- /gk\ A.&W.Levi/Stuttgart /fffi \ fMäl^X jetzt: Alleenstr. 20, I.Stock Tel. 27715 £1 m ELEGANTE HERMANN DAMENHÜTE * * M*M MM Sehlis, Schleier, . Mützen. Kr«gen. 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