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Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg · 1937-10-01 · 13 (1.10.1937) · p. Seite 112

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
Volume
14 (1937-1938)
Issue
13 (1.10.1937)
Date
1937-10-01
Page
Seite 112 (sequence 6)
Language
German
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112 Jadisches Gemeinde biatt für die Lraeiitischcn Gemeinden in Württemberg 1. 10. 37 XIV. Nr. 13 verschwätzt, oder sonst vergeudet? Fehlte es dir nicht vielmehr an der Lust zu d-Mii Krankenhcsu^lie als an der Zeit? Du hattest wichtigeres zu tun! Max sein! Iis mag dir wichtiger erschienen sein, aber ich sage dir. es gibt '.rar nichts w iehUKeres als einen Krankenbesuch! Denke dir. da liegt ein armer Mensch in Schmerzen, er wünscht Aussprache mit seinen Freunden, nicht zu häufig, er ist nicht anspruchsvoll. AJier es kommt keiner der alten Bekannten, sie haben keine Zeit. ..Vergessen, che. ich gestorben bin.", denkt sich der Vereinsamte. Lud jetzt frage ■ich dich noch einmal, gibt es etwas wichtigeres als einen Krankenbesuch? Di: weißt doch. iCrankenbesucIi ist Mizwah und du b;-r der letzte, der es versäumen will, eine Mizwah zu erfüllen. Besonders zu beklagen ist es.-wenn versprochene Besuche unterbleiben. Auf etwas warten, ist für Gesunde schon lästig, w ie erregend ist es erst für Kranke, denen solche Futtyuschunjien bitter wehtun können haue besonders schwierige Frage ist es. welche Gespräche führe ich mit Kranken? Da/i: kann man wohl-allgemein gültige Ratschläge geben, aber bestimmte Vorschriften lassen sich uicht'-autsteUen. Feder Kranke muß individuell behandelt werden. Da muß man sich auf Jen gesmrden .Menschenverstand und den Herzenstakt de^ Besuchers verlassen können. In jedem Falle aber empfiehlt es sich, sich vorher zu überlegen, welclie Unterhaltung man mit einem Kranken führen will. Durch Gedankenlosigkeit w ird in dieser Beziehung viel I nheil angerichtet. Unser Thema kann an dieser Stelle nicht erschöpfend behandelt werden. Nicht eine kurze Abhandlung, ein ganzes Buch Helle sich darüber schreiben. Den Arzt, den F'svchologen müßte man hören. Krankenpflegerinnen, vor allem dem Krauken selbst das Wort geben. Wir aber wollen nun noch auf eine andere Art-von Besuchen hinweisen, die man auch llnter die Kategorie von Krankenbesuchen zahlen dürfte. Besuche bei Finsatnen. Vereinsamten. Ist unfreiwillige Finsamkeit. ist Verlassenvcm nicht auch eine Krankheit? Sicher ist. daß davon betroffene Menschen leiden und unserer Hilfe bedürfen. Die Zeitverhältnisse bringen es mit sich, daß in dieser Hinsicht Hilfe in vielen Fällen dringend geboten ist. Durch die Auswanderung sind viele Fitem ihrer einzigen Freude beraubt, durch Umzog entbehren viele Menschen ihren bisherigen Bekanntenkreis.Zwangswei.se ist Einsamkeit und Vereinsamung die Folge. W ir aber wollen nicht, daß sich Glaubensgenossen in unserer Mitte einsam und verlassen fühlen, seien sie Kranke, seien sie von ihr<en Lieben getrennt. Wir sind stolz darauf, daß es uns nicht an Männern und Frauen fcfilt, die sich oft mit großer persönlicher Aufopferung in den Dienst werktätiger Nächstenliebe stellen. Diese Männer und Frauen, die in vorbildlicher Weise wirken, verdienen Gotteslohn. Sie mögen weiteste Kreise zur Nachahmung anspornen. Den Mitgliedern der beiden Vereine. Chewra Kadischa und Israelitischer Frauenverein liegt es in erster Linie ob. Kranke zu besuchen. Wir sind überzeugt, dal! es in unserer Gemeinde nie an Männern und Frauen fehlen wird, die mit Freuden bereit sind, sieh zu solchen Liebesdiensten zur Verfügung zu stellen. Wo solche angezeigt erscheinen, genügt ein Anruf an die leitenden Personen der beiden Vereine, und es wird dann Sorge dafür getragen, daß berechtigte Wünsche weitgehendst Erfüllung finden. A'Ie aber, an die diese Worte gerichtet sind, werden sich gerne vereinigen zur Frfüllung heiliger I'fliehten, werden wetteifern im Dienste werktätiger Nächstenliebe. M. O. Aus .den Gemeinden Württembergs Stuttgart. Das Jüdische Lehrhaus Stuttgart, auf dessen Anzeige wir verweisen, verwendet in diesen Tagen seinen neuen Arbeitsplan für den kommenden Winter. Fr umfaßt wie bisher jüdische, sprachliche und allgemeine Kurse, entsprechend der Absicht, einen möglichst umfassenden Ausschnitt aus dem gesamten Bildungsgut zu vermitteln. Das Lehrhaus ist bestrebt, ein Mittelpunkt für alle geistig suchenden Gemeindemitglieder zu sein, ob jung, ob alt, ob liberal, ob orthodox und ruft deshalb auch alle Kreise der Gemeinde auf zur Beteiligung. Von dem Interesse aller hängt es ab. inwieweit die Absicht des Lehrhauses durchzuführen ist. in der Not der Zeit durch die Kräfte des Geistes zu helfen. Fin neuer Versuch wird mit Gemeindeabenden gemacht werden, die außer geistiger Nahrung Geselligkeit bieten sollen. Stuttgart. Stuttgarter Jüdische K unstgemein schalt. Wie wir erfahleu, macht sich für die Zeichnung der Abonnements ein erfreuliches Interesse geltend. Wer Wert darauf legt, noch einen guten Platz zu erhalten, muß bis zum 7. Oktober die Abonnements bestellen. Der Mitgliedsbeitrag ist zu entrichten: der Ausweis erhält dann durch eine entsprechende Beitragsmarke seine Gültigkeit. Ohne gültigen Ausweis kann laut .bekannter Verfügungen kein (auieindemitglied die Veranstaltungen der Kunstgenieinsehaft besuchen! Die I. A b o n ri e in e n t s v e r a n s t a I - tung wird im Oktober ein Theater- Gastspiel des Hamburger Kulturbunds (Lustspiel) bringen. Stuttgart. Die sommerlichen Zusammenkünfte des Israel. Frauenverein-Frauenbunds für die im Haushalt Beschäftigten, die teils lehrreicher, teils unterhaltender Art waren, erfreuten sich eines guten Besuches. Nun beginnen bald die Winterzusammenkünfte, bei denen die verschiedenartigen Wünsche und Interessen soweit als möglich berücksichtigt werden sollen. Die praktischen Wünsche zunächst durch Finrichtung eines Nähkurses, für den die Hausfrauen sicher das nötige Verständnis aufbringen werden, die Wünsche nach Erholung durch Fortführung der zwanglosen Zusammenkünfte, die aber immer wieder unter ein Interesse weckendes Motto gtstellt werden. So ist zu hoffen und zu wünschen, daß der Besuch dieser Abende weiterhin ein guter bleibt. Stuttgart. Die Nähnachmittage des Israel. Frauenverein-Frauenbunds beginnen wieder am IL Oktober. Wir machen auf die diesbezügliche Anzeige in dieser Nummer aufmerksam. Stuttgart. Fräulein Amalie.Reif darf am Kl Oktober ihren 70. Geburtstag feiern. Die Jubilarin - aus Hollenbach gebürtig ging in jungen Jahren nach Amerika und besuchte im Jahr 1913 die alte Heimat wieder. KAUFHAUS SCHOCKEN Stoffe für das Kleinkind Die nachstehend aufgeführten Stoffe sind sorgfältig ausgewählt und zweckentsprechend. Bitte besuchen Sie unsere Abteilung für Ausstaftungswaren. 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