Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Volume
- 14 (1937-1938)
- Issue
- 12 (14.9.1937)
- Date
- 1937-09-14
- Page
- Seite 104 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/6492308-5442833-5443465--101-4908404- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
104 Jüdisches Gemeindeblatt fflr die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 14. 9. 37 r. 12 „Schild" Stuttgart zum zweiten Mal Reichsmeister im Fußball Vom Schild Stuttgart 'erhalten wir nachstehenden Bericht: Ein (iroß-RreiKnis im jüdischen Sport fand am 29. August 1937 in Stuttgart statt. Die beiden besten Fußballmannschaften des Sportbundes Schild standen sich im Endkampf um die Reichsmeisterschaft gegenüber. Sc Ii ild Breslau, der schlesische Meister, hat sich diesmal den Kampf zum Endspiel gegen den Titelverteidiger Schild Stuttgart er/wungen. Am 28. August trafen die Kameraden aus Breslau nach einer langen Reise in Stuttgart ein. Nach der Quartierverteüung wurde dem Tagblatt-Turm ein gemeinsamer Besuch abgestattet, um den Gästen einen ersten Eindruck von den Schönheiten Stuttgarts zu geben. Am Nachmittag fand eine Höhenrundfahrt mit dem Ziel Schloß Solitude statt, welche unsere Breslauer Ereunde begeisterte. Abends war Begriiliungs-Empfang im ..Bloch", .luler Rothschild, der 1. Vorsitzende, hieß die Ehrengäste und die Ereunde aus Breslau willkommen. Kamerad Emrich überreichte unter großem Beifall luler Rothschild ein Geschenk der Landesvertretung des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten für seine großen Verdienste, die er sich um den jüdischen Sport erworben hat. Bei dem gemütlichen Beisammensein wurden herzliche Worte der Freundschaft gewechselt. Sportkamerad Schüftan aus Breslau dankte im Namen seiner Kameraden für die über alles Lob erhabene Aufnahme, welche seine Mannschaft hier gefunden hat. Die Spieler mußten bald den Nachhauseweg antreten, um auf den großen Kampf am nächsten Tag wohl gerüstet zu sein. Sonntag Vormittag wurde die Wilhelma mit den Freunden besucht und anschließend noch eine kleine Rundfahrt über den Stausee nach L'ntertürkheim und wieder ins Zentrum der Stadt angetreten. Auch dieses Mal wieder waren die Breslauer des Lobes voll. Nachmittags 15 Uhr spielte die 1. Handballmannschaft der Hakoah gegen unsere 1. Elf das Vorspiel. Ein besonders rassiger Kampf sah Hakoah als die glücklichen Sieger. Das torreiche Treffen endete 9: 7. Um 16 Uhr betrat unter großem Beifall der ca. 600 Zuschauer die Breslauer Mannschaft zuerst den Platz. Schild Stuttgart folgte. Die Spielführer stellten sich dem Schiedsrichter, Kamerad Schmulewitz, Leipzig. Vorher sprach noch Kamerad Emrich im Namen des Reichsbundes zu den Mannschaften. Unser Vorsitzender und der Fußball-Leiter von Breslau, John Gottheiner, welcher sich rasch die Sympathien der Stuttgarter eroberte, tauschten zur Begrüßung Blumensträuße. Der Schiedsrichter pfiff das Meisterschaftsspiel an. Bereits in der 3. Minute schied bei einem Zusammenprall unser bewährter Verteidiger Eugen Scher (genannt „Bambula") durch einen bösen Sturz für einige Zeit aus. Sein Wiedereintritt wurde mit Beifall belohnt. Drei Ecken für Stuttgart verlaufen ergebnislos, dann, in der 29. Minute, war plötzlich der Bann gebrochen: Otto Wolf, unser Linksaußen, kann eine wunderschöne Flanke ins Tor schießen. Kurze Minuten darauf drückt Mittelstürmer Fritz Dreifuß einen weiteren Treffer ein, und kurz vor Halbzeit kann unser Aß aus 15 Meter Entfernung durch eine Bombe das dritte Tor erzielen. Breslau spielte in dieser Halbzeit einen sehr harten Fußball und setzte den Stuttgarter Erfolgen einen starken Widerstand entgegen, ohne zum Zug kommen zu können. Bereits bei Halbzeit zeigte sich die technische Ueberlegenheit unserer Mannschaft, welche ein wahres Meisterschafts-Spiel lieferte. In der zweiten Hälfte flaute das Spiel merklich ab, bot jedoch immer noch Situationen, welche man selten im jüdischen Sport zu sehen bekommt. Zwei weitere Tore erzielte Stuttgart. Fritz Dreifuß und Aß tragen sich nochmals in die Schützenliste mit einem Treffer ein. Breslau fällt gegen Ende immer mehr ab und muß resigniert Stuttgarts Ueberlegenheit anerkennen. Salo Josef, unser sonst so erfolgreicher Torschütze, war durch seine Hamburger Verletzung zu einer Statistenrolle verurteilt. Seinem Durchhalten aber gebührt höchstes Lob. Der Schiedsrichter pfiff nach Ablauf der Meine frischmischung, v2pfd rm.1.45 wird wieder hergestellt! Etwas für Feinschmecker! WILHELM JACOBINSKI Haus feiner Schokoladen-Erzeugnisse Sditoßstr. 68 I Tel. 63846 I Poststr. 17 VON DER MODELLSCHAU ZURÜCK! Julie S TERN KLEIDER. MÄNTEL, KOSTÜME STUTTGART-N, Hohestr. 10AI1., Rufnummer 23396/1 , v__y HERMANN Sein ELEGANTE DAMENHCTE Sehlis. Schleier, Mützen, Kragen, Gürtel. Alle Artikel des täglichen Bedarfs Kaufhaus „ STAUF!Ä" Inh. Julias Gaggenheim Göppingen Ravensburg £ RUhrige jüd. Wiederverkflufer(innen) für unsere Camajo-Waren : Kaffee, Tee, Schokolade in größeren und lineren Gemeinden Württembergs gesucht. ,,Camajo"-Kaffee-Großrö»terel CARL MAX JOSEPHS, Bremen. JW tT klei berj Sclile-Iiegler Einzel-Unterricht Gruppen - Unterricht Spiel-Ring Ignaz Ziegler Stuttgart, Schickhardetr. 33 I Tel. 233 84 Linie 6 Damenwäsche Brautausstattungen < Gardinen Selma Halle Stuttgart OlgaatraBe 109 Telefon 70310 RADIO neueste Modelle Harmonikas Instrumente alles für Musik sfefs bei JACOB Inhaber: SCHACK Hauptstätterstraße Nr. 32a Pelze Mantel, Jacken, Silberfüchse, Felle uew. in groSer Auswahl, Feine Maßarbeit Pelzhaus Reinbold Fauerbach. Udwlqttraße 15 TaUfen 81131 Kaufhaus Lendt S^pplngen Spezialabteilungen In W allen Bedarfsartikeln. ,EWER« ■ BUCHHANDLUNG Q. M. B. H. MÜNCHEN OTTOSTRASSE 2 * FERNSPRECHER 52407 Versand nach auswärts » Verlangen Sie Prospekte