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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1936-01-16 · 20 (16.1.1936) · p. Seite 162

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
XII (1935-1936)
Issue
20 (16.1.1936)
Date
1936-01-16
Page
Seite 162 (sequence 8)
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f $i« h mit .1 mul »l.i> I hunni-HuiulhuiKpiri «MirtHr mit 6 4. Warnung. 1 Dir t' - :,!'t, ilun^ iln R**irhs\frlrrlung *U»r Ju«U*n in UuiiIm Itkmd J.ilfrt un> um Brk;imitg;il>«* nurhsl<*ht»nitrr W.initin^ Km Jux. i | | i>i m h m;i n n . Franklurf-Main. vamnirll An/tigrn tur rimn jiidisrhrn KalemltT. <1»*r als Bram h-*n-V»T7rii hnis in vrrM-liit*ilriu*n Stä<lU*n Ilr r aiiskuinuii'ii soll. I*. Kassirri *ti«* (irluihrrn und v**rlivKiiul*-' dann uiilrkamii wohin. Da aurli möglich ist. dal.» er s, in« n Namen wri hsrll. wird hierdurch seine IVrsonal!:.-s* hr-iimng u« gehen. Kleine Figur. M-hwarzes wädliL'i s Ha.tr g, heit«!t. süddeulsehe Mundart, gewantll« ' Aultre?'Mi. F> \sir«l hierdurch vor diesem Betrage. .warnt und gebeten, ihn der Polizei zu ü!htgehn y.: *•=r Benat liriehligimg an die Reiehsvertretung *1« i Jurten in Ih utsehland. B< rlin-('.harloltenhurg 2. Erkenntnis tut Not! Von Martin Buber. \\ ' r.üich ü eine Bestandaufnahme unseres Da- . m-, ur i /war eine, die die Perspektiven mit umfaßt, du a!s-i ü'.vr das Vorhandene hinaus zukünftige Mög- ■hkeit v. insb.-ändertauch Möglichkeiten von Vcr- '■ >sertli.„fli .iuf/e‘:rt. Das bedeutet /um erstell, daß keine andere Absicht du ce r redlichen Erfassung der Wirklichkeit .. in'r.i.h;-. n der -;.»r durchkreuzen darf: die Selbstkritik. u >:t nottut und sie ist ja die unerläßliche Vo .uis-i’ .. er f.i sunden Aenderungsvorschläge -. muß s; . tl/iehen. als redeten wir in einem geschn.ss: :. ii Baum, in dem nur wir uns befänden. Und es h-.'; st-.-i /um /w-iten. daß, da die Möglichkeiten \■ ,.i V . run.en nur insofern /u betrachten sind. aS sh . m uns sei!-er abhängen wiewohl es na tur* gern, i .r.ielt mellt das i ieringste zu tun gibt, was von lins di :n .ibn.iii.it . jede andere Instanz unberücksichtigt Meißen muß: unser Schicksal muß also hetra. ätet w als hätten w ir es zu bestimmen. If.-idi - richtu.es. situationsgerechtes Verhalten, f-tr Mi o-.h gerat unversehens in eine Lage, die die I iruii.iii -'s: -Iller Existenz in Präge stellt. Was so» ■ : Inn r. muli den Bestand aufneNhien: muß ermht.!,. ■ - ui i r halt, was er besitzt, über welche Kräfte -r “t'ii.t. .iliiy w eitere w*-d sich daraus, kann sich ■ -st ns ei.eh-m. Ls mag sein, daß es ihm sinnlos iki mir.i. der,;!, ichen zu beginnen, weil er sich für I'. ne.n-r dt. aber -ihm ein echtes Wesens- und Lel ic.s-ln>. i nt.ir aufgeno.nmen zu haben, darf sich kein Mensch dafür h dien, und wer es aufgenommen hat, dir v.!,d zunt-'isf nicht mehr geneigt sein, sich dafür u halt« .'-.-mi is haben sich ihm Reserven der Le*! chstn 'i es:-Idos,ui. die er vordem nicht kannte. Wie t.un -Innn dem inventarmachenden Ladeninhaber dit Le.,: -. a dir Straße durch die Fenster zugucken? — 162 — Wird er den .Raum verdunkeln? Wenn seine Seele gelassen ist, wie eine rechtschaffene Menschensccle es in allen Lagen bleibt, wird er unbeirrt seine Arbeit zu Fnde führet,. Es gibt den Raum nicht mehr, in dem wir zu den anderen sprechen und von ihnen vernommen werden können. Es gibt den Dialog nicht mehr. Also gibt cs auch die Apologie nicht mehr. Keine Apologie, nicht cipmal die soldatische, wäre je erklungen, wenn die Familien-Nachrichten. Stuttgart. Dez. 1935. Dez 1935. Jan. 1936. 15. 13. 35. 19. Li. 35. Dez. 1<I35. 7. I. 3t. 17. I. 36. 4. I. 36. 9 I. 36. Baisingen. Dez. 1935. Dez. 1935. Eßlingen. 4. I. 36. Verlobungen: Paula Fischer mit Simon Kahane. Lore Goldschmidt mit Willy Katz, Schwe.i- ■ningen a. N. Paul G. Rosenfeld mit Grete Kahn, Heiibronn a. N. , Eheschließungen: Fred Badmann mit Frau Joan Carrie geh. ,Nahum, London. Heinz Künzelsauer mit Lisi Lehmann geh.! Kahn. Karlsruhe i. B. Lis Epstein mit Otto Polatschek, Ulm a. D. Norbert Weißberg mit Emma Eisne;. . 7 0. Geburtstag: Dr. rer. nat. Max Bär, Keplerstr. 31. Sterbefälle: Hugo Katz, 44 Jahre alt. Julius Hirsch, 53 Jahre alt. Verlobungen: Bella Erlebacher mit Louis Goldschmidt, 1 Baisingen Jerusalem. ijseWolf mit Lehrer Salo Säbel, Alzey. . 6 0. Geburtstag: Anstaltsdirektor Theodor Rothschild, Isr. i Waisenhaus. Schwab. Hallj Verlobung: Dez. 1935. Wilhelm Schwab mit Amalie Neumann, Michelbach. 8 5. Geburtstag: 15.12. 35. Abraham Pfeiffer. Hohebach. 7 0. Geburtstage: 10. 1. 36. Frau Riekchen Stern geh. Bambcrgcr. 20. 1. 36. Frau Sara Hirsch. Bad Mergentheim. Silberne Hochzeit: 16. 1. 36. Julius Berg u. s. Ehefrau Klara geh. Seemann. Rexingen. 8 8. Geburtstag: I. I. 36. Josef Hanauer. Sterbefall: 30. 12. 35. Frau Jette Löwengart, 63 Jahre alt. Ulm. Verlobung: l,)ez. 1935. Lola Pick mit Kurt Gottschalk. Eheschließung: 29. 12.35. Paul Schulmann mit Lilly Neumann. Versammlung der Ankläger und Richter ihr nicht gelauscht hätte. Der Raum ist taub geworden. Und doch auch wieder nicht. Denn was wir im ertaubten Raum der Oeffentlichkeit zu uns selber, nur noch zu uns selber sagen, kann ja doch von jedem Beliebigen, dem es gar nicht zugedacht war, gehört werden. Wohl, so werde es gehört! Dieses ganz unapologetische, nichts als feststellende Sprechen ist für unsere Ohren gemeint — so ist es das für die Ohren der Welt, wo sie noch etwa Ohren hat für diese unsere Beredung, sie die für unsere Anrede keine mehr hat. Die Türen bleiben auf, wer hören mag höre, was im Hause gesagt wird, unsere Verlassenheit kennt keine Scheu. Aber es geziemt uns, wie auf offenem Markte Selbstkritik zu üben, wo rings um uns eine Kritik laut ist, die uns das Recht auf Dasein bestreitet, unseren Wert und unsere Würde verneint? Es geziemt uns. Denn von alledem hebt sich unsere Eigenkenntnis, wenn sie .rückhaltlos vordringt, dadurch ab, daß sie weiß und zum Ausdruck bringt, wie unser Höchstes stets unserem Niedersten entsteigt und aus der Ueberwindung unserer Entartungen die Größe unserer Arbeit sich gebiert. Nicht Rechtfertigung trete in den tauben Raum gegen die Beschuldigung, sondern unbefangen erhebe sich die niemandem erwidernde, unbemühte, gelassene Stimme des Wissens um Licht und Finsternis in unserem eigenen Leben, um Treue und Untreue in ihm. Dann dürfen wir, trotz allem, an das unterscheidende Ohr glauben. Und das andere: In einer Zeit der äußersten Dürre stellt der Bauer die Aussaat nicht ein. Freilich erscheints ihm, als würde sein Acker ihm nichts tragen, wenn nicht ein Regen das Erdreich lockert. Aber er tut das Seine, schwer besorgt, doch unverzweifelt. Ohne daß er das Seine tut, wirds keinesfalls geraten. Darum wirft er das Korn aus, als hinge alles nur davon und nicht vom Wetter ab. Wird es regnen, so hat er recht getan. Und wird es nicht regnen, — so hat er recht getan. Die rechte Handlung fruchtet, auf gewohnte oder unwohnte Weise. Wetterprophezeiungen sind unerläßlich; aber wenn wir, wohl wissend, wie abhängig wir sind, unseren Acker bebauen, als hätten wir sein Schicksal zu bestimmen, dann wird etwas durch uns bestimmt, wenig oder viel, was auch komme, — was auch komme, genug. Man wird einwenden, es sei doch zum Erkennen aufgefordert worden und Erkennen sei doch nicht Tun. Ich antworte, daß es Situationen gibt, in denen eine Erkenntnis die vorderste Tat ist. Man ist ja heute geneigt, den Einfluß der Erkenntnis auf das Geschehen zii unterschätzen. Aber der Rückschwung des Pendels hebt in diesem Augenblick an. Aus dem Schocken-Almanach auf das Jahr 569 6. Beilagenhinweis. Der heutigen Gesamtauflage liegt ein Prospekt des „Familienschut z“, Beratungsstelle für Altersversorgung, Berlin, bei. Der Auswanderer kauft PHÖNIX-NÄHMASCHINE « RADIO Kupfer & Co. 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