Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- XII (1935-1936)
- Issue
- 16 (15.11.1935)
- Date
- 1935-11-15
- Page
- Seite 128 (sequence 8)
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128 Quellen der Sittlichkeit. Aus der ^Msckneh Tora" des Maimonides. für Familirngrabslätten wurde mir einer Beschluß- (nhsuiik abgesehen. ('arl l.fvi berichtete in diesem Zusammenhang« er hübe sich ausbedungen. daß der (Tann* stiatter Friedhof Min Stuttgart mitbenutzt wird, fall' nach Vnllbelegung des Pragfriedhofs mit der Belegung des Steinlialdenfeldrs noch nicht begonnen werden könnte. Nach Bekanntgabe einiger Stiftungen und Danksagungen für Glückwünsche des Vorsteheramts sehloti Oskar Kothschild die Sitzung. * Mir tragen diesem Sitzungsbericht noch nach, daß aus dem Israel. Gemeinde,orsteberarnt turnusmäßig folgende Herren nu'schridcn: Arthur hsslngcr. Ilr«. M a \ II ii in »t r I. Friedrich I . K i e f e. Rechtsanwalt!>r. Hermann Mer/barher. Sanitatsrat Ihr. Karl Ries, sowie die kooptierten Mitglieder des Kollegiums: Fritz Benari». I>r. Marcus Maier und Rechtsanwalt l>r. W alter s t r a u ß. Ferner scheidet der bisherige Vorsitzende. Oskar Rothschild, aus. der sein Amt v«»r Ablauf der Wahlperiode niederlegen will. - Im Vorsteheramt verbleiben: (arl l.evi. Oberrechnungsrat Max M e , e r und Rechtsanwalt Or. Paul Tänzer. Stuttgart. Am 27 oktiuhei t.md ein« Auß«*r,»rd« ul i, Mitglit dcrvcrsaminlting der Kr. \Y;iK«*n- und Er- 'hun.'s.tiisialt \V i I h i l in s |» | | c g i* Eßlingen. m.iII. die von Verstand rtt hKnnwall Or. Schwei- /. r erfdlm-t wurde Kr dankte /unäehst den zahtrei« b . s. ht. i. iu:n Mitgliedern jtiir ihre Anteilnahme an den ti des Wreinsj und braehte dann gemäß der l'.igesrdnung di« 's tl/|ingsiin<lcrungsvurs« hläge zur Vril.-Miiu; I wurden einstimmig angenommen Or. s»hwei'7er wies gleichzeitig auf die in/W js. bell in l a'igk. rk gclret.-ne .lürtis|hc Wintcrliilhhin. ersuchte, d!«• se11*r* tatkräftig /n töi^h-rn nhd au* Ii «l«*r »ihrigen li..7it.i?iv n \nstalteii itamenlli* h des Waisenhauses /u gedenken Ks w urd'' inst', "Uint, re »lariiUt hinge wiesen, d.i t U r «tieses eille rege Werbung -- auch Ulller den neu n.H h Stuttgart g. /,»gellen (»laut« nsgeNos>en du:'-hg» fuhrt werden »>»11. In kür/«* wird eine Kuh ilieg diir* h das Waisenhaus »lalltinden. w«»lx*i den Ih sii hern Igeidiit gfl»»*t« u i>t *lie Anstalt kennen /o mii-'h und glcieh/eiliig au« Ii /u sehen was ihre s. lull/] ' tohleli* || l< jstel»4 •Stuttgart. Ot-r!s, a. Ki.»u« iivcr«*in I ratienhund \er i'i.t'.' v«un II bis 34. SoviiiInt eine lla ii <l;ir- . i ’ ' i . i - s : in der Il.indarbeih-n und knnstgew« ri»!,e \rIm it**n. di«* voll Krau« n «les jintixhen Mittel- : ang. t.'i tigt w urr^*n. /um \ : rkaul kam, n. Wie iM .n w,ii «Ier Resöf'h «t r Hamtarl», itsin. ss. sehr;. g» ';i*. nicht /ulc|/l r s«., gsann n V'»rlx*r«*ilung «ier \ - * .ti.s'alltinC /u >. «tahk, n isf. Jedentalls verdienen - tu dein Ln-be-w,-jrk Beteiligten tur ihre hin- „• dun.'••oll.• laligkeit; w ärmsten Oank. S« honst, n d'hn mag d<>>< n alii -fin. dai'. «tur« h «ii. ert«dgr« i, in- M* ■ n jinlisi h,-ii . f iu« n «in,' wirkli« In* Selbst-;|ilt. . ' li!os«.e|1 V. ur«|e.t ^Uittgart. \m I*. Nov^mln-r sj.rieht Oir« kt«»r Georg K .« : - k B* rlin ter Prä-i'l« nt «l« r Staats/io- .i' - . >» u*amsatio|i V« r. inigt. Revisionisten i» ilainb uK*r H.i > Programm «i e r Juden i» . ii ' > d I a n «! s 'S.-ine la-sung und -eine Lehren”. 1) ■ »11 trr'k /um * rsfenmai « in Re|»rasenlant «I* r S|... ’s/i.iKistis* heil Bewegung vor die Stuttgarter ju- «||>°! < >■ tenili* hkeit Georg Run-ski ist eine führend» lb" . t ii< tik*-ii in Berljiiier judis.-heii (»emeimlei« i„ n Kt -- kl« >«!« t. au« h einige Jahr, «las Vint des Vorsitzen- -••n li Jmli-, li.'ii (ic^n in«i*‘ zu Berlin. Oie staats zioiits’rs* fl- Be egnng t'rstrebt «len Jinlehstaat in den Ii..'«!, is. ii u 1,r. n/.-n Palästinas. Sie sclzl siel» fiir « in, (Mr p itlk gegelMilpT I llglalld * in. um es dein Si.nji.it entsprechend Zur Korderuug «I« s .Iu«l« Nstaats'. A i111• i- /ii » --anlass.'ij Zu ihren Zielen g,!n»rl au« ti!; Iiliing .'in, s fiidiselu-n Sellis|sehul/*'s in Pa u«'\ s;f > ur«t> im ^ahre pcg.'» >oll Jal'«»linskv. «lern «I. . ,*lih« n 1^' gion im Weltkrieg an «ier Pa ti L . ■ r,s i'egl 1. U'let.i Multgart. Hie Stufig.it t.-r .huhs* he Kuiistgemein- ■':i1! «lie Ri ihe ihi«r «liesjährigen Veran- :. g« : mit einem Musikalischen A b e n «i <i ' \i->iin uu ir I « \ov. ii;b« r . dessen gesamter R*in ’ :.«g?'*-! .Iiidisi l^ n Winterhilte /Ulli« ßl. Ks wer .<ss« lili.-«.lieh iiÄn imis« io- Künstler «las V ielsei- ' P7...n-»m>n!-slr.-i^'i, und /war. w i* wir erfahren. 4w ährte heimisifli« („•-.ingsi.ralt«-: «lie Oameii! M.i" -n!»urg H« «t, sha: k lim! neh»*n ihnen Kar! Adler Als in'fjniinent.ilisieii wirken mit: Pol ■ sjw-i ling-Ootiath. Hulh Hamburg. Mari-Klisa '! halnie-'in.* Hihi«' S*'hlfssinger. Hansi KinsJein. Helene Z* K erl Haas Krilz R«»lhs« hihi Zur Oarhielung r. int:.: ’. Gc-aiig« aus j Opern sowie kamiuermusikali- 1»^' und solist,sch« Werk« . «i, r, n Auswahl so getrotten* ist. dar« jedem; Besin her ein h«>h«<r Kunstgenuß Im v.^rsfe!:! Oer Inslriinienlitlkrcis wird Mozarts r«*izi I!*-’ Kt ii! >.,« htmijsik spieh n: vom Singkreis h«»rl m.««: « inen monumentalen 4ies/ing mit f)r« heslerlH*gleinmg ,»n S.ilomouc R^.ssj und « in „S«*halom ah«h« m -«ii R. Krank Leitung: Karl A«llcf . — Our« h das . •«Iksttimli« In* Progratum unil «len guten Zwe« k des Uf-.-mts wir«! sj, lo rio'h ein«* groß«' B« su« iierzah! an >. zog« u w,-r<!>'N. Ai»,»r - wir ma, h«'n ii«»rhmnls «laraufmerksam Zutritt ist nur für Mitglieder der Kunspg. meihs, hall mbgti« h. «Ii«* lur dies,* Wohltätig k> lisvri Iiislaltung l ag« skarleli /ll hisen hain N. erste A b« »n u* - nn *n I s\et anstatt ung der Kunst gemein-« halt tiudet am -ti. Novemlar mit d«*m ()r«b«ster «le- Kulliirbumles Rlwin-Main unter Leitung von Ge ih-i*alimi-ik«lir«*ktor IV i I h e I iii S I «* i n b e r g statt. Das hervorragende Orchester, daein erh*scm*s Pr«» gramiii bringt. s|N*darf keiner w it« r, n Fmpfehlung. Stuttgart. Wi«* wir erfahr«*n. veranstaltet die Stuttgarter Jüdische Kunst gemeinschall vom I. his L>. Oe- /«•iiilu r je einscliließliefi in* den Räumen der Stuttgart- Loge eine Ausstellung von Werken der in Würl- Icmln'rg!« U n«!«*n jurfis« h«*n bihf<*iirh*ii Künstler, l’iiserc Oie fidgcmlen Zitate hüben wir einer l elHTsetzung «Ier .ffihhoth Tesihuhah und der ..Hihhoth O«*olh" Ai»>« hnitte aus einem Rand der Misehnc Tora «les Maim«»ni«t« s v«>n Bernhard S. Ja«« b •> o h n. Hermon* Verlag. Frankfurt a. NL. entiummn'ii. Sie stellen eine Pr«»lH* aus dem großartigen Werke des Bamham dar. in dem «las Kthos des Judentums, die!i«'htv«>lli* II «*ish«'it <ies Talmud — mit einem Wort: «lie ganze, große sittliche Forderung des Judentums an seine Träger auf leuchtet. Ober die Teschubah (Umkehr). Jetzt, da «las Heiligtum nicht mehr besteht und der Altar uns kein«* Sühne bringen kann, gibt es nur i« sebubah. Oie Teschubah bringt Sühne für alle (>« setzesülHTlrelungen. War einer sogar s« in ganzes Leben ein Böscwirht und am Schluß seines Lein ns tut er T«*s«*hul»ah. so «lenkt Gott ni« ht mehr an seine früheren Imsen Taten: denn so heißt es ..Oer Sünder xd! durch seine Schlechtigkeit nicht straucheln, wenn er von sein«*r Sündhaftigkeit umkehrt «Kzc hiel .TL 12». Nur «laiin erfordert die göttliche Gerechtigkeit Bestrafung. wenn der sümligende Mensch keine Tesehu bah getan bat: wenn er at»er Tex-hul>ah lut. so ist diese g!ci<-hsant ..wie ein Panzer vor «Ier Strafe“. Oie Tex tiubah hat große Kraft, sie bringt den Menschen der götlltfli«*n Majestät nahe. Was ist nun Tesehuhuh? Sie t»« steht «larin. «laß «t« r Siimler sein«* Sünde läßt, sic aus seinem |)t*iiki*it und Sinn«*n «»ntfernt un«t t»eschließt. si«> ni«* wi« «I« r zu Ih*^ gehen. Oer I ersohuuugstag ist die Z«*it «Ier Tex bu!»ah für alle, tur den Kin/etmn un«t für «lie (i«*samtheit. i’es« hubah und der lYrsühnungslug können nur dir Sunden zwischen Mensch un«l Gott sühnen. w«*nn man zum Beispiel etwas I ertmten« s geg«*ssen halt,* u. a. Sünd,*u at»«*r. «lie «hm Nelrnnmens« heil ang« h« u. w«*un man ihn z B. verletzt hat und Aehnliches. k«~»nnen einem nicht verziehen werden. I»« vor man «i«*m an«t,*r«*n das geg«*!"*n ii.it. was man ihm schuldig war. und I»« vor man ihn l-sänttigt hat Au«-h wenn man dem auder<*n b, zahlt hat. was man ihm -« huldig geworden war. muß mau ihn «lemuM-h Ix’sänftigeii und uni Verzeihung bitten. Will «Ier Beleidigte keine Verzeihung gewähr« ü X» soll «ier B«*h*i«Iiger drei seiner. Freunde schu ken. damit sie ihn bitten, ihm zu verzeihen. Man schick«* auch ein zweites und ein drittes Mal zu ihm. Will er auch dann noch nicht verzeihen, s«» läßt man ihn. Oer nu llt vrgclvn wtdllc. ist dann der Sünder. Iler Mciix h soll nicht hartnäckig sein. Kr sei vielmehr leicht zu versöhnen und x bwer zu erzürnen. Vef- Maier und Malerinnen halnm so Gelegenheit, mil ihren ArU-ilcn vor «Ii«* jüdische Oeffenlli« bkeit zu lret«'li. Oer sebatfende Künstler l»rauelit ja aiieti die Resonanz Iii den B«*lrachlen«len urul V«*rsteh« §ut«*n — sonst müßte seine Gestaltungskraft verdorren, wie die Pflanze verkümmert, der Luft und Sonne fehlen. Oie Ausstellung wir«! einen umfassenden Kmhli«'k in «bis Schalfen unserer bildenden Kiinsth'r uml Künstlerinnen geIm*m. N»her«*s leiten w ir in nä« bsl«*r Nummer mil. Buchau. Im ()kt«»l»er verx hi«*den Frau Anna Weil und Frau F a n n y W e i I. l)as große Trauergeleile bewies die Wertx bälzung. «lie man lx»iden Frauen «*illgegenbra« hie. — R:ihlnn«*r Or Schlesinger ist tlir das Winl«krsemester als Dozent an das Jü«Iis< he Lehr haus in Stuttgart t»« rufen worden. — Oie Jüdische Win terhillc in unserer Gemeinde wird durch das Vorsteher amt uit«t den Vertrauensmann. (lemeindepfleger Sieg fri« d Linst ein. sehr gefördert. Nach Erledigung der Vorurteilen Konnte der Gemeinde Vorsitzende auf den S. NovemU*r zu einer Gemeind« versammtung ein l»«'rul,*n. M «» ritz V i e r f e I d «• r . der Vorsitzende des Kollegiums, eröffnet«* «lie sehr gut liesuehte Versammlung. Kr «tankt« dem Synagogenehor für dessen intensive ArtM'it und hat alle Chorsänger, sich weiterhin restlos hinter die Ghorleitung zu stellen. Dann sprach Siegfried Einstein nix r die Jüdische Winterhilfe. Er 'ri«-htete einen warmen Apfu*ll an alle, sieh für «lioes Hilfswerk einzuselzeti und sprach auch eine Mahnung an die t nierstüt zungsix dürftigen aus. selt>st dazu tu i zutrag, n u*vtl. «turcli ihnen gelxitene Arl»eitent, die (ie- Ix'mtcn. die oft selbst xhwer zu kämpfen hätten, zu entlasten. Zum Schlüsse erläuterte der Redner die verschollenen Arten «Ier S|H‘nden. — An das Referat seliloß si«'h eine Besprechung ülx»r die kommenden jüdischen Wahlen an. Die ausscheidenden Vorstehern ml »»Mitglieder Moritz Vierfelder und Franz Moos wurden allgemein wieder zur Annahme ihrer Mandate aufgeforclert, wozu sich diese wieder bereit erklärten. Kür die Lan- «lesversammtung wurde Kranz Moos wieder nominiert. Als Ersatzleute für das Vorsteheramt wurden NorlxTt Kahn. Hermann M<k>s, Max Weil und Siegfried Einstein genannt. Wahlversammlungen finden npn nicht mehr statt. Siegfried Einstein dankte nochmals Moritz Vierfelder für seine hingebungsvolle Arbeit im Dienste der Gemeinde, was den allgemeinen Reifalt der Versammlung fand. Cregllngen. Am!. November begingen Oberlehrer i. R. I. Preßburger und seine Gattin Caroline geh. Oberndorfer in voller Rüstigkeit das Fest der Goldenen Hochzeit im Kreise ihrer Kinder in Berlin. Möge dem Julx'lpaar. das sich zeitlebens in verdienstvoller Weise auf dem Gebiete der Wohlfahrt betätigt hat. noch ein langer sonniger Lcbcnsat>end he schieden sein! rt'ihung gewähre man gern und aus vollem Herzen. Selbst dann, wenn man tief verletzt worden ist. Oie Tora legt daher Wert darauf, daß man nichts nac hlrägt und die Sache sieh vollkommen aus dem Sinn schlägt, um sie völlig zu vergessen. Dies allein ist die richtige Charakterhaltung. die die Kultur der Menschen und ihr Zusanimenlelx'ii ermöglicht. Sieh nicht zu rächen und nichts naebzutrageii ist «lie Art jüdischer Menschen. Oie Heiden sind darin anders. Sie bewahren ihren Zorn ewiglich auf. So heißt es mich von Gil»eonitern, daß sie ein ihnen zugefüglc* I nrnhl nicht verzeihen wollten: ..Oie (iilx'onitcr gehören nicht zu den Kindern Israel.** Eine groß«* Sünde ist es. einem Baal Teschubah zu sagen: ..Denk an dein«* früheren Handlungen“, oder sie auch nur zu erwähnen, um ihn so zu l»eschämen. Ja ihn auch nur daran zu erinnern, ist verlüde». Es fällt unter «las Verlxit „Kränkung durch Worte . «las in «Ier Tora axisgespro« heil wird: ..Ihr sollt einander nicht kränken" (it. Ruch Mose 25, 17i. Uber Laschon hara,(die Bösrede). Oie Weisen sagen: ..Bei drei Sünden lx*straft man «len Menschen auf dieser Well, und er gehl seines Anteils an der zukünftigen Welt verlustig: lx*i Götzen dienst, rnzucht und Mord. Rösrede aller ist «ti«* alter schlimmste Sund«'. Sn* erschlägt drei Menschen: «teil, der sie ausbringt der sie annimmt und den, auf «teil sie si« ti U'zicht. Auch im '(-herzhaften und leichtsinnigen Erzählen von Rösreden. wenn es auch nicht aus Haß geschieht, liegt eine ..Spur von Rösrede. Salomo in seiner Weisheit hat dies so gekennzeichnet: ..Wie ein U nsinniger mit Geschoß und Pfeilen schießt und tötet, also tut ein falscher Mensch mit seinem Nächsten und spricht danach: ich halte gescherzt.” «Sprüche *Jtt, IH lü.l über Genewath Daath (Täuschung des Nächsten). Mau soll nichts reden, was man nicht innerlich so meint. Man darf die Menschen in keiner Weise täuschen. auch nicht einen Nichtjudeii. Man darf ihm z. B. nicht das Ft« is« h eines gestorbenen Tieres als Fleisch eines geschachteten verkaufen, obgleich es für ihn doch keinen Killers« hied Ix deutet. Man soll keinen dringend bitten, zum Essen zu bleiben, von dem man weiß, daß «*r «loch nicht milesx n wird. Man soll auch, wenn man einen Gast hat. nichl ein Faß öffnen lassen, als oh es zu Ehren des Gastes geschehe, wenn man es ohnehin zu (iex liäflszweckeii hätte allste« hen lassen. Oie Sprache sei vielmehr wahr, der Sinn gefestigt und das Herz rein und frei von jeder List und Tücke. Göppingen. Oer hiesige ..Jüdische Kulturbund Mcrkuria hat sich nunm«*hr dem ..Reichsverhnnd der jüd. Kulturbund« in Deutschland" anges« blossen und wird seine Tätigkeit nach Beendigung der organisatorix In n Vorbereitungen in Bälde aiifnehmen. Göppingen. Schwer hat der Schnitter Tod in den letzten Monaten unsere Gemeinde und ihre Filialgemeinden heimgesucht. Am *27. S« ptemlx r standen die Gemeinden!itgtieder wiederum vor einem offenen Gralx*, hereitel, «lie irdische Hütte der im 74. Letx nsjahr verslortx'iien Krau Berta Block geh. Gutinann aufzunehnieii. Oie Verstorlx'iie teilte mit ihrem vor einigen Jahren dahingeschiedenen Ehegatten 41 Jahre in glücklichster Ehe in S« hopft«»« h. Nach seinem Tode kam sie nach Göppingen zu ihren Söhnen, die hier aus einem kleinen Betrieb inzwischen ein bedeutendes Industrie unternehmen entwickelt hatten. Frau Block hihtete auch hier wieder den Mittelpunkt im Kreise ihrer Kin- «ler und Enkel. Sie war eine strenggläubige, tiefreligiöx* Frau, eine vorbildliche Gattin und Mutter, eine Wohltäterin «ier Armen — kurz gesagt: eine wahre ..«x het ehajil". Die ganze Gemeinde trauert um die vortreffliche Krau, deren Lebensbild Rabbiner Or. Tänzer in seiner Grabrede plastisch erstehen ließ. Inzwischen hat sich das Grab wieder ülx*r einem treuen und beliebten Mitglied unserer Filinlgenieinde Kirehheini u. T. geschlossen: Frau Helene Kahn geh. Sinn, die am 30. Oktober im Alter von 50 Jahren verschieden ist. Auch diese Frau lebte ein echt jüdisches Lehen als Gattin und Mutter. Ihr Andenken wird für immer unvergessen hleitxMi. Göppingen. Am 24>. Oktober sprach auf Veranlassung der Zionistischen Ortsgruppe Schuldirektor Rosenthal vom Landschulheim Herrlingen über ..l)ie jüdische Schule". Der Redner ging von der Entwicklung der jüdischen Schule in früheren Zeiten aus und zeigte, wie sie sich während der Emanzipation zu einer Stätte der Assimilation mit religiösem Einschlag entwickelte. Dies kann heute, so führte der Redner aus. nicht mehr der Sinn einer jüdischen Schule sein. Ihre Aufgaben sind vielmehr, unsere Kinder im Sinne der Israeliten der Bibel zu* aufrechten und gesunden Mens« hen zu erziehen und dabei Baum und Zeit zu berücksichtigen. Diese Grundsätze müssen in allen jüdischen Schulen Deutschlands und der Welt Geltung erhalten. Die zwischen Lehrern und Kindern erforderliche Wechselwirkung wurde von Direktor Rosenthal besonders betont. Auf die praktische Durchführung des Schulplans konnte er mit präzisen Darlegungen nicht eingehen. da die gesetzlichen Vorschriften hierfür noch nicht bekannt sind. Wie aus der Aussprache hervorging, rechnete die Mehrzahl der vielen Zuhörer aber gerade auf Ausführungen dieser Art. Dem Redner wurde am Schluß lebhafter Beifall gespendet.