Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- XII (1935-1936)
- Issue
- 14 (16.10.1935)
- Date
- 1935-10-16
- Page
- Seite 103 (sequence 1)
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Gemeinde Hertrrnü VQr Sie ifraelitifi&ea atmtint n 2BHrMtm0(roti Bezugspreis RJi 1.13 vierteljährlich, zuzüglich post- und Zustestsebühr postlcheckkoato 362 38 lkrschetut monatlich zweimal, am 1. und 16. Sei INchterscheti,»» Infelee höherer Gewelt besteht Mit Anspruch auf Höchstes"»»« des Blattt* »h. ZtSckreftetto»« des 2»i»gsheld«s Verlag und Sdirlftleitung Lsraelittftbe Verlagsanstalt <S Kernspr. 2232» * GtuttgartsR * kkase m.b.H. rnenftr. 13 Anzeigenpreise taut aosltegender Preisliste. Velträ-e find zu richten an die 3t<taftfoa. Jlchwerlangte Mannstripi» werde» nur zurückgesand Ttückporto deiliegt. —i--— , wenn XII. Jahrgang Siuiigari, 16. Ottobei 1935 7^-. 1^ Appell an die Hausväter. Von Dr. Martha Wertheimer. Viele jüdische Haushaltungen Ix linden sieh zur Zeit in einer Umstellung: sie sind dulrei. eine Neuorganisation hcrauszubilden, bei der die Hausfrau alle häuslichen Arbeiten ohne Hilfe oder mit einer sehr viel geringeren Hilfe als seither selbst ausführt. Dat»ei wird die Neuanschaffung von technischen Mitteln wie Haushaltapparate und dergleichen eine Bolle spielen. weit mehr aber noch eine Einschränkung im YVohnraum. Das alles sind keine unüberwindlichen Schwierigkeiten, wenn die äussere Umstellung von der inneren begleitet wird. Aber diese innere Umstellung haben nicht die jüdischen Hausfrauen allein zu übernehmen, sondern sie bedürfen dabei sehr wesentlich der Hilfe der jüdischen Hausväter. Ueber eine erste und einmalige Mehrausgabe hei der Anschaffung von technischen Hilfen wird jeder Mann mit sich reden lassen, zumal ihr eine ..ratenweise Rückzahlung** in Gestalt der Einsparungen an Lohn und Unterhalt entgegensteht. Weit wichtiger ist« dass die Männer nicht ihren Frauen eine Flucht vor der Verantwortung oder vor der Arbeit, eine Flucht aus dem Heim ins Hotel oder die Pension ermöglichen, indem sich die Frauen 1km der Besprechung von Neueinrichtungen und Umstellungen hinter Meinungen verschanzen können wie die: „Das kriegen Sie bei meinem Mann nicht fertig!** „Da bringt ich meinen Mann niemals dazu!" Solche Y'erschanzun-i gen unterschätzen die Männer entschieden. Unsere Männer haben sich und uns im Schützengraben Ihm wiesen, was sie an Entehrungen auf sich nehmen können — es wird nur ein Bruchteil davon jetzt von ihnen verlangt. Und die Generation, die den Krieg nicht mehr mitgemacht hat, die kennt von der Fahrt und dem Lagerleben, der fröhlichen Selbsthilfe l»ei Lernzeiten und Tagungen all die Arbeit, die. sonst die Hausfrau macht und üln rschälzt weder den Luxus noch das Bedient werden Verengung der Lebenshedingungen von aussen her braucht noch'lange nicht zu Indeuten. dass man sie auch von innen her verengt. Die Tugenden der Pünktlichkeit, Sparsamkeit und Sachlichkeit kann jeder Mann von seiner Hausfrau verlangen und die Einhaltung ihrer ..Dienststunden'*, die mit seiner Freizeit zusammenfallen müssen — ihre eigene Freizeit muss sie sich so einrichten, dass der Mann nicht darunter not leidet. Aber es gibt auch eine ganze Reihe von Forderungen, die jetzt für eine lange Weile nicht gestellt werden dürfen, besonders während der ersten Monate, solange noch das Umgewöhnen dauert, solange die Maschine noch j»twas knarrt und manchmal stockt. . Manche Handreichung, die seither ohne weiteres getan werden konnte, wie zum Beispiel das Herrn veränder- Mithringen hüftsfreund Zukunft. ib Ztik »inen; auslegen von Anzügen u. ä., stellt unter dt i ten Verhältnissen eine Belastung dar. Da, eines Gastes, dem man als einem Ges aufmerksam sein möchte. In deutet für viele die Hausfrau über Gebühr in Anspruch nbhinen; denn es handelt sich ja nicht nur darum, dass tfinfuch jemand mitisst, sondern, dass der Tisch fri »ch gedeckt, mehr Geschirr gespült werden muss, dass n an aus dem Hauskleid, und wenn s noch so sauber ist, heraus und in ein besseres für den Besuch muss. K hjinigkeiten, die als Summe viel Nachdenken. Tempo, Mohrarlndt verlangen und nicht einmal als das gewe lei werden. Ueberhaupt wird, der Hausvater sich riner neuen Form der Gastlichkeit anpassen müssen, d et der Hausfrau ganz von selbst natürlich werden *ird. Der Tischgast wird seltener werden — es sei drijm. dass es ein Mensch ist, der sich bereit findet, in dt r Küche mit Hand anzulegen, wie das unter Junggesell innen schon lange der Fall ist« Dafür wird sich eine i cfu» schlichtere Form der Geselligkeit einste|len. die nicht weniger schön und beglückend zu sein braucht. . lijer Umstellung im Geist und in den Ansprüchen mus« jon a I 1 e n verlangt werdon. Appell an die H : u s v ä I e r I Kleine Verzichte und viel Geduld, guter Willen und Bereitwilligkeit zur Mithilfe — dann wird si< h| die Hausfrau in das Neue ihrer Lage leichter lim Ich und den Lohn davon hat — das H e im! t!- Von den Notwendigkeiten eines Kulturbund-Programms. Von Dr. Friedrich Brodnitz, Berlin B?ijli Oeff. ehk ‘ köj Im Mannheimer „Israel. Genaeindeblat licht Dr. Friedrich Brodnitz l sehr beachtenswerten, gi undsätzlichen Ar Thema „Kulturbünde und jüdische Wir entnehmen diesem Aufsatz. einen Ai sich mit der Bedeutung des Kulturbund lind seinen seelischen YVirkungsinögll Dr. Brodnitz schreibt: „Die jüdischen Kulturbünde i werden Dauer nur dann Bedeutung verschaffen es ihnen gelingen wird, einen führenden Ihmi des heutigen Judentums zu erobern Frage der direkten Beziehungeri zwische den und jüdischer Öffentlichkeit wird Form der Kulturhundarheit selbst der s antwortungsb« w ussten Ueherprüfking bedü ter. künstlerisch hochstehender und le Leistungen der Bünde sein werden, desto der Raum sein, den die Kulturbünde in Leben der Juden von heute einnehmen aussetzung zur Erreichung dieses Zieles n Erkenntnis sein, dass eine in ihren* Grün i veröfrentinl einen t(kel über das tmtlichkeit*'. sschnitt, der •Programms ijen befasst. .! , h auf die [inen, wenn P)atz im Le- NYIrmi der 1 Kulturbün- Inhalt und äpdigen verfon. Je ech- XMidiger die grösser wird öffentlichen ie erste Vor uss dabei die dfeslen sich Laubhüttenfest . i... Wir denken oft ans ferne Kinderland, An jene Zeit der erntefrohen Feste, Oa einer Mutter nimmermüde Hand j Oie Hütte uns geschmückt zum traulich-stillen Jsefle. Fm grünen Laubdach — prächtig anzusehn — Lockt reifer Herbstfrucht bunte Farbenpracht^! Und zwischen Flitterwerk und himmelblauen Echleha HM unser Mögen Dowid treue Wacht . . Oie Echabboslamp« brennt. . . Ihr milder Schein Erfüllt den Raum und macht die Herzen beben. Oer Vater preist den guten »Reuen Wein^, j Oie Mutter rühmt ein gotterfülltes Leben. Von all' dem ist Erinnerung geblieben: Ein weher Gruß dir, jugendfrohe Zeit! Wir bergen dich, wie unsre toten Lieben, Als tröstend Gut — bis in die Ewigkeit. Hans Stern heim wandelnde Gemeinschaft auch ihr künstler leben und Nucherleben nur in g e w a n d e halten und Formen finden kann. Wenn die Kulturbünde sich damit begnügen würden. Rahmen unverändert Form und Inhalt des liehen Kunstbetriebes zu übernehmen, so > sehr schnell jedes Gehör bei den wirklich Menschen unserer Gemeinschaft verlieren, allen Gebieten des Gemeinschaftslebens der heute neue Wege gegangen werden, muss n lerische Arbeit bis in die kleinsten Einzelheit neu a u f g e b a u I werden. Jede der vielqi die sich hier auftun. muss neu geprüft w, Bedeutung künstlerischen Schaffens und Gern eine neue Zeit und eine neue Generation, hältnis eigener jüdischer Kunst zur Kuns lands/zur Kunst der Welt, die AufguUm der neuen Gebiete im Gesamtplan neuen kult In ns. alle diese Probleme müssen bis auf hinab neu durchdacht und geformt werden, ster Grundsatz muss uns daliei gelten, dass Kulturbünden kein Platz, mehr sein darf Kunst, die Menschen unserer Zeit nichts wje mehr zu sagen hat. Nur das wirklich ( Echte ernster und heiterer' Kunst, nur das r— sches Fr I t e n jlnjiidisc^en in neuem »isher übüirden jsie lebendigen wie auf Juden von rn k ii ist - en hinein n Fraz en, djen. Die essens für das Ver- Deutf > h Einzel len grellen l,en Gründ -Als ol »er ri mistVen für sentlii t.se leibt lei eine hes ind nd- Freude zu Simchas Thora durch ein süsses Geschenk für gross und klein I Ich verbinde Preiswertigkeit mit höchster Qualität. Wilhelm Jacobinski HeusfeinerSchokole^den-Erzsugniss« SohloOstrae# «» Twiwfon Poststrefle 17 beim Dreieck 0*0 40 am Postplatz LEIN ” UtfMb 3<uimMU SCHALS / SCHLEIER / MÜTZEN / KRAGEN W.WolfÄ Söhne Baumwolle u. Baumwollabfälle Putzwolle Stuttgart-Untertürkheim Herz A Kops Bettfedernfabrik A.G. Fiutrbach Lieferung nur an Wiederverkäufen Carl well & Co. Bankgeschäft Horb a. N. Schillerstrasse 320 Tübingen Uhlandstrasse 6 Besorgung aller bankmäßigen Geschäfte Kosten Iom Vorführung und Probeetelli ing. 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