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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1935-08-16 · 10 (16.8.1935) · p. Seite 75

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
XII (1935-1936)
Issue
10 (16.8.1935)
Date
1935-08-16
Page
Seite 75 (sequence 5)
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- 75 — dem kommenden Zionislenkongreß zusammenhängende Fragen informieren. In schlichter, aber ühcrai(g sachlicher und parkender Weise sprach l)r. Friedenthal, den man auch in Stuttgart als Redner und zionistischen Sachkenner schätzt, von der Bedeutung des 19. Kongresses, der „Tribüne des jüdischen Volkes", von der es der Welt seine Nöte, alter auch seine Hoffnungen dartun will. Der Redner gab einen l'eherhlirk über die Leistungen und Krfolge der Exekutive seit dem letzten Prager Rongrcfl im Jahre 1933. Er unterstrich die planvolle Führung der Exekutive, die dem Aufbauwerk eine grolle Anleihe gesichert hat und damit einen auLlerordentliclicn Vertrauensiteweis der nirhtjüdisehen Welt für das jüdische Palästina erhielt. 2K 200 Zertifikate für Arlreilerein Wanderung hat die Exekutive ausgelte» können, danelien 700 Genehmigungen für Jugendalijah. Heute stellen die Juden 26 Prozent der palästinensischen Bevölkerung dar - doch bis zu ihrer Majorität ist es noch weit. Aber der Zionismus hat sieh nie an Zahlen berauscht — auch in den schwersten Zeilen wurden seine Ideen verfochten. Wenn nun auch alle Zweige der Wirtschaft Erez Iraels einen gewaltigen Aulschwung genommen halten, so ist in die hochhedeutsame gemischte Landwirtschaft nur ein kleiner Bruchteil des Kapitals geflossen. Daltci ist ist es seil llerzl eine zionistische Grunderkenntnis, datl «las B a ii «- r n t u m in seiner Bodenverbundenheil die tragende Plattform des gesamten Aufbaus ist. Wie im Hule Gebiet, so warten auch im Süden des Landes weite Landstriche auf den Flug des jüdischen Rauem — aller das palästinensische P r i v a t k a p i t a I ist für diese kolonisatorische Arbeit nicht flüssig zu machen. Alles, was bis jetzt auf diesem Gebiet geleistet wurde, stammt aus dem nationalen Kapital des „Keren Kajcmctli ' und des „Keren Hajessod". verbunden mit dem zionistischen Einsatz des Einzelnen. Das grolle Problem lies Aufbaues ist nun, daß jüdische Arbeiter auf dem Lande eines Tags zu Grund und Boden kommen. Die Sicherung dieses Ziels ist die wirksamste Hemmung der Landflucht. Hinter den heute oft gehörten Formulierungen „Palästina ohne Zionismus!" »der „Religiöser Palästina-Aufbau" steckt eigentlich nur die Angst vor einer Politik, in der die Juden seit zwei Jahrtausenden endlich wieder Subjekt sind. Aber die Judenfrage kann als eine politische Frage nur mit politischen Mitteln gelöst werden. Es kommt einzig und allein darauf an, ein Gesetz jüdischnationaler Disziplin aufzustellen, dem sich die Parteien zu la ugen halten. Die neue Exekutive hat die Aufgala». diesen Gedanken im jüdischen Volk zu verwurzeln. muß Verantwortung statt Sympathie, Mitarbeit statt Unterstützung fordern. Wie wäre unsere Situation ohne Palästina, ohne die Hoffnung, daß unsere Jugend noch eine Zukunft hat?! Das Größte, was der Zionismus geleistet hat — es ist die Schaffung einer Idee und eines Ideals, für das es sich zu leben lohnt. — Dr. Paul T ä n z er dankte dem Redner, dessen Ausführungen mit stürmischem Beifall aufgenommen wurden. Die „Halikwah" und die „Techesakna" la s« blossen den wertvollen Altend. Gottesdienstzjeiten fflr die Israelitische Gemeinde Stuttgart. Hauptsynagoge Hospitalstraße. 17. August Sabbath 18. August Werktagsgottesdienst 19. -22. August Werktagsgottesdienst 23. August Werktagsgottesdienst Freitagabend 24. August Sabbath, Neumondverk. 8.30 Uhr morgs. 8.20 Uhr abends 8.00 Uhr morgs. 7.00 Uhr abends 7.00 Uhr morgs. 7.00 Uhr abends 7.00 Uhr morgs. 7.00 Uhr abends 8.30 Uhr morgs. 8.06 Uhr abends 25. August Werktagsgottesdienst 8.00 Uhr morgs. 7.00 Uhr abends 26.-27. August Werktagsgottesdienst 7.00 Uhr morgs. 7.00 Uhr abends 28. August Jom Kippur Kolon 29. August Werktagsgottesdienst Neumond 30. August Werktagsgottesdienst Freitagabend 31. August Sabbath 7.00 Uhr morgs. 12.30 Uhr mittags 7.00 Uhr abends 7.00 Uhr morgs. 7.00 Uhr abends 7.00 Uhr morgs'. 7.00 Uhr abends 8.30 Uhr morgs. 7.52 Uhr abends Gottesdienstzeiten Synagoge Israel. Religionsgesellschaft, Schlosserstr. 2 16. Aug., Freitagabend 7.20 Uhr abends 17. Aug., Sfbabbos 18. -23. Aug. 23. Aug., Freitagabend 24. Aug., Schabboa 25. -30. Aug. 28. Aug., Jom Kippur Kolon 30. Aug., Freitagabend 31. Aug., Schabbos 8.00 Uhr morgs. 1.00 und 4.00 Uhr nachm. 8.20 Uhr abends 6.30 Uhr morgs. 7.45 Uhr nachm. 8.15 Uhr abends 7.10 Uhr abends 8.00 Uhr morgs. 1.00 und 4.00 Uhr nachm. 8.10 Uhr abends 6.30 Uhr morgs. 7.30 Uhr nachm. 8.00 Uhr abends 12.40 Uhr nachm. 7.00 Uhr abends 8.00 Uhr morgs. 1.00 und 4.00 Uhr nachm. 7.55 Uhr abends Aus den Gemeinden Württembergs. Stuttgart. Die Schekel-Aktion für die Jahre 1934/35, die nunmehr endgültig abgeschlossen ist, hat die außerordentlich hohe Zahl von 100 863 Schekalim erbracht. Wie unsere Leser wissen werden, bildet die Schekelzeichnung die Grundlage für das Wahlrecht zu den Zionistenkongressen. Darüber hinaus stellt die Zeichnung eines Schekels ein Bekenntnis zum jüdischen Aufbau Palästinas dar. Die Schekelaktion, die bekanntlich unter den Juden der ganzen Welt durchgeführt wurde, ist auch eine Art von jüdischer Volkszählung (wie ehemals in biblischen Zeiten). Da sich das deutsche Judentum am 18. Zionistenkongreß im Jahre 1933 nicht beteiligt hat, stehen als Vergleichspunkte für den Erfolg der diesjährigen Schekelaktion in Deutschland allein die Schekelzahlen des 17. Kongresses vom Jahre 1931 zur Verfügung. Während damals in Deutschland 27 078 Schekalim gezeichnet und auf Grund dieses Ergebnisses 9 Delegiertet zum 17. Kongreß entsandt wurden, wurden in diesem IJahre, wie schon erwähnt, 1Q0863 Schekalim gekauft und damit die Grundlage für die Entsendung von 34 Delegierten aus Deutschland zürn kommenden Zionistenkongreß geschaffen. — Es dürfte unsere Leser interessieren, daß in Stuttgart 935 Personeü den Schekel erworben haben. Im Jahre 1931 würfen in Stuttgart kaum 50 Schekalim abgesetzt. — j Unter den 34 deutschen Delegierten befinden sich Kurt Blumenfeld, Rabbiner Dr. Max Grüne iw a 1 d (Mannheim), Dr. Siegfried Moses, Dr. Alfred R a b a u, Dr. Hans Friedenthal, Dr. Michael T r a u b (alle Berlin) und Salmann Sch oic k e n (Zwickau). Unter den Ersatzdelegierten finde»! wir Rechtsanwalt Dr. Paul Tänzer, den Vorsitzenden der Zionistischen Ortsgruppe Stuttgart. Wie wir hören, wird im September in Stuttgart der erste große Palästina-Tonfilm „Land der Ver h e i ß u n g“ aufgeführt werden, der im Auftrag des Keren Hajessod von der Urim Palestine Film Company Ltd. Jerusalem hergestellt wurde. Man sieht der Aufführung dieses in vielen jüdischen Gemeinden schon mit größtem Beifall vorgeführten Fijmwerks mit gespanntem Interesse entgegen. Stuttgart. Man schreibt uns: Am 27. Juli veranstaltete der Sportklub „Hakoah" gemeinsam mit der Z. O. G. eine llerzl- und Bialikgedenkfeier. Die ülieraus gut liesuchte Veranstaltung brachte als Mittel punkt eine Gedenkrede Ernst F r e u d e n h ei m s , der in klarer und farbiger Weise die Persönlichkeiten und die Bedeutung unserer beiden, grossen Toten Umriss. Eingeleitet und liesrlilosscn wurde die Feier mit Variationen für Klavier über jüdische Volkslieder, komponiert und hervorragend wiedergegeben von Susi Straus». Dazwischen wurden Herzt Worte, Zucker inanns Gedä« htnisgedi« ht auf Theodor llerzl, zwei Briefe Bialiks und einige seiner Gedichte von Ruth Richter und M~u x G e I I h o r n eindrucksvoll gelesen. Die stimmungsvolle Feier endigte mit der gemeinsam gesungenen „Halikwah". Edelfingen. Das „IlcilhronnCr Tageblatt 1 „-richtet aus E «I e I f i n g e n, OA. Mergentheim: „In der letzten Gemeinderatssitzung wurde über den Zuzug von auswärts verhandelt. Es wurde daliei, laut „Tauber- Zeitung", ausdrücklich iM'lont. «laß es gänzlich unerwünscht ist. «laß noch weitere Juden hierher ziehen oder hier e i n h e i r a t e n." Lauphrlm. Anlässlich seines 70. Geburtstages wurde Sam Steiner (New York), ein besonderer Wohltäter der hiesigen Gemeinde, hoch geehrt. Das Israel. Vor steheramt üliersandtc dem Jubilar ein Glückwunsch schreilicn, in dem der Dank und die Verbundenheit der Gemeinde mit ihm zum Ausdruck kommen. Am Sabbath, dem 13. Juli, sprach Religionslehrer Silber mann ein Gellet für Sam Steiner, in dem er Gottes Hilfe für sein ferneres Wohlergehen erflehte. Sam Steiner ülicrgah dem Gemeindevorsitzenden, Simon L. Stein e r, eine namhafte Summe zwecks Verteilung unter die jüdischen Wohlfahrtsanstalten Württembergs, hiesige jüdische Vereine und Bedürftige. Möge es «lern verehrten Jubilar noch in vielen gesegneten Leliensjahren vergönnt sein, solch edles Tun zu üben. Rexlngen. In letzter Zeit hatte unsere Gemeinde mehrere Todesfälle zu beklagen. Vor kurzem trug man Alfred L e v i, der durch seine früher betriebene Mazzoth Bäckerei und seinen späteren Mazzoth-Versand weithin bekannt war, zu Grabe. Kurze Zeit darauf wurde sein Nachbar, Max Landauer, zur letzten Ruhe gebettet. Landauer, der Vorstand der „Chcwra Gemiluth Chesed" war, wurde auf dem Markt in Saulgau mitten aus seinem Beruf heraus vom Tode ereilt. Das große Trauergeleile zeigte, wie beliebt beide Männer, die im Alter von 58 bezw. 65 Jahren stärkten, waren. Unser Gotteshaus wird zur Zeit renoviert. Die Ar Iteilen werden erst bis Mitte September beendet sein. Der Gottesdienst findet einstweilen in den unteren Räumen der Wohnung von Frau Rosa Löwengart statt. Zur Zeit weilen hier zahlreiche jüdische Kurgäste; auch unsere Jugendherberge wird gut besucht. Ulm. Vor einer zahlreichen Hörerschaft veranstaltete der Kulturbund am 13. Juli einen Rezitationsabend mit Otto Bernstein (Dresden), dessen grosse Kunst wir anlässlich seines Auftretens in der Stuttgarter Jüd. Kunstgemeinschaft schon gewürdigt haben. Chassidisrhe und biblische Legenden führten in längst vergangene Tage — besonders ergriffen wurden die Hörer aber durch die meisterhafte Wiedergabe des letzten Kapitels — „Renoni" — aus Thomas Manns Josef- Roman. Ulm. Am 12. August durfte Frau Berta Hommel geh. Wandcrsheim, die Witwe des hier unvergessenen Kantors und Schochcts, ihren 80. Geburtstag feiern. Wir wünschen der noch geistig und körperlich rüstigen Jubilarin, die durch ein hohes Gottvertrauen und einen tapferen Lebensmut ausgezeichnet ist, noch viele frohe und gesunde Jahre. Alleinverkauf der Weltmarken Bally Angulus Domdorf Edox-Sdmh-Co. Königstraße 19 B Reserviert. 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