Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- XII (1935-1936)
- Issue
- 7 (1.7.1935)
- Date
- 1935-07-01
- Page
- Seite 62 (sequence 8)
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— 62 — lassen. IW Oberrat und die Gemeinde haben be schlossen, rin Spargutaehten einzuholen. Die der Reifhstertrrtunff unKe^rhlAisene «Vereinigung zur Fürüerung der Hirtsrtiaftl. Jnteressen In Deutsehland ansäs«ii;rr und ansässig genesener Juden** wird die Prüfungen vornehmen. Km morde melier beschlossen, daß Aufgaben für das Rechnungsjahr 19.14 .15 nicht mehr nachträglich geleistet i werden dürfen, bezüglich der Autmendungen für ’ditj Einrichtung de» Jugend heim* wird sich der Obmaiin der Finanzabteilung mit der Jugendabteilung in Verbindung setzen. — Zum Sehlull der Sitzung, an die sich eine nichtöffentliche an-chlott. erstattete Sanitätsrat I>r. Ries den Bericht der l'riedhofabteilung. aus dem nichts Wesentliches herior/uheben ist. Stuttgart. Die Kr. Wliisen- und Lrziehiingsansl.dt .,\\ i I h e I in \ p | | .• y ,* in ISsIin^en hielt am -.1. Juni im N-i.il der Sluttgart-(l-nge ihre diesjährige Mitgiieder>. immliing ab. Der Vorsitzende. Reehtsanv all Dr A I t r e d Schweizer. idmele naeh herz-!;■ her He^:-:tssiing d, r Anm ' >en«i. n warme (iedenkw.»r! dem <1 itr<*li l'iipäs^lii td.rit verhinderten Ihnan 'irstand. I.aimgerii hl'direktor i. R. Ludwig S l e? ii den er als klaren, gütigen und allezeit hiltsl»erih n Mann treHend z. i. hnete. Die vom Kassier. Dr. liihluT I. "Vvcihl: in. (erstattete Hetrie|»sreehnung!> t ein.-: spr;« lindn liewj is für die zieli»ewnsste. Itaiishällerisrlie ladtuug »i* rj Anstalt. wofür Aiistallsdirektm- Dl» ■» d .« i K <; t ji s e h i I d unter lebhafter ZiMimrmng der Vitv Mn<^n gedankt \\iir<le Wirt* s< hatlspMiter .1 ti j i ii s |* a ii I Kppstein und die Revisor -. «M -Aaligf'-n «In ausgezcielinete Kassenführung. wotiir In l.o\M iis|eii naeh erteilter Kntlastung dureh den X :i/en-ien v>»Ile Anerkennung ausgespro» heil wurde Soi-die vxunle am h «lern Sehrillhihrer. Arthur '•.»eng« i ** m r seine vofhihilii he l'rotokollttihrung ge/olli.; Vorsitzen,ie erwähnte n,»eh in vinrm inleress.iil1 ,*11. \mii « r segeiisreii Im’II Tätigkeit des Vereins N/eiigenden Heriehl ii her das abgelaufene Vereinsjahr, «lass die>• *s Jahr IN Zöglinge 10 Knallen und 1 Miid- . heu konfirmiert werden. Die turmisgemäss ans dem \n>s. hl : heideml. n Mitglieder. Dr. Low en stein und La tu lg*; R t. R. 's t o s »• 1. w urden einstimmig wieder gewählt- Dr Ruhcrl lliroh und Alfred M e I Ii s, hvväle un.iind wurden! eWmfaUs einstimmig /u heuen \iiw-husMnitgliedertij iH-sliinint. L e o p o I d Lev i 7»r >, h ihm Ii dem Vorsitzenden, dein tiesamta u> v hu’.s und \nstaltsdirektirr! Th. Rothschild den Dank der Milgli» der Dir ihr hing« lumgsvolles Wirken im Dienste der seligeren, aber ><» ülxnrus dankbaren Aul* geh?1 aus. die von ihnen betreute Jugend zu tüchtigen judiseheii M. US4 heil zu erziehen. Stuttgart. Ks ist .'ine althergebrachte s. hone Sitte, das^ man na h Reendiguiig gemeinsamen Studiums MIT GUTEM NAMEN Rabbi Pinchas sagte: Wird ein Mensch geboren, sind alle froh, stirbt er, weinen alle. Aber dies ist nicht richtig; vielmehr sollte man sich bei der Geburt des Menschen nicht freuen, da man nicht wissen kann, welches Los und welches Werk das seine wird: ob das eines Gerechten oder das eines Frevlers, ob ein gutes oder ein arges; stirbt er aber, so sollte man sich freuen: da er mit gutem Namen schied und aus der Welt ging in Frieden. Kohelet rabba VII. 4 (Uebers. v. N.N. Glatzer) Tnlmudtraklatcs einen .sogenannten ..Sium", ein Schlusslerncii. nbhäll. Ein solrlies veranstaltete am 23. Juni die Israel. K e I i g i o n s g e s e I I s <• h a f I in ,1,-n Kaum,-ii ,1,-r Slullgnrt-Loge. verbunden mit einem sieh aiisehliessemlen gemütlichen Beisammensein. Wohl fast alle Mitglieder der Religionsgesclls, hallal«er aneli (iäste aus der Hauplgcmeiiide. waren zu dieser religiösen Feier erschienen. Nach einem von liefern lalmmlisehem Wissen rennenden halaehiselien Voriran von Kahhiner l)r. B a m hrrger lilier den zu Ende nelemlen Traktat ..Kiddusehin” und der iililiehen S, Iiliissformel Io Naim unter der liewährlen I.eilunn soll Karl Kahn ,1er gemütliche Teil. Nelx-n Rabbiner Dr. Kamlx-rger /fielen inshe sondere Kahhiner Dr. N <■ 11 w i r t h . Kahhiner Dr. Auerh a e h . sowie Obermhiiungsrnt Mever in ihren Ke,len die tiefe Verbundenheit mil der dureh den Sium in Frv licinung freienden Tradition. Ihnen, wie allen anderen, die sieh um die Verschönerung des Alx-nds verdient cemaeht halH-n. ist lierzliehsler Dank zu zollen. V, rinmdeii mit dem Sium war eine Alisehiedsfeier fhr eines der ältesten Mitglieder der Reügionsgesells, luifl. Salomon Kerker, der mit seiner (iatlin naeh dem Heiligen Lande iiliersiedell. Die Verdienste des Sehei,lenden um die Gemeinde wurden gebührend gewürdigt. — Bis in die späten Nachtstunden blieben die zahlreichen (iäste beisammen, und wohl jeder ging in ,h*m Bewusstsein ein»*s religiösen Erlebnisses naeh Hause, das ihm die Kraft gellen wird, die Schwere des Alltags um so leichter zu ertragen, je mehr das Ewig (■üttlirhe, das sich in Thora und Talmud offenbart, gepflegt wird. Möge das Lernen und das Studium unserer heiligen Lehre von weitesten Kreisen gepflegt werden, zum Segen unserer Gemeinde und unserer Gemeinschaft! Stuttgart. Bei einer von Rabbiner Dr. Leo Hacek namens des Präsidiums des Keren Hajessod naeh Berlin cinbcrutenen Beratung um 23. Juni wurde als Vertreter der Niehtzionisten Deutschlands in die niehtzionisliselie Hälfte des Rates (Council) der Jcwish Agenev, der am 4.. September in Luzern Zusammentritt. neben anderen sechs Persönlichkeiten Ministerialrat a. D. Dr. Otto Hirsch gewählt. Enter den gewählten Ersatzmilgliedern des Councils befindet sieh Gerhard Woil, Heilhronn. Stuttgart. Am 2.',. Juni durfte l-'rau Friederike Hirsch, die Gattin des von Elm hierher üliersiedcdten früheren Rechtsanwalts Dr. Roh. Hirsch, ihren 70. Geburtstag feiern. Der Jubilarin wurden aus diesem Anlass zahlreiche Ehrungen in herzlichster Körnt zuteil, insbesondere halten ihr der Israel. Oherrat in einem Schreiben und auch persönlich durch seinen Präsidenten, ferner das Israel. Vorsteherami, sowie eine Deputation des Israel. Frauenverein-Frauenhunds innige Glück w ünsc he dargehracht und dein wohlverdienten Dank für die wertvollen Dienste Ausdruck g,-gellen, die sie unserer Gemeinschaft auf dem Gebiete der Nächstcnliflaviele Jahre hindurch geleistet hat. Wir scliliessen uns diesen Gratulationen an und wüns, heil, dass der Jubilarin noch ein recht langer, sonniger LcliensabeiKl in körperlicher und geistiger Rüstigkeit Im-s,-hielten sein möge. Stuttgart. Tief lielriiiiert von allen, die sie kannten, verstarb am 23. Juni Frau Lina Miehaelsohn Wwe. geh. Astrieh. Obwohl die Verewigte erst seil 1930, wo sie mil ihrer Tochter, der Gattin des Gemeindepflegers Dr Marlin Colin, naeh liier übcrsiedelte, unserer Gemeinde angehörle, hat sie sieh bald in Stuttgart heimisch gefühlt. Weile Kreise verehrten die hochgebildete. feinsinnige Frau, die bis in ihre letzten Tage mit lH-wunderungswürdiger geistiger Aufgeschlossenheit, die sieh mil einem frommen, liebenswürdigen Wesen har moiiisfli paarte, an allen Ereignissen innigen Anteil nahm. Krau Lina Miehaelsohn war die Witwe des Geheimen Medizinalrats Dr. Max Miehaelsohn, der als Kreisarzt im Kreis Meserilz wirkte. Vor ihrer L'ebcrsicdlung nach Stuttgart hat die Entschlafene lange Zeit ihre hohen geistigen Galten in den Dienst der jüdischen Frauenliewegung gestellt. Ihr Andenken bleibt in unserer Gemeinde unvergessen. 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