Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- X (1933-1934)
- Issue
- X. Jahrgang Nr. 19
- Date
- 1934-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
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- 177 - sehr (tut besucht war. Nach der Ansprache des Vorsitzenden folgten instrumentale Darbietungen und Gcsangsvorträge. Die Jugend gab mit hebräischen I jedem und Horru-Tünzen ihrer Begeisterung und I reude Ausdruck. Man war noch lange froh und gesellig beisammen. Die Schiller der Isr. \ cilksschulc und der Iteulschiile l.aiipheiins halle» um 16. Dezember zu einer scheinen < baiiukka-Kcicr im ltnhmen der Jugendgemeinsihuft eingeladen. Sämtliche Schüler gaben in zwei Theaterstücken scheine Beweise dramatischen Könnens. Meisterhaft die Bühnenbilder, anmutig die Beigen and der C'.esung de r Kinder. Der Schüler Siegfried E i u s t e i n hielt die Ansprache. Musikwirtrüge füllten die Bausen. Tine sorgfältig vorbereitete Bescherung .erfreute die Kinder. Namens der Gemeindedankte Simon I.. Steiner Ich rer 's i I h e r m a n n für seine vortreffliche Arbeit. Ebenso dankte er der Jugend für ihre ausgezeichneten I eisiungen. Audi in diesem J.ihie bereitete man den Insassen des S o n t li e i in er A I t e r s h e i m > s zu Chanukka einige frohe Stunden. Oberlehrer Krämer und Ernst B o s e n ' t <• i n hatten die Feier künstlerisch gestaltet. I ran Hedwig Kahn erfreute mit klangschönen Sologesängen (Begleitung I ran Ih - p i n s k i). Junge B.j.K.-Sportler zeigten unter ihrem Sportlehrer Hugo Maier ihr Können, reizende kleine Mädchen boten von krau Kiesel \ i e I o r einstudierte Tänze, und frische Jungen trugen als Hand- und Mundharmonika-Spieler zum guten <,> liugen des Programms bei. — Nach einer weihevollen Vuspruthe von llabbiner Dr. Itr rrmiinii dankte \svl.iut Hirsch fiir die schöne l'eier mit herzlichen Worten. (Nach Redaktionsschluß angegangene Hcrichtc über Chanukka-Feiern folgen in nächster Nummer.) Nochmals: „Selbstbesinnung — und arbeiten!" Da- Mahnwort l)r. II. Merz b a >h e i s in der ersten I Ic-zc-mbc-i - Nummer dieser Zeitung an die Jüdischen Parteien in Stuttgart hat den zionistischen \creinigiiiigeh \ eranlassiing zu Vc'idlei Hilgen gegeben, die von den t A Kreisen nicht nnhcuntwcirtct bleiben können. Den Wunsch Merzbacheis nach einer Eindämmung der Versammluiigstätigkeit können wir nicht billigen. Gottcsdicnstzcitcn für die Israelitische Gemeinde Stuttgart. Hauptsynagoge Hospitalstrafee. 1. Januar 1934 Werktagsgottesdienst 8.00 Ubr morgs. 4.30 Ubr abends 2. -5. Januar Werktagsgottesdienst 5. Januar Freitagabend 6. Januar Sabbatb 7. Januar Werktagsgottesdienst 7.30 Ubr morgs. 4.30 Ubr abends 4.30 Ubr abends 9.00 Ubr morgs. 5.29 Ubr abends 8.00 Ubr morgs. 4.30 Ubr abends 8.-12. Januar Werktagsgottesdienst 7.30 Ubr morgs. 4.30 Ubr abends 12. Januar Freitagabend 4.45 Ubr abends 13. Januar Sabbatb Neumondverkündung 9.00 Ubr morgs. 5.38 Ubr abends 14. Januar Werktagsgottesdienst 8.00 Ubr morgs. 4.30 Ubr abends 15. -19. Januar Werktagsgottesdienst 7.30 Ubr morgs. 4.30 Ubr abends 19. Januar Freitagabend 5.00 Ubr abends Die Tatsache der Ueberfüllung aller jüdischen Veranstaltungen ist ein Beweis für das lebendige •Interesse, dem alle jüdischen Dinge heute begegnen. Wenn die Redner in diesen \ ersummlungen darauf verzichten, ihre jüdischen Gegner anzugreifen. dafür aber sich um so mehr der Vermittlung von Anregungen widmen-würden, könnte eine rege N er sainmlungstütigkeit nur ersprielilich sein. Wenn auch der C e u t r a I . V e r e i n hier keim Vorträge gehalten hat. so hat er doch eine stille und zähe Arbeit geleistet. Es wäre falsch, aus der mangelnden Versammliingstäiigkeit den .Schild! zu ziehen, clafl die grollte Organisation der deutschen Judenheit versagt habe. Es ist im Central Verein hur wenig geredet, dafür aber grolle Arbeit getan worden. In einem Ieil kann der C.-V. die Mahnung Merz Bachers aus vlnllcm Herzen unterschreiben: nicht Sihuiimschlügcrci und Schlagwortgeklingel kann den deutschen Juden in dieser /.eit helfen, sondern nur stille Arbeit und Selbstbesinnung ..Möge insbesondere die Jugend dessen eingedenk sein.“ Wenn es noch eines Beweises für die Notwendigkeit dieser Mahnung bedurft hätte, so ist er durch die Vcidtcriing der zionistischem Jiigcndhünde in der letzten Nummer der Ceineiiiclczeitung erbracht worden. in der ..einer v erantwortungshew iillten Jugend'' die Pflicht zngesproehen wird. ..sofern das Vite überlebt ist. neue Wege zu gehen und für sicim IIller css<- einer wahren Einheit zu kämpfen". Jüdische Jiigendbünde hätten licssei nicht vom .trägen Frieden. der auf der Basis \nn Altem. I eher lebten! ruht", sprechen und gleichzeitig an das t ha nukkafcst erinnern sollen. Denn sie hätten wissen müssen, dali die Entscheidung zur lat in jenem Ilei deuringen nicht von. den Jungen nusgognngen ist. sondern dal! der greise Matliathia allein die Tatkraft zur Entschließung bewiesen. Es verwundert nicht, daß diezionistische Jugend das Bekenntnis zum jüdischen Volk von jedem Juden fofdert. Wer hier nicht mittiit. ist ein Rückschrittler und gilt als Assiuiilant Aber die Jugend operiert mit Bedeformen. die assimilatorisch aus der Umwelt ent nominell sind. Die Judenheit ist weder rassisch eine Gemeinschaft, noch völkisch eine Einheit. Bereits die Propheten haben an die Stelle des früheren völkischen Gebildes das Gottcsvolkstiiin gestellt. Zu den Errungenschaften der neuzeitlichen jüdischen Assimilation gehört es. ein politisches Judentum zu ..fordern" und ein jüdisches Volkstum zu ..bekennen". Die küsung der deutschen Jndenfruge lie gt weder in der einseitigen Betonung eines angeblichen Volks tiims. noch in der Eösiing vom Deutschtum. Nicht das k ntwc‘der-( hier, sondern das Ineinander lind das Miteinander. die Symbiose' und die Synthese1, sind die l.ösung des Judenproblems Dr. Manfred Sichel. Die Eröffnung der R.j.F.'Skihüite Mitteltal. Von der Sportgruppe des Reichsbunds jüdischer Frontsoldaten. Ortsgruppe Stuttgart, werden wir um Aufnahme *lcs folgenden Berichtes gebeten. Die Redaktion. ( hunnkkii! Glitzernder Schnee und klare kalte Sterncnnucht. Einsam ragt ein kleines Haus am Waldesrand über weiße Hänge und Täler. I hei nun erstrahlen in diesem Haus die Iachter und das ..Monns zur" erklingt. Die Skihütte des K.j.K. ist e röffne t Ergriffen stehen die Kameraden und erleben in dieser ernsten Handlung das Symbolische der Keier. Die Skihiitten-Kommission hatte in aller Stille gew irkt, um mit dem fertigen Werk die Führer des l.nndesverhancls und der Ortsgruppe zu überraschen. Durch die l.iebenswürdigkeit einiger Spender war es möglich, zusammen mit eigenen Mitteln insbesondere für die Jhgsnd ein Ski- und Wanderheim zu erstellen, das an Gei nUtlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Aber di ss alles wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht der ^andessWortführer Kam. Hugo Nathan sozusagen über Nacht diese Hütte besorgt hätte. Und als nun die ersten Hüttengäste das von einigen Wenigen so opferwillig Geschaffene sahen da herrsch e helle Begeisterung! Schaut man aus den kleinen lütten feustern ins Tal hinab, so fühlt man sich in di : Alpen versetzt. In der Tiefe, wenige Gehminuten entfe rnt, liegt heimelig das Dorf, man Ididct auf die Be ge und auf die Sprungschanze am Hang ... Und erst lie einfache. aber so geschmackvolle Einrichtung! Zu ebener Erde der Skistall (im Sommer Rcservcschlnfraum). iin ersten Stock Wohn und Schlafräume so V je die komplett eingerichtete- Küche. Wie gemütlich der Vufciithultsruum eingerichtet ist. bew jesc ersten luge. Bis in die Nacht hinein saß mau men. sang, spielte und ..vesperte-". Man kaum, wie rasch die- Zeit verging. Nachdem Kam. Erich C o h n für die Wiri-chuft kommissjon die Hütte in die Obhut der Spor gruppe gegeben hatte-, sprachen die* Gäste. Kam. Dr. S ubergab im Namen des Eaiiclc-v rrbämls eine als Züsch ii II für die- II litte. Kam. Dr. S. Merz dankte allen, die an ihrer Errichtung mit hatten. Kam. Hugo K a u f f in a n u überm t r u u I! Spende u ch e r gewirkt hm im Valneii der Sportubteiluiig die Hütte und dankte insbesondere Kam. Mn \ I.evi-Strau ß. der sich um das Heim an Vorderste-r Stelle verdient gern, cht hat. I in Namen der Jugend sprach Werner L? v i. Vus allen Ansprachen klangen helle Freude ^nd Bewunderung über die geleistete- Arbeit. End wie gut schlief man auf den -Fallen . unter den warmen Decken, die Kai». Wolf gespendet hatte! In der Frühe wurde dann ein kräftige s Feuer gemilcht, und bald stärkte man sich am Kaf ee. den die Damen hervorragend bereite} hatten. Ni n gings ui die Arbeit: Da üben Werner I. ev i um Walter 11 e ii m u ii n emsig mit den Fortgeschiittenen: mit Geduld lind Ausdauer schult der Eeiter der Ski- Abteilung des R.j.F.. Justin E n g I ii n d c r. die Anfänger, die erstmals auf den Brettern stehi-n. Was tat s. wenn manchmal die» ..Hosenbremse“ benutztciirelc! So tummelte man sich den ganzen Sonntag in Schnee und Sonne. Manche sehr gute Leistung konnte man bewundern Als man am Abend nach Hause fuhr, da gab es nur c-i n e Meinung: Sobald wir d i r f e n . g e h I ’s w ie dei ii a ch Mittel! diese zusainmerkte Erich Aus de*i Qemeinden ‘WiictteHt&ecqs. Cohn. Stuttgart. Sitzung des Vorstehe am 13. Dezember 1933. Unter dem V stellvertretenden Vorsitzenden. Karl Lev als I. Punkt der Tagesordnung der Voranse 1933-34 zur Beratung. Berichterstatter war Der Bericht über das Ergebnis für 1932/33 keinen besonderen Bemerkungen Anlaß. Es bei einem Ausgabenbetrag von 145 728.63 einem Ueberschufi von rund 43 800.— RM. Ueberschuß isf zum großen Teil auf die an Gemeinde steuer-Rückständen zurückzufcili Verabschiedung erfolgt durch einstimmige Der Voranschlag für 1933/34 sieht an 86 300.— R.M.. an Ausgaben 155 400.— RM. vtji zur Deckung des Abmangels eine Steuer gegen 3% des Vorjahres sich zwangsläufig Gemeindepfleger Dr. Cohn weist auf dir sichtlich großen Ausfälle hin und regt an, deji salz auf 4% festzusetzen. Der Voranschlag dem einige gewünschte Anfragen aufkläretid wortet waren, zu keiner weiteren Beanstand Ki Ei: a m t e s ohsitz des i, stand plag für rl LevL bot zu schließt TM. mit ab. Der »nähme ren. Die »nähme, nahmen r, so daß n 394% ergibt, voraus- Steuernachbeantung Angab. j ä-Slafttfäftm j (m/fmy KAFFEE zu M.2. — bis 3.S0 das Pfund TEE zu M. 3.M blsT.60 das Pfund In bekannt vorzügl. Mischung«« fl. mager, SMtivt '»"«r»4/i Eugen Mayerlen. Stuttgart BQchsenstraße 15 z Telefon S.-A. 22755/56 SPEZIALHAUS für Flußu. Seefische COild und GeflUgel Pdntto QbbUviubt -SilBleUanln Diu. 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