Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- X (1933-1934)
- Issue
- X. Jahrgang Nr. 18
- Date
- 1933-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
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„9totankd’ <KocMandsJ(<4tee in geschmackvoller Geschenkdose ohne Mehrpreis pfl' Kaffee- Grofyrös terei Gustav Hunjelmann Kaffeeu.Tee- Import Stuttgart-Hamburg tämgstrAb b. WlMmsbou. Fernruf: 20* UH Filialent Charioiienplats 0 Bad Cannsiati, \XHlhelmsplaiz als brennend, betonte aber, daß die Sdiule keine Ghetto-Schule werden dürfe; sie müsse sich aber nach außen und innen als eine echt jüdische Schule erweisen. Eine der wichtigsten Fragen — neben der finanziellen Sicherstellung — sei die Gewinnung geeigneter Lehrkräfte. Der beste Weg hierzu sei, sich an die Reichsvertretung mit der Anfrage zu wenden, welche Lehrkräfte zur Verfügung stehen. Rabbiner Dr. A u e r b a ch anerkannte die Notwendigkeit der jüdischen Schule, hielt aber den Augenblick für eine solche Gründung für noch nicht gekommen. Sanitätsrat Dr. Ries trat für eine unbedingte Entscheidung in der Schulfrage ein, während Friedrich L. Riefe vorschlug, damit bis nach Vorliegen neuer gesetzlicher Bestimmungen zu warten. Karl Lcvi erklärte als Vorsitzender der Finanzkommission, daß die Gemeinde in der Lage sei, die Schule, deren Ausmaß für den Anfang bescheiden sein werde, zu finanzieren. Zur Frage der Lehrerhesrhalfung äußerten sich noch Dr. Auerbach, Dr. Rieger, Oberrechnungsrat Meyer, Anstaltsdirektor Rothschild und Dr. Merzbacher. Die Kosten für die Errichtung der Schule, die im Gemeindehaus in der Hospitalstraße untergebracht werden soll, während die Gemeindepflege in das gemeindeeigene Gebäude Gartenstraße 36 verlegt würde, werden auf 13S00RM. geschätzt, während für den Betrieb — bei einem Schulleiter und zwei Junglehrern — ein Jahresaufwand von 16 000 RM. vorgesehen ist. Die von der Gemeinde zu tragende Beisteuer wird mit 10 000 RM. angenommen. Der Punkt 1 des Antrags: „Die Jüdische Gemeinde in Stuttgart errichtet eine jüdische Schule. Trägerin dieser Schule ist die Gemeinde“, fand hierauf einstimmige Annahme. Punkt 2 wurde zurückgestellt. Angenommen wurden Punkt 3, „Die erforderlichen Mittel zur Errichtung der Schule werden seitens der Gemeinde verwilligt“, sowie Punkt 4, der folgenden Wortlaut hat: „Innerhalb des Gemeindevorsteheramts wird eine besondere Abteilung gebildet, Schule betreffend, die mit der seither bestehenden Unterrichtsabteilung in keinerlei Zusammenhangsteht. Der Schulabteilung dürfen Mitglieder der Unterrichtsabteilung nicht angeboren.“ Weiter wurde Punkt 3 angenommen, nach welchem „die Erledigung der Schulangelegenheit dem Isr. Oberrat mit der Bitte um Förderung vorgelegt wird.“ Zurückgestellt wurden Punkt 6 und 7. Punkt 6 sieht die Einberufung einer Gemeindeversammlung von seiten des Vorsteheramts zwecks Aufklärung über die Schulfrage vor, mit Punkt 7 wird die Gründung eines Schulvereins in Aussicht genommen. In den Schulausschuß wurden hierauf gewählt: Dr. Hermann Merzbacher, Oskar Roths ch i I d , Sanitätsrat Dr. Ries. Für Dr. Merzbacher, der durch diese Wahl aus der Unterrichtskommission zwangsläufig ausscheiden mußte (siehe weiter oben Punkt 4), wurde Friedrich L. Riefe in die Unterrichtsabteilung gewählt. Dr. Rieger erklärte dann seinen Austritt aus der Unterrichtsabteilung, was mit Bedauern zur Kenntnis genommen wurde. Die Ersatzwahl wurde auf später vertagt. Karl Levi erstattete noch den Bericht der Finanzabteilung. Zu Einzelheiten dieses Berichts nahmen Dr. Tänzer, Dr. Rieger und Dr. Cohn das Wort. Stuttgart. Die Ortsgruppe Stuttgart des R.j.F. hielt wie alljährlich am Sonntag, den 26. November. auf dem Pragfriedhof ihre Gefallenengedenkfeier ab. Die Mitglieder der Ortsgruppe nahmen um das Gefallenendenkmal herum Aufstellung. Zum erstenmal butte der R.j. F. auch die aktive Mannschaft seiner Sportgruppe mit herangezogen. Auch aus der Gemeinde und aus der Bürgerschaft von Stuttgart waren zahlreiche Gäste erschienen. Unter den Ehrengästen sah man Vertreter der Reichswehr, des Polizeipräsidiums, der Stadt der Offiziersvereinigung usw. Die Feier wurde eröffnet mit einer Ansprache des Vorsitzenden der Ortsgruppe. Dr. S i e g - fried Merzbacher, der ausführte, man müsse die Toten ehren deswegen, weil sie in - 165 - selbstverständlicher Liebe, Treue und Pflichterfüllung das Aeußerste gegeben hatten, was ein Mensch zu geben vermag. Diese Ehrung wurde mit einem ..Stillgestanden“ äußerlich zum Ausdruck gebracht, während dessen ein Bläserchor das l.ied vom guten Kameraden spielte. Aber, so führte Dr. Merzbacher weiter aus, der Sinn dieser Feier sei nicht lediglich zu danken, sondern die Gefallenen stellten auch eine Forderung un uns: sie würden von uns Pflichterfüllung und Treue fordern, und wir müßten, wenn wir im Geiste der Gefallenen leben wollten, diese Pflichterfüllung und Irene trotz aller Unbilden bis zum Letzten halten: wenn wir über so unbedingt und zu innerst diese Vaterlandsliebe. Pflichterfüllung und Treue üben und beweisen, so würde uns für die Dauer das seelische Recht auf die deutsche Heimat nicht genommen werden können. Ls folgte dann die Ansprache des Stadtrabbiners. Kr ging in ihr davon aus. daß unser Gedenken an die Toten des Weltkrieges in den zwei Jahrzehnten seit dem Kriegsbeginn unpersönlicher, innerlicher geworden. Wenn wir früher an sie gedacht, dann hüben wir uns unwillkürlich un Einzelne erinnert, au den Bruder, au den Freund, un den Kameraden, den wir kannten und vermißten Jetzt ist unsere Erinnerung zu der biblischen Mahnung vertieft, die wir gleichsam aus den Grüften unserer Kriegsgefallenen vernehmen: ..Hüte deine Seele gar sehr, daß du nicht vergiftest, was deine Augen geschaut haben.“ Die Erinnerung un unsere Gefallenen wirkt heute wie eine mahnende Predigt. es ihnen an Hingebung un das Vaterland und an das Judentum gleichzutun. Wir haben ihren Ruf vernommen, als wir mit einem freudigen ..Ja“ unser Eintreten für das Recht Deutschlands im Völkerrate bestätigten. Wir müssen dieses ..ja“ in uns stets vernehmen, wo es Deutschland und das Vaterland gilt. Haben doch diese Toten für das Land, in dem die deutschen Juden seit fast 1800 Jahren wurzeln, ihr Bestes, ihr Leben, ihr warmes rotes Herzblut hingegeben. Sie hatten nichts Besseres für Deutschland als ihr Leben und ihr Blut. So mahnen sie uns zu gleicher Treue, zu gleicher Liebe, zu der gleichen Hingabe. So wird die Gedächtnisfeier für uns Juden ein neues feierliches Eidgelöbnis der Treue und der Liebe zum Vaterland, das unsere Heimat, unser Vaterboden bleibt. Die Ansprache des Rabbiners ging in das Kaddischgebet über. Ein Bläserthor Jicß die alte Weise ertönen ..Wir treten zum Beten vor Gott den Gerechten". . und die .stimmungsvolle Feier war beendet. Stuttgart. Wenn die Ortsgruppe Stuttgart des ,.R e i ch s b u n d s j ü d i s ch e r Frontsoldaten“ zu einem Gesellschaftsabend eingcladen hat, so hat man sich noch immer gut unterhalten. ..Das nächstemal kommen wir unbedingt wieder ...!“. so pflegteman stets zu sagen. In seinem geselligen Kameradschaftsabend am 30. Dezember wird der R.j.F. ein Programm Tritschler 100 g versilbert emuM i— Uhm i.- EMmmUme m. roIth. Kims* f.M Deffertgebel. I.- OellerfmelUrmrfroWf K/tnj* lifi SO Verleger GemAleKM.t- SeeeeeflÜel .L.— eine 0 u a i' t lelstung noch nicht cle i L-ITrihdilcr Stuttgart bieten, das sicherlich die Anwesenden aufs beste unterhalten wird. Da aus den früheren Veranstaltungen geschlossen werden kaniw wie stark der Besuch des kommenden geselligen Karieradsdiaftsnbends sein wird, so empfiehlt e sich, jetzt schon vom Vorverkauf, bei der Ges häftsstelle. .Marienstraße 2. Gebrauch zu machen. (Siche Anzeige Seite 162 ) Stuttgart. Der B e r t h o I d A u e r b a ch Verein leitete seine Winterarbeit am 28. November mit einem Vortrag seines (.Vorsitzenden. Dr. Walter Einstein, über das Thema ..Hat e i u neutraler j ü d i s ch e r J u - g e n <1 v e r e i n heute n o ch Daseinsb e r e ch t i g u n g?“ ein. Nach einer geschichtlichen Betrachtung kam der Referent u lf die gegenwärtigen weltanschaulichen Gruppieiungen in der deutschen Judenheit zu sprechen und stellte, auf die Stuttgarter Verhältnisse iibfr- Pehend, fest, daß es auch hier eine nc utralc lattform geben müsst,-, auf der der Jugendliche zu der notwendigen weltanschaulichen Ertwidc lung reifen könne. Der B.AY. werde a ich in Zukunft eine bewußt jüdische Haltung durch bewußt jüdische Redner vertreten lassen. — An das mit lebhafter Zustimmung uufgenoiiint-nr Referat schloß sich eine Aussprache an. - Ueber den Verlauf der Chanukka-Feic 13. Dezember werden w ir demnächst beri Stuttgart. Am 3. Dezember sprach Hugo Rosenthal vom Landschulbe Herrlingen auf Einladung des Bert A u e r b a ch - V e r e i n s über ,.D i cj ii cj Schule“. Der Redner stellte einleitem daß der alte Kampf um die jüdische Sch Ende genommen hübe, da in den Mitte der Diskussion jetzt zum erstenmal die live Gegebenheit des jüdischen Kindes sei. Heute, so betonte der Redner, weiß daß die jüdische Schule um ilcs Kindel len notwendig ist. Wenn die heut tuution zu einem schnellen Tempo in der frage zwingt, so sind es in erster Linie Kinde liegenden inneren psychologischenG get g r vom hten. x-hrer im in hold i s ch cfest, le ein paukt ohjekreten jeder, w i I - Si- Sdiullie im -ünde; Fördert das heimische Handwerk! Jeden Auftrag unseren Inserenten I ZENTRALHEIZUNGEN WOLF & MOGLE Sohwabstr. SS / Tel. 617 90 Qlaterel / Reparatur» Statteart-W - Vogelfangatrate 2t - Peraiprecher (IM1 arbeiten Büro für Elektrotechnik u. Radio / Stuttgart« Bluraeostr. 32 Telephon 26668 Degerlodi« Tübtngerstr. 17, Tel. 72437 RxHo-Anlapon fadimlnn. / Elofctr. Awlaain jeder Art FRIEDRICH HERMANN Heselschwerdt a Schmitt HOCH', TIEF- UND EISENBETONBAU WILHELMSBAU Fernruf Nr. 22628 RDAlfMAIEn BAR UND REHM - STUTTOART-W Noltkratr. 75 a. M, Paraapr. (33 IS Schaukasten und Unfall* I Schaufenster, Markisen Bau- und Kunstschlossern Teckstr. 18. Tal. 418S4 Fachmännische Ausführung sfimtl. Flaschner* und Installationaarbelten Karl Gunsenheimer, r,“‘*iT!.t«r Urnern fcfc mi Iiiil^ililitBjB fciulUlih ImtzchWM mt ViTBetuv-AppsrttL Iwtwlnraf ■ ItpaWiftwti. bHfig Strohberg 23 / Fernsprecher 72492 AlexanderatraBe 50 nlcfaat Olgaecke, Telefon Nr PotstermObel- und Tapeziergeschflft i Tapeten, Linoleum / Aufführung sflmtt. Tapezterarbelten 27752 Bauglaserei und Schreinerei 0070 * OnrtonAtraoao 21/23 Schiebefenster reiblick- C.Rössle ERNST SCHLEICH, ,NgeR.eur Stuttgart, Qutenbergstr. 10, Tal. 00889 Sanitäre Anlagen / Zentralheizungen