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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1933-01-01 · X. Jahrgang Nr. 18 · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
X (1933-1934)
Issue
X. Jahrgang Nr. 18
Date
1933-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
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- 161 - MO AUS ZUR Deutsch von Franz Rosenzweig Amtl.!BekaHHtmachunqeH. Nr. 5098. Beil. 0. Sämtlichen Rabbinern und Religionslehrern zur Kenntnisnahme. Stuttgart, 16. November 1955. Israel. Oberrat Levi. A b s ch r i f t. Erlaß des Kultministeriums über die Schulferien im Jahre 1954. Vom 21. Oktober 1955. Nr. 14 615. Unter Bezugnahme auf 8 9 Abs. 1 a und Abs. 2 b der Ferienordnung vom 1. November 1929 (Amts- 151. S. 211) wird für das Jahr 1954 folgendes bestimmt: 1 Die zusammenhängenden Ferien an Orten mit neunklassigen höheren Schulen (Vollanstalten) sind: a) Rest der Weihnachtsferien: Montag, den I. bis Montag, den 8. Januar, je einschlieRlich (8 Tage), b) Osterferien: Donnerstag, den 29. März bis Montag, den 16. April, je einschließlich (19 Tage), c) Sommerferien: Freitag, den 27. Juli bis Mittwoch, den 5. September, je einschließlich (41 Tage), d) Weihnachtsferien (1. Hälfte): Montag, den 24. bis Montag, den 51. Dezember, je einschließlich (8 Tage). 2. die Zahl der beweglichen Ferientage beträgt demnach an den genannten Orten 9. *. Für Groß-Stuttgart werden die bewegliche» Ferientage wie folgt festgesetzt: Montag, den 12. Februar. Samstag, den 19.. Dienstag, den 22. und Mittwoch, den 25. Mai. Montag, den 15. bis Donnerstag, den 18. Oktober, Samstag, den 24. November. _ Mergenthaler. Israelitischer Oberrat Nr. 2891. Beil. 9. An sämtliche Rabbiner, Religionslehrer und Vorsteherämter. Die familienkundlichen Nachforschungen sind zurzeit von größter Bedeutung. Wir machen deshalb darauf aufmerksam, daß die bei den dortigen Gemeindeakten anfbewahrten Familienregister und dergl. sorgsam anfbewahrt und weitergeführt werden. Wo Einträge fehlen, ist für die Ergänzung umgehend Sorge zn tragen. Wichtig wäre es, festzustellen, ob in früheren Zeiten Familienregister und dergl. Dekanatämtern und Pfarrämtern überlassen wurden und bei diesen noch anfbewahrt sind. Bejahendenfalls wäre an sie die Bitte um Rückgabe zn stellen. Hierfür ist möglichst umgehend eine Aufstellung über die dort vorhandenen Register vorzulegen, aus der ersichtlich ist, wann die einzelnen Register angelegt worden sind. Stuttgart, 24. November 1955. L V. Levi. Hinein in die Synagoge! Ein Mahnwort aus unserem Leserkreise. In diesen Zeiten ernstester politischer und wirtschaftlicher Probleme dürfen wir auch die religiösen Probleme nicht außer acht lassen. Vor wenigen Wochen hatte ich mit einem religiös-liberal eingestellten Glaubensgenossen eine ernste Unterredung. Er ist Mitglied einer der größeren wUrttembergisdien Gemeinden. Trotzdem der Gottesdienst seiner Heimatgemeinde schon weitgehend reformiert ist. sagte er mir: ..Ich habe mit meinen Freunden angeregt und wir werden es auch durchführen, daß noch größere Teile des Gottesdienstes in deutscher Sprache vorgetragen werden." — Auf meinen Einwurf, daß die antihebräische Reform durch die Ereignisse überholt sei, und warum er gerade jetzt, wo eine starke Strömung zum He braisenen hinführe, entgegengesetzte Reformen Vorschläge, sagte er mir: „Ich nabe in der Schule wohl das Hebräische etwas gelernt, wir lernten auch einzelne Gebetstücke übersetzen, aber das genügt mir nicht zum Verständnis. Auch kann ich heute das Hebräische nicht mehr so geläufig lesen, wie dies ein andächtiges Gebet erfordert.“ Diese Aeußerungen leuchten tief in die Gedankengänge vieler Glaubensgenossen und sie machen die nachfolgenden Aeußerungen zu einer zwingenden Notwendigkeit. Der Grundgedanke derartig eingestellter Ju- Meiner Rettung Felsennest, Um dich kling’ Benedeien! Steh' einst neu mein Bethaus fest, Dass dort wir Dankdior reihen! Dann nach Metzeleien Unter Feindswutschreien, Dann vollbring Ich und sing Des Altars neue Weihen. Leides ward das Herz mir satt. Den Mut die Not mir schwächte. Harte Frohn drückt müd und matt Des Stierdienst-Reiches Knechte. Seine starke Rechte Hob ans Licht das Echte. Pharaos Staat Und seine Saat Sank meertief in Nächte. Er trug mich in sein Heiligtum, Doch blieb dort nicht ohn Wank ich. Der Dränger kam und trieb mich um, Götzendienst zuschwank’ ich. Den Taumelkelch ihn trank ich. Um ein Haar versank ich — Babel fiel! Verheissnes Ziel! » Dem Retter zollte Dank ich. Abhaun den Stamm des edlen Baums Wollt er aus Erbgrolls Samen. Er fiel ins Netz des eignen Traums, Sein Hochschritt musst’ erlahmen. Zum Rechten Ehren kamen! Gelöscht des Feindes Namen! Seine Brut, Sein höchstes Gut, Hing an luftgem Hamen. Der Griedie scharte sich zuhauf In Hasmonäertagen, Riss meiner Mauern Türme auf. In Schmutz die Oele lagen. Ein Kfüglein noch im Schrägen, Wunder strömts den Zagen. Geistes Macht Die Tage acht I-iess Lobpsalmen sagen. Au*: „Vom Sinn des Judentum*" (Sammelbuch zu Ehren Nathan Birnbaums., Hermon-Vertog Frankfurt a. M. 1925. den läßt sich mit wenigen Worten schürf präzisieren: Der Gottesdienst soll dem Einzelnen nachlaufen, nicht der Einzelne dem Gottesdienst. Selbst wenn man von dem Gedanken ausgeht, daß jeder nadt. seiner Fasson selig werden möge, wenn man dem. der dies wünscht, deutsche Gottesdienste vergönnt, so ist doch die Tatsache nicht zu leugnen, daß das Jahrhundert der Reform es nicht vermocht hat, die Gotteshäuser zu füllen. Es gibt große „Tempel“, in welchen am Sabbath kaum Minjan ist: und bei genauer Prüfung Ludet man, daß sogar nicht alle Besucher reine Frömmigkeit in das Gotteshaus geführt hat. Denn man wird finden, daß ein Teil der kleinen Besucherzahl von der Gemeinde bestellte „Minjanmänner“ sind. Der Verlauf eines Jahrhunderts des Reformgottesdienstes hat bewiesen, daß diejenigen Kreise, welchen man mit dieser Reform entgegengekommen ist. das Gotteshaus wenig oder gar nicht besuchen. Dabei wissen alle gebildeten Menschen, daß jedes Geistesprodukt in der Uebersetzung verliert. Der Geist der Sprache, ihr Rhythmus, ihr Tonfall, gehen zum großen Teil verloren und es gibt in jeder Sprache Begriffe. deren Uebersetzung auch nur sinngemäß fast unmöglich ist. Wenn nun ein großer Teil der Juden das Hebräische nicht mehr geläufig lesen kann, das er in der Schule gelernt hat. so ist hieraus weder Rabbinern noch Lehrern ein Vorwurf zu machen. Der Grund liegt einfach darin, daß Hunderttausende von Juden gleich nach dem Verlassen der Schule alles Jüdische von sich geworfen haben. Von dem täglichen Gebet war keine Rede mehr, ein Tischgebet wurde nicht mehr gesprochen, der öffentliche Gottesdienst nicht mehr besucht, und alle die gemütvollen häuslichen Andachtsübungen, wie der Seder, Kiddusch, Havdalah, wurden unterlassen. Und wenn ich den oben zitierten Bekannten fragen würde: „Wenn der Gottesdienst in Ihrer Gemeinde in Ihrem Sinne weiter reformiert würde, würden Sie dann regelmäßig das Gotteshaus besuchen?“, so würde er antworten: „Ich glaube nicht, das ist mir nicht möglich.“ Oder er und seine Freunde würden einmal öfters den Gottesdienst besuchen, und dann bliebe das Gotteshaus dennoch so leer wie zuvor. Das Resultat wäre, daß dem Einen viel genommen, dem Anderen aber nichts gegeben würde. Nachdem nun das Jan «»ändert der Reform gezeigt hat daß es auf diesem Wege nicht gebt, muß wieder der andere Weg beschritten werden, d. h. der Einzelne soll dem Gottesdienst nachlaufen. Er soll versuchen, dem Gottesdienst und zwar dc-in Gottesdienst in der althergebrachten Form, geistig nahe zu kommen. Das ist nicht so schwer, wie es scheint, aber diese Notweidigkeit kann nur unter der Voraussetzung F rfül lung finden, daß der bis jetzt dem Gottesdienst fernstehende Jude sich clazu_J»ereitfindet. Gottesdienst ab und zu eine Stunde zu widi Wie wäre es, wenn derjenige, dem das bräische nicht mehr geläu lerienige, üufig ist. dem men. Hesidi darah gemorwüra vored ia - alle wohnt, wieder täglich das Tischgebet zu lesen. Er wird nach wenigen Tagen über sich selbst staunen, wie gut er wieder Hebiäisch lesen kann. Wie wäre es, wenn diese Juden, welche doch Interesse am Gottesdienst haben, ihr Judentum dadurch bekunden würden. daß sie täglich wenn nicht das ganze Gebet, so doch gens und abends einige Gebete verrichten den. Dem Verständnis des Inhaltes diend zunächst die Uebersetzungen. welche für Gebete des Jahres in mustergültiger Form handen sind. Und wie wäre es, wenn man so zwischenhinein Arbeitsgemeinschaften bilden würde, welche unter Leitung eines Rabbiners oder Lehrers oder sonst Kundigen die G;bete nach ihrem historischen Aufbau, ihrer Sprache und nach ihrem Inhalt durcharbeiten würden! Es ist recht traurig, daß in dieser tiefernsten Zeit der Besuch unserer Gotteshäuser, abge<ehen von einer kurzen, schon hinter uns liegenden Zeit, nicht zugenommen hat. Das Vorbringe 1 des mangelnden Verständnisses ist, wie ich darf elegt habe, keine Entschuldigung, und eine Entschuldigung ist für den Juden wirklich nötig, we lcher sein Gotteshaus meidet. Bei den vielen Bi Strebungen unserer Zeit ist eine Bestrebung für den jüdischen Gottesdienst an sich in erster J Jnie. und für den althergebrachten Gottesdienst in zweiter Linie ein unabweisbares Bedürfnis. Nicht nur unsere Rabbiner und Lehrer, welchen kraft ihres Amtes der Hauptte 1 der obigen Wirksamkeit zufällt, müssen auf , ieden Einzelnen einwirken, auch jedes Einzeln»! glied der Gemeinde muß durch möglichst häufige i Besuch des Gottesdienstes und durch Veranla «ung anderer zu diesem Besuche dem Gottesdienst eine erhöhte Weihe geben und die Verbu »denheit Israels mit seinem Schöpfer bezeugen. Max Stern, Niederst :tten. kör» Berichte über Chanukka-Feiern in nächster Nummer nur aufgenorU werden, wenn sie auf die allerknapf Form gebracht sind• Die nen men este Red. mtfOHtpu» snmsAsrtaumrtsnn Continental | Ttufon aus;ast taumrisnn FMJXlfH.

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