Mannheim
Compact Memory

Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1933-01-01 · X. Jahrgang Nr. 12 · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
X (1933-1934)
Issue
X. Jahrgang Nr. 12
Date
1933-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/4904101-5442805-5443310--3947-4907758
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Laupheim. Am 26. August feierte die Chewra Kudischa Laupheim ihr 185. Gründungsfest. Dem Ernst der Zeit entsprechend fand die Feier ihren Höhepunkt beim Sabbathgottesdienst vom 26. August. Der Almrmor war mit Blumen festlich geschmückt und der Synugogenchor sang unter der trefflichen Leitung sei- ■m's Dirigenten Simon L. Steiner neben den .blichen Sabbathgesängen den Choral „Herr, )ir ist niemand zu vergleichen“. Alle Spenden beim Thoraaufrufen gingen für die Chewra Kadiseba ein. Nach dem Einheben sprach Religionslelirer Silbermann in seiner Festpredigt der Bedeutung des Tages. Der Redner wür- .. >e die segensreiche Tätigkeit der Chew ra und f.rderte die junge Generation auf. den Ahnen uachzueifern und sich für die Ideale der jüdischen Religion einzusetzen. Am 27. August fand die O r d e n 11 i ch e Plenarversammlung der Chewra unter dem Vorsitz von Jonas Weil statt. Derselbe erstattete* einen Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr und gedachte ganz besonders der nunmehr 185 jährigen Wirksamkeit der Bruderschaft. Der Redner dankte dem Vorsteheramt fiir die festliche Ausschmückung der Synagoge und gab dann in grollen Zügen einen Ueberblick ober die* Vereinsgeschichte. — Simon L. Steir erinnerte an die gesteigerten Aufgaben, die '■< ate an die Gemeinde herantreten, und untersirich die freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen Vorstehernmt und Chewra. Der Redner betonte namens des Vorsteheramtes. daß dieses allzeit bereit sei. zur Förderung des Vereins beizutragen. Nach der Protokolleerlesung erstattete Julius II e ii nt an n den Kassenbericht. Sodann erfolgte eine Besprechung bezüglich des Zusammenschlusses mit der Chewra Talmud Tora, da infolge der zahlenmäßigen hrumpfung der Gemeinde ein Nebeneinander- ■> stehe» zweier Vereine mit gleichen Zwecken acht mehr opportun sei. Die nötigen Satzungsänderungen von seiten der Chewra Kadisdia wurden ordnungsgemäß vorgenommen und nach einer regen Aussprache beschloß man. bald in Verhandlungen mit der Vorstnndschaft der Chewra Talmud Tora einzutreten. Jakob A d 1 e r dankte allen, die an dem heiligen Werk der Chewra mitgewirkt haben, insbesondere aber dem Vorstand Jonas Weil und dem Ausschuß für ihr treues Wirken. Laupheim. Die Deutsch - jüdische Jugendgemeinschuft veranstaltete am 9. September einen Ceineindeabcnd. für den sie Lehrer Salli ' i I b e r m a n n als Redner über das Thema 1 i e Emanzipation der Jude* n“ gewonnen hüte*. Zu der Veranstaltung hatte* sich die ganze Gemeinde eingefunden. Der Vorsitzende. Rudolf Kurz, gedachte der vor kurzem auf so tragische Weise verschiedenen Cläre Einstein, eines aktiven Mitglieds der Jugendgemeinschnft, zu deren ehrendem Andenken sich die Anwesenden von ihren Sitzen erhoben. Hierauf erstattete Lehrer Silbermann sein Referat. das nach Form und Inhalt höchste Anerkennung verdient. Er zeichnete den schweren Weg. den die deutschen Juden bis zur ihrer Emanzipation zu gehen hatten, würdigte das Wirken Lessings. Moses Mendelsohns und anderer um die Gleichberechtigung der Juden verdienter Männer und schloß seine Ausführungen mit dem Bekenntnis, daß die deutschen Juden in Deutschland leben und mit ihrem Deutschtum verwachsen bleiben wollen, bis auch für sie wieder eine bessert* Zeit anbricht. — Der Vortrag fand lebhaften Beifall. Laupheim. Am 21. September darf Markus Friedberger in körperlicher und geistiger Frische seinen 70. Geburtstag feiern. Friedberfer, ein in allen Kreisen des Oberamtsbezirks beatmter Mann, hat sich überall Achtung und Zuneigung erworben. Möge er an der Seite seiner Gattin und im Kreise seiner Kinder und Enkel sich noch eines langen gesegneten Lebensabends erfreuen dürfen. Ulm. Mit Frau Mathilde Murr geh. Neuburger, die vor kurzem in aller Stille zur ewigen Ruhe gebettet wurde, hat die Gemeinde eines ihrer beliebtesten Mitglieder verloren. Die im Alter von 83 Jahren verstorbene Greisin war zeitlebens ihrem Gatten eine treue Lebensgefährtin. die den Ruf der altangesehenen Firma ihres Gatten mehren half und ihren Kindern eine treubesorgte Mutter war. Ihr Andenken wird in unserer Gemeinde unvergessen bleiben! Ulm. Die Handballsportler der Sportabteilung des Ulmer R. j. F. traten am 3. September erstmals gegen die Private Tennisgesellschaft Augsburg an. in deren Reihen namhafte Spieler* wirken. Trotz aller Vorteile der Augsburger endete das hochinteressante Spiel mit 6 :6. Mit größtem Interesse folgten zirka 200 Zuschauer dem Spielverlauf. Besonders gute Leistungen wurden vom Publikum lebhaft applaudiert. Die Anwesenheit in Augsburg gab auch den Ulmern Gelegenheit, die Synagoge zu besichtigen, und die Gastfreundschaft der Augsburger kennen zu lernen. Alle Teilnehmer werden sich gerne des schönen Tages erinnern. - 101 - Vermögenstransfer nach Palästina. Non D r. Max 11 ofmann, Stuttgart. Durch einen neuen Runderlaß des Reidiswirtschaftsministeriums sind neue Bestimmungen über Mitnahme von Vermögen nach Palästina erlassen. I. Die Vermögensgruppen. Der getroffenen Regelung liegt das Prinzip des \ermögenstrunsfer durch Warenlieferung zugrunde. Dabei wird unterschieden zwischen: 1. Einem Vermögen von RM. 13 000.— als .Mindestbetrag für die Einreise. 2. Einem RM. 13 000,— übersteigenden Betrag, für den eine Bescheinigung der Auswandererberatungsstelle. daß ein größerer Betrug als RM. 13 »00.— zur Gründung einer Existenz erforderlich ist. beigebracht werden muß. 5. Weitere Beträge bis zu RM. 30 000. —. II. Die Auswanderergruppen... Ferner wird unterschieden zwischen: 1. Auswanderern. 2. Auswanderungswilligen. III. Inhalt der Transferbewilligung. Außer der schon bestehenden Möglichkeit der Mitnahme von RM. <3ooo können Auswanderer (Gruppe ll/l), die eine Bestätigung der Auswandererberatungsstelle, daß sie einen ILM. 13 000.— übersteigenden Betrag zur Gründung einer Existenz in Palästina benötigen, diesen Mehrbetrag auf das Sonderkonto I der Reichsbank für die Bank der Tempelgesellschaft einbezahlen. Das einbezahlte Geld steht ihnen dann in Palästina zur Verfügung, sofern durch Export von deutschen Waren von Deutschland nach Palästina entsprechende Erlöse bei der palestinensisdien Treuhandbank (vorläufig Anglo Palestine Bank l.td.) vorhanden sind. Die Auszahlung erfolgt nach Maßgabe der aus dem Absatz deutscher Waren in Palästina Vur Verfügung stehenden Beträge nach der Reihenfolge und dem Verhältnis der Einzahlungen auf dem Sonderkonto 1 in Palästina-Pfunden. Es wird ein zweites Konto das S o u d e r - konti) II bei der Reichsbank für die Bank der Tempelgesellschaft errichtet. Hierauf zahlen ein: t. Auswanderer (Gruppe Il/l). die Vermögen über den von der Auswandererberatungsstelle als erforderlich bescheinigten Betrag hinaus besitzen, und zwar bis zur Höchstsumme von RM. 30 000.—. 2. Ausw unclerungswillige, die zwar jetzt noch nicht atisw'anaern. aber die Absicht haben, nach Palästina zu emigrieren. Audi diese können bis zum Betrage von R.M. 30 »00.— Einzahlungen leisten. Das Sonderkonto I ist zunächst für einen Betrag von drei Millionen Reichsmark vorgesehen. Das Sonderkonto II wir erst verwendet.-wenn das Sonderkonto I aufgelöst wird. ' ■ Zu beachten dabei ist. daß jemand, der auf Sonderkonto 11 einbezahlt hat und in Palästina ein Guthaben erwirbt. c*he\ er ausgewandert ist. verpflichtet ist. dieses Guthaben der Reichsbank in' Palästina-Pfunden anzubieten. Die Reichsbunk beläßt ihm jedoch dieses Guthaben auf sechs Monate und ist auch bereit, diese Frist bei Vorlegung eines befürworteten Gutachtens des Palästina-Amtes zu verlängern. Falls ein solcher Inländer über sein Guthaben zur Verwendung in Palästina verfügen will, so muß er eine Genehmigung der zuständigen Devisenstelle mit einer Bestätigung des Deutschen Generalkonsulates in Jerusalem über die ernsthafte Absicht der Anlage beantragen. IV. Das übrige Vermögen. Wer alsdann noch Vermögen in Deutschland hat. für den gilt folgendes: Wertpapiere dürfen im Prinzip nicht mitgenommen werden. Eine Mitnahme ist ebenfalls ftestuttet. bei Anrechnung auf den, mitnahme- >erc*chtigtc*n Betrug. Soweit also Wertpapiere nicht mitgenommen werden können, unterliegen sie den Bestimmungen über Sperrde|>ots von Ausländern. — Mit Erteilung der endgültigen Auswanderungs bewilligung gilt der Auswanderer als Ausländer im Sinne der Devisengesetzgebung.! Markguthaben. _die alsdann Zurückbleiben gelten als Altguthaben. Eilte Transferierung durch Wuren kommt allenfalls in Höhe von 75% für Verwendung im eigenen Betriebe des Auswanderers und bei Warenbezug für Dritte al> Zusatzexport in Höhe von 60% der Rechnungs betrüge in Frage. Tleuestes m JCücze. (l T A1 Im Alter von 43 Jahren ist der Rittergutsbesitzer Rudolf S. Messe, einer der tatkräftigsten Förderer der Bewegung zur Rücksiedlung deutscher Juden aufs Land, gestorben. Rittergutsbesitzer Müsse war ein Neffe des bekannten Zeitungsverlegers Rudolf Mosse. Im Weltkrieg war er um seiner militärischen Leistung willen zun Oberleutnant befördert und mit dem Eiserne > Kreuz I. und II. Klasse, dem bayerischen Militäi- \erdienstkreuz und dem goldenen Verw undetetabzeichen — er war fünfmal verwundet worden — ausgezeichnet worden. Leber die Einstellung der Reichsfachscha t Film zur Frage der Betätigung deutsch-arischc r Filmkünstler in ausländischen nichtarischen Filmunternehmungen berichtet der „Filmktirier“: Qcoqetie -'Parfümerie Königstraße 35 Das Spezialhaus für Schönheitspflege-Artikel i #771 [\\X^ Ofltl2>MMi QUMDC. RM. 45. RUESS KONiGSBAU Stork-Hute Inhaberin: ERIKA STORK STUTTGART, Marienstraße iB Salon für elegante Damenhüte Die gute Laichinger Beftftwäsch eigener Lohnherstellung in Hai leinen nnd Reinleinen liefert eretkl LOUIS LOWENTHA Stuttg., Kornbergstr. 56, Tel. 645( Spoarialftfll: edite handgeklöppelte Spltxeo Besuche auch nach auswflrts uoverbindlic Ulo uiadisen denn nun uiirklidi die .besten" Kaffees? Die .besten* Kaffees, verehrte Hausfrau — die sind fast stets aus mehreren Sorten ganz verschiedener Herkunft gemischt f Gaissmaiers Kaffee-Fach leute kaufen die edelstenSorten direkt aus den wichtigsten Kaffeelfindem, mischen sie sorgfältig und rösten sie täglich frisch in einer hochmodernen, eigenen Grob-Anlage. liniere Kaffees - oleidt morgen probieren: 8parni.ehu| .‘k Pfd. -.*0 Santo.mlsehnng.'Q Pfd. —.ft* Mokk.mlichoit . »(, Pfd. -.70 Colambla Hochland- — mliehiat . . >|t Pfd. —.80 Auf Wunsch wird der Kaffee in unseren tieschäften gemahlen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.