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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1933-01-01 · X. Jahrgang Nr. 2 · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
X (1933-1934)
Issue
X. Jahrgang Nr. 2
Date
1933-01-01
Page
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Juden an den Staatspräsidenten Der Oberrat der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs hat sich in einem Schreiben an den Herrn Staatspräsidenten der Erklärung angeschlossen, welche die aus sämtlichen jüdischen Landesverbänden des Deutschen Reiches bestehende Reichsvertretung an den Herrn Reichspräsidenten und den Herrn Reichskanzler abgegeben hat: „Die deutschen Juden sind tief erschüttert von dem Boykottaufruf der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. Wegen der Verfehlung einiger weniger, für die wir nie und nimmer die Verantwortung tragen, soll uns deutschen Juden, die sich mit allen Fasern ihres Herzens der deutschen Heimat verbunden fühlen, wirtschaftlicher Untergang bereitet werden. In allen vaterländischen Kriegen haben deutsche Juden, in dieser Verbundenheit Blutopfer gebracht. Im großen Kriege haben von 500000 deutschen Juden 12000 ihr Leben hingegeben. Auf den Gebieten friedlicher Arbeit haben wir mit allen unseren Kräften unsere Pflichten getan. Den Greuel- und Boykottfeldzug im Auslande haben die jüdischen Organisationen Deutschlands mit äußerster Anstrengung und erfolgreich bekämpft. Sie haben hierfür alles getan, was in ihrer Kraft stand und werden es weiter tun. Trotzdem sollen jetzt die deutschen Juden, als die angeblich Schuldigen, zugrunde gerichtet werden. Wir rufen dem deutschen Volke, dem Gerechtigkeit stets höchste Tugend war, zu: Der Vorwurf, unser Volk geschädigt zu haben, berührt aufs tiefste unsere Ehre. Um der Wahrheit willen und um unserer Ehre willen erheben wir feierlich Verwahrung gegen diese Anklage. Wir vertrauen auf den Herrn Reichspräsidenten und auf die Reichsregierung, daß sie uns Recht und Lebensmöglichkeit in unserem deutschen Vaterlande nicht nehmen lassen werden. Wir wiederholen in dieser Stunde das Bekenntnis unserer Zugehörigkeit zum deutschen Volke, an dessen Erneuerung und Aufstieg mitzuarbeiten unsere heiligste Pflicht, unser Recht und unser sehnlichster Wunsch ist." SPENDEN März 1933 Spenden, eingegangen bei der Israel. Gemeindepflege, anläßlich des Aufrufen s zur Thora: Benno Bierinder, anl. Barmizwah s. Sohnes (2mal); Martin Bierinder; Max Bierinder; Moritz Bierinder; Hudo Davidsohn; Dr. Alfred Dreifuß. Dresden; Vorsteher Arthur Essinser: Dr. Rolf Essinder; Adolf Gumbrich; Albert Hirsch; Richard Hirschfelder; Dr. med. Max Hommel; Joseph Levi, Kanonenwed (2mal); Siedfried Levi, Hohenzollernstr.; Wilhelm Levi, Hermannstr.: Moritz Marx,. Alexanderslr.; Leopold Mayer, Hospitalstralte (2mal); Max Mayer, Tübinderstr.; Rechtsanwalt Dr. Hermann Merzbacher; Adolf Met/.der; Simon Münzesheimer; Justin Neumann: Jakob Reiß; Hermann Rosenfeld (final): Friedrich Rothschild; Lehmann Rothschild; Dir. Felix Sontlieimer: Max Sontheimer; Theodor Spiedelthal; Isidor Sternberd (2mal)( Leo Vorchheimer: Alfred Weil, Bismarckstr.; Leon Wertheimer; Salomon Wertheimer: Dr. med. Ludwid Ziirndorfer. Für die Arthur Essinger-Stiftung: llu?o Davidsohn; Vorsteher Arthur Essinder. Sonstige Spenden: Frau Selma Dreifuß, Rotebühlstr„ anl. Jahr/.eit f. ihren Gatten, für 4 Vereine: Emanuel Grünwald, anl. Jahrzeit für s. Vater, für 2 Vereine: Frau Rosa Hirschfelder, anl. Jahrzeit f. ihren Gatten, für 10 Vereine: Dir. Robert Levi, für 2 Vereine; Rechtsanwälte Drs. Hermann u. Siegfried Merzbacher, anl. Jahrzeit f. ihre Mutter, für 7 Vereine; Frau Lina Sondheimer, anl. Jahrzeit f. ihren Gatten, f. Fürsorgeamt; Dr. med. Ludw ig Ziirndorfer. anl. Jahrzeit. f. Fürsordeamt. Spenden, eingegangen bei den Vereinen: Israel. Frauen -Verein: Vermächtnis d. sei. Frau Emma Höchstädter; Isr. Verlagsanstalt G. m. b. H., Nachlaß a. Annoncen; Frau Andre Marx-Wood. anl. Jahrzeit; Frau Anna Srtiuhmann: Frau Koinin.-Rat Moritz Wolf. Israel. Kranken -Unterst iitzungs- Verein: Herr Höchstädter: Frau Therese Joseph; Herr u. Frau Hugo Kahn, Gänsheidestr.: Salomon Kösters Hinterbliebenen: Dir. Robert Levi; Dr. med. Hudo Levi-Lerse; Max Osterberg: Frau Emma Samson; Fa. Schloß u. Co.: Familie Dr. Stössel; Frau Oberkirchen rat Dr. Krone r. Israel. Landcs-Asyl - und Unter stützunjes -Verein: Emma Höchstädter, Nachlaß; Israel. Verlagsanstalt; Salomon Kösters Hinterbliebenen: Dir. Robert Levi: Martin Mayer, Basel. Reisekasse des Jüd. Frauenbundes, Landesverband Württemberg: Theodor Hirsch; Dr. Manfred Sichel; Sali Wolf, Gerokstraße. Isr. Waisen - und Erziehungsanstalt „W ilhelmspflege": Vermächtnisse: Frau Emma Höchstädter: Salomon Köster. Frau Sara Laupheimer-Stern, Laupheim; Martin Mayer, Basel; Frau Bertha Rosenfeld, Hauptstätterstr.; Geschwister Wertheimer, Wachbach. Amtl. O&ekaHiUmadumqeH,. Isr. Gemeindevorsteheramt Stuttgart. Ihren Austritt aus der Isr. Religionsgemeinschaft haben erklärt: Herr Josef Levi, Kaufmann, hier. Birkenwaldstr. 22. Herr David Hennenfeld. Kaufmann, hier. Silbc-rburgstr. 15s. Was bedeutet der Name Jude? Auch in jüdischen Kreisen herrscht über die Geschichte des Namens „Jude" weitgehende Unklarheit. Der älteste Name der Judenheit war ..Kinder Israels" (Bene: Jisroel). mit dem sicals Nachkommen ihres Stammvaters Jakob bezeichnet wurden, der nach seiner inneren Wandlung den Ehrennamen ..Gottesstreiter" (Jisroel) erhalte» hat. Der Name ist ein Spiegelbild der patriarchalischen Lebensauffassung im ulten Israel mit seinem ausgeprägten Familiensinn und dem Glauben an die Blutsgemeinschaft mit den \ erfahren. Der Name „Jude" ist jüngeren Datums und hatsich erst Jahrhunderte später eingebürgert. I» ihm lebt der Name des vierten Sohnes des Jakob. Juda oder richtiger Jehuda. Im Jakobssegen, einer prophetischen Schau der späteren Entwicklung der Jakobsstämme, wird ihm die Führung des Volkes verheißen (1. Buch Mose 49. 8 ff.). Tatsächlich hat der Stumm Juda während der W ü- •.lenw anderuug l-raels die Führung und die höchste Kriegerzahl gehabt. Später, scheint oer Stamm seinen Norrnng eingebiilft zu haben. In dem Siegeslied der Debora wird er nicht einmal genannt. Erst mit» König David tritt der Stamm, der sich im Süden Kanaans angesiedelt hat.’ wieder in die Geschichte ein. Er um fallt allerdings ein reellI kleines Gebiet, das erst mit der Eroberung Jerusalems und dessen ErwäJtluug zur Hauptstadt des Stammes Bedeutung gewinnen sollte. Mit dem lode Salomonim Jahr 950 und der l.osreillung der Nordstämme von der Dayidischen Dynastie wird Juda mit dem Stainingebiet von Benjamin und dem Gebüg de- Stammes Simon zum Süd reiche Juda verbunden, das von da an bis zum Jahre 722 mit dem Bruderreiche Israel um den Vorrang in Kanaan streitet. Wenn es äuth nach Gebietsumfang Und Machtmitteln ein bedeutungsloser und zumeist sogar abhängiger Kleinstaat blieb, bildete es doch durch die Hauptstadt Jerusalem mit ihrem Tem- >el. durch sei» Geistesleben und seinere ligiöse nc-rgicdas Zentrum Kanaans, auf das dann mph dem Untergängedes Nord reiches alle religiösen und geschichtlichen L'ebcrlieferiinge» und Hoffnungen der israel. Gemeinschaft übergingen. Der ursprünglich auf die- Bewohner des Siiclreiches allein angewandte- Name Jehneli (Jude-) begann damit die umfassendere Bedeutung der Gemeinschaft der Bekenner der jüdischen Religion anzunehmen. Nach der Rückkehr aus Babylon <>I6) wurde er geradezu der. Gesamtname, während der -Name Israel verschwand und nur noch im Gottesdienste und im religiösen Schrifttum fortlebte. In diesem allgemeineren Sinne wird er in den biblischen Büchern der Esther und des Nechemin verwendet. itUfOHmtt nunesgricunitign-n nitfOMqas Continental klein-schreibmasc STunecjnnstieisn-n

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