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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1933-01-18 · 20 (18.1.1933) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
20 (18.1.1933)
Date
1933-01-18
Page
[Seite] (sequence 7)
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— 223 — Am l. Januar 1873 schlossen sidi die Krauen der Gemeinde unter Leitung von Frau Lehrer Jacobi aufs neue in einem Frauenverein zu-i sammen. der heute 70 Mitglieder zählt. Seit sechs! alirzehntcu betätigt sich der Verein in der iiterstützung der Armen, in der Krankenpflege und in der Ausübung der letzten Liebesdienste* an den Toten. Seit einigen Jahren veranstaltet er auch regelmäflige Vortragsabende. In Ansehung der Zeitverhältnisse sah man von einer öffentlichen Feier ab. Im Gottesdienst des 2. Chanukka-Sabbaihs gedachte Rabbinatsverweser Spier mit erhebenden Worten des Jubiläums und brachte dem Frauen verein den Dankl der Gemeinde zum Ausdruck. Haigerloch. Am 11. Dezember v. Js. sprach im Jiid. Frauenverein vor stattlicher Hörerschaft Frl. Meta Adelsheimer. Stuttgart, über ..Arbeit im Frauengefiingnis“.! Aus ihrem sozialen Wirken in der Frauenstrafanstalt Gotteszell schilderte die Rednerin in anschaulicher Weise die Insassen, deren seelischen Nöte und die Finriditungcn der Strafanstalt. —i Die Vorsitzende. Frau Julie B e r n h c i m ,| dankte im Namen der Hörerschaft Frl. Adclslieimer für ihre hochinteressanten Ausführungen. heimer und Th. Elsas nach Worten des Dankes mit den besten Wünschen für die gedeihliche Weiterarbeit des Kollegiums. In Anerkennung seiner verdienstvollen Tätigkeit wurde Joseph S.' Ottenheimer zum Ehrenvorsitzenden ernannt und beschlossen, dem Geehrten diese Ernennung durch eine Urkunde mitzuteilen. Ludwigsburg. Vor kurzem wurde Frau Fauline Kahn geh. Bernheiin im hohen Alter zu Grabe getragen. Für die große Beliebtheit der \ erstorbenen in allen Kreisen der Bevölkerung zeugte die große Trauerversammlung, vor der Religionsoberlehrer "Metzger nochmals ein Bild der Entschlafenen erstehen ließ. Er erwähnte besonders, daß Frau Pauline Kahn vor einigen Jahren die Goldene Hockzeit feiern durfte und erinnerte daran, daß die Verewigte zu Anfang ihres jungen Hausstandes ein siebzehnjähriges niditjüdisches Mädchen angestellt hat. das heute noch, bald 70jührig. im Hause Kuhn weilt und ein Beispiel für gegenseitige Treue und Dankbarkeit ist. Sontheim. Am Sabbath-Chanukka hielt Bezirksrabbiner Dr. Beer mann im Landesasyl einen Festgottesdienst ab. welcher eine wahre Erbauungsstunde für die hochbetagten Männer und Frauen wurde. Anschließend besuchte Dr. Beermann die Asvlanten. Die eigentliche Chanukkafeier fand am 28. Dezember v. Js. im Festsaal des Asyls statt. Viele Freunde und Gönner des Heims hatten sich eingefunden,, um das Lichterfest mit den alten Leutchen zu feiern. Isaak Israel sprach herzliche Begrüßungsworte und dankte dem Leiter der Darbietungen. Oberlehrer Krämer, der sich auch heuer wieder in den Dienst der guten Sache gestellt hatte. Die Heilbronner jüdische Jugend war zahlreich erschienen und bot den Asylanten ein reichhaltiges Programm. Nach einem von Inge Ry pinski schön gesprochecJCeUHkowt Haigerloch. Der Senior unserer Gemeinde, Simon U 11 m a n n , konnte am 3t). Dezember v. Js. den 85. Geburtstag in körperlicher und geistiger Frische begehen. — Das älteste weibliche Mitglied der Gemeinde. Frau' Klärle Ullmann, ist am gleichen Tage im Alter von S4 Jahren an den folgen eines Unfalls gestorben. Schwäb. Hall. Anläßlich eines Erholungsaufenthalts in unserer Badestadt hatte Frau Geheim rat Dormitzer aus Nürnberg die Güte, sich der hiesigen Ortsgruppe des Central Vereins für einen Vortrag zur Verfügung zu stellen. Dem Vortrag ..Das deutsche S di i de s a I und wir d e u t s ch e n Jude n“. der am 2b. Dezember v. Js. stattfand, wohnten die Mitglieder der hiesigen Isr. Religionsgemeinde fast vollzählig bei. Die gediegenen und inhaltsreichen \ iisfiihrungen der hervorragenden Vertreterin <les t -V.-Gedankens waren nir die Zuhörer ein großer Genuß und lösten allgemein hohe Befriedigung aus. Der Vorsitzende der Versammlung. J. Heu-, m a n n . brachte der Rednerin den verdienten Dank der Anwesenden zum Ausdruck Sehr dankbar und beifällig wurden alsdann die Ausführungen des zur Zelt sich hier zur Erholung aufhaltenden I. Vorsitzenden der Nürnberger Kultusgemeinde. Kommerzienrat Rosenzweig, aufgenommen. Nach Beantwortung einer aus der Mitte der \ersammlung gestellten Anfrage und einer Ansprache des Vorstehers Herz konnte der Vorsitzende die Versammlung mit dem Bewußtsein schließen, daß dieselbe als voller Erfolg für den . C.-V. zu buchen ist. Heilbronn. Der traditionelle S i I v e s t e r b a 1 1 des Geselligen Vereins ..Einklang" fand im Kostsaal der „Harmonie“ statt. Der Besuch der Veranstaltung war sehr gut und die Stimmung •ine ausgezeichnete. Der neue Vorstand des „Einklang“. Max Reis, verstand es durch die tauige Art. mit der er den Abend leitete, aufs loste, sich bei den Vereinsmitgliedern einzuführen. Laudenbach. Im Alter von 72 Jahren verstarb Isaek Schloß. Mit seinem Tode fand ein vor bildliche s jüdisches Leben seinen Abschluß. Isaek Schloß war der glaubensstarke Mittelpunkt der liier noch lebenden Juden. Im Gottesdienst und uif dem Gebiete werktätiger Nächstenliebe* war keiner eifriger als er. Seit die hiesige Lehrer- Stelle verwaist ist. übte Schloß in uneigennützig- -ter Weise den Vorbeterdienst aus. Isaek Schloß hat einen Ehrennamen hinterlassen, der überall und insbesondere in den Dörfern und Weilern ler Umgebung, mit deren Landwirten er zeitlebens freundschaftlich verbunden war. unver- - essen bleiben wird. Laupheim. II e i n r i ch R i e s e r . das älteste V orstandsmitglied der Chewra Talmud Thora, ■ erstarb nach kurzer Krankheit. Kurz vor seinem lode wurde er noch durch die Überreichung mes silbernen Pokals durch den genannten Ver- >n. dem er 25 Jahre angehört hatte, geehrt. Der flüchte, tief religiöse Mann genoß bei Juden ud Nichtjuden größte Hochachtung. Hierfür ' ugte auch die große Beteiligung bei seiner Be- digung. — f rau Rosa Dworzan Wwe., die Ehefrau unseres vor einem Jahre verstorbenen Kantors. > r 38 Jahre in der hiesigen Gemeinde bedienstet '*<ir. wurde am 1. Januar zu Grabe getragen. Mit ihr schied eine eckt jüdische fromme Frau, deren Gottvertrauen auch durch schweres Leid nie gebeugt werden konnte. Ludwigsbnrg. Der seitherige Vorsitzende des Israel. Vorsteheramts, Joseph 8. Ottenheiiii e r, der bei den Wahlen im Dezember wiederum gewählt worden war, hat aus gesundheitlichen Gründen diese Wahl ablehnen müssen. Nachdem in der letzten Sitzung des alten Kollegiums die Neugewählten, Jakon Greilsamer und Ernst Wertheimer, verpflichtet worden waren, verabschiedeten sich Joseph 8. 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