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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-12-01 · 17 (1.12.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
17 (1.12.1932)
Date
1932-12-01
Page
[Seite] (sequence 23)
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TAPETEN - LINOLEUM VORHÄNGE-GARDINEN HIENERWADEL STUTTGART BÜCHSENSTRASSE 26 B FERNRUF 295 06 „Stadtyerband des Jüd. Frauenbund es“ gemeinsam gemachte Wahlvorschlag keinen Widerspruch finden werde — daß also das Ergebnis der Gemeindewahl und der Ersatzwahl zur Landesversammlung sozusagen „zwangsläufig“ sei. — Und nun kam kurz vor Toresschluß ein anonymer Wahlvorschlag, der wohl die Namen der turnusmäßig ausscheidenden fünf Vorsteher enthielt. daneben aber zwei neue Namen anführte. Das Bemerkenswerte an diesem Oppositionsvorschlag war, daß diese zwei Namen in einer vor kurzem stattgefundenen Mitgliederversammlung des „Gemeindevereins“ bereits vorgeschlagen worden waren, wobei die Versammlung sich zweifellos damit einverstanden erklärte, daß der Ausschuß des „Gemeindevereins“ von sich aus die weiteren Entscheidungen treffen sollte. Es darf also festgestellt werden, daß die Leitung des „Gemeindevereins“ im Sachlichen durchaus korrekt gehandelt hat. — Andererseits muß aber doch die Art und Weise, wie der „Gemeindeverein“ die Wahl vorbereitete, als wenig glücklich bezeichnet werden. Die Leitung dieses Vereins muß heute erkennen, daß es nicht klug und auch den eigenen Kandidaten nicht dienliab ist, wenn in so bedeutungsvollen Gemeindeangelegenheiten unter Ausschluß der Oeffentlichkeit eschlüsse gefaßt werden. Der ganze Verlauf der „Gemeindeverein“-Versammlung vom 23. Oktober spricht für diese unsere Meinung. Von vornherein wurde durch die teils für die p a n ze Gemeinde, teils nur für die Mitglieder des Vereins bestimmte Tagesordnung eine Atmosphäre geschaffen, deren psychologische Auswirkung sich in dem Wahlergebnis ja so evident zeigt. Es wäre unseres Erachtens — Zeit hatte man ja hinreichend — notwendig gewesen, nicht nur den Mitgliedern des Vereins, sondern der ganzen Gemeinde in einer zweiten Versammlung Gelegenheit zu geben, sich zu den Vorschlägen nochmals zu äußern und die Stellungnahme der Kandidaten zu bestimmten Fragen des Gemeindelebens kennen zu lernen. Da dies aber nicht geschah, wurde der Eindruck einer „D i k t a t u r“ in weiten Kreisen geweckt und für den Oppositionsvorschlag der Boden vorbereitet. — Wir möchten nun sagen: Das Wahlergebnis zeigt, daß die Leistungen der bisherigen Vorsteher voll gewürdigt werden. Die nicht gewählten Kandidaten des „Gemeindevereins“ können unseres Erachtens davon überzeugt sein, daß das Wahlergebnis sich in keiner Weise gegen ihre Person als solche richtet, sondern in erster Linie die Auswirkung der ganzen „Atmosphäre“ war. Es darf dabei aber doch nicht übersehen werden, daß auch die Kandidaten der Opposition sich in weiten Kreisen großer Wertschätzung und Beliebtheit erfreuen. Diese Tatsache kam dem gegnerischen Vorschlag ebenfalls zugute und begünstigte seinen Erfolg. * Kurz vor Redaktionsschluß erfahren wir, daß sowohl die Wahl zum Gemeindevorsteheramt — XI — als auch die Ersatzwahl zur Landesversammlung angefochten wurden. Zur Begründung dieser Anfechtung wird nns von unterrichteter Seite folgendes mitgeteilt: Nach der Verfassung ist geheime Abstimmung vorgeschrieben. Im Wahllokal waren auch tatsächlich Wahlkabinen vorhanden — infolge der starken Wahlbeteiligung gerade zwischen 12 und 13 Uhr war das Wahllokal aber so überfüllt,. daß die Benützung der Wahlkabinen unmöglich war. Die Wahlberechtigten waren daher nicht in der Lage, innerhalb der Wahlkabinen (für andere also unsichtbar) die Wahlzettel in die Umschläge zu stechen. Zurücktfewicsene antisemitische Anmaßung. Eine erfreuliche Erklärung des Württ. Kultministeriums. Die Nationalsozialisten machten in Stuttgart den Versuch (wir haben hierüber schon in letzter Nummer berichtet), ihre antisemitische Hetze in den Konzertsaal zu verpflanzen. Sie haben aber erfreulicherweise eine scharfe Abfuhr erhalten. Die „Schwäbische Tagwacht“ berichtet hierüber folgendes: Unter der Firma des „K ampfbundes für deutsche Kultu r“, der nichts als ein Ableger der Hakenkreuzbewegung ist, forderten sie zum Besuch eines Wagnerkonzertes auf, in dem nach Ansprachen zweier Nationalsozialisten, des Stadtrats Dr. S t r ö 1 i n und des Schriftleiters Dr. Grunslcy, drei prominente Mitglieder des Württembergisdien Landestheaters, die hochdramatische Sängerin Frau Roesler-Keuschn i g g, der Heldentenor Rudolf Ritter und der Heldenbariton Max Roth, den musikalischen Teil der Veranstaltung bestreiten sollten. Am Fuß der großen roten Plakate standen die Worte: „Juden haben keinen Zutritt!“ Da dieser Vorgang berechtigte Entrüstung gerade in den Kreisen der Stuttgarter Bevölkerung hervorrief, die zu den treuesten Besuchern des Landestheaters gehören, richtete der Abg. H e y m a n n (S.) im Württembergisdien Landtag eine Anfrage an die Regierung, in der er hervorhob, daß sich die Veranstaltung durch die am Schluß der Einladung stehenden Worte als eine „weltans di a u 1 ich e und politisch einseitige und die Gleichberechtigung aller Staatsbürger verneinende Kundgebung“ gekennzeichnet habe. Da aber die Mitglieder des Landestheaters zur Mitwirkung bei Veranstaltungen von Organisationen jeder Art auf Grund ihrer Verträge der Genehmigung der Leitung bedürfen, so frage er: 1. War der Leitung bei der Erteilung der Genehmigung zur Mitwirkung an dieser Veranstaltung ihr Charakter soweit bekannt, daß sie ihn hinreichend beurteilen konnte? 2. Ist das Staatsministerium bereit, die Weisung zu geben, daß für Veranstaltungen dieser Art keine Genehmigung zur Mitwirkung zu erteilen ist, um die Württembergisdien Landestheater als ein staatliches, der Gesamtheit der Bevölkerung offenstehendes Kunstinstitut vor dem Verdacht der Förderung der oben gekennzeichneten Bestrebungen zu bewahren?t Hierauf hat das Württembergische Kultministerium nunmehr geantwortet, daß die Theater¬ . Peter Funk In Nöten. Schreiben Sie mal den Bengel aal. Hm Wachtmeister. Der stört mit seiner Rückkopplung den ganzen Rundfunk. Da« stimmt nicht Hm Wachtmeister, beim »Siemens 46« gibts gar keinen Rückkoppelknopf mehr. Das Gerät ist knorke. Sehen Sie cs mah an bei Ihrem Radiohlodler I Siemens Rundfunkgeräte werden Ihnen gerne in Fadigesdilften vor* geführt leitung nach den Bestimmungen des zwischen dem Deutschen Bühnenverein und der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger bestehenden Tarif- und Normalvertrags die Genehmigung zur Mitwirkung an solchen Veranstaltungen nur den ständigen Mitgliedern und auch diesen nur dann versagen könne, „wenn die verträglichen Verpflichtungen des Mitglieds berührt oder wirtschaftliche oder künstlerische Interessen des Theaters geschädigt werden. Von diesem Recht hätte die Theaterleitung von sich aus und ohne besondere Weisungin vorliegendem Fall Gebrauch gemacht, wenn ihr bekant gewesen wäre, daß das Plakat den Zusatz: Juden haben keinen Zutritt! enthalten werde.“ Ein Widerruf der Genehmigung zur Mitwirkung hätte sich aber erübrigt, „da die Mitglieder des Personals ihre Bereitwilligkeit zur Mitwirkung in dem angekündigten Konzert von selbst zurtiac-?gezogen haben und das Konzert nicht stattand.“ Diesen Ausgang der Angelegenheit wird man tnit Genugtuung begrüßen. Die Regierungsantwort gibt die Zusicherung, daß die Wiederholung des Versuchs einer solchen Veranstaltung an dem eigenen Taktgefühl der Künstler, sowie an dem Widerstand der Theaterleitung scheitern würde. Und das ist gut so, denn niemand, dem an der Pflege der Kunst gerade in dieser Zeit großer wirtschaftlicher Not gelegen ist, kann den Wunsch haben, daß ihr durch die Vermengung mit politischen Meinungskämpfen und durch Auswüchse konfessioneller Unduldsamkeit noch besondere Schwierigkeiten bereitet werden. Emst Hochberger STUTTGART Bank Calwerstraße Nr. 33 Hypotheken Immobilien Versicherungen #Wy» Mutier L Co. seit 1862 „ _^ G. m. b. H. ___ di« Hand eis-Auskunftei Calwerstraße 33 Geschäftsstelle Stuttgart Fernspr. 234 98 PAUL...MAUR MÖBELTRANSPORT Spedition - tagernng STUTTGART Telephon 24941—45 Friedrlohstrasse 1 c Das pecsimCUAste J^stgeschenk - ein künstlerisches Bildnis aus dem Stuttgart, Tübingerstraße 1 Geöffnet von 9—1 und 2—7 Uhr i iiniiiiiiiutiiuiiiSMHiimiiiiaiiuiiiMHimuuMmiiiiifunipq^ftffpBffiffffg Bitte bestellen Sie rechtzeitig, damit wir Sie mit aller Sorgfalt bedienen können. Aufnahmen in jeder Größe u. Preislage

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