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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-11-01 · 15 (1.11.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
15 (1.11.1932)
Date
1932-11-01
Page
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— 158 — westlichen Gallien die Verordnung des Kaisers Konstantin vom II. Dezember 321 über die Gemeinde Köln (De decurionibus Agrippinensibus). Fs ist mindestens unbewiesen, dal! die gleiche Zuschrift an die Magistratur von Trier und an andere Magistraturen ergangen ist. daß sich aber gerade /»fällig die Zuschrift an die Kölner Magistratur erhalten hat. Gegen diese Annahme spricht der Wortlaut der Urkunde, vor allem aber die Tatsache, daß Trier allerdings eine vornehme patri/jsche Residenzstadt gewesen ist. Köln aber ein lebhafter Handelsplatz mit einer entwickelten Industrie und einem lebhaften Rheinhafen, beides günstig«' Voraussetzungen für eine größere Judensiedlung gerade an diesem Platz«'. Judensieillungen in Deutschland bestanden in der Römer/eit wahrscheinlich in Aachen. Andernaih. Aug'burg. Boppard. Koblenz. Mainz. Regensburg. Straliburg. Trier und Worms. Sie standen in fc-tem Zusammenhang mit der römischen Siedlung an diesen Orten. Der Beweis im einzelne» ist allerdings bisher nur für Regensburg erbracht worden, ln der Xordosti'cke des dort ge genüber der Regenmündung errichteten starken I-ogion-lager* war "sO ein großes Uagerkastell eingebaut und der freie Uagerranm der Zivilbevölkerung des Lagerdorfes eingeräumt worden. Am verkehrsreich«'» WVsttor des Lagerdorfes «'»t-tanil auf der Seile zur Donau hin die Judensiedlung. die dort bis zur Austreibung der Juden im Jahr (3(7 verblieb. Tür Mainz darf an Contfltord iLCatt SCHWARZ / Göppingen ,» Bifenkil / TELEPHON 2580 die Mitteilung des Jakob Ha-Lewi (Maharil) erinnert werden, daß in seiner Zeit — er starb 1427 — ein tlOO Jahre alter Grabstein auf dem dortigen jüdischen Friedhof gefunden worden ist. Es ist also an sich wahrscheinlich, daß auch Trier schon zur Römerzeit eine Judengemeinde beherbergt hat. Der dokumentarische Erweis ist aber aus dem Funde des fragmentarischen Tonlämpchens nicht erbracht. Die Mosaikbilder in den alten Synagogen Palästinas. Von bedeutsamen Funden in Palästina. Bereits während des Krieges wurde in der .Nähe von Jericho eine Synagoge mit einem hochinteressanten Mosaikfußboden entdeckt. Er zeigte nelH'n Resten der Tierkreisbilder eine Darstellung Daniels in der Löwengrube und andere biblische Bilder. Leider waren sie stark verstümmelt. Wahrscheinlich waren sie von bilderfeindlichen Juden selbst zerstört worden. Ende Dezember 1928 wurde bei Grabungen in der Kolonie Beth-Alpha am Fuße des Gilboa- CxUMt&tQit' Kauft bei unseren Inserenten! SdultauelO.Tel.50531 GIPSERMEISTER W B TAPEZIER U. DEKORATEUR WERKSTÄTTE FÜR INNENAUSSTATTUNG STUTTGART-CANNSTATT BADSTRASSE NR. 16 - TELEFON NR. 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Die drei Eingänge zur Synagoge sind in die .Nordwand eingelassen. Längs der Wände laufen Steinbänke. Eine Besonderheit des Baus ist ein Podium im Süden der Synagoge in der Nähe der Ausbuchtung. Das Merkwürdigste an dem Bauwerk ist aber der Mosaikfußboden, der vorzüglich erhalten ist Während der Hauptteil der Svnagoge nur einfache geometrische Muster im Mosaikboden aufweist. ist der Fußboden des Mittelschiffes und des westlichen Seitenschiffes durch interessante Bilder ausgezeichnet. Das Mosaik des Mittelschiffes ist in drei Felder eingeteilt. Die Mitte des südlichen Feldes füllt ein Thorasch rein mit einer Doppeltür, der von einem Giebeldach bekrönt ist. Von der Spitze dieses Daches hängt eine brennende Lampe herunter: rechts und links von ihr stehen zwei pfauenähnliche Vögel. Rechts und links von dem Thoraschrein steht ein siebenarmiger Leuchter, unter dem das Schofar, der Lulaw und der Essrog dargestellt sind. Das Gesamtbild erinnert lebhaft an den Schmuck der Goldgläser, die als Beigabe in Jüdischen Gräbern gefunden worden sind, und an die Bilder in der Torloniakatakombe zu Rom. Zwei Löwen an den Seiten de* Feldes halten gleichsam die Fhrenwacht. An de» oberen Enden des Feldes hängen zusammen geraffte Teppichvorhänge. Das Mittelfeld wird von einer Darstellung des Tierkreises ansgefüllt. In seiner Mitte sieht man die aufgehende Sonne in Gestalt eines Jünglings mit einer Strahlenkrone in einem Wage,,, der von vier Pferden gezogen wird. Das Bild ist unmittelbar von den klassischen Darstellungen des AikjIIo i,n Sonnenwagen beeinflußt. Im Hintergründe des Mittelfeldes leuchten der Halbmond und die Sterne. Um die Sonne kreise» die zwölf Bilder des Tierkreises. Jedes trägt die hebräische Leberschrift seines Namens. Die vier Ecken dos Feldes zeigen die vier Jahreszeiten als ge flügelte Genien, welche die Embleme der Jahreszeiten tragen. Auch sie sind durch hebräische Inschriften kenntlich gemacht.. Ein Streifen abwechselnd rot und schwarz gezeichneter Palmen trennt das Mittelfeld von den, nächsten, auf den, die Opferung Isaaks dargestellt ist. Links halten zwei Jünglinge einen gesattelten Esel. Daneben ist ein Widder zu sehen, der an einen Busch gebunden ist. Leber ihm steht das Bibelwort: ..Und siehe, hier ist der Widder.“ Ein hochgewachsener Mann mit grauem Barte*, der in der Rechten das Opfermesser, in de r Linken den mir mit einem Hemde bekleideten Isaak hoch hält, wird durch die Inschrift über seinen, Haupte als Abraham bezeichnet. Rechts stellt der Altar mit den lodernden Flamme',,. Eine Hand streckt sich ans den Wolken, unter denen das Bibel wort zu lesen ist: ..8 t recke deine Hand nicht aus!“ Die Hand soll das Eingreifen der Gottheit symbolisieren. Die drei Felder sind von einem Rahmen umgeben. der aus F'rüchten und allerlei Tieren bestellt! Die Verzierungen des westlichen Seitenschiffes zeigen nur Teppichmuster und keine Bilclerclarstellungen. Schon aus dem Stil der Bilder ist die ungefähre Zeit ihrer Entstehung ' zu erkennen. Zwei Inschriften. eine griechisch, die andere aramäisch, nennen die Meister und die Zeit der Herstellung des Fußbodens. Die griechische Inschrift berichtet. daß zwei Juden, Vater und Sohn, namens Marianos und Hanina. die Meister gewesen. Die aramäische Inschrift erzählt, daß der Fußboden, der zerstört worden, unter Kaiser Justinus erneuert worden ist. Kaiser Justinus herrschte im ersten Viertel des sechsten nachchristlichen Jahrhunderts. Schließlich berichtet die Inschrift, daß die jüdischen Bauern des Dorfes zur Bezahlung der Unkosten des Mosaiks einhundert Malter Weizen gestiftet haben, und daß eine reiche Familie für denselben Zweck einen Geldbetrag gespendet hat. Aus dem Funde von 36 Münzen, die in einem eingebauten Behälter in der Plattform der Einbuchtung der Südwand gefunden worden sind, geht hervor, daß das Bethaus bereits im 5. nachchristlichen Jahrhundert errichtet worden ist. Die Mittel zur Ausführung der Grabung wie zur Veröffentlichung der hebräischen und englischen Monographie über diesen Fund hat die Tempi e Emanuel Congregation zu New York durch Vermittlung ihres Präsidenten, des verewigten strierte Beschreibung dem Archäologen der Hebräischen Universität zu Jerusalem, der die Arbeiten der Freilegung geleitet hat veröffentlicht Die Veröffentlichung darf als ein überaus wertvoller Beitrag zur Geschichte der jüdischen Kunst bezeichnet werden. ch Vermittlung ihres Präsidenten. L. J. Marshall, gestiftet. Die illueibung ist von Dr. E. L. Sukenik.

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