Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IX (1932-1933)
- Issue
- 14 (16.10.1932)
- Date
- 1932-10-16
- Page
- [Seite] (sequence 1)
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Die Zahl der Hilfsbedürftigen aber, insbesondere die Zahl der bisher Bessergestellten, die durch die Not der Zeit völlig verelendet und nun auf Unterstützung angewiesen sind, ist in erschreckender Weise angewachsen. Wer soll für unsere Brüder und Schwestern sorgen? Wir brauchen Geld für Mietbeihilfen, Brennstoffe, Lebensmittelversorgung zur Fürsorge für Greise, Kranke und Sieche, zur Rettung armer leidender Kinder. In dieser ernsten Stunde wendet sich die Gemeinde mit inniger Bitte an ihre Mitglieder. Wir müssen dieser Not Herr werden und wir können es, wenn jeder, der sich noch selbst zu ernähren, zu kleiden, zu erhalten vermag, seine Pflicht tut. Seine Pflicht tun, das heißt in solcher Notzeit nicht nur vom Ueoerfluß geben, sondern Opfer, wirkliche Opfer bringen. Lassen Sie uns nicht vergeblich bitten, geben Sie rasch und reichlich und zeichnen Sie monatliche Beitrüge. Teilen Sie uns auf beiliegender Postkarte ihre Entschließung mit und überweisen Sie Ihre Gabe auf Postscheckkonto Nr. 18493 Israel. Fürsorgeamt Stuttgart, Hospitalstr. 36. Helft, rettet, damit keiner unserer Mitmenschen durch Hunger u. Külte zugrunde gehe. Israel. Fürsorgeamt Israel. Gemeindevorsteheramt Stuttgart Stuttgart AhU£. O&ekcuuUmadumqea. Stuttgart, 11. Oktober 1932. Israelitischer Oberrat. Der Oberrat der Israel. Religionsgemeinschaft Württembergs hat mit ihrem Einverständnis versetzt: Religionsoberlehrer Kahn -Laupheim, als Religionslehrer nach Crailsheim; Religionslehrer Silbermann -Crailsheim, als Lehrer an die israelitische Privatschale Laupheim unter gleichzeitiger Uebertragnng der Verrichtungen des Religionslehrers daselbst auf die Dauer dieser Anstellung. ^Bezieht Met die Tätigkeit des Jsc.JüJCsocqzaHils in Stuttgart vom 1. Sept. 1931 bis 31. August 1932. Umfang unserer Arbeit: Das Fürsorgeamt ist die Zentrale der jüdischen Wohlfahrtsarbeit in Stuttgart. Von den 5000 Gemeindegenossen standen 113 Familien und Einzelpersonen, insgesamt 475 Seelen in seiner Fürsorge. Sprechstunden: Die Zahl der Sprechstundenbesucher betrug im Berichtsjahr 3639. Es handelte sich dabei nicht nur um Gesuche wirtschaftlicher Art. Vielfach wurden wir auch wegen Rechtsauskünften, in Erziehungsfragen usw. um Rat und Hilfe gebeten. Häusliche Betreuung: Die ständige häusliche Betreuung erfolgte durch 685 Besuche der Fürsorgerinnen. Lebensmittelversorgung: Es wurden 580 Lebensmittelpakete im Gesamtwert von ca. 4000 Mk. abgegeben; außerdem Anweisungen auf etwa 1500 Mahlzeiten und 250 Zentner Kartoffel. Heizmaterial: 1550 Ztr. Heizmaterial gelangten zur Verteilung. Kleiderabgabe: Etwa 2000 Wäsche- und Kleidungsstücke aller Art wurden aus den Beständen der Kleiderkammer verabfolgt. Erholungsfttrsorge: Durch das Fürsorgeamt wurdeti außer den durch die Ferienkolonie der Stuttgart-Loge und anderen Vereinigungen Betreuten 9 Erwachsene und 10 Kinder zur Erholung verschickt. Arbeitsform: Die Arbeit des Fürsorgeamts erfolgt in Zusammenarbeit mit dem ihm angeschlossenen Vereinen. Es erledigt besonders den Verkehr mit den Wohlfahrtsämtern und sonstigen Behörden, da größter Wert auf die völlige Ausnutzung aller gesetzlichen Ansprüche gelegt wird. Finanzielle Leistung: Nachfolgende Zahlen zeigen die Leistungen des Fürsorgeamts in der Berichtszeit: Laufende Unterstützungen . . . RM. 23 094.— Einmalige Beihilfen.RM. 11254.— Winterfürsorge (Brennmaterial u. Kartoffeln).RM. 3978.— Neujahrs- und Pessachgaben . . RM. 1877.— Darlehen.RM. 2 644.— Gesundheitsu. Erholungsfürsorge RM. 3 062.— Jugendfürsorge.RM. 3 376.— RM. 31 483.— Die angeschlossenen Vereine steuerten zu diesem Betrag RM. 12 690.—, die Israel. Gemeinde RM. 11 300.— bei. SPENDEN September 1932 Spenden, eingegangen bei der Israel. Gemeindepflege, anl&£lich des Aufrufe» zur Tliora: Rel.-Oberl. Leo Adler; R A. Felix Auerbach, Berlin; Rabbiner Dr. Auerbach; Willy Auerbach; Julius Blumberg; Ludwig Dreifuß, Olgastr.; Vorsteher Arthur Essinger (2mal); Sali Heß; Adolf Hirschheimer (2mal); Karl Kauffmann, Kanonenweg (2mal); Simon Krautkopf; Siegfried Lederer; Josef Levi, Kanonenweg; Leopold Levi; Albert layer; Hans Mayer; Max Mayer, Tübingerstr.; Paul Mayer, Lindenspürstr. (2mal); Dr. med. Josef Neu; Landgerichtsrat M. Perl, Beuthen; Jakob Reiß; Stadtrabbiner Dr. Rieger; Herbert liese; Arthur Saenger; Hugo Schack; Isidor Sternberg (2mal); Salomon Wertheimer; Max Wolf. Sonstige Spenden: Dr. Martin Cohn, Glüdcwunschablösung f. Neujahr, f. Fürsorgeamt; Frau Therese Joseph, zu den Feiertagen, f. Waisenh. u. Frauenver.; Simon Krautkopf, f. Durchrsdver. u. Ortsarmen verein; Rechtsanwalt Dr. Hermann Merzbacher; Frau Dr. Josef Neu, anl. Jahrzt. f. ihren sei. Vater, f. Fürsorgeamt; Jakob Reiß; Herbert Riese, anl. Jahrzt, f. Landesasyl; Frau Martha Rosenberg, anl. d. Todes ihrer Mutter, f. 7 Vereine; Dr. Ludwig Zürndorfer, Jahrzeitspende, f. Fürsorgeamt Spenden, eingegangen bei den Vereinen: Israel. Brautausstattungs-Verein: Frau Martha Kops, Jahrzeitspende. Israel. Durchreisenden-Verein anl. des Aufrufs: Firma Alexander & Co.; Otto Bamberger; Alfred Hirsch; Firma W. Hofheimer; Firma Kinematographen G. m. b. H. Untertürkheim; Firma Robert; Firma Rothschild & Wild: Firma Paul Seeligmann: Firma W. Stettiner & Co.; Firma J. Wolf & Sohn. Israel. Frauen -Verein: Frau Math. Herz, Blücherstr., anl. ihres 90. Ge- , burtstages; Frau Babette Levi, Urbanstr, anl. ihres 85. Geburtstages; Firma Gebr. Marx, anl. d. Feiertage; Frau Komm.-Rat Moritz Wolf, j Israel. Fürsorgeamt: Sigismund Bernheim; Frau Clementine Grünwald, Neujahrspende; Heinrich Hirsch, Hegelstr., Neujahrspende; Israel. Verlagsanstalt Kostennachlaß; Gebr. Marx, Neujahrspende; N. N.; Herr u. Frau Dr. Jos. Neu, Jahrzeitspende; Frau Soße Marx, Jahrzeitspende; Frau Martha Rosenberg, Jahrzeitspende; Frau Berta Rosenfeld, Neujahrs-_ abe; Herr u. Frau Beruh. Sommer, anl. ihrer Uberhochzeit; Herr u. Frau Sigm. Strauß, anl. der Geburt ihrer Tochter; Frau Lina Uhlmann; Dr. Ludwig Zürndorfer, Jahrzeitspende. Sach spenden: Herr u. Frau Nathan Weil, Schuhe; Frau Paul Markiewicz, Butter. Israel. Kranken-Unterstützungs- Verein: Franz Ballin; Ernst Deutsch; Leopold Dreifus; Friedrich Fuchs; Josef Ganz; Louis Heilbronner; Firma Kielt & Cie.; A. & W. Levi: Eugen Maier; N. N.; Harry Philipps; Bruno Stern. Israel. Landes-Asyl- und Unterstützungs-Verein^ Gustav Gottschalk; Philipp Helbing; Heinrich Henocfa; Heinrich Hirsch; Frau Babette Levi; Martin und Ernst Levi; R A. Albert MainzerII; TCUfOHHUe ERZEUGNIS DER WANDERER-WERKE A.-G. SCHONAU-CHEMNITZ TtufOH&sea