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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-09-16 · 12 (16.9.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
12 (16.9.1932)
Date
1932-09-16
Page
[Seite] (sequence 10)
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— 110 — SCHIEDMAYER PIANOFORTEFABRIK STUTTGART - FERNSPRECHER NR. 26841 Flügel, Pianos, Harmoniums 12 Neckarstraße Eckhaus EINGANG NUR UNTER DER UHR Arons \oii Mestro. dr-i-en Kran den merkwürdigen Namen Ribota " ■ führt. Der Schwiegersohn des Ueilhrnnner Bürgers Leow trägt also seinen Namen nach dem Großvater, dem Hochmeister Schntoel von \cnedig. Der Enkel wurde /war nicht Rabbiner, war alter in der kleinen lleilbroner Gemeinde der Lehrer, Fr wird öfters als der Schulklopfer erwähnt (siehe Mayer S. 2ts). Alls späteren Jahren sei noch Folgendes mitgeteilt. /um 27. Oktober 1433 heißt es in den Aufzeichnungen der Steuereinnehmer: Die Juden von lle>lpronn haben getevdinget nmb 300 Gnldin das war die Schenkung für den ein halbes Jahr vorher gekrönten Kaiser. Nota der bracht her Caspar mins hern gnaden (00: nota so gal« ich selber sjnetr'gnaden die übrigen 200 "l. /um Jahre I434 heißt es in der Rechnung des Steuererhebers Lent/enbrnner: Sanwel Jnd von llcilbrnn hat mit uns geteidingt nmb I6 Gulden. _der hau ich meiner fronwen auch I0 geschickt i bey dem Rigel und 6 mir. Item Satnssan Jnd und I Abraham sin eitlem beid gesessen zu Heilbrun haben mit uns geteidingt umb 40 Gulden und 6 von der zernng und in Canzley: die 36 hat er mir bezalt und. und die IO sten auch an mins hern gnad. die fürt ich mit mir gen Wirtzburg, 20 worden meiner fronwen. Auf Blatt 5. unter der Rubrik daz ist die zerung. folgt: Zu Heilbrun lagen wir 6 dag und verzerten 5V4 Gulden In dem Register der Einnahmen und Ausgaben Conrads von Weinsberg aus den Jahren I437/5*u) heißt es: von der Judenstuher und dem guldin Opferpfennig zu lleilbrun am Tornas abent (^ 20. >2) 26 gülden. ") Sollte das die Urform der Rebbezin sein 7 ■*) Oehr. E 57 g S. 3. “) Oehr. E SSe S. 2. '*) Bibliothek des Literarischen Vereins in Stuttgart Jahrgang 18 (Tübingen 1850), S. 0. Ein Festtag in Göppingen 25 jähriges Amtsjubiläum von Rabb. Dr. A. Tänzer. Göppingen, den 11. September, k.itiiu fußte linder fe-tlich geschmücktes Gottosli.ui' alle diejenigen, die erschienen waren, das 2’jührige Aintsjiibiläum unseres hochverdienten .Herrn Rabbiner Dr. I änzer am 11. September fi-tli-h zu begehen. I > w.ir ein erhebender . \ ii-' iiblick. ab der Jubilar, begleitet von Sladtrablnm r Dr. Rieger. Stuttgart, und den Mitgliedern des hiesigen \ orsteheranits das Gotteshaus betrat, in dem er 23 Jahre lang in nie versagender | reue und Pflichterfüllung seines \lutes waltet. Der Sc n.igogenchor begrüßte | Di. Tänzer mit begeistertem ..llallelujah''. woroil Stadtr.ibbiner Dr. Riege r die bot predigt hi<!t. ..Wahre Deine Seele gar sehr, daß Du ii i di t c cr g i s , <• s t . w a s De j,n e Vagen ge s aut I> a b e n." s>> begann er 'eine tief empfundenen Worte an den Jubilar. Der Redner hob mit Recht hervor, daß sich die ganze- Gemeinde, die Vertreter der Behörden un't (c-r Gfiuciii'thaft. die Bezirksgemeinden, viele I leuride und Verehrerin seltener Einmütigkeit eingefunden haben, um mit ihm den festlichen Tag in Dankbarkeit und Treue zu begehen. Gott allein gebühre Lob und Dank, der den Jubilar den heutigen Festtag erleben lasse, der ihn dazu ausersehen habe, ein schweres und pflichtenreiches Amt zu verwalten, das Wort Gottes zu künden und einer ganzen Gemeinde | in guten und schweren Tagen als Berater. Tröster und Helfer beizustehen. Er gedachte seiner ersten Amtsarbeit in Hohenems und Meran, der Vorbereitung innerer Reife für kommende schwere Tage. Dann kifls Dr. Tänzer im September 1007 in die Göpuniger Gemeinde, wo es ihm bald glückte. der-Freiind aller, gleichsam der sorgende, mitfühlende Kamerad und Bruder zu werden. Er hat es verstanden, das Wort Gottes allzeit in heiliger Hingabe und frommer Begeisterung zu verkünden. Herzen zu stärken, Seelen zu erfüllen. Kinder zu belehren, eine Gemeinde gläubiger Menschen heranzubildcn. Dr. Rieger gedachte all derer, die der Jubilar in den letzten Jahrzehnten zur letzten Ruhe fördert das Heimische Handwerk! Siehe auch rückwärtige Umschlagsciie Ausführung sämtl. Schreinerarbeiten Werkstatte Stuttgart, Silberburgstraße 126 a Fernruf 63234 Carl Epple, Cannstatt Tapezler-Qesohaft Hofenerstr. 88, Telef. erreichbar durch: 52354 Polstermöbel — Matratzen — Dekoration Herstellung moderner Einriditungen, sowie Jed Art Einzelmöbel. MAbeilager Reparaturen In und außer dem Hause au itvilen Preisen G. HOFMANN Bauschlosserei, Eisenkonstruktion KanzleistraBe 10 Telefon 23920 J. Berghofer, Stuttgart Sdilosaermeister KCnigstraße 25 Hth. 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Aber nicht nur die Jugend, deren Lehrer er geworden ist, auch die ganze Gemeinde und alle, die ihn kennen, bewundern die Jugendkraft, mit der Dr. Tänzer Gottes Wort kündet und deutet. — Dr. Rieger würdigte dann die ausgezeichnete wissenschaftliche Arbeit des Jubilars und gab dem innigen Wunsche und der starken Hoffnung Ausdruck, daß Dr. Tänzer noch viele Jahrzehnte lang mit Gottes gütiger Hilfe wirken möge. Mit den Worten ,.D ie Gnade Gottes sei mit Ihnen heute und alle Tage Ihres Lebens, Gott blicke herab auf Ihr Haus und segne Sie“, schloß Dr. Rieger seine mit großer Innigkeit und Bewegtheit gehaltene Ansprache. Nach dem Chorgesang „Sc hajom“ ergriff der Jubilar das Wort. Er begann, um in tiefer Ergriffenheit der Empfindung des Dankes gegen Gott Ausdruck zu geben, der es ihm vergönnte, nunmehr 36 Jahre lang, und davon 23 Jahre in unserer Gemeinde, in seinem heiligen .Amte tätig sein zu dürfen: er dankte dem Israel. Oberrat und ganz besonders seinem theologischen Mitglied. Stadtrabbiner Dr. Rieger, für dessen ehrenvollen Worte, die ihn in unverdientem Maße aiiszeichneten: er dankte dem hiesigem Vorsteheramte, das diese Feier veranstaltete, und begrüßte die Vertreter und Mitglieder der Bezirksgemeinden, die anwesenden Lehrer, die Gemeindevorsteher, die Gemeinde selbst, alle Gäste und lieben Freunde aus nah und fern. Er betrachte die ihm zu Ehren veranstaltete Feier als eine tiefernste Stunde der Rückschau. Dr. Tänzer gedachte dabei der verew igten Mitglieder des Kirchenvorsteheramtes, der gefallenen Kriegskameraden. aller Gemeindemitglieder, aber auch froher Tage. Er gedachte dankbar aller Beweise des Wohlwollens und Vertrauens, aller freundlichen Gesinnungen, die ihm entgegengebracht wurden, zeichnete die gedeihliche Entwicklung unserer Gemeinde, lobte ihr Mitgefühl, ihre Opferwilligkeit und Menschenliebe, ihren Bürgerfleiß und ihre Eintracht. Wie das Rauschhaschonoh-Fest für uns alle, so sei der festliche Tag seines Jubiläums für ihn ein ernster Tag der Selbstprüfling: lind wenn ihm heute auch sein Gewissen sage, daß er Jederzeit bestrebt war. dem Wohle der Gemeinde in inniger Gebundenheit zu dienen, so bleibe doch manchesmal das Können hinter dem Wollen, das Erreichte hinter dein Erstrebten zurück. Im Mittelpunkt seiner Tätigkeit stehe das Verkünden des Gottesworts, das eine unversiegbare Quelle der Kraft bilde. Die jüdische Lebensauffassung lasse keine Feier einer Persönlichkeit zu. und auch liier gelte die Feststunde nicht ihm. sondern nur Gott, durch dessen unendliche Gnade es ihm vergönnt sei. sein Wort zu verkünden. Mit bewegter Stimme gab Dr. Tänzer zum Schluß der Hoffnung Ausdruck, daß sich das Band zwischen Gemeinde und Rabbiner zu einem immer innigeren gestalten möge, daß die Treue zum Judentum und unser Gotteshaus als eine würdige Pflegestätte unserer Religionsgemeinschaft erhalten bleiben möge, in der auch fernerhin in festem Zusammenhalte das heilige Wort ertöne: zu Ehren Gottes, zum Wohle der Gemeinde, des Vaterlandes und aller Mitmenschen Der Chor, dein auch an dieser Stelle ein wohlverdientes Lob ausgesprochen werden möge, beschloß mit „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“ den ebenso feierlich wie würdig verlaufenen Fe,stgottesdienst. Anschließend an die svnagogale Feier fand in der Wohnung des Jubilars ein Empfang statt. Der Vizepräsident des Isr. Oberrats, Leopold L e v i, Stuttgart, entbot die herzlichsten Glückwünsche seiner Behörde. Für das Isr. Vorsteheramt Göppingen sprach Julius Guggenheim, für die Bezirksgemeinden Rel.-Obcrlehrer E. Adler. Cannstatt, für den Lehrerverein Direktor Theodor Rothschild, Eßlingen; Oskar Rothschild, der Vorsitzende des Isr. Vorsteheramts Stuttgart, brachte die Wünsche seines Kollegiums sowie die der übrigen württembergisdien Gemeinden zum Ausdruck. Auch hierbei wurden dem Jubilar von allen Seiten wohlverdiente Huldigungen zuteil. Aus Aet t QemeuuUn 'lüüctteHt&ecgs. Stuttgart. In dem vor kurzem verstorbenen Fabrikanten Siegfried Kahn aus Cannstatt haben die israelitischen Gemeinden von Cannstatt und Stuttgart einen ihrer besten Söhne verloren. Wir haben des trefflichen Menschen seinerzeit an dieser Stelle ehrend gedacht. Aber

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