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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-09-16 · 12 (16.9.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
12 (16.9.1932)
Date
1932-09-16
Page
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Auf Grund 8 5 dieser Bestimmungen wird die Genehmigung zur Erstellung eines Grabdenkmals versagt, wenn Material, Form oder Farbe des Grabdenkmals nicht in die Umgebung, für welche dasselbe bestimmt ist, passen, oder wenn ein in künstlerischer Hinsicht einwandfreier Entwurf nicht vorliegt. Schwarzes, poliertes Materialistnichtzugeiassen. Schwarze Steine können also nur geschliffen genehmigt werden. Wir bitten, bei Bestellung von Grabsteinen diese Vorschriften zu beachten. Das Risiko für eine Ablehnung hat der Auftraggeber zu tragen. Israelitisches Gemcindevorsteheramt Stuttgart. SPENDEN August 1 932 Spenden, ein gegangen bei der Israel. Gemeindepflege, anl&iflich des Aufrufcns zur Thora: Rel.-Oberl. Alexander Adelsheimer; Hermann Apt (2mal); Otto Bamberger (2mal); Ernst Bauer; Hugo Davidsohn; Samuel Ebstein; Karl Ellenberg; Alfred Eppstein (2mal); Ludwig Epstein; Max Fuld; Sally Goldschmidt; Adolf Gumbrich; Adolf Hirschheimer; Hans Jaffe; Lyon Jordan, Koblenz; Alfred Kahn; Adolf Kops; Hermann Kramer; Josef Levi, Kanonenweg; Wilhelm Levi, Hermannstrafie; Emil Levy; Paul Mayer; Paul Metzger; Felix Reichner; Georg Reichner (2mal); Gustav Sax; Hugo Schack; Julius Simon; Isidor Sternberg; Max Wolf. Sonstige Spenden: Wilhelm Levi, Hermannstr., anl. Jahrzeit für Vater, f. Waisenhaus; Bernhard Sommer u. Frau, anl. ihrer Silbernen Hochzeit, f. sieben Vereine; Sigmund Strauß u. Frau, anl. der Geburt ihrer Tochter Edith, f. vier Vereine; Frau Frida Weil, anl. Jahrzeit f. ihren sei. Mann, f. Waisenhaus und Frauenverein. Spenden, eingegangen bei den Vereinen: Israel. Durchreisenden -Verein: Einmalige S p enden: D. Bach & Söhne; J. Bauer & Co., Siegfried Bauer; Simon Berg & Co.; Gebr. Bieringer; Elsas & Co.; Gebr. Essinger; Guggenheim & Co.; Gesdiw. Gutmann; H. Gutmann Söhne; Joseph Halle; Herz & Burgheimer; Herz & Kops; Hirsch ■& Lichter; Julius Hirschfelder; C. Hörnies Nachf.; L. Jacob; Max Kahn; Gebr. Kramer; Brüder Landauer; A.& W. Levi; Gebr. Levi; Siegm. Levy; Löwenberg & Böttigheimer; Paul Markiewicz; Gebr. Marx; Konsul Edgar Pick; Gebr. Rothschild; J. Scheuer & Co.; H. Schloß & Co.; Gebr. Simon; Sontheimer & Co.; Ludwig Steiger & Co.; Strauß & Co.; Gebr. Uhlmann; Ph. Weil & Co.; Moritz Wildmann; 8. Wolf & Co. MoiatL Beitrüge haben gezeichnet: Jos. Brückel; Brüder Gattmann; Benjamin Rosenfeld. Israel. Frauen-Verein: Isr. Verlagsanstalt G. m. b. IL, Kostennachlaß; Frau Kommerzienrat Moritz Wolf. Israel. Fürsorgeamt: Benedikt Kaufmann; Frau Babette Levi, anl. ihres 8?. Geburtstages; James Nürnberg, aus einem Nachlaß N. N.; Frau Bertha Rosenfeld, Jahrzeitspende; Frau Moritz Wildmann, Jahrzeitspende. Israel. Krankcn-Unterstützungs- Verein: Frau Doris Kaufmann; Herr u. Frau Oscar Reitzenberger, Nürnberg. Israel. Landes-Asyl- und Unterstützungs-Verein : Dahlberg-Lehmann, Wangen: Heinrich Heule, Breiten; Fr. Heß, Zürich; Gustav Kayem, Steinbach; Arthur Kahn, New York; Felix Löwenstein, Stuttgart: J. Maas u. Frau, Tampa U.S.A.; Herr Rosenfeld, Zürich. Reisekasse des „Stadtverbands Stuttgart des JUd. Frauenbündes“: R.-A. Jakob Adler-Schloß; Grete Bauer; R. B.; Arthur Cahn, Vogelsangstr.; Ludwig Dreifuß, Jüd. Zentralstelle für Berufs' beratung u. Arbeitsnachweis. Stuttgart, Hospitalstr. 36 — Telephon 228 98. Sprechstunden: Mittwoch von 5—7 Uhr. Moltkestr.; Friederike Engländer; Ludwig Eppstein: Gustav Gottschalk; Dr. Benjamin Hauser; Arthur Heidenheimer; Helmut Heilbrunner; Minna Herz; Adolf Hirschheimer: Wilhelm Jeitteles: A. K.; Frau Oberkirchenrat Dr. J. Kroner: Julius Lümmle; Josef Lauchhcimer: Hermann Levi; J. L.; M. L.: Julius Lindauer; Albert Maier; Hugo Marx; E. Mautner; Dr. Sigi Merzbacher; Anna Nürnberg; Dr. Julius Ottenheimer; Karl Rosenthal: Arthur Saenger: Dr. med. Siegfried Saenger: Dr. Emil Sander; Julius Scheuer: Hermann Schmidt: Walter Schmidt: Dr. Alfred Schweizer; Adolf Sichel; Hermann Stern; Simon Tanne: Julius Weil: Adolf Wolff. QtäuMqet JcclschdU. Zum Neujahrsfeste 5693. Mit berechtigtem Stolze darf die Judenheit darauf hinweisen. daß sie der dem Erzvater Abraham einst gekündeten Losung „Vorwärts!" (I. Mose 12. f) allezeit treu geblieben ist. In seiner Spruchweisheit'hut der lebenskluge König der Bibel das Wort geprägt, das man geradezu das Motto des vorwärtsstrebenden Judentums nennen darf: „Weiser ist, wer mit sich selbst unzufrieden, als die sieben Weisen (Sprüche 26. 16)“. Beweglichkeit, geistige Regsamkeit. Freude am Fortschritt sind mit Recht Wesenszüge jüdischer Art zu nennen. Gerade diese Beweglichkeit hat aber ein neuzeitlicher Geschichtsschreiber bitter getadelt, indem er die Juden ein „Element der Dekomposition“ genannt und das Gührende, Ringende, Suchende, Neugestultende als das Entscheidende in der jüdischen Denkweise getadelt hat. Schlagwörter haben im allgemeinen nur eine kurze Lebensdauer. Aber dieses Urteil scheint in den deutschen Denk- und Wortschatz aufgenommen zu sein: so oft und so andauernd kehrt es wieder. Schlagwörter sind aber noch keine Wahrheiten. Der tadelnde Zeitkritiker rügte in dieser jüdischen Regsamkeit die angebliche Hemmungslosigkeit, die fehlende Beharrungskraft, den Mangel an Ehrfurcht vor dem Bestehenden. Dieses Urteil mag für den einzelnen Juden einmal treffend sein, um Judentum selbst geht es verständnislos vorüber. Denn es gibt keine Weltanschauung, die in sich so konservativ, so zeitlos unwandelbar ist wie die jüdische. Eingebettet in den Kreislauf der Sabbathe und der Festtage geht das Jahr der Juden dahin. Von den Urvätern überkommene patriarchalische Sitte regelt die Lebensform. Die Sprache des Gebetes ist die uralte Bibelsprache. Das Gesetzbuch des sittlichen Wollens und des religiösen Denkens ist das Gottesbuch der Thora. Das Ideal des Juden ist das Gottesreich auf Erden» der Sieg der Menschlichkeit in der Menschheit. Seine Gebete am Neujahrstage spiegeln die Sehnsucht seiner Seele: Friede mit Gott, Friede mit den Menschen, Friede mit sich selbst. Das Judentum ein Element der Dekomposition? Nein! Das mag für den einzelnen Entjudeten. für den wurzellosen Juden gelten. Für die Juden selbst gilt das Wort, das soeben der Stuntsmulm gesprochen, der heute Deutschlands Schicksal bestimmt: ..Dienende Glieder in einer von Gott gegebenen Ordnung, das nenne ich konservative Gesinnung“. Mit solcher zähen Treue paart sich im Juden sein Glaube an die Zukunft. Ja. dieser Glaube ist geradezu das Fundament seiner Treue und die Quellkraft seines inneren Beharrens. In IIja. Ehrenburgs Dichtung „Julio Jurenito“ fragt der Meister die Jünger: ..Wenn von der ganzen Menschensprache nur ein Wort erhalten bleiben sollte, das Ja oder das Nein, welches würdet ihr wühlen?" Alle Jünger entscheiden sich für das Ja. nur einer, der jude, für das Nein. Das ist richtig gesehen. Aber dieses Nein des Juden ist keine Negation an sich, sondern das Verneinen als Gegensatz gegen das Beharren und Erstarren im Gewesenen. Das Nein der Gegenwart ist das Ja der Zukunft. Es ist das fruchtbare Nein, das gegen die Tyrannei des Seins die Kräfte des Werdens zu Hilfe» ruft. Es ist die Kampfeslosung des Besseren gegen das Gute, des Werdenden gegen das Gewesene. Auf das Heute folgt zwangsläufig das Morgen, auf die Gegenwart die Zukunft. Der Jude sieht das Werden im Sein, den Fortschritt im Werden, die alles überwindende Zukunft. Das Nein des Juden ist das Bekenntnis des Optimismus, der Lebensbejahung, des Glaubens an die Zukunft. Es ist kein unfruchtbares Verneinen um jeden Preis, sondern die unbeirrbare Kritik am zeitlich Gebundenen. Es ist die Haltung des Propheten, der, jenseitsgerichtet, erhobenen Hauptes, ungebrochen der Zukunft entgegenschreitet. Der Jude lebt nicht und stirbt nicht im Gewesenen. Er atmet in der Spannung des Werdenden. Sein Nein ist Frömmigkeit, Gläubigkeit, Hoffnungsgewißheit. Einreihung in die Ordnung Gottes. Denn einer Frömmigkeit ohne Zukunftshoffnung fehlt das Beste: der Glaube. Das zu Ende gehende Jahr ist eine Zeit harter herber Enttäuschungen für die deutschen Juden gewesen. Selbst die Schwarzseher unter ihnen ahnten nicht, daß die deutschen Juden Erfahrungen machen würden, die an die trübsten Zeiten der deutschen Judengeschichte erinnerten. Und doch ist unserGtaubeandieZu-- TlLtfON 22S26 STuneAgneumeisTB-n Continental STunsAgr icuizwrrVn

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