Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IX (1932-1933)
- Issue
- 11 (1.9.1932)
- Date
- 1932-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
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Pfandleihanstalt Stuttgart A-G. Könlgstr. 10 A» beleiht diskret Gold, Silber Juwelen hat. ist seit beinahe einem Jahrzehnt in der Gemeinde Laupheim als Religionsoberlehrer tätig. Weit über Laupheims Grenzen hinaus erfreut sidi Wilhelm Kann größter Wertschätzung. Diese vertrauensvollen Sympathien fanden dadurch ihren besonderen Ausdruck, daß der Jubilar zum Vorsitzenden des Isr. Vorsteheramts gewählt wurde. Auch in dieser Eigenschaft hat Religionsoberlehrer Kahn für die Gemeinde Laupheim stets vorbildlich gewirkt. — Audi die Jubilarin erfreut sich hohen Ansehens. In allen Gemeinden, in denen ihr Gatte tätig war, hat sieh Frau Kahn unermüdlich auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege betätigt. Insbesondere der Isr. Frauenverein in Laupheim schuldet ihr großen Dank. Wir wünschen dem Jubelpaar noch viele Jahre beglückender Gemeinsamkeit. Bad Mergentheim. Vor kurzem fand im Saale des Hotel „Victoria“ eine Bezirkstagung der „Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums“ statt, die von ca. 400 Personen besucht war und einen sehr harmonischen Verlauf nahm. Der Mergentheimer Synagogenchor gab durch seine klangvollen hebräischen Chöre aer ganzen Tagung den Charakter einer würdigen, fast gottesdienstlichen Feier. Begrüßungsansprachen hielten Dr. Hirnheimer, Bad Mergentheim, und Moses Herz, Schwäb. Hall. Zahnarzt Dr. Ehrmann leitete die Versammlung in vorbildlicher Weise. Referate hielten Bez.-Rabbiner Dr. Kahn („Unsere Aufgaben in der Gegenwart“), Rabbinatsassessor S ch w a b , Darmstadt („Können wir noch Optimisten sein?“), Dr. Ehrmann („Die Tätigkeit der Freien Vereinigung in Krieg und Frieden und ihre Aufgaben in Gegenwart und Zukunft“), und Frl. Jetta Rose n h e i m („Ueber das Schulwesen in Palästina“). Aus allen Vorträgen klang die Begeisterung für die Ziele des gesetzestreuen Judentums und der Stolz, Träger uralter Ueberlieferung zu sein. — Die Versammelten lauschten aufmerksam allen Ausführungen, insbesondere auch den Gedichtvortrügen zweier Schüler. Sie trennten sich in dem Bewußtsein, einen wahren Festtag erlebt zu haben. 8. M Aus xlec Wett des Judentums. Der Reichspräsident gegen antisemitische Ausschreitungen. Die Erfahrungen der letzten Wochen machten es dem Centralverein zur Notwendigkeit, dem Reichspräsidenten ein Weißbuch vorzulegen, in welchem, in jedem Falle urkundlich belegt, alle jene Drohungen, Beschimpfungen und Heranwürdigungen wiedergegeben sind, die maßgebende Nationalsozialisten gegenüber der jüdischen Gemeinschaft in Presse und Versammlungen ausgesprochen haben. Den. Drohungen folgten die bekannten Terrorakte. Der Reichspräsident hat durch Staatssekretär Meißner hierzu folgendermaßen Stellung genommen: „Du Schreiben du Centralverelna deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und die diesem beigefügte Materialaammlung hat dem Herrn Reichspräsidenten Vorgelegen. Der Herr Reichspräsident, der jeden Versuch einer Binachrünkung der verfassungsmäßig politischen und religiösen Rechte deutscher Staatsbürger und die von Ihnen mitgeteilten Ausschreitungen jüdischen Relchsangehürigen gegenüber lebhaft mißbilligt und bedauert, hat du Schreiben und die Anlagen dem Herrn Reichsminister du Innern zur Nachprüfung zugeleitet. Mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung gez. Meißner “ Ueber den Inhalt des Weißbuches erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Aktenmäßig ist das gesamte judengegnerische Material der NSDAP dargestellt, angefangen beim Parteiprogramm und Schrifttum und abgeschlossen mit den neuesten Bombenattentaten auf kleine jüdische Geschäfte in ostpreußischen und schlesischen Städten. Zitate aus Hitlers „Mein Kampf“, aus Goebbels „Kampf um Berlin“ und aus anderen Büchern, wörtlich wiedergegebene Stellen aus Versammlungsreden aller nationalsozialistischen Führer, in der Hauptsache Reichs- und Landtagsabgeordnete, leiten über zu Inhaltsangaben kleiner Theaterstücke, die von nationalsozialistischen Spieltrupps in ganz Deutschland aufgeführt werden, zu Texten von SA-Kampfliedern. - 97 — Stichproben aus nationalsozialistischen Zeitungen zeigen, daß die „Nationalsozialistische Korrespondenz“ und „Der Angriff" im Inhalt dem berüchtigten Nürnberger „Stürmer“ oder dem „Donauboten“ aus Ingolstadt keineswegs nachstehen. Für das Studium nationalsozialistischer „Arbeitsmethoden“ ist der darauffolgende Boykott-Teil interessant und schließlich zeigen die Anträge im Preußischen Landtag vor allen Dingen die außerordentlich zahlreichen Ausschreitungen, die die weitaus größte Seitenzahl in dieser Zusammenstellung erforderten, wohin der Weg nationalsozialistischer Judenfeindschaft geht Der Centralverein hat mit dieser Denkschrift Material, das Kennern der Verhältnisse nicht unbekannt war, das aber auch von Einsichtigen in seiner Tragweite vielfach nicht erkannt ist, in einer authentischen Darstellung vorgelegt und damit eine historische Aufgabe erfüllt, die ihm als Verteidiger der Rechte der deutschen Juden zukommt Genfer Jüdische Welfkonferenz. Das Ergebnis der in den Augusttagen in Genf abgehaltenen jüdischen Weltkonferenz, die als Vorläufer eines für 1934 geplanten jüdischen Weltkongresses gelten soll, ist viel umstritten. Spiritus rector der Veranstaltung war der amerikanische Rabbiner Dr. Stephan S. Wise. Prominente Persönlichkeiten wie Dr. G oldrn a n n, Direktor K a r e s k i u. a. hielten beachr 3Ace\ Jtuße gehören zurBehandlun 3 Ins 75aulinenAud! Modem eingerichtetes FuBpflegelnt tltut tenswerte Reden, aber auch manche 1 omines novi traten an und verstanden, sich un i ihren Ausführungen Beachtung zu verschaffen. Der antisemitischen Strömung in Deutschland wurde — nicht immer in geschickter Weise — ganz besonders gedacht. Bemängelt muß werden, daß sich die Konferenz allzusehr als ein Sprachrohr der gi samten Judenheit bezeichnete, obwohl weite Kre ise sich von ihr fernhielten. Wir glauben, dem beabsichtigten Kongreß nur dann eine Berechtigung zusprechen zu können, wenn in der Zwis henzeit der Gedanke so weit Zustimmung fine et, daß 'wirklich die Teilnahme aus allen Tei en der Welt gesichert wird. Als Vertreter der Ei ekutive des Weltkongresses wurde Miß Szolc , Jerusalem, in Aussicht genommen, eine W »hl. die sicher als glücklich bezeichnet werde n darf. Gleichviel, ob man mit der Abhaltung de Konferenz und den auf derselben gehaltene! i Reden einverstanden ist oder nicht: der gute Wille, das ernste Streben und die hingebungsi olle Arbeit der Beteiligten verdienen Anerkennung. Hirn u. 2). Albert Cramer, Illm > HnUUrftcrd a. dumwaubaatlall Platzgasse 15 / Fernruf 1981 AnrnihmeateUe: ■eie Mulaua, MealsrstraSe 14 parterre Adolph Moos Wischts. Assststtacgsfcschifi Fabrikation von Laiband Bettarladx Bottoi — Matratsoi — Gardinen nnfertigung von moderncnFcnatcrgarnlturci Teppi<bt — Vorlagen lanptkplats Pelzhaus Fritz Hilblc Spcstal-WeHutSUe für fetme PcU-Bckleidmng Jfafbcwahrmg / Umarbetttmg /btfertigtmg msch Mo# Bei Einkäufen unseren Inserenten stets den ' rorzug! Pemepraotiar Nr. aais Poataoheok-Konto ar Stuttgart GroBos Geschäftshaus für sämtt. Bedarfsartikel Nur solide Qualitäten / en gros, detail / Hervorragende Leistungsfähigkeit BAHNHOF HOTEL Inh.: Berlogsr Bestgeführtes Haus Tftgllch Treffpunkt des Israel. 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