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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-08-16 · 10 (16.8.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
10 (16.8.1932)
Date
1932-08-16
Page
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— 89 — I TAUSS-HAEFNER ZUR BRUNNINBCKE Calwerstr. 22 (Eeka BOchsenstr.) FERNSPRECHER Nr. 22323 Seifen / Purlflmerien / Herzen . SM. Pnlieiein. WudurtHiel 1! tagen Segdechetm BLUMEN Mittnachtbau Königstraße 46 Telefon 22584 Blumenspendenvermitt|ung nach allen Kulturstaaten der Welt ERDWEG-APOTHEKE 1MIL MAJIR, STUTTGART Herdweg Nr. 3( / Fernsprecher 24814 Lahantoriim tlr liro-OitnradiuSn Homöopathie und Biochemie * ADOLF KNECHT DEKORATIONSMALERMEISTER I WarksUHta für Malerei, Aastrlch / SchlalHacklarunfl / Schildar CHRISTOPH8THA88E 37 / FERNSPRECHER No. 24802 Meissner, Böser & Co.m.b.H. STUTTGART Paullnanatra B» m Elektrotecbn. Btro f.Stark- ■■d Schwedistromanlsgen Farnraf Nr. (HM ». (MM AUS DEM INHALT Mutterspradie. Muttcrlaut.89 Religion und Politik.91 Amtliche Bekanntmachungen .... 91 Vom Weg der deutschen Juden ... 92 Die Einwanderung Israels in Kanaan . 95 Zum 2» jährigen Amtsjubilüuin von Baldiiner Dr. Tün/er. Göppingen . . 94 Zum Aldrhen von Dr. Franz Hirsch. Ulm.94 „Werkleute“.94 Aus den Gemeinden Württembergs . . 96 Aus der Welt des Judentums .... 97 Der neue Frauenbund-Kalender ... 98 Stuttgarter Volksbühne.98 Aus der Geschäftswelt.98 Familiennachrichten . 98 M äkä Stuttgart Büchsenstr. 25 Bürobedarfsu. Papierhandlung Fernruf 22354—55 ROreausstallung BUchsanstr. 21 Haben Sie sdnn Wiener Speücbans EchteWIenerSpeziali dnn das besndM? »ezialitäten Vegetarisches Spelsehi ius Blolooleoh-dynemfache QemCise (Det Teter) Einheitspreis«: 2 Gänge. 3 Gänge.. bei freier Wahl nach der einschließlich Brot Ki 75 195 rte im jener fpeisehaiis Stuttgart, Gymnasiumstr. 13 Gemütlicher Aufenthalt bei »rstklassiger Küche und Bedienung •elleall. pb|ilaL-<bea. aad haklerießeS DaiersadiaatS'Laheralert aai Hofrat Dr. Fwti Vormals Wttrtt. / Stoflgart Allopathische Apotheke Zentrale (Or Homöop athle Alter SdiloBplatz 5 / Tel. 24688 / Planle ln d. Alt. Ka lzlei. Pharm.-ehern. Laboratorium Spez.: Auto-, Auswanderer-, Hausapotheken u. Verl andkosten. DiatabteilunR I. 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Der Fran- Jzose, der in der deutschen Sprachgemeinschaft lebt, verliert mit der Muttersprache unwillkürlich seine Heimat; er ist nur solange Franzose, als er das Französische als Muttersprache empfindet. Die Hugenotten, die der Große Kurfürst in Brandenburg aufnahm, sind längst gute Deutsche geworden, aus ihren Reihen sind deutsche Generäle (von Francois) und Dichter (Chamisso, Fontane) hervorgegangen. Die Hugenotten leben erst seit 1685, also seit nicht ganz 250 Jahren, in der deutschen Sprachgemeinschaft; aber seit mehr als einem Jahrtausend ist Deutsch die Muttersprache der deutschen Juden. Während des ganzen Mittelalters haben sie nicht nur diese deutsche Muttersprache gesprochen, sondern auch in ihr geschrieben, gedichtet und gesungen. Schon frühzeitig ist ein vielgestaltiges volkstümliches Schrifttum der Juden in deutscher Sprache entstanden. Fast alle Stoffkreise der deutschen Volksbücher haben sie verarbeitet und in ihre Schrift übertragen. Die Heldensagen aus dem Kreise der Nibelungen, die D Dichtungen und Schwänke der deutschen Volksliteratur, wie „König Artus Hof', „Herzog Ernst“, „Sigenot“, „Ulrich von Bern“, „Meister Hildebrant“ „Tristan und Isolde“, „Die Liebschaft von Floris und Blanchefleur“, „Till Eulenspiegel“ u. a. m. erschienen mit hebräischen Buchstaben in deutscher Sprache geschrieben. Daneben pflegten sie,. dem Geiste der Zeit entsprechend, das geschichtliche Volks- und Gesellschaftslied. Nicht wenige dieser Gedichte sind nur in jüdischen Niederschriften erhalten geblieben. Eine Reihe von Liedersammlungen ist von Juden angelegt worden: so sammelte Wolflein von Lochamen um 1450 die 36 Lieder des Locheimer Liederbuches, so hat _ Erik Wallich (um 1600) zwölf deutsche Volkslieder jüdischer Verfasser der Vergessenheit entrissen. In den Sammlungen ist bei jedem Liede die Melodie verzeichnet; es sind ausnahmslos deutsche Volksweisen. Schon frühzeitig erschienen hebräische Werke in volkstümlichen deutschen Uebersetzungen. Uebertragungen der Bibel kommen dem religiösen Lesebedürfnis entgegen. Seit dem 15. Jahrhundert begannen Umdichtungen biblischer Stoffe in der Nibclungcnstrophc, die unmittelbar unter dem Einfluß der deutschen Heldendichtung des 14. und 15. Jahrhunderts stehen. Die Lieder des jüdischen Minnesängers'Süflkind von Trimberg nehmen einen beachtlichen Platz in der deutschen Dichtung des beginnenden 13. Jahrhunderts ein. Die Juden haben audi außerhalb Deutschlands an , der deutschen Muttersprache mit großer Zähigkeit festgehalten. Das ..Jiddische“, die Sprache der Ost Juden, ist Mittelhochdeutsch, wie» es vor 600 Jahren in Schwaben und Franken gesprochen wurde. Bei der Vertreibung aus Deutschland in den Jahren 1348 bis 1351 haben die Juden ihre deutsche Sprache bewahrt. Während die nichtjüdischen Deutschen die Muttersprache meist ablegten und vergaßen, sobald sie die Grenzen ihres Vaterlandes verließen, haben die Juden sie überall beibehalten und ihren Nachkommen vererbt. Hätten die nichtjüdischen Deutschen im englisch und spanisch sprechenden Ausland ihrer Muttersprache die gleiche Treue bewahrt, so wäre deutsch das Verständigungsmittel der gesamten Kulturmenschheit geworden. Auch die Namengebung ist ein deutliches Zeichen für die Verwurzelung der Juden in der deutschen Umwelt: diese Namen sind entweder dem deutschen Sprachsdiatz entnommen oder haben, falls sie biblischen Ursprungs sind, die deutsche Sprachform angenommen. Schon seit dem Anfang des 12. Jahrhunderts nannten jüdische Eltern ihre Kinder: Achim. Adolf. Falke, Gerhard, Heinrich, Liebetraut. Mechthilde usw. Wie den Juden das deutsche Geistesgut vertraut war, so den Christen die Bräuche der Juden: die deutschen Fastnachtsspieldichter setzten bei ihren christlichen Zuhörern eine genaue Kenntnis der jüdischen Sitten voraus. Es bestand also keine geistige Absperrung, keine unüberbrückbare Kluft zwischen der christlichen und der jüdischen Bevölkerung. Das beweist auch eine Beschwerde der Bischöfe, daß Christen Synagogen besuchten, weil dort die Predigten besser seien, als in den Kirchen. Schon im 9. Jahrhundert muß also in den Synagogen deutsch gepredigt worden sein. Die enge VerDundenheit der Juden mit der deutschen Kultur besteht also nicht erst seit der Verleihung der bürgerlichen Gleichberechtigung der Juden, sondern ist eine historische Tatsache, die bis ins Mittelalter zurück reicht. Aus j&ez Sportbewegung. Sportklub „Hakoah“ Stuttgart—Bl^yle I 2:0 Die zweite Mannschaft der „Ha.koal“ hat vor kurzem einen schönen Erfolg im Ei fibulltreffen gegen die erste Mannschaft der Firma Bleyle errungen. Durch zähes Training und großen Spieleifer verbesserte sich das Zusaj nmenspicl so, daß das dritte Spiel der „Hai;oah‘‘- Mannschaft II zu einem erfreulichen Siegp_: ührte. i Es ist begreiflich, daß dieser Erfolg grolle Befriedigung auslöste, um so mehr, als die „Hakoab'-Mannschaft neu zusammengestellt war. Der Leiter dieser Mannschaft hat am Spie erfolg hervorragenden Anteil. Zu erwähnen ist noch, daß die Aktive „Hakoah“ auf dem Sportplatz eifrig trainiere l erste Mannschaft hatte im Monat August Spi n der e Ipause Dresdner Stuttgart Cannstatt-Feucjrbach Göppingen -H« llbronn Reutlingen-Ulm Besorgung aller bankmSQi Geschäfte B+:/D

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