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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-07-16 · 8 (16.7.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
8 (16.7.1932)
Date
1932-07-16
Page
[Seite] (sequence 9)
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— 73 — Baugeschftft A1BERT HANGLEITER Ausführung sämtl. Bauarbeiten Sohreiner - Arbeiten Schlüsselfertige Bauten Reparaturen Umbauten!! Eugen Seydeeheltn BLUMEN Mittnachtbau Königstraße 46 Telefon 22584 Blumenspendenvermittlung nach allen Kulturstaaten der Welt ERDWEG-APOTHEKE UHL MAJIR, STUTTGART H*rdw*f Nr. 38 / Fwispracfcar 24814* UMnteta« Hr lan-btaahuMi ADOLF KNECHT DEKORATIONSMALERMEISTER Werkstatt« Mir Materal, Abstrich / StMaHlacktaraitti / Schilder CHMSTOTHSTRASae 37 / FERMSntCCHCR No. MRO* AUS DEM INHALT: Jüdische Religionslehrer in der Kleinstadt .73 Amtliche Bekanntmachungen .... 75 In den Trauerwochen 75 Die Austreibung d. Juden aus Spanien 76 Zum 85. Geburtstag von Liebermann . 76 Ein Lebensproblem der Gesamtjudenheit 77 Der C.V. im Kampf gegen den Boykott 79 Aus den Gemeinden Württembergs . . 79 Von frommer Weisheit.80 Landestheater-Preisausschreiben ... 80 Aus der Geschäftswelt.80 Familiennachrichten .80 RESIDENZ- DROGERIE UND PARFÜMERIE GUSTAV BÄUERLE STUTTGART CHARLOTTENSTR. 84 TELEFON Nr. 20000 Stattlich* frslg*g*b*n* Apoth*hrwfn Drogta / ChwnlkallM ToU*tt*nartlk*l md ParMnwrl** Jungjüdische Religionslehrer in der Kleinstadt. Die nachfolgenden Ausführungen ent- I nehmen wir den „Mitteilnngen ■ des Jüdischen Lehr erverein s - für Bayern“. In ihnen kommt znm Ausdruck, daß der junge jüdische Lehrer auch in den Landgemeinden ein reiches Arbeitsfeld hat, nm so mehr, als diese durch die Entwicklung der letz- " ten Jahre in ihrem Bestand außerordentlich gefährdet sind. Die Schriftleitnng. Es hat seinen Reiz, Zeuge eines Tagesgespräches in einer jüdischen Landgemeinde zu sein, in der ein junger Lehrer nach bestandener Seminarschlußprüfung als Religionslehrer akzeptiert wurde. Man wird dabei die Wahrnehmung machen, daß im Mittelpunkt der Unterhaltung die Frage steht, auf welche Weise dieser junge Herr seine freie Zeit wohl ausfüllen wird. Darüber werden verschiedene Vermutungen geäußert. Einig sind jedoch fast alle in der Befürchtung, daß es dem Beamten sehr langweilig und eintönig in dem kleinen Städtchen erscheinen wird, und man bedauert ihn aufrichtig, ob der geringen Abwechslung und Unterhaltung, die sich ihm hier bietet. Wie verhält es sich nun tatsächlich mit diesen geäußerten Bedenken? Ganz unbegründet sind sie freilich nicht. Allein, gerade das, woran die meisten denken, ermangelt dem Junglehrer nicht und dasjenige, was er schmerzlich mißt, kann von ihnen naturgemäß nicht begriffen werden. Fortbildungsmöghchkeit und Anregung durch, objektive Kulturgüter sind selbstredend überall vorhanden. Bedauerlich ist bloß der Umstand, daß es auf dem Lande nicht überall vorbildliche Kulturträger gibt, mit denen man Umgang pflegen kann. Dadurch entgeht einem jener eigenartige Bildungswert, der als Ausstrahlung einer überragenden Persönlichkeit -« auf die ganze Umgebung gedacht werden mufl. Jeder Junglehrer, der eine Landstelle an- . nimmt, weiß, daß er sich ein ganz behagliches Leben ein richten könnte, er weiß aber ebensogut, daß dies nur auf Kosten seiner Zukunft und seiner geistigen Entwicklung möglich wäre. Deshalb sind für ihn zwei Gesichtspunkte maßgebend: Als erste Pflicht wird er es betrachten, allen Obliegenheiten zu entsprechen, die er seiner Gemeinde schuldet. Nicht nur in einer Weise, daß er sich die allgemeine Zufriedenheit erwirbt. sondern so, daß seine Leistungen in jeder Beziehung, auch objektiv, den Anforderungen entsprechen. Darüber hinaus wird er sich seine Berufsausbildung angelegen sein lassen, denn eine Vernachlässigung derselben würde eine allmähliche Rückständigkeit herbeiführen, die ihm selbst am meisten schadet, die sich aber auch zum Schaden der Gemeinde und insbesondere der heranwachsenden Jugend auswirken würde. Wenn wir den ersten Gesichtspunkt einer näheren Prüfung unterziehen, dann kommen wir zum Ergebnis, daß es schon eines ziemlich großen Müheaufwandes bedarf, um allen Verpflichtungen gegenüber der Gemeinde voll zu entsprechen. Nicht nur unter der Voraussetzung, daß man mit äußerster Gewissenhaftigkeit seine Pflichten erfüllt, sondern schon deshalb, weil die Kritikfähigkeit des kleinstädtischen Juden weit größer ist, als man im allgemeinen annehmen möchte. Hiefür könnten zahlreiche Beispiele aneführt werden, die beweisen, daß die Gemeinden durchaus nicht so anspruchlos sind, als man mitunter anzunehmen geneigt ist. Das äußert sich auch bei ihrer Stellungnahme zu den allwöchentlichen Schiurvorträgen. Früher benützte der Lehrer für dieselben ein Mussarwerk oder er trug einige wichtige Vorschriften aus dem Kizzur- Schulchan-aruch von 8. Ganzfried vor, lernte mitunter einige Mischnajoth und erläuterte deren Inhalt Heute hat sich in dieser Hinsicht auch in den ländlichen Gemeinden vieles grundlegend geändert Der schlichte religiöse Sinn hat einer kritischen sachlichen Einstellung Platz gemacht und das Verständnis für den gesetzlichen Teil des Judentums ist gesunken. Will man also dieser, dem Judentum überdies entfremdeten Generation doch etwas bieten, so bleibt nur ein sorgfältig ausgewählter Teil aus dem Stoffgebiet der Agadah, einzelne Kapitel aus der Halaaiah, markante Epochen aus der jüdischen Geschichte u. ä. übrig. Es ist also durchaus nicht leicht, für den Scfaiur etwas Geeignetes ausfindig zu machen. Gründliche Vorbereitung, Studium des einschlägigen Schrifttums und passende Darstellungs- Formen sind erforderlich. Die Zuhörerschaft urteilt zwar rein gefühlsmäßig, trifft dabei aber oft das Richtige, und man muß allenfalls dieser Stimmung Rechnung tragen. Gilt es, bei außerordentlichen Anlässen eine kleine rednerische Leistung zu vollbringen, dann ist natürlich die Urteilsfähigkeit des jüdischen Publikums noch weit größer. Ueberblickt man diese Einzelheiten, dann kann man feststellen, daß sich der Junglehrer in einer Landgemeinde nicht mühelos die allgemeine Zufriedenheit erwerben kann. Doch das allein ist und darf für ihn auch nicht das tarnt-. Höchstu. H*upto*wl>w M*fk: klot. mar BR Fla. Popp*llo— | Mark Porto u.llat* SOPIg In all. Varkauttatollon II- HOC ItttlSCm 1r«nko » I J.Sduiteick&ci Stutta^ i MimitrAM — PositcnttCkkOMO au i L MffM. ß«A ni i—rtrmm. P«lfrraiwRli I UrilirlRR 1 Hotrat Dr. Tack* Vmniii vom. 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Im Gege religiös indifferenten Gemeinden stößt gar oft auf den Widerstand der Elten man es versucht, den Kindern das Höchst: religiösem Wissens- und Erlebnisstoff zu teln. Bestenfalls aber verhalten sich ziemlich passiv und den Kindern entgehe: religiöse Bildungswerte der häuslidv Ziehung, für die es keinen Ersatz gibt. Als zweiten Gesichtspunkt, der für dH lehrer maßgebend sein muß. nannten Berufsfortbildung. Zu diesem Zwecke i forderlich,, an einer Elementarschule zu zieren, das heißt beobachtend und selbst) Unterricht teilzunehmen. Die selbsttätige Unterrichtsweise, die Jahre in der Erteilung von wöchentlich stens zwei, in den nächsten Jahren ii nähme ganzer Unterrichtsfächerbesteh t, dert schriftliche Ausarbeitung der g> Lektionen. Außerdem ist der Jungleb pflichtet, ein Lehrtagebuch zu führen, ganzen so ziemlich die gleichen Pflichten fest angestellter Volksschullehrer. Darüb' aus ist er angehalten, an den Fortbildm ferenzen teilzunehmen, mit denen wieß Fülle von Arbeit verknüpft ist. Jede K (es gibt deren fünf im Jahre) erfordert fertigung einer aufs gründlichste ausgeai Lektion. Mehrere Teilaufgaben aus dei dik müssen zum Vortrag vorbereitet und werden, und schließlidi wird alljährl i< große Arbeit aus der theoretischen Pin angefertigt, die ein gründliches Stud u ganzen einschlägigen Literatur zur Setzung hat. Die Anstellungsprüfung, a jeder Junglehrer letzten Endes hinarbeite: erfordert selbstverständlich auch eine pl Vorbereitung. Erwägt man noch, daß jüdische Lehrer auf dem Lande in g lieber Beziehung, ferner auf dem Gebieft< ler Fürsorge und Abwehrarbeit ma: leisten hat, dafi er es auch als selbstvers Pflicht betrachtet, in den jüdischen fächern Fortschritte zu machen, so ist daß er ein reiches Arbeitsfeld bat, von Außenstehende gewöhnlich nur herzlich weiß. jüdische erfül- und ufwand kann er Rebln sofern gebühhteil, in man sowenn maß an vermit- Eltern n große en Ern Jungwir die es erpraktiätig am i einem minde- Uebererforltenen eia ■er verbat im uni wie ein er hinngskoner eine inferenz die Ani beiteten Methostudiert ch eine ik m der Vorausauf die n muß. Unmäßige r junge Uschaftd 5 e soziazu endliche Wissenses klar, dem der wenig

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