Mannheim
Compact Memory

Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-05-01 · 3 (1.5.1932) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
3 (1.5.1932)
Date
1932-05-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/4904101-5442797-5443235--3539-4907382
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

— 27 — DBOrWOOOOOOOOfl Jüdischer Humor . . . . Am11. ßekunntmu(hungen Ssienilen. FRIEDRICHSTRASSE $4 Aus den Gemeinden Württembergs . . Kino bedeutsame Erklärung dos Zentrums .. Bekannt gutes Gebäck la Kaffee ßiilinenschuii Aus der Geschäftswelt Fu in iliennuch rieh teil Pholoapparalc Pholobedarf Phoioar bellen HOFERER Narklut, Vi Reparaturen otlllQSt r.MIto.. TB.M4M narienstr# L Filiale Frleiridislalea AUS DEM INHALT : Kauft Insereatei! das lüd. 'Jugendheim + Körperpflege jl Bestrahlungen Anny Löhr.ärztlich geprüft Anlagen : OualltatsarbJlt! ELEKTBO«KAISEB SeestraSe Nr. 34 - Talafoa Nr. 30301 •GERÜSTBAU* FrlftZ Krisch« Baugeschäft Inh.: R. Ra lohte, Baumeister Ausführung sämtl. Gerüstu. Bauarbeiten Sohubartatraße S Fernspr. 42438 Allopathie / Blochamla / No»0opath>a Bflduautr. lt / Stuttgart / Calwerstr.» ERNST HOCHBERGE Mitarbeiter aberall geeuohtl Versicherungei raeoh und günstig dur STUTTGART Hospltalstr. Nr. 3S Telefon 20t 11 AdoilNanz Elefctr. Lichtu. Kraftanlagen Qasu. Wasaerlnatallatlonan Sanltire Anlagen Jacob Nlll Baugaschäfft Inh.: Julius Nlll und Dlplom-Ino» Fritz Rslohert QogrOndot 1080 Nau- und Umbautan, Raparaturan, Faaaaden - Instandsetzung, Heueentwieeerungen, Schreiner- und Gia«erarbeiten Telefon 61144/43 / Rosenbergplatz 3 BQroausetallung BQchsenstr.ai Stuttgart Bdchsenstr. 25 Bürobedarfsu. Papierhandlung Fernruf 22354—55 Textilware Indanthren-Haus Stuttgart. Q-m-b.H. K»nigstr.12 Wenn Sie Wert auf jS wasch-, lichtu. wetterechte aus Baumwolle, Kunstseide und Leinen legen, dann wählen Sie zuverlässig unsere garantiert Indanthrenfarbigen Stoffe und Fertigwaren MODELL-STOFFE QUALITÄTS-STOFFE Stuttgart / Charlottenstr. 9 Heilbronn / Lohtorstr. 34 ln bekannt großer erlesener Auswahl zu zeitgemäß billigen Preisen jMdischec 9Cumoe. Ein findiger Arzt. Rabbi Joel Foibisdt. der gelehrte Rabbiner von N vires. hatte Zahnschmerzen. Seit zwei Tagen schon peinigte ihn ein hohler Zahn auf der rechten Seite so sehr, dal! er fast sein Leben verwünschte. Alle Hausmittel, wie Spiritus, Kampfer. Nelkengeist. heiße Kamillendämpfe usw.. hatte er bereits angewandt, aber es hatte nichts geholfen. Auch in ein schwieriges Tulmudthema hatte er versucht, sich zu vertiefen — ein, nach dem Ausspruch unserer Weisen, probates Mittel gegen leibliche Schmerzen — aber die Schmerzen wollten nicht Nachlassen und raubten ihm die Lust zum „Lernen“. Alle Stadien eines kranken Zahnes mußte Rabbi Joel Feibisch durchmachen. Seine Schmerzen wurden immer bohrender, hämmernder, reißender, schneidender, wühlender, und wie die Empfindungen alle heißen mögen, die der Zahnschmerz hervorbringen kann, und der Rabbiner entschloß sich endliai. den Arzt rufen zu lassen. Im voraus Uber den Zweck seines Besuches unterrichtet, brachte dieser seine Instrumente mit und wollte, nach einer kurzen Untersuchung des kranken Zahnes, die Extraktion vornehmen. „Nein!“ schrie der Rabbiner aus Leibeskräften, „nein, ich lasse ihn nicht herausziehen!“ „Er muß aber heraus!“ entschied der Arzt. „Nein!“ jammerte der Rabbiner. „Ja!” „Nein, nein, nein!' heulte Rabbi Joel und hielt sich beide Hände vor den Mund. „Aber seien Sie doch nicht so furchtsam. Herr Rabbiner,“ sagte der Arzt und versuchte durch Güte zum Ziele zu gelangen. „Es tut ja nicht so arg et eh. Ein Ruck — und vorbei ist’s.“ „Nein, Herr Doktor!" „Aber der Zahn muß heraus, sonst steckt er auch noch die andern an und Sie werden die Schmerzen überhaupt nicht mehr los." ..Nein, Herr Doktor, ich laß’ ihn nicht ziehen! Nein, nicht ziehen!“ jammerte Rabbi Joel. „Wozu haben Sie mich dann rufen . lassen?“ fragte der Arzt, der sich nun über diese Angst des Rabbi zu amüsieren begann. „Geben Sie mir ein Mittel, lieber Herr Doktor, ein Mittel gegen diese furchtbaren Schmerzen.“ wimmerte der Rabbiner. „Ein Mittel kann hier nichts nützen.“ erwiderte der Arzt. „Das beste Mittel ist die Zange.“ „Nein, nicht ziehen. Herr Doktor. Ein Mittel verschreiben Sic mir. ein Mittel!“ Der Arzt konnte sich nicht helfen und verschrieb ihm Jodtinktur. „Aber helfen wird es kaum“, sagte er. „und. wenn Sie sich die Sache überlegt haben und den Zahn herausnehmen lassen wollen, dann rufen Sie mich.“ „Danke. Herr Doktor,“ sagte erleichtert Rabbi Joel und schickte das Rezept in die Apotheke. Am andern Tag erkundigte sich der Arzt nach dem Befinden seines Patienten. „Auch das Jod hat nichts genützt. Herr Doktor,“ sagte die Frau Rabbiner, die ihn empfangen hatte. „Ich hab's ja gleich gesagt,“ erwiderte der Arzt. „Was machen wir aber nun?“ fragte die Frau. „Mein Mann ist so elend heruntergekommen, daß es nicht zum Ansehön ist.“ „Der Zahn muß heraus und, wenn der Herr Rabbiner nicht will, dann ist ihm einmal nicht zu helfen!** „Versuchen Sie es, ihn mit ein wenig Strenge dazu zu bewegen,“ bat die Frau. „Drohen Sie ihm mit Zahnahszeß, Blutvergiftung usw.“ „Wollen mal sehen, vielleicht wirkt’s“ sagte der Arzt und begab sich in das Zimmer des Patienten. „Nun?“ fragte er. „Wie geht’s?“ „Ach, Herr Doktor, schlimmer, viel schlimmer,“ seufzte Rabbi Joel. „Es ist gar nicht zum Aushalten!“ „So geben Sie doch endlich mal diese kindische Angst auf, öffnen Sie den Mund. Eins, zwei, drei! und geschehen ist’s,“ sagte der Arzt streng und hielt seine Zange bereit. „Nein, nicht um alles in der Welt!“ schrie der Rabbiner laut und zitterte am ganzen Körper. „Bedenken Sie doch, es können Komplikationen eintreten, die ein schlimmes Ende nehmen und eine viel gefährlichere Operation notwendig machen würden.“ „Nein, ich laß' ihn nicht ziehen." Dem Arzt, dem ein solcher Starrsinn noch nicht vorgekommen und der dem Leidenden gerne geholfen hätte, riß endlich die Geduld und in höchster Erregung schrie er: , „Und Sie wollen fromm sein. Sie nennen sich einen Diener Gottes. Sie. der lieber drei] Tage ohne Thora zu lernen herumläuft und seine Gebete ohne Kawone (Gedankensammlungt verrichtet. ehe er sich einen Zahn ziehen läßt! Sie erlauben sich, täglich dreimal .Schema Jißroel!' zu rufen und damit das Bekenntnis abzuhegen daß Sie sich für Gott und seine Thora _opfern würden, willig für ihn Ihr Leben hingeben und für seine heiligen Gesetze die grausamsten Qualen und Martern erdulden wollten. S|e, der vor dem Herausziehen eines Zahnes eine solche Höllenangst empfindet?! —“ „Heraus damit!“ schrie Rabbi Joel, der bei dieser Strafpredigt, die den Nagel auf dei Kopf getroffen, aufgesprungen war. „Heraus damit!“ schrie er und sperrte seinen Mund angelweit auf. Ein Schrei — und der Zahn lag auf dem Joden. (Aus Kohn: Rabbinischer Humor, J. Kaufmann Verlag. Frankfurt a. M.) Seine Antwort.... Ein Landgerichtsdirektor frotzelte gern die Zeugen, die sich das eben gefallen lasset mußten. Einmal kam er aber an den Unrechten. Er hatte als Zeugen einen Mann zu vernehmen, der Vorbeter bei der israelitischen Religionsgemeinde, Lehrer und Schochet (Schächter) war. Ö Zeichnung Schochet war dem Direktor n wandte sie mit furchtbarem Vergnügen gesetzt bei der Vernehmung des Mannes ä die Vernehmung zu Ende war. fragte er wollend: „Sonst haben Sie nichts mehr zui sagen. Herr Schochet?“ „Nur. noch eins, Herr Direktor.“ erwiderte seelenruhig der Zeuge. „Vorbeter hin ich für die Erwachsenen. Lehrer für die Kinder und Smochet fürs Rindvieh.“ ie Bewohl- 815563345^

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.