Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IX (1932-1933)
- Issue
- 2 (16.4.1932)
- Date
- 1932-04-16
- Page
- [Seite] (sequence 5)
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Goiiesdiensizciien für die israelttbdie Gemeinde Heflbronn. 16. April Sabbatb 9.00 Ubr morgs. 3.15 Ubr na cbm. 7.50 Ubr abends 17. April Sonntag 7.45 Ubr morgs. 18. '20. April Werktagsgottesdienst 6.45 Ubr morgs. 6.15 Ubr abends 20. April Pesadifesteingang 6.45 Ubr abends 21. April Pesacbfesteingang 8.30 Ubr morgs. 6.45 Ubr abends 22. April 8.30 Ubr morgs. 6.45 Ubr abends 23. April Sabbatb 24. April Sonntag 8.30 Ubr morgs. 3.15 Ubr nacfom. 8.00 Ubr abends 7.45 Ubr morgs. 25. -26. April Werktagsgottesdienst 6.45 Ubr morgs. 8.00 Ubr abends 26. April Pesacbende 6.45 Ubr abends 27. April Pesacbende 8.30 Ubr morgs. 6.45 Ubr abends 28. April 8.30 Ubr morgs. 8.10 Ubr abends 29. April Freitag 6.45 Ubr morgs. 6.45 Ubr abends 30. April Sabbatb (Neumondsw.) 8.30 Ubr morgs. 3.15 Ubr nacbm. 8.20 Ubr abends zur Macht kennzeichnet beide; ihr Kampf gilt dem bestehenden System, der bestehenden Verfassung, ist also negativ. An dieser Programmlosigkeit, an persönlichen Hemmungen des Führers und vor allem an dem energischen Widerstand der republiktreuen Kreise scheiterte Boulangers Bewegung nach wenigen Jahren; allerdings stand Frankreich bald nach dem Kriege wirtschaftlich wieder in Blüte, während im Deutschland der Gegenwart Arbeitslosigkeit und Not die stillen Helfer des Nationalsozialismus sind. In einem unterscheiden sich aber die beiden Bewegungen grundlegend. Während der Nationalsozialismus zu einem seiner wichtigsten Programmpunkte den Antisemitismus erklärt, gab es etwas Derartiges in Frankreich nie. Zwar versuchten antisemitische Kreise auch Boulunger dahin zu beeinflussen, aber der General, der zu seinen Freunden und Anhängern Juden zählte, belastete seine Bewegung nicht in dieser Weise. Heute nach 40 Jahren ist Boulanger in Frankreich so gut wie vergessen; die moralischen Kräfte des französischen Welkes haben die Krise überwunden, und wir dürfen hoffen, dafl auch das deutsche Volk diesen Weg gehen und an dem republikanischen Gedanken festhulten wird. Wir Juden besonders dürfen uns von den Drohungen und Verleumdungen, denen wir ausgesetzt sind, diesen Glauben nicht nehmen lassen: unsere lange Leidensgeschichte hat uns gelehrt, in großen Zeiträumen zu denken. Starker Beifall der begeisterten Zuhörer dankte dem Redner, der, wie in seinem Dreyfus- Buch, auch auf diesem Gebiet neuartige Gedanken in stilistisch formvollendeter Weise vorgetragen hat. Die Veranstaltung wurde von dem stellvertretenden Vorsitzenden der Stuttgarter Ortsgruppe des Centralvereins, Rechtsanwalt Dr. W i 11 y S ch w a r z , geleitet, der vor Beginn des Vortrags die Anwesenden aufforderte, sich, soweit nicht schon geschehen, dem C.V. anzuschließen und an seinem Kampf um die Existenz der deutschen Juden mitzuwirken. Er brachte zum Schluß in warmen Worten den Dank der Anwesenden zum Ausdruck, der nochmals von lebhaftem Beifall unterstützt wurde. Aus dm Qememdm VtiirtteM&ecQs. Stuttgart. Die Hauptversammlung des Isr. Ortsarmenvereins und des Vereins zur Unterstützung hiesiger und durchreisender israelitischer Armen fand am 3. April d. Js. statt. Der Vorstand, Otto Bamberger, gedachte einleitend mit ehrenden Worten der im letzten Jahre verewigten Mitglieder. Nur mit Mühe konnten, wie er weiterhin ausführte, die beiden Vereine den an sie gestellten Anforderungen gerecht werden. Der Durchreisendenverein schließt mit einem Abmangel von RM. 748.90 ab. Dem Kassier Siegmund Kallmann wurde Entlastung erteilt und vom Vorsitzenden der Dank des Vereins ausgesprochen. Max Osterberg wies auf die für eine Großgemeinde doch etwas bescheidenen, für durchreisende Arme zur Verfügung stehenden Beträge hin. Es dürfte, auch :ur l. öglichsten Steuerung der Armenbesuche in den Wohnungen der Gemeindemitglieder, im allge,-r «nen Interesse angezeigt sein, den Durdi- — 15 - reisendenverein in die Lage zu versetzen, durch großzügigere Unterstützungen an durchreisende Arme die Bittgänge vovl Haus zu Haus zu unterbinden. Dies ist aber begreiflicherweise nur durch größere Zuwendungen an die in der freiwilligen Armenpflege sich betätigenden Vereine zu ermöglichen. Adolf Kops legte eine gemeinsame Werbetätigkeit der Vereine imhe. Wir unsererseits möchten betonen, daß den Männern und Frauen, die selbstlos so viel Zeit und Mühe der allgemeinen Liebestätigkeit opfern, durch größtmögliche Opferwilligkeit aller, die noch zu geben in der Lage sind, gedankt werden sollte. Es ist bitter, dem oft herzbewegenden Leide gegenüber aus Mangel an Mitteln Hilfe nur notdürftig gewähren, oder ganz versagen zu müssen. Die sprichwörtliche jüdische Nächstenliebe darf und soll in diesen Nottagen nicht versagen. Wir sind überzeugt, daß, wie zu allen Zeiten, auch heute noch ein Hilferuf offene Herzen und offene Hände finden wird. Die Not ist groß, das Elend erschreckend — gebe jeder, soviel in seinen Kräften steht. M. O. Stuttgart. Der Isr. Kranke n-Unterstützungs-Verein e. V. hielt am 3. Aprilseine 8 0. Generalversammlung, die mit einer Ehrung der im abgelaufenen Jahre aus dem Leben geschiedenen Mitglieder eröffnet wurde. Vorstand Adolf Kops konnte in dem von ihm erstatteten Jahresbericht erfreulicherweise feststellen, daß der Verein den an ihn gestellten großen Anforderungen dank der aus der seinerzeitigen Jubiläumssammlung noch vorhandenen Mittel nachzukommen in der Lage war. Die Ausgaben überstiegen die Einnahmen um RM. 1802.77. Die Aussichten für die Zukunft sind trübe. Nur große Hilfsbereitschaft der Mitglieder wird es ermöglichen, der immer sich stärker geltend machenden Not einigermaßen zu steuern. Den Kassenbericht erstattete Kassier Friedr i ch L. Kiefe, dem unter Dankesworten des Vorsitzenden Entlastung erteilt wurde. Wir möchten unsern Bericht nicht schließen, ohne ganz besonders der mit vorbildlicher Hingabe ausgeübten Tätigkeit des Vorsitzenden zu gedenken. Aufgabe der Gemeindemitglieder aber ist es, den Verein durch weitgehende materielle Beihilfe zu fördern. Der vom Vorstand an die Gemeindemitglieder gerichtete Appell, sich der Möglichkeit der Ablösung von Glückwünschen und Kranzspenden häufiger zu bedienen, sollte in weiten Kreisen Gehör finden. M. O. Stuttgart. Demnächst finden einige Generalversammlungen statt, auf die wir unsere Leser besonders aufmerksam machen. Es sind dies die 57. Generalversammlung des „Israel. Männer Vereins für Krankenpflege und Leichenbestattung“ (Chewra Kadischu), die mit einem Vortrag verbundene Hauptversammlung des „Vereins zur Förderung des Handwerks und des Gartenbaus, unter den Israeliten Württemberg s“, sowie die Ordentliche Mitgliederversammlung des J ü d i s ch e n Schwestern- Das geschmackvoll* Radio-Geräi paeeend zur Zimmereinrichtung. Speziell tit: Mod. MuelkapparatevonRM.Z55.-Mi. Besichtigen Sie unverbindlich die grofle Radio-Ausstellung „Die Welt Im Helmi“ KAnlgstraBe 621 HUGO MEZGER KAalgstrale «L - KSaigslrale 11 Telophea Nummer I4SS4 i atsev heims. — Es ist dringend geboten, daß sich die Gemeindemitglieder über die von unseren «karitativen Vereinen geleistete Arbeit informieren und dieselbe auch durch Anregungen iund Wünsche fördern. (Siehe Anzeige Seite 12.) I Stuttgart. Der R.j.F. veranstaltete am 2. April einen Geselligen Kameradschaftsabend im Oberen Museum, der ausgezeichnet besucht war. R.-A. Dr. Merzbacher begrüßte die anwesenden Kameraden und Gäste undjwies auf die Notwendigkeit der Existenz des R.j.F. hin. Ein wirklich über den Rahmen üblicher Vereinsprogramme hinausragender Bunter [Teil wurde von Arpad Kondor-Pick witzig konferiert. Frl. Fanny Sommerhiiuser-Reiter (Violine) spielte meisterhaft die Air auf der G-Saite von Bach und Werke von Mozkokvski und Sarasate-Kreisler. Frl. Susi Strauß. Schülerin von Prof. Rehberg, gestaltete die formal und inhaltlich anspruchsvollen Variationen über ein Thema Bachs von Liszt mit erstaunlicher Beherrschung aller Schwierigkeiten plustisch und eindrucksvoll. Der bewährte Bassist unserer Oper, Hermann Horner, bereicherte die Vortragsfolge mit der großen Procida-Arie aus „Siziliunischc Vesper“ von \erdi und mit Löwes „Prinz-Eugen“-Ballade. Der humoristische Teil des Programms brachte noch ein komisches Mäiiner-Sextett. das mit viel ' W itz und Humor einschlägige Lieder sang, während eine xon Frau Merkert-Ilagen einstud erte Girl-Truppe zwei hübsche Tunze zeigte. — Die gesamte Begleitung aller Nummern versah Frl. Susi Strauß mit tadelloser Einfühlung in die^verschiedenen Stilarten. Die Gesamtleitung 1 des Abends lag in den Händen des bewährten Yereinsmitglieds Ludwig Ebstein. Der R.j.F. darf es als Erfolg buchen, daß der Abend in allen Teilen so überaus wohlgelungen war und die gute Stimmung bis zum letzten Tanz der Kapelle Bruntner bis spät in die Nacht anhielt. M.|G. Stuttgart. Aus technischen Gründen köpnen wir über die letzten Verunstaltungen des Berthold A u e r b a ch - V e r e i n s unsere Leser ZKeitöcotm KU1ZVAKIN Mrflapte, um CfeCMlCT TM. 115 Ihr dclralcacr Sirokknf wird nach den aeaeatea Fonaea aaigaafbeitot a. leDiM aa Fabrtkpralaaa. Altes Material wird mit verwendet. Auch Herreahtte aad Zyliader. Hitfiftrik, HeUlmi, LtUmflih 34 L las Baas« vaa Nltascbe Haadarhalta - QesrUft. Versuchen auch Sla Ihr GlOek u. kaufan Sla Ihr Los am Platze, Sie sparen Zeit und Portol Ziehung 1. Klasse der Proft-M Mmltttffit 22. und 23. April JbuttdkJtMrtfOuuAm v V£»-Vf Zi wascht Dir die stets wie neu Phönix-Neuwascherei Aaaaluaestallea Hallbraaai Chr. Holtmann, Lammgaue 3 Fr. Gackenheimer, NordbergstraBe 17 Frl. Seybold. Allee 47 Auswahl V ' r? 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