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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-02-16 · 22 (16.2.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VIII (1931-1932)
Issue
22 (16.2.1932)
Date
1932-02-16
Page
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— 247 — Pavillon ixcdsier I Samstag u. Sonntag 4 Uhr-Tanztee | Bunte Bühne / Tanz Täglich 830 Uhr; Mittwoch, Donnerstag, Sonntag, auch nachmittags, s*3 Uhr das uitgokürxt« Abendprogramm Im Anschluß an den Kassenbericht, für den der Vorsitzende dem Referenten dankte, erstattete Moritz Nowytarger den Rechenschaftsbericht für die Junggruppen, der den Eindruck vermittelte, daß die männlichen und weiblichen Junggruppen in trefflicher, jugendlichem Geiste gemäßer Zusammenarbeit sich betätigen. In der sich anschließenden Generaldebatte wurde vom Plenum zu den erstatteten Berichten Stellung genommen. Es entspann sich eine lebhafte. teilweise sogar stürmische Aussprache, in der Kritik geübt und Wege gewiesen wurden. Die vom Ausschuß vorgeschlagene Neuregelung der Mitgliederbeiträge wurde mit großer Mehrheit angenommen. Danach tritt in Zukunft eine starke Reduzierung der Beiträge ein. Infolge der vorgerückten Stunde mußte die allgemeine Aussprache abgebrochen, und. nachdem dem Ausschuß Entlastung erteilt worden war, zum letzten Punkt der Tagesordnung, den Wahlen, geschritten werden. Aus denselben gingen durch Akklamation hervor: Redakteur HansSternh e i m als I. Vorsitzender: Gemeindepfleger Dr. Martin Cohn als 2. Vorsitzender. Zum I. Kassier wurde Rechnungsrat Julius Wißen n n n . zum 2. Kassier Martha Strauß. Cannstatt, zur Schriftführerin Ilse Sommer, zum Wanderwart David Rimpel durch Zuruf bestimmt. Moritz Nowytarger und Ruth Ellenberg wurden als Vertreter der Junggruppen in den Ausschuß gewählt. Durch geheime Wahl wurden weiter zu Ausschußmitgliedern bestimmt: Ruth Ebstein, Rechtsanwalt Dr. Walter Einstein, Max Gellhorn und Lore Goldschmidt. Damit fand die Generalversammlung ihr Ende. Daß die in ihr gegebenen Anregungen recht bald im Interesse des B.A.V. und insbesondere unserer Gemeinde zu Taten führen, das ist der Wunsch aller, die von der Bedeutung einer geeinten jüdischen Jugend durchdrungen sind. Stuttgart. B e r t h o I d A » e r b a ch - Verein. Das Programm des B.A.V. bietet in der zweiten Februarhälfte einige Veranstaltungen, die besondere Beachtung verdienen. Außer einer von Rabbiner Dr. A u e r b a ch geleiteten F r e i t a g - abend-Feier findet ein Vortrag von Bez.- Rabbiner Dr. Beermann. Heilbronn, über das hochinteressante Thema „Sabbatai Zewi und seine Zeit" statt. Kunstmaler Hermann Fechenbach leitet dann einen Ausspracheabend über das Thema „Kunst oder Mechanik!' — dieF rage unser erZei t." (Siehe Inserat Seite 246.) Wie im Bericht über die Generalversammlung des B.A.V. schon mitgeteilt, beabsichtigt der Verein, demnächst Arbeitsgemeinschaften ins Leben zu rufen. Nach unseren Informationen sind acht Arbeitsgemeinschaften geplant, deren Leiter Stadtrabbiner Dr. R i e g e r, Rabbiner Dr. A u e r b a ch, Gemeindepfleger Dr. Cohn, Rechnungsrat W i ß m a n n. Rechtsanwalt Dr. Walter Einstein. Max Gellhorn, Redakteur Sternheim, Frl. LoreGoldschmidt und Jakob David sein werden. In den Arbeitsgemeinschaften werden jüdische, politische und künstlerische Themen behandelt. Näheres teilen wir noch mit. Stuttgart. F u ß b a 11 w e 11 s p i e 1. K a d e p II gegen JüdischcrJ ugendringStuttgart 1:1 (0:1). Das erste Spiel der Fußballmannschaft des Jüdischen Jugendrings Stuttgart, aus der sich nach unseren Informationen die Stuttfarter Fußballmannschaft „H a k o a h“ entwikeln soll, fand am 7. Februar auf dem Platz des Stuttgarter Sportklubs gegen die 2. Mannschaft der Firma Kadep statt. Dank großer Stabilität und genauem Zuspiel gelang cs der Mannschaft des Jugendrings, sich in der 1. Halbzeit vor dem gegnerischen Tor festzusetzen. In diesem Spielabschnitt wurde das Führungstor für den Jugendring erzielt, ohne daß es infolge unproduktiven Spiels zu weiteren Torerfolgen kam. — Die 2. Halbzeit sah ein verteilteres Spiel, bei dem die Kadep-Mannschaft einen durchaus ebenbürtigen Gegner abgab. Von der Jugendring-Mannschaft sind hervorzuheben: der außerordentlich durchschlagskräftige Mittelstürmer und der schnelle Linksaußen. Auch die Verteidigung war sehr gut. Den fairen Kampf leitete Schiedsrichter G e 11 - h o r n (Stuttgarter Kickers) gewandt und sachlich. Stuttgart. Im „Bund für neues Judentum" sprach am 2. Februar Amtsgerichtsrat Bernhard Bach Uber „Der Rassenunterschied als sittliches Problem“. Seine von eigenen Gedanken erfüllten maßvollen Ausführungen enthielten viel Beachtenswertes. Jede Eigenart, so führte der Redner aus. ist eine Bereicherung der Menschheit: Verachtung Andersgearteter bedeutet Ablehnung der eigenen Pflichten. Ma» muß sich der Bedingtheit der eigenen Wertung bewußt sein. So wenig wie den deutschen halte er den jüdischen Geist für minderwertig. sondern nur für anders. Man dürfe keine trennende Mauer aufrichten, sondern die Brücke von Mensch zu Mensch müsse geschlafen werden, denn aller Menschen letztes Ziel sei Einheit in Gott. Vorbild des deutschen Volkes sei der Held (Willensmensch). Der Deutsche sei ein Gemeinschaftsmensch, sein Ideal: der gute Kamerad. Beim Juden stehe der Verstand an erster Stelle: der Jude übe mehr Liebesdienste am Einzelnen als an der Gesamtheit (? die Schriftleitung). Eine selbstverständliche Forderung sei. gegenseitig die jeder Art eigenen Werte unzuerkennen. Ein Einleben der Juden in das deut- Für das Jüdische Jugendheim, das anfangs Mürz im Hause Friedrichstr. 54 hi eröffnet wird, wird eine BtimvcrwaHcrtn dcsudil, Wl lllfllllHIIIIl 111 lllWHIHIIWillllllllimmWUlUUIUIIIIIUIlIHMHllMIII—lüMHIliMUll die sämtliche einschlägigen Arbeiten (Küche, Reinigung usw.) erledigt. Angebote bis zum 21. Februar unter I. M. 124 a. d. Gemeindezeitung, Stuttgart, Kasernenstr.13 sehe Kulturleben sei unmöglich. Goethe sei ein deutscher Kulturträger, an dem die Juden Anteil haben. Aber Goethe bedeute den Massen nichts, er stehe ihnen zu fern, du er zu vollkommen ist. um ihr eigenes Wesen daran zu erkennen. Menschheitskultur sei weder gut noch möglich, zu fördern sei S i 111 i ch k e i t s k u 11 u r. Der Jude müsse sich strenger an seinem eigenen Charukter entsprechenden Vorbildern halten, um wieder zu Ansehen zu gelungen. Die zu einem großen Teil aus Nichtjude» bestehende Hörerschaft zollte dem Redner wurmen Beifall. Ihm antworteten in der folgenden Aussprache Rechtsanwalt Dr. Mainzer und Dr. mcd. r cldm a n n. Sie legten energisch Verwahrung dagegen ein, nicht als Volldeutsche zu gelten. Deutsche Kultur ist ihnen das Höchste, was ihnen das Leben geboten hat. Sie kennen kein jüdisches Volk, sondern nur eine jüdische Religionsgemeinschaft. Der deutsche Jude ist so deutsch wie der deutsche Katholik und der deutsche Protestant. Beide Diskussionsredner zeigten durch Beispiele aus der Geschichte der Juden, wie alles, was Amtsgerichtsrat Bach als wesentliche Merkmale deutscher Art bezeichuete. gerade dem jüdischen Wesen entspreche. Sie wiesen auf die tiefe Einfühlung der Juden in deutsche Musik und deutsche Dichtung hin. Richard Wagner fand den besten Interpreten in dem jüdischen Hofkapellmeister Hermann Levi. Goethe ward von niemand feinsinniger gewertet, als von dem Juden G u ii d o 1 f. Gewiß, jüdische Eigenart soll nicht in Abrede gestellt werden: aber haben nicht die Schwaben auch ihre Eigenart, die sie von den Rheinländern unterscheidet, besteht nicht eine Grund Verschiedenheit zwischen einem Bayern und einem Preußen usw.? Die Ausführungen der beiden Redner waren schlagend und führten die vom Amtsgerichtsrat Bach aufgestellten Behauptungen glänzend ad absurejum. Dr. Mainzer und Dr. Feldmann wurden mit lebhaftem Beifall bedacht. Drei weitere Diskussionsredner sagten nichts Wesentliches zur-Sache. Der Abend stand unter der Leitung des Vorsitzenden des Bundes. Rechtsanwalt Dr. L i e b 1 i chj . dessen einleitend zum Ausdruck gebrachter Standpunkt wieder begreiflichen Widerspruch fand. Dr. Lieblich entgegnete in feinen, sich auf biologischer Grundlage aufbauenden Darlegungen, ans denen aber gerade so gut den seinen entgegengesetzte Folgerungen gezogen werden könnten.! Im übrigen scheint uns nachgerade ejne Auseinandersetzung über die vom „Bund für neues Judentum" vertretene Auffassung -eirje recht fruchtlose Sache. Die Majorität aller deutschen Juden vertritt mit Recht die Ansicht, daß man e i n ganzer D e u t s ch e r und d o ch ein guter Jude s e i ij kann. Das kleine Häuflein Andersdenkender beweist gar nijehts. Es mag sich bei ihnen oft um Personen handeln, die selbst zu kurz in Deutschland weilen, um deutsche Kultur in sich aufgenommen zu haben, wie es bei den anderen, mit dem Heimatboden verwachsenen deutsch denkenden und deutsch fühlenden Juden der Fall ist. Man verlangt von eingewanderten christlichen Polen auch nicht, daß sie deutsch fühlen. Deshalb wird aber wohl kein Christ sich, seines Christentums! wegen, mangelnder Liebe zum deutschen Vaterland, zu deutscher Kultur zeihen lassen. Dem deutschen Juden ist deutsches Wesen in Fleisch und Blut übergegangen, seit vielen Jahrhunderten, wohnen sie auf deutschem Grund und Boden, für das Vaterland opferten sie Leib und LebenJ seine Ehre ist ihre Ehre. Wer, der auch .nur eint! Spur von Gerechtigkeitssinn hat, darf ihnen daher das Recht verweigern, sich als vollgültige Deutsche zu fühlen und zu betätigen? | M.O. Stuttgart. Der bekannte Schriftleiter dör Bayerischen Israel. Gemeii^dezeitung. Dr. Ludwig F e u cht w u n g e r. sprach am Sonntag, den 7. Februar, im Auftrag des Jüdischen,Lehrh a u s e s über den „Anteil der d e uit s ch e n Juden an der öffentlichen Mei.nung". Er bestimmte einleitend sein Thema daliin. daß er über den Anteil der deutschen Juden an der Produzierung der öffentlichen Meinung durch das Mittel der Zeitung sprechen wollte. Er kennzeichnete einleitend die Zeitung als Trägerin der öffentlichen Meinung und skizzierte in knappen aber zureichenden Darlegungen die Fortschritte der Zeitungswissenschaft. < Der Redner ging von hier aus zur Beantwortung der Frage über, ob es eine j üid i s ch e Publizistik heute gäbe. In der Beantwortung der Frage schilderte er den "Anteil der Juden an der allgemeinen deutschen Presse. Dieser Anteil ist in den letzten Jahren'~wi‘sentlidi zurückgegangen. Der Anteil der deutschein Juden an der allgemeinen Presse entspricht dem Rückgang ihrer Stellung im öffentlichen Leben- Dafür ist in den letzten Jahren neben einigen, älteren jüdischen Blättern in verhältnismäßig j weitem Umfang eine Pressegattung entstanden, die von Juden Und für Juden geschrieben ist — die Ge ineindezeitungen. Trotz dieses Anwachsens jüdischer Zeitungsorgane kann aber nicht vpn einer Erstarkung der jüdischen Presse durch diese iiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiHiiMiMiiiniiniiuiMB BLEYLEf pMtaftail VütmiAim SAUER STUTTOART 1 Nw« Brock« 1 ■Iahst Aar KtalHtmM MWIHMHWÜMIIffllMHHIlinillllllllllltlll Sät. Verdauung SSnSjS«* Nudel - Rom Markthalle / Tal. MIM Grüne Bohnen Idle NormalkUodoM »SSSSr.::::::: Ü3 Junge Schnittbohnen 1. 73 A Junge Brechbohnen I. 74 J Fit. Stangemchnittbohnen . 42 A Prinzeßbohnen, mittelfein . 44 J Junge Erbsen ..... von Braun 7B A Junge Erbsen, mittelfein 93 A Junge Erbsen, fein. 1-24 Konsum Melange.. 74 A Leipziger Allerlei. 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