Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VIII (1931-1932)
- Issue
- 19 (1.1.1932)
- Date
- 1932-01-01
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Als einen ihrer Höhepunkte hat der Oberrat die Uebergabe der von sämtlichen Religionsgemeinden des Landesins Leben gerufene „Jubiläums-Spende** und die Bekundung des Vertrauens der Gemeinden zum Oberrat, die in so schöner Weise damit verbunden worden ist, empfunden. Indem der Oberrat den Vorsteherämtern seinen herzlichsten Dank ausspricht, versichert er zugleich die Gemeinden seines ernsten Willens, auch in aller Zukunft das gemeinsame Beste mit allen Kräften zu fördern, und er spricht die Hoffnung aus, daß es mit Gottes Hilfe der gemeinschaftlichen Arbeit der Vorsteherämter und des Oberrats gelingen, möge, aller durch die Zeit bedingten Schwierigkeiten Herr zu werden, die Zukunft der württembergischen Judenheit zu sichern und dem Judentum in Wahrheit zu dienen. Dr. H i r s ch. Stuttgart, den 17. Dezember 1931. Israelitischer Oberrat. Nr. 3738. Beil. 0. An sämtliche Rabbiner, Rel.-Lehrer und Vorsteherämter. Nachstehend geht sämtlichen Rabbinern, Religionslehrern und Vorsteherämtern die Bekanntmachung des Wörtt. Kultministeriums über die Schulferien im Kalenderjahr 1932 vom 1. November 1931, veröffentlicht im Amtsblatt des WiirtL Kultministeriums vom 29. November 1931, Nr. 18, 8. 310, zu. Dr. H i r s ch. Unter Bezugnahme auf I 9 Abs. 1 a und Abs. 2 b der Ferienordnung vom 1. November 1929 (A.-Bl. S. 211) wird für das Jahr 1932 folgendes bestimmt: 1. Die zusammenhängenden Ferien an Orten mit neunklassigen Schulen (Vollanstalten) sind: a) Rest der Weihnachtsferien: 1. bis 7. Januar je einschließlich (7 Tage), b) Osterferien: 24. März bis 13. April je einschließlich (21 Tage), e) Sommerferien: 28. Juli bis 5. September je einschließlich (40 Tage), d) Weihnachtsferien: (1. Hälfte): 24. bis 31. Dezember je einschließlich (8 Tage). 2. Die Zahl der beweglichen Ferientage beträgt demnach an den genannten Orten 9. 3. Für Groß-Stuttgart werden die beweglichen Ferientage wie folgt festgesetzt: Montag, 15. Februar; Samstag, 14. Mai; Dienstag, 17. Mai und Mittwoch, 18. Mai; Mittwoch 12. bis Samstag 15. Oktober, je einschließlich; Montag, 21. November. Bazille. .und uietuls ins Cafe OCaimatm Seidenstr. 6 Eck* Schiofl.tr./Tel. 229 79 Bcrlhold Aoerbatb-Vcrcln Diensten, cton S. Januar, StuttoarC - Lona, CalwarslraOa 33 Hha., abends a>« Uhr, Ausspracheabend ober „vor neue» Bfltfcera" Leitung: R«dakt«ur Nana Sternhaim * PptHag, dan 8. Januar, Orfl und Za«t «via oban. Freitagabend-Feier Leitung: Rabbiner Dr. Auerbach ♦ Dianutag» 12* Jan., OH u. Zait «via oban, spricht Lore Goldschmidt ober „letnofci, «er Neuih i. ffaslker“ Wir bitten am zahlreiche* Brachelnen! Nach mehr ah 7 jähriger Fachausbildung in der Heilanstalt Winnental, an den Universitäts-Nervenkttniken München und Paris, und zuletzt 2'/, fahre an der psydiiatr.-neurologhdxen Abteilung des Bürgerhospitals Stuttgart (Prof. Wetzet), habe idi midi als Facharzt für Nerven- und Gemütskrankheiten hier niedergelassen. Dr* mcd. A. Haeberle Stuttgart, Etzelstr. 20 (Bopser), Telef. 229 IO Sprechzeits 11—12 Uhr und 5—7 Uhr, Samstags 12-2 Uhr u. nach Vereinbarung Ab 1932 simtlidie Ersatzkassen _ ScOUIrr an» edHtlntnara, »<Tü< bi« hicfi,«* hützero VrfcnnfUltfn bestich«, wollen, Lehrling« «Ir. sind«» Bäte rltarllr ßtraRo« m Miziz«n Preisen »«I ttron 2Mla Mnm. ilhn n.». Verein Jüdisches Lehrhaus Samstag, den 9. u. Sonntag, den 10. Januar 1932, je abends 7'/» Uhr, spricht im großen HSrsaal der Techn. Hochschule, Keplerstr. 10, Proteif or Dr. Narfln Bober Frankfurt'«. M. Ober Jeremla, ein Künder Ifir unsere Zell'* Eintritt: RM. I.—. Für Mitglieder und Hörer des Lehrhauses und der Volkshochschule tfegen Ausweis 50Pf., desgleichen (Or Studierende gegen Ausweis und Jugendliche 50 Pfg-, Arbeitslose gegen Ausweis 25 Pf-, Karten in der Geschäftsstelle, Hospltalstr. 36 ptr. u. an der Abendkasse. Nach SJlhrlBar ärztlicher Tätigkeit am Stadt. Krankenhaus Ulm, Prof. Veiel und t Prof. Blauei, an der Städt. Frauenklinik Stuttgart, Prof. Baisch, am Städt. Krankenhaus Cannstatt, Prof. Weitz, an der Chirurgisch. Adlig, der Olga-Heilanstalt, Stuttgart, Chefarzt Dr. Nast-Kolb, und zuletzt am Städt. Kinderheim Stuttgart, leitender Arzt Stadtarzt Dr. Lempp, habe ich mich in Stuttgart als prakt. Aerztin niedergelassen u. Obe meine Tätigkeit in den Räumen destDr.StCba,fdU*t>lr.59l. aus. Dr. mcd. Amalie Nlnholz S p r e ch s t.: Mont.-Mi.-Fr.-l-3 Uhr. / Tel. 64127 Der Zusammenschluß der jüd. Gemeinden — eine Lebensnotwendigkeit für das deutsche Judentum! Eine erschütternde Darstellung der Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Gemeinden zu Gesamtorganisationen bietet ein Aufsatz, den soeben Max Birnbaum im Gemeindeblutt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin veröffentlicht. Die Schriftleitung schickt dem Aufsatz die folgende Aeußerung voraus: „Groß ist die jüdische Not. So groß, daß Herzen und Hände einst tausender Hilfsbereiter müde zu werden drohen, gleichgültig im Sturin einer gewaltigen Zeitwandlung. So ist. von uilziiwcnigen erkannt und bekämpft, dein deutschen Judentum eine Gefahr erwachsen, die es in naher Zukunft in seinem Bestände erschüttern muß. wenn nicht zur rechten Zeit ihr Halt geboten wird: die jüdischen Klein- und Mittelgemeinden sind in ihrer Existenz bedroht. Sie sind dezimiert an Mitgliederzahl. gebrochen in ihrer wirtschaftlichen Kraft. Sie haben nicht mehr die Mittel, ihre Religionsschulen zu erhalten, ihre Kinder als Juden zu erziehen; viele ihrer Gotteshäuser liegen verödet. Sie stehen — auf engem Raum — viel näher einer feindseligen Umgebung gegenüber, sind viel unmittelbarer persönlichem^ Haß und Boykott ausgeliefert als der großstädtische Jude. Sie sind arm an Gütern, arm an Menschen, arm au Freunden, arm an Freude, arm an Trost geworden. Und zu Tausenden ist ihnen die Stätte der Andacht, die Zuflucht der Seele verschlossen. Dieser Not ringender, vereinsamter Menschen, unvergleichlich-bitterer als unsere Npt, dürfen wir nicht länger tatenlos gegenüberstehen. Wir müssen nicht nur begreifen, daß ihr Kampf unser Kampf, ihr Untergang unser Untergang ist, sondern danach handeln. Nur eine Gemeinschaft, die den Willen zum Leben hat und mit Tat und Opfer sich dafür einsetzt, kann in dieser Zeitwende sich behaupten.“ . j Zu Beginn seiner Ausführungen zjtiert Max Birnbaum die folgende Stelle aus dem Brief einer jüdischen Gemeinde aus dem äußersten Westen des Reiches: ..Die hiesige jüdische Gemeinde besteht zurzeit aus drei Familien, so daß schon jahrelang kein Gottesdienst mehr abgehalten werden kann. Die Synagoge ist dem Verfall nahe ... Hier im Ort herrscht schrecklicher Antisemitismus. die Fenster der Synagoge sind schon längst zertrümmert, das Dach ist sehr beschädigt, vor einigen Tagen wurde die Hakenkreuzfahne auf das Dach aufgesteckt.“ Blitzartig, schreibt ^Besucht auch die jüdischen Qaststätten Stuttgarts! HOTEL WESTH ElMER, Rotestraß« 2 RESTAURANT BLOCH, Oalvyerstr.4 PENSION AQULNIK, EbwharcMr.OO