Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VIII (1931-1932)
- Issue
- 17 (1.12.1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
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- 195 - DK Statistik der Md. Gemeinden VflrifenUKrds 1831-1931 Rabbinut VL Weikersheim. Aufgelöst, jet/t Mergentheim. V1L Braunsbacb. Jetzt Hall Vlll. Oberdorf. 1930 aufgelöst und Hall unct Göppingen ungeteilt. IX. Jebenhausen. Jetzt Göppingen. X. Buttenhausen. Aufgelöst, jetzt Buchuu. XI. Laupheim. Jetzt Ulm a. 11 Ulm. XU. Buckau. X11L MOhringen. Jetzt Horb \ XIV. Horb. Gemeinde 3. Creglingen. CrafiitaT.. Waldmannsbofen . . . 6. Ailringen (aufgelöst). Hobeback, jetzt selbständige Gemeinde . 7. Hobeback .. Hollenback. Mulfingen.. 1. Braunsback. * Jetzt mit DOnsbadi. 2. Steinbach, jetzt Hall. 3. Crailsheim mit den Israeliten in Crailsheim . Ingersheim. Goldbach . Unterdeufstetten. 4. Dflnsbach mit den Israeliten in DUnsback (jetzt Braunsback zugeteilt) . . . Gerabronn (jetzt Mldtelbaeh a. d. L. zugeteilt). .\. 3. Mldielbach a. d. L. .mit den Israeliten zu Midielbadk. Hengstfeld.. . . Wiesenbach wurde dann selt>stundige Gemeinde. b. Wiesenbach (bis t928),jctzt wieder Michelback zugeteilt. 1. Oberdorf mit den Israeliten iuBopfingen 2. Aufbausen (jetzt aufgelöst) Oberdorf zugeteilt . . 3. Pflaumloch (aufgelöst). 4. Landlheim (aufgelöst Oberdorf zugeteilt) mit den Israeliten zu Lauchhelm . . . Regelsweller. 3. Ellwangen. 6. Gmfind . ... Jebenhausen (aufgelöst). jetzt zu GSppingen . Buttenhausen. Laupheim mit den Israeliten in Laupheim Ulm (jetzt selbständig). Ulm. Buchau mit den Israeliten in Buchau . . Kappel. t. Wankheim (aufgelöst). Mit den Israeliten zu Tübingen und Dußlingen jetzt selbständige Gemeinde. 2. Tübingen mit Reutlingen und verschiedenen anderen Orten. 3. Rexingen. 4. Baisingen mit den Israeliten in Baisingen und Unterschwandorf. 3. Mfibringen mit den Israeliten in Mobringen . . Rottweil jetzt selbständige Gemeinde. 6. Rottweil. Zepfenhan. 7. Nordstetten mit den Israeliten in Nordstetten (aufgelöst). und Mühlen a. N. jetzt zugeteilt zu der neuen Gemeinde Horb Kine vollkommen neue Gemeinde ist die zum Rabbinat Hall gehörige Gemeinde Oehringen. 1828 Seele 1 1831 j n zahl 1925 1931 123 127 •„ 1 74 1-1 9 — 13 13 — 31 29 lOti 125 53 32 43 43 — — 198 197 f67* (>5 105 109 132 ■ 112 135 144 196 17.5 35 37 . - 71 71 53 56 — 101 103 12 12 29 .30 3 3 175 164 45 42 70 74 — — 42 51 15 io 453 483 137 1.50 265 276 9 2 212 221 — > 111 116 11 11 8 8 17 1 15 — 77 78 410 440 .5 i 5 — 351 382 263 260 133 92 556 584 255; 280 12 12 565 .586 532 .580 240 247 131 113 79 86 — « 150 137 337 . 330 307 .301 210 198 104; 100 86 88 : — 417 466 59 48 .34 32 97 i 88 8 9 265 261 11 10 106 104 10 5 109 100 159 177 betätigt sich erfolgreich jüdischer Handelsgeist. Jeitteles. Kfilingen. war nach dieser Richtung bahnbrechend, ferner Fergenbaum, E/llingen. Im Zusammenhang mit der Lederindustrie muH auf den Häuteimport hingewiesen werden, der u. a. von den aus Hechingen stammenden und um die Mitte des letzten Jahrhunderts gegründeten internationalen Firmen K l i a s Moos und Gebrüder I.evi. Import, gepflegt wird. Der mächtige Linolcum-Ko n z e r n ist auf den Weitblick des verstorbenen Komerzienrats , D. Heilner mit seinen Söhnen zurückzuführen. Ursprünglich im Großhandelsgeschäft in Stuttgart tätig, hat Heilner die Germania-Linoleumwerke in Bietigheim gegründet. In der Zigarrenfabrikation Württembergs stehen jüdische Firmen, u. a. die Firmen Anselm Kahn und S. A. Kahn, Heilbronn. G i d i o n , Horb, Strauß, Cannstatt, an der Spitze. Auch die Likörfabrikation und die Weinbrennerei werden vielfach von Juden betrieben. Unter vielen erwähnt seien Jacob Jacobi. Hirsch & Lichter, Hirsch & Maver, Feuerback. Loeb & Wertheimer und die Heilbronner Firmen Landauer & Macholl und S t e i g e r w a 1 d. Erwähnung verdient auch die von Kilian Steiner gegründete und zu hohem Ansehen gelangte Laupheimer Werkzeugfabrik in Laupheim, eine der ältesten Wcrkzeugfubriken des Landes, die Eisenmöbelfabrik Lämmle. Zuffenhausen, die Seifenfabrik M a d a f o r m A G. in Heilbronn, ebenso wie die Seidenpapierfabrik Fleischer in Ehlingen ein altes angesehenes Unternehmen der Papierindustrie. In der ins Baufach einschlägigen Industrie betätigt sich die 1876 gegründete Firma Stettiner. Stuttgart, mit der Fabrikation von Korksteinplatten. Es würde zu weit führen, all die Fabrikationszweige aufzuzählen, denen sich jüdische Unternehmungslust und jüdische Arbeitskraft zugewandt haben: schon aus den vorstehenden Ausführungen ist ersichtlich, in welch hervorragender Weise die Juden zur industriellen Entwicklung unseres Heimatlandes beigetragen haben. Nickt minder groß ist ihr Anteil am Groß- und Einzelhandel. In den meisten Geschäftszweigen sind sie anzutreffen. Wie in der Fabrikation so auch im Großhandel wenden die Juden in erster Linie den Textilwaren ihr Interesse zu. Der Handel in Baumwoll waren und deren Ausrüstung ZIGARREN Große Auswahl In jeder Preislage Fabrikfrische Zigaretten Rieth " Hauptoahnhof Sftllftt08Pft wird \ ornelimlicii von ihnen betrieben, litt T u chli u n (I e I sind alte bedeutende Firmen tätig: ebenso iin S di u h g r o ß li a_u d e I. I in ft o I z -. \ e ii - und A I t e i s e u - M e t u I 1 e -. Leder -. Häute-. Juli v oii o p t i s dl e Handel e i n h 4 » d e I . a n ch c Firmen. Der insbesondere -Großhandel, im n Wurcn. im W in der B a n d -. S a in t -. S-e i d e_u b r linden wir ungesehene jüdische \ ich- und I’ f e r d e Ii u n d e I . auf dem Lunde, ist eine jüdische Spezialität. Im Handel ton G.etreide und 1, a ii d es Produkten haben sich Juden liervorruge nd betätigt. Das Interesse, das 1 Oll jüdischer Leite dem Gctreidchundf I —entgegengebrachti wird, kommt auch darin zum Ausdruck, daß Moses I lege ii h e i m e r seit 1920 den Vorsitz der l.uiidesprnduktenhorse Stuttgart führt. Mit einigen seiner Anverwandten steht er den süddeutschen Zuckerfabriken nahe.; Auch auf einem Hundelsgebiet. auf dessen hervorragende. über die-Grenzen des Lundes hinuusgehende Bedeutung Württemberg mit Recht stolz ist. nämlich im V e r I a g s g e s ch ä f t. sind w iirttembcrgischc Juden vertreten. Im graphischen Gewerbe nimmt die 1852 gegründete Firma U. I. c v i. Stuttgart, einen ersten Platz ein. Als mit zu den ältesten Stuttgarter Firmen gehörig sind noch die im Jahre 1840 gegründete Buchhandlung R. I.ev i und die* Zigarrennjanclc'lsfirma A. Kassner zu erwähnen. j Durch die Entw icklung der Verhältnisse wurde eine Wandlung von einschneidender Wirkung im E i n z e I h u ii d e I hervorgerufen, der s ch unsere jüdischen kauflcute mit Erfolg ai gepaßt haben. Dem Einzelhandel in Herrenkoniektion. Damenkonfektion. Putz-. Wäsche- und Mode artikeln. Juwelen usw. widmen sich viele jüdische Geschäftsleute. Um die Jahrhundertwende hat sich das Warenhaus Kietz in Stuttgart niedergelassen. Die Firma Brüder Laud u u e r ist aus einem kleinen Manufaktur Warengeschäft in Stuttgart hervorgegangen. Die Stuttgarter Niederlassung des Kaufhauses 8 ch I» ck e n wurde vor wenigen Jahren errichtet. Vielleicht hat der Leser bisher die Erwähnung des II a n d w e r k s vermißt? für dessen Daseinsberechtigung und Lebensfähigkeit im htxitigen Wirtschaftsleben vielfach das Verständnis verloren gegangen ist. Mit der im letzteü Jahrhundert eingetretenen gewaltigen Umwandlung der ganzen wirtschaftlichen Struktur halten sich die einheimischen Juden, die wohl früher das llundvverk im Kleinen ausgeübt haben, vön diesem fast völlig ubgewandt: trotzdem ift eine Annäherung der Juden an das Handwerk auch in Württemberg neuerdings festzustellen. [ In der gegenwärtigen Zeit der Kapitulant, in Hei es nicht mehr möglich ist. die Gründung eineh industriellen Unternehmens oder eines Handelsgeschäftes auf dem in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts allgemein üblichen Wege des persönlichen Bankkredits zu erreichen: ist im übrigen ein Hinweis auf das Handwerk angezeigt. zu dessen Ausübung verhältnismäßig geringe Mittel erforderlich sind. [ Es unterliegt keinem Zweifel, daß die* vollständige Umwälzung der Volkswirtschaft seit Ende des Weltkrieges, der Beginn der Verstaatlichung und Kommunalisierung, den jüdischen Einfluß auf das Wirtschaftsleben gemindert haben; mancher alte Betrieb ist der Konzentration und Verschmelzung anheimgefallen, manches altbewährte Unternehmen des Handels und der Industrie ist ein Opfer der schweren, auf Deutschland lastenden Krise geworden. Aus den vorstehenden Ausführungen kann aber doch entnommen Werden, in welch harmonischer Weise sich die Juden der Eigenart der württembergischen Wirtschaft angepaßt haben, die, bei der verhältnismäßig recht wenig günstigen natürlichen Produktionsgrundlage und Verkehrslage, von jedem Einzelnen um so mehr Fleiß. Intelligenz. Energie und Weitsicht verlangt, Eigenschaften, die beim Schwaben wohl allgemein anerkannt werden und der Privatwirtschaft unseres Landes zu einem hervorragenden Platz in der deutschen Volkswirtschaft verhol fen haben.! Eier iär G Hörnle's Nach/. Kodiert Backen J**9 Eberhardstraße 4B - Fernsprecher 24536 und 24539