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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1931-06-01 · 5 (1.6.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VIII (1931-1932)
Issue
5 (1.6.1931)
Date
1931-06-01
Page
[Seite] (sequence 7)
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L e v i n zogen vor dem Geiste der Zuhörer vorüber. Ihre starke Einwirkung auf die literarischen Kreise jener Zeit wurde ins rechte Licht gerückt, ebenso aber auch ihre bedauernswerte Entfremdung von der angestammten jüdischen Gemeinschaft. Eine rege Diskussion schlofl sich an und zeigte, daß die Rednerin in hohem Maße das Interesse der Zuhörer geweckt hatte. Haigerloch. Am 18. Mai durfte Abraham H i 1 b sen. in voller gei- ■ stiger und körperlicher Frische seinen 70.Geburtstag feiern Der Jubilar ist weit über Haigerloch hinaus als aufrechter Mann bekannt upd wird sowohl in der israelitischen als auch bürgerlichen Gemeinde hoch geschätzt. Anläßlich seines 70. Geburtstages wurden ihm viele Glückwünsche zuteil. Unter anderen gedachte auch der „V e r - ein Württembergisdier u. h o h e n z o 11. Viehhändler“ des Jubilars in ehrender Weise. Auch wir wünschen ihm noch viele Jahre tatkräftigen Wirkens! Heilbronn. Die Ortsgruppe des Central- Vereins und des „Reichsbunds jüdisch er Frontsoldaten“ veranstalteten kürzlich einen Ausspracheabend, zu dem die maßgebenden nichtjüdischen Kreise Heilbronns geladen waren. Rechtsanwalt Dr. Rosengart, der die Versammlung leitete, begrüßte die Anwesenden und setzte nochmals die Gründe auseinander, die zu dieser Veranstaltung geführt hatten. Der Abend, so führte der Redner aus, sollte dafür zeugen, daß die Juden deutsche Staatsbürger mit allen Pflichten aber auch mit allen Rechten sein wollten. Das sich anschließende Referat von Rechtsanwalt Dr. G u m b c 1 muß wegen scinet klaren, sachlichen, von Ruhe und innerer Urberzeugung getragenen Art als eine hervorragende Leistung bezeichnet werden. Der Redner forderte die Behandlung der Juden frage von einer höheren als der bisher üblichen Warte. Er stellte die Sinnlosigkeit aller Werturteile, die auf sogenannten Rassenmerkmale fußen, fest und verwies in diesem Zusammenhang auf die ausgezeichnete Riege r sehe Schrift „Vom Heimatrecht der deutschen Juden“. Dr. Rosengart setzte sich dann mit den sattsam bekannten antisemitischen Verallgemeinerungen auseinander, zeigte die durch diese heraufbeschworenen Konflikte auf und mahnte abschließend zu Frieden und Einigkeit, Die sich anschließende Diskussion ließ ein Eingehen auf die angeschnittenen Fragen leider vermissen und bewegte sich fast ausschließlich auf religiösem Gebiete. Einem der Diskussionsredner. der die Frage stellte, woher denn eigentlich der Judenhaß komme, erwiderte Bezirksrabbiner Dr. Beermann in gewandter Weise. In einem Schlußwort dankte Dr. Rosengart dem Referenten des Abends. Zusammenfassend darf gesagt werden, daß die Veranstaltung erfolgreich war. Bedauerlich ist nur der Umstand, daß unter den fast 200 Anwesenden die Lehrer und Geistlichen, auf deren Beteiligung an der Aussprache man besonders gerechnet hatte, nur zu einem ganz geringen Prozentsatz vertreten waren und sich, soweit sie anwesend, auch nicht zum Worte meldeten. Heilbronn. Die Junggruppe des Jüd. Jugendbunds „Montefiore“ hatte auf 13. Mai zu einem Elternabend eingeladen. Zur Eröffnung zogen Jungens- und Mädelsgruppen, eine Wimpel voran, singend in den Saal. Aach dem Bundeslied und Begrüßungsworten von Dr. Lutz Rosengart gaben die Führer Hans K i r chheimer, Trude Scheuer und Lutz M u rschall Berichte über Aufbau und Tätigkeit der Gruppen, deren es nunmehr sechs (gegenüber vier im Vorjahr) gibt. Es wurden, wie man hörte,. Bücher jüdischen und allgemeinen Inhalts gelesen. Spiele gemacht, Fahrten unternommen. Singnachmittage gehalten und — unter den Aelteren — auch Aussprachen über aktuelle Fragen der verschiedensten Art gepflogen. Von der Bühne aus führte dann Max Mandel- I a u b einen regelrechten Heimabend, auf eine Viertelstunde zusammengedrüngt, mit seinen Jungens vor. Hierauf hielt Hans Kirchhcim e r ein Referat über „D i e heutigen Aufgab en der jüd. Jugend und die Junggrupp e“. Ausgehend von den großen Schwierigkeiten der Gegenwart erklärte er, die jüdische Jugend werde ihren Weg finden, aber nur durch ihre eigene Kraft, vermöge ihrer selbstgeschmiedeten Waffen. Wesentlich sei. daß der junge Mensch die ihm gestellten Aufgaben sehen und ohne Furcht, mit Sachkenntnis. Eifer und Tatzähheit ausgerüstet, losen lernt. An die Menschen der Junggruppe treten etwa mit dem 16. Jahr die Fragen der Berufswahl, der Religionsausübung, der Stellung zum Palästina-Aufbau, zum Krieg und zum Antisemitismus ernsthaft heran. Hier müsse ihnen geholfen werden. - 59 - Lösungen zu finden. Der Bund ist absolut neutral. Der Führer soll der Mitarbeiter seiner Gruppenmitglieder sein. Aufgabe ist es, - die Augen offen zu halten, sich zu wappnen für den Lebenskampf und sich schon jetzt im Kleinen zu bewähren. Die Erziehung zur Verantwortung und zur Arbeit soll aber nicht vergessen lassen, daß das Leben schön ist, daß Jugend ein Recht auf Schönheit hat, wie sie namentlich auf Fahrten erlebt wird. An den eindrucksvollen Vortrag schloß sich eine rege Aussprache an. die von wohlwollender Kritik gegenüber den manchmal zu hohen Anforderungen der Junggruppe und zugleich von warmer Anerkennung für das Wollen und Streben der Jugend getragen war. Es beteiligten sich an der Diskussion Her mann Wolf. Hermann Kein, Direktor Kirchheimer das Fördererausschußmitglied des Bunds Marschall. Lehrer Flamm, Lehrer K a h n. W i 1 I i R o s e n t h a 1 und die Junggruppenführer selbst. Zum Schluß nahm noch Dr. Lutz Ros engart das Wort zu einigen grundsätzlichen Ausführungen: der Bund wolle seine Mitglieder zwar zur Auseinandersetzung mit allen aktuellen jüdischen Fragen erziehen, sei aber darauf bedacht, daß sich die jungen Menschen nicht zu früh irgendwie entscheiden. Die Jugend wolle mit Brücken schlagen helfen zur christlichen Umwelt. Die Absonderung der gesetzestreuen Jugend und die ohne Verständigung des Bunds erfolgte Gründung der „Arbeitsgemeinschaft“ sei vom allgemein-jüdischen Standpunkt aus zu beklagen. Die Junggruppe werde gewiß auch weiterhin ersprießlich arbeiten. — Der Abend nahm für die leider nicht zahlreichen Teilnehmer einen sehr anregenden Verlauf und legte für die ‘U&ma.'ß. Slegnuid (Seil il / T«L ISS 44/41 ISS HECHINGEN , TÜBINGEN / SIGMASINGEN lnu. ausL Wertpapiere / Einlagen xu gfinst. Zinssätzen / Industrie-Kredite / Hypotheken A. ei- Arbeit der Heilbronner Junggruppe ein schönes Zeugnis ab. Heilbronn. Am 26. April durfte ^rau S. Stern Wwe. in seltener körperlicher und stiger Frische ihren 88. Geburtstag feiern, würdigen Frau, die auch im hohen Qreisenalter mit viel Fleiß und Geschicklichkeit tjoch Handarbeiten zu verfertigen in der Lage ist, wttn- I sehen wir auch weiter einen gesegneten Lebensabend. |; Heilbronn. Dieser Tage durfte Emjil Wertheimer im Kreise seiner Saiigesbrüder das Jubiläum seiner 23jährigen Mitgliedschaft lm Svnagogenchor_ feiern. Emil Wertheimer hat in dieser langen Zeit durch seine Sangesfreudigkeit dazu beigetragen, daß derjC'hor stijts in der Lage* war. den Gottesdienst (würdig Zu verschönen. Dem Jubilar wurde in seiner Won innig unter Leitung des Dirigenten Mtisikdirek- 'tor Köhler ein Ständchen gebracht. In einer Ansprache würdigte der Vorstand des Synagogenchors. Maier Stein, die Verdienste des Geehrten. Niederstetten. Stadtrat und Gemeindevorsteher Max Stern darf mit seiner Ehefrau Rosie geb. Landauer am 4. Juni das Fest de{ Silber- Pelzhaus Fritz Hilblc Spezial- WerksiStie für feine Pelz-Bekleidung Aufbewahrung / Umarbeitung Anfertigung nach Maß Albert Cramer Ulm a.D. PUlifwe 25 - Telefon 2941 Knnstl&rtierei >. dien. Wasch-AutaH Tadellose Arbeit! KBrxeete LieferfristI Fachkundige Bedien eng I Abholung nnd Lieferung auf Anruf kostenlos. DAS HAUS DES VORNEHMEN GESCHMACKS FOTO ZENTRALE INHABER: WEISS SÜOU. MONSTERPL. 42 FERNRUF: 3068 Central-Drogurie / Ulm a. D. Manfred Grundier, Hinchstr. 36 Verbandsdrogist Iraker ■Anater -Dregefle Drogen, Chemikalien, Nähr- und Kräftigungsmittel, Parfümerien, Toiletteartikel, Krankenartikel, Spezialität: Heilkräuter Spara Packung! Kaafe SchSnbelts-Mittel, wie KSIalsdi Wasser aad Kopfwaaser Offea bei 1 Bede 1 Sill, Bll MÜnsterp latz 18 Huber ö _ Werkstätte für Innendekoration / Telefon 3102 ...~r G. Maier’s Nadif. E. JOOSS ■aasta. 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