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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1931-05-16 · 4 (16.5.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VIII (1931-1932)
Issue
4 (16.5.1931)
Date
1931-05-16
Page
[Seite] (sequence 7)
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47 des Referenten zunächst noch unterstrichen und darauf hingewiesen, daß neben dem religiösen Antisemitismus auch der politische und wirtschaftliche Antisemitismus bekämpft werden muß. Jegliche Form des Rassenantisemitismus sei abzulehnen. Der Behauptung. das deutsche Pressewesen sei überwiegend in der Iland von Juden, wurde unter Hinweis auf die Statistik entgegengetreten. In seinem Schlußwort wies Stadtpfarrer Lumparter auf den Geist strenger Wissenschaftlichkeit hin. der das Judentum uuszeichnet. Für die Frage nach der Herkunft der antisemitische» Flut ist es charakteristisch, daß der Antisemitismus besonders in Zeiten wirtschaftlichen und nationalen Niedergangs au ft ritt, wo man , nach einem Sündenbock sucht. Mit dem Hinweis auf die volle Berechtigung der Zugehörigkeit des Judentums zum politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben des deutschen Volkes konnte die Versammlung geschlossen werden. Stuttgart. Am 20. Mui darf Frl. Therese Mira heu u. Poststr. 15, in voller geistiger Frische ihren 87. Geburtstag feiern. Vielen alten Stuttgartern wird es eine Freude sein, der beliebten ulten Dante, die sich durch ihr liebenswürdiges und sonniges Wesen viele Freunde erworben hat. ihre Glückwünsche zum Ausdruck zu bringen. Wir wünschen der Jubilarin auch weiterhin einen gesegneten Lebensabend! Stuttgart. Bei dem internationalen Wettbewerb, den die Salubra-Werke A.G., Grenzach (Baden), für die schönsten Innciirüume 1928—1950 ausgeschrieben hatten, wurde die Arbeit des Stuttgarter Kunstmalers und Architekten Ignaz Kauf in a n n unter 1600 Bewerbern mit dem zweiten Preis von 3000 Mark ausgezeichnet. Stuttgart. .Anläßlich der vor kurzem in Stuttgart abgehaltenen Jahresversammlung des „Versands wiirttembergischer Bankiers“ wurde Bankier Friedrich L. Kiefe zum 1. Vorsitzenden und Sieg in und Weil (in Firma ßankeommanclite S. Weil) zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Cannstatt. Am 23. April verschied nach kurzer Krankheit David Nathan, Alleininhaber der Firma Gebrüder Nathan, der als ein hervorragender Kenner seiner Branche galt. Am Grabe schilderte Religionsoberlehrer Adler den Verstorbenen als den unermüdlich tätigen Kaufmann, dem die Arbeit Lebenselement war und als einen Mann, der sich ein warmes Herz, für sein Judentum erhalten und viele Werke der Wohltätigkeit geübt hat. — Rabbiner Dr. Bani- 1) e r g e r sprach im Namen der lsr. Religionsgesellschaft dem Verstorbenen Worte herzlichen Dankes aus für die starke und freudige Förderung der Ziele dieser Gemeinde, und Rabbiner Dr. Ansbacher - Wiesbaden gedachte des Freundes in Worten dankender Anerkennung.— Wie wir hören, hat der Verstorbene letztwillig verschiedene wohltätige Vereine und Wohlfahrtsanstalten reichlich bedacht. — Crailsheim. Das Israel. V o r s t e h e il u m t veranstaltete zu Ehren seines Vorsitzenden. Berthold Stein, der am 26. April seinen 60. Geburtstag zugleich mit seiner zwanzigjährigen Amtstätigkeit im Israel. Vorsteheramt feiern konnte, eine Festsitzung, die einen würdigen Verlauf nahm. Der stellvertretende Vorsitzende. Sam Fricdmann. rühmte in einer Ansprache die Verdienste, die sich Bert hold Stein um die Gemeinde erworben hat. Seine Rede gipfelte in dem Wunsche, daß der Jubilar in gleicher Tatkraft noch viele Jahre zum Wöhle der Gemeinde wirken möge. Auch Haupt lieh rer Salti Silber mann würdigte die treue Pflichterfüllung Berthold Steins mit herzlichen Worten. Im Namen der Vorsteher überreichte sodann Sam Friedmann ein Angebinde. Berthold Stein dankte für die ihm erwiesene Ehrung und versprach, stets ein treuer Diener der Gemeinde zu bleiben. Crailsheim. Am 15. Mai durften Samuel Stein und seine Ehefrau Mathilde geh. Löwenstein das Fest der Silbernen II o ch - zeit feiern. Wir entbieten dem überall geschätzten Paare unseren Glückwunsch! Haigerloch. Im Krankenhause in Horb, wo er Heilung von schwerem Leiden suchte, starb Ende April unser Gemeindemitglied Wolf Reut- 1 i n g e r 1 im Alter von knapp 60 Jahren. Der Verstorbene war wegen seines einfachen, freundlichen Wesens allgemein beliebt. Am Grabe hob Rabbinatsverweser Spier die schlichte, tiefe Frömmigkeit des Verewigten und seine Standhaftigkeit im Leid hervor. Ein großes Leichengefolge gab Zeugnis von der Wertschätzung weiter Kreise. Heilbronn. Der Bund jüdischer Jugend „Hl o ntefiore“ hatte seine aktiven Mitglieder für den 30. April zu einem Werbeabend geladen, an dem Redakteur Hans S t e r n h e i m-Stuttgart über das Thetna „Warum jüdischer Jugendbund?“ sprach. Der Führer des „Montefiore“, Dr. Lutz Rosengart. begrüßte die Anwesenden und brachte zum Ausdruck, daß man diesen Abend veranstaltet habe, um das Leben im Bunde und insbesondere die Heimabende, die unter geringem Besuch zu leiden hatten, zu aktivieren und der Jugend Möglichkeiten und Wege zur Belebung der Bundesarbeit aufzuzeigen. II uns Sternheim führte in fesselnder Weise aus, daß jüdische Jugendbünde notwendig sind, weil die derzeitige Situation des deutschen Judentums eine aktive jungjüdische Arbeit erfordert. Diese schwierige Situation entstand, weil die wirtschaftlichen Verhältnisse und die religiöse Haltlosigkeit auch in jüdischen Kreisen in einer besorgniserregenden Weise Platz gegriffen haben, weil im heutigen Kampfe ums Dasein infolge allzu großer individualistischer Einstellung der jüdische Gemeinschaftsgedanke verloren zu gehen droht und weil die politische und religiöse Zersplitterung eine harmonische menschlich-jüdische Grundhaltung aufgehoben hat. An der jüdischen Jugend liegt es nun. einen neuen und gesunden Geist zu bringen. In engster Verbindung mit der Gemeinde und unter gleichzeitiger Wahrnehmung des Kontakts mit den nichtjiidischen Mitbürgern muß sie ein neues innerjüdisches Milieu schaffen, das die Jerassen gesellschaftlichen Unterschiede nicht kenlnt, das vor allem auf neuen wirtschaftlichen Voraussetzungen fußt und so alle brennenden Probleme — auch die der Ehe und Mischehe — alis dem Geiste der Verantwortlichkeit des Einzelnen für die Erhaltung und Entfaltung des Judentums zu lösen versucht. Aus dieser Neuorienltieruiig heraus muß der Jugendliche in der Jugendbundsarbeit auf den Lebenskampf, auf seine religiöse und politische Aufgabe vorbereitet werden. In der sich anschließenden regen Diskussion sprach der Förderer des Bundes. Dr. Qskar Maver . der dem Bunde empfahl, den v chloren gegangenen Kontakt mit der Gemeinde (wieder herzustellenT und die Bedeutung der neutralen Haltung des Bundes für eine ersprießliche Zusammenarbeit aufzeigte: weiter sprachenll.ehrer Karl Kahn. II a n s K i r ch h e i m e r . iW e i 1. P i ck a r d . Erl. Plaut. I)r. Rosenlgart. Erich Mever und Franz Siegel, j Zusainmeiifassend kann gesagt werden, daß der Redner des Abends, dem reicher Beifall QöppUtgeii -ei« Fahrr«dg«schLft Stähle 6ch«htes»hl. «.Reptmmmoertstiltte Weller * Hifmn Gustav Tausch vorm. A. Elsisstr »Hä Chrlatlan S ctlorr COpplaga / Poatafraßc 45 Speitalgäadiift Hr Glas, Porzellan, Bas* a spes.: manani Hanptatr. 4P - Tolefon Iwftr FRITZ 9Ceit6cotm Karl Gertler Jmmeliwr Spezialität! Bruckmann- Kaisers*. fllbar-Bestacka , L KunzwAREN Raaaeai enaa.enaHNMm ■ a Strängte, e™ ■ M TrUMtwasac 1 Weimarern ll§JHdlClldCr a. mrü.'wiil GOTTL. 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