Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VIII (1931-1932)
- Issue
- 3 (1.5.1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 37 (sequence 9)
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sitzende mit herzlidien Dankesworten an die Rednerin die sehr interessante Versammlung. Heilbronn. Am 11. April hielt der Israel. W ohltätigkeits.verein seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Senior des seitherigen Ausschusses, Isidor Flegenheimer, begrüßte die Erschienenen und gedachte des so rasch abberufenen Vorstandes Albert Scheuer, der durch die vorbildliche Führung der Geschäfte sich ein dauerndes, ehrenvolles Gedenken erworben hat; ebenso gedachte er der verstorbenen Mitglieder des Vereins. A. Steckeimadier sprach den Dank des Isr. Armenunterstützungsvereins aus für das harmonische Zusammenwirken beider Vereine, wenn es gilt, die Not der Bedrängten zu lindern. Die ausscheidenden Mitglieder des Ausschusses wurden durch Aklamation wiedergewählt: für den verstorbenen Albert Scheuer wurde dessen Bruder, Max Sdicuer, in den Vorstand berufen. Zum Vorsitzenden des Vereins wurde vom Ausschuß Oberlehrer Krämer gewählt. Laupheim. Auch in diesem Jahre fand im Gasthof ..Zum Ochsen“ wieder eine Sederf e i e r für die Schuljugend, die den Sederabend im Elternhaus entbehren muß, statt. An der Feier beteiligten sich auch Mitglieder des Jugendbundes, Eltern sowie die Großeltern der Kinder. Lehrer Einstein hatte wiederum die Leitung des Abends übernommen, der für alle Teilnehmer ein religiöses Erlebnis war. Liidwigsburg. Wiederum ist unerwartet tiefe Trauer über unsere Gemeinde gekommen. Am 18. April wurde Fabrikant Simon Wertheimer durch einen Herzschlag im Alter von 67 Jahren aus dem Leben gerissen. Simon Wertheimer war erst im vorigen Jahre als Nachfolger des verstorbenen Vorsitzenden Max Dreyfus s. A. in das Vorstelierumt eingetreten und hat jederzeit seine Persönlichkeit und sein reiches Wissen der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Der Verstorbene ward in Bodersweier geboren und zog bald nach seiner Verheiratung nach I.udwigsburg, wo er gemeinsam mit seinem Schwager eine Metallwarenfabrik gründete. Das Unternehmen erfreut sich überall des besten Rufes; seine Angestellten und Arbeiter schätzten den verstorbenen Chef im höchsten Maße. Die Trauerfeier schloß mit einem Gebet des Religionsoberlehrers Metzger. Das Andenken Simon Wertheimers wird stets in treuen Ehren gehalten werden. Massenbach. Das älteste Mitglied unserer Gemeinde, Hermann Behr, konnte am 29. April seinen 84. Geburtstag feiern. Der Jubilar war lange Jahre Vorstand der Israel. Gemeinde Massenhaft) und ist noch einer der wenigen Altveteranen aus dem Feldzug 1870/71. Hermann Behr geht noch in voller Rüstigkeit seinem Berufe nach. Mögen ihm noch viele frohe und gesunde Jahre besdiieden sein! Ulm. Wie alljährlich wurde auch in diesem Jahre für christliche Schüler beider Konfessionen aus den Oberklassen der hiesigen höheren Lehranstalten eine Führung durch die Synagoge veranstaltet. Mit ihren Religionslehrern, von denen die Anregung zu dieser Veranstaltung ausging, hatten sieh etwa 80—90 Teilnehmer eingefunden. Die notwendigen Erläuterungen wurden durch Rabbiner Dr. Cohn gegeben und mit großem Interesse entgegengenommen. Ihre besondere Note erhielt diese Führung dadurch, daß auf Schallplatten synagogale Gesänge zu Gehör gebracht wurden, so Kol nidre. wobei auf die Entstehung und Bedeutung dieses Gebetes hingewiesen wurde; ferner „Adonoi, Adonoi“, wobei die alte Behauptung, daiß Gott nach jüdischer Anschauung ein Gott der Rache und nicht der Liebe sei, ihre Widerlegung erfuhr. Der Vortrag moderner Kompositionen (Lewandowski) bot Gelegenheit, auf die erfolgreichen Bemühungen großer jüdischer Männer hinzuweisen, die Kräfte des Judentums, die durch mittelalterlichen Druck und unverdientes Unrecht bis vor etwa hundert Jahren im allgemeinen zur Untätigkeit verurteilt waren, in gemeinnützige moderne Kulturarbeit hinüberzuleiten. Der Eindruck, den diese Führung hervorrief, läßt ihre Nachahmung auch an anderen Orten als wünschenswert erscheinen. Ulm. Auf eine Anregung des Jüdischen Frauenbunds, Landesverband Württemberg, veranstaltete der Isr. Frauenverein einen aus drei Referaten bestehenden Vortragszyklus. Es sprachen: Rechtsanwalt Dr. Mann über „Stellung und Aufgabe der Gemeinden im staatlichen Organismus“; Rechtsanwalt Dr. Gump über „Die Organisation der Israel. Religionsgemeinschaft und Gemeinden Württembergs“: Rechtsanwalt Dr. Hirsch über „Das Reidi und die Bundesstaate n“. Die Redner haben es in ausgezeichneter Weise verstanden, ihrer Hörerschaft über die Grundlagen der Politik Wesentliches zu sagen und Verständnis für die historische Entwicklung von Reich, Bundesstaaten, politischer und jüdischer Gemeinde sowie der Verfassung unserer württembergischen Israelitischen Religionsgemeinschaft zu wecken. Sämtliche Vorträge zeichneten sich durch Geist, Lebendigkeit und sogar durch - 37 - Humor aus. Die Anwesenden folgten denn auch allen Ausführungen mit größtem Interesse. Im Hinblick auf die politische Gleichberechtigung der Frauen glaubte die Vereinsleitung, den Mitgliedern auch politische Aufklärung vermitteln zu müssen; daß dieser Zweck erfüllt wurde, brachte die Vorsitzende, Frau L e v y, mit herzlichen Dankesworten an die Redner zum Ausdruck. Ulm. Am 7. April feierte Frau Mathilde Kaufmann Wwe. in körperlicher und geistiger Frische ihren 70. Geburtstag. Mögen der früher in Stuttgart ansässigen,-überall beliebten Jubilarin noch viele frohe und gesunde Jahre eschiedcn sein!!BuAMe*tscAau. Württ. Landestheater. Die künstlerisch vollendete Wiedergabe einer Oper von R i ch a r d Strauß bleibt immer eine Großtat, auch wenn sie nicht die erwartete Wirkung auf die Hörer ausübt. Dies gilt insbesondere für des Komponisten „D ie ägyptische Helen a“, deren Erstaufführung an unserem Landestheater am 28. März eine interessierte, das Haus füllende Hankconnaodlte SlegnundWtjl HECMNGBN / TÜBINGEN / SIGMARINGEN ln-u.auaL Wertpapiere / Einlagen an (fiut Zinssätzen / Industrie-Kredite / Hypotheken Hörerschaft fand. Es dürften aber wohl , nur wenige gewesen sein, die dem schwer j verständlichen Gang der Handlung zu folgen vermochten, noch weniger, die den musikalischen Gehalt rein zu genießen imstande waren. Ipazu genügt nicht oberflächliches Hören, es bedarf vielmehr tiefen Eindringens in die an Schönheiten reiche Partitur. Imponierend waren die Leistungen Frau Marie Rößler-Keuschniggs als Helena und Frl. Teschemachers als Aitra, voll Macht die eine, reizvoll die andere; beide aber stimmlich glänzend. Nicht so hinreißend. aber doch durchaus befriedigend. | gab Herr Ritter den Menelaus. In weiteren nichtigen Rollen zeichneten sich die Herren K u p - pinger und Sailer aus. Vorzüglich wirkten die Chöre und das Orchester unter Generalmusikdirektor Leonhardts zielsicherer Leitkjng. 'Uttna.S). 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