Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VIII (1931-1932)
- Issue
- 2 (16.4.1931)
- Date
- 1931-04-16
- Page
- Seite 25 (sequence 7)
- Belongs to
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r "-T- Heübronn- Die „Arbeitsgemeinschaft der gesetzestreuen Jugend Heil bronns" konnte Dr. Hasga11-Stuttgart für einen Vortrag gewinnen, den er am 22. März vor einem leider nidit sehr zahlreidi erschienenen Publikum hielt. Der Redner sprach Uber „D a s Verhalten der Umwelt zu den Juden im Laufe der Jahrtausende" und zeigte in klarem Aufbau, wie die ludenheit zu allen Zeiten gegen Mißgunst und falsche Beschuldigung zu kämpfen hatte. An interessanten Beispielen wies Dr. Hasgall nach, wie andererseits auch das Christentum zur Zeit seiner Entstehung und die Katholiken insbesondere im Kulturkampf gegen Ende des 19. Jahrhunderts Gegenstand des Religionshasses waren. Mit einem Wort der Hagadah schließend appellierte der Redner an die Zuhörerschaft, das älteste aller Abwehrmittel — die göttliche Lehre — besonders zu beachten und der Lüge reine Wahrheit entgegenzusetzen. Nachdem Dr. Würzburger und Lehrer F 1 a in in diese Aufforderung durch ergänzende Ausführungen bekräftigt hatten, schloß der Vortragsabend. Laupheim. Am 27. März verschied im hohen Alter von 92 Jahren und 4 Monaten das älteste Gemeindemitglied, Frau Fanny L. Steiner Wwe. geb Rosengart, in weitesten Kreisen bekannt als ..die alte Gerberin". Sie ist in Buttenhausen geboren, siedelte aber bald mit ihren Litern und Geschwistern nach Blaubeuren über, wo sie schon in jugendlichem Alter ihrem Vater in seinen ausgedehnten geschäftlichen Unternehmungen eine sehr wertvolle Stütze sein konnte. In Blaubeuren fand auch im Jahre 1863 ihre Vermählung mit dem Gerbermeister Leopold H. Steiner von hier statt, und wenn zur Feier der städtische Rathaussaal zur Verfügung gestellt wurde, so darf das als ein Beweis für die Hochachtung und Verehrung angesehen werden, welche die ganze Familie, die einzige israelitische am Platze, genossen hat. Nach der Hochzeit siedelte sie nach Laupheim über, wo die fleißige, an strenge Tätigkeit gewöhnte Frau mit Feuereifer die zielbewußte Gefährtin ihres Gatten in Haus und Gerberei wurde; und als dieser schon 1904 verstarb, da führte sie mit ihrem einzigen Sohne, dem Gerbermeister und langjährigen dienstältesten Mitflied des Vorstehcramts, dem Stiftungspfleger, ynagogenchordirigent und Mitglied der Isr. Landesversammlung, Simon Steiner, nicht nur ihre häusliche und geschäftliche Tätigkeit unverändert fort, sondern teilte auch mit ihm seine vielseitigen Interessen für alle gemeindlichen, städtischen und Vereinsangelegenheiten, so daß, um nur ein Beispiel zu nennen, die Wanderarmenkasse seit nahezu 70 Jahren in ihrer Familie verwaltet wird. Nur wer diese Tätigkeit aus eigener Erfahrung kennt, weiß die Fülle von unbeirrbarer Herzensgute und Nachsicht, aber auch von gesunder Urteilsfähigkeit und sachlicher Energie zu schätzen, die eine solche Kasse verlangt. Bis in ihre letzten Tage stand die Verstorbene in regstem Briefwechsel mit einem weitverzweigten Kreis von Verwandten und Freunden, unermüdlich bemüht, immer wieder neue Hilfsauellen zu erschließen, Arbeitsgelegenheit zu beschaffen, zu helfen mit Rat und Tat, wo immer eine Hilfe möglich war. Nun ist sie, die Nimmermüde, zur ewigen Ruhe eingegangen; in ihrem Grabe ruht ein ehrwürdig Teil alter Gemeinde- und Familiengeschichte. Ihrem Wunsche entsprechend und ihrer schlichten Einfachheit gemäß, fand die Bestattung in aller Stille statt. Ihr Andenken aber wird ein gesegnetes sein und bleiben! Laupheim. Am 24. April vollendet Oberlehrer a. D. Samuel Rosenberger sein 70. Lebensjahr. In Oberdorf geboren, absolvierte er im April 1880 das Lehrerseminar Eßlingen, fand dann als unständiger Lehrer in verschiedenen Gemeinden wie Edelfingen, Niederstetten. Freudenthal, Oeh ringen usw. Verwendung, bis er in Ernsbach definitiv angestellt wurde. Am 1. Dezember 1909 wurde Rosenberger durch die Schulbehörde als Oberlehrer an die hiesige israelitische Volksschule berufen, der er bis zu ihrem Abbau am 1. Juni 1924 vorstand. Bei der Umwandlung der aus Staatsnnd städtischen Mitteln unterhaltenen israet. Volksschule in eine private Konfessionsschule der Israel. Gemeinde wurde Rosenberger nach 44 Schuldienstjahren zuerst in den zeitlichen und nach Erreichung des Diensthöchstalters in den bleibenden Ruhestand versetzt, den er im Kreise seiner Familie bei guter Gesundheit hier verbringt. Fleiß und Pünktlichkeit, ein nicht alltägliches hebräisches und talmudisches Wissen zeichnen den zurückgezogen lebenden Mann aus und haben ihm bei seiner vielseitigen Tätigkeit die Achtung weiter Kreise erworben. + Gummiwaren Hh aller Ar« für Chirurgie und Hygiene / Sdmtl. Artikel für Krankenu. Woriienbettpflege / Verbandstoffe Oummlschlaurhe / OummlschQrzen / Wachs- und Ledertuche «P»»I»IIW» OummlMbWnden, BQatenurui Hüfthalter tar besonders starke Damen . GUMMI-PETERMANN ULK a.D., HIRSCHSTRASSE SB l a k o b - 23 - Möge dem Jubilar ein noch recht langer und glücklicher Lebensabend beschieden sein! Ludwigsburg. Am 3. Mai dürfen Ottenneimer nnd seine Ehefrau ch e n geb. Löwenstein in voller geistiger und körperlicher Frische ihre Goldene Hochzeit feiern. Die Jubilare genießen in weiten Kreisen höchste Wertschätzung und werden an ihrem Ehrentage sicherlich Gegenstand reicher Verehrung werden. Der Jubilar gehört von jeher zu den eifrigsten Besuchern des Gottesdienstes und hat mit seiner Gemahlin stets ein echt judisches Leben geführt. Wir wünschen dem Jubelpaare noch viele Jahre beglückender Gemeinsamkeit! Rottweil. Am 22. April darf Frau Lina Rosenstiel geb. Degginger in voller geistiger und körperlicher Frische ihren 80. Geburtstag feiern. Die würdige Jubilarin versieht noch unermüdlich ihren Haushalt und bringt allen Ereignissen lebendigstes Interesse entgegen. An der Seite ihres 86iährigen Gatten, der seit 58 Jahren an den hohen resttagen ehrenamtlich vorbetet, darf sie s. G. w. im März nächsten Jnhres ihre Diamantene Hochzeit feiern. Wir Bankcommandite Siegmund Weil ^.UIOtaMi / 1M.SW44/4J TÜBINGEN HECHINGEN SJGMARIN GEN Inu.ausl. Wertpapiere / Einlagen zu günst. Zinssätzen / Industrie-Kredite / Hypotheken ganzen wünschen Frau Lina Rosenstiel noch vie/le frohe und gesunde Jahre! Talheim. Unter Anteilnahme der meinde konnte Vorsteher Max Wert am 29. März seinen 73. Geburtstag fei^ Vormittag erschienen die Gemeindevo: überbrachten die Glückwünsche der In einer Ansprache hob Oberlehrer hervor, wie der Jubilar in seiner 39jährige gehörigkeit zum Vorsteheramt stets i densfürst" zum Wohle der Gemeinde in nützigkeit und aufopfernder Pflichterfiil! wirkt habe und überreichte als iiiifieres der Dankbarkeit einen Blumenkorb namens der Chewra Kadischa da für die Treue, die Wertheimer dem V wohl als Vorstand als auch als Mitglied Ulm a.D. 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