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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1931-04-01 · 1 (1.4.1931) · p. Seite 14

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VIII (1931-1932)
Issue
1 (1.4.1931)
Date
1931-04-01
Page
Seite 14 (sequence 18)
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- 14 - Bankcommandite Siegmund Weil (Sah I / Tel. 283 44 45 HECHINGES ' TÜBINGEN / SIGMARINGEN inu.ausl. Wertpapiere / Einlagen zn günst. Zinssätzen / Industrie-Kredite / Hypotheken in foirisinniper Weise ein .\felo«lrani vor. Die An- «%'Copmlfii blieben noch einige Zeit gemütlich boisainmen. in der dankbaren Kinpfindiing. dal? der l*r. r rafienverein unter der \ orbilellieben Leiiniiu »einer Vorsitzenden <"in Band der fcintracht und VSdwtenliebe um alle Angehörigen nn-erer CSeineiniti> zu scfilinpen xn'ift. Ilm. In letzter, .\nmmei M'toffi'iitliiiileii wir iin< Erklärung. di<- Kabbiner Dr. Julius ( 0h n an den Linier Gemeinderal in Sadien des drohenden Schädit Verbots gerichtet lulle. Inzwischen hat eine Sit/unj; des Gemeindei.il» -l.illL'efiindeti. in der über den diesbezüglichen Antrap zur Tagesordmmg übergegangen ivirde. Dei Gemeinderat ließ Meli dabei von r>4ceiiili'n Gedanken leiten: Die Zulässigkeit des Schächtens im Sinne der |ijjdisdheii Religion im für das gan/e Württembörgrer f and einheitlich dnrth * 14 der Wiirtt. \.\ vom l.l ebrnar L903 /um Schlachtvieh- und I hrischl>esdiaiijreset/ geregelt. Der Benannte * 14 regelt diese Angelegenheit in erschöpfender Weise. Aus diesem Grunde ist eine Zuständigkeit der ortsi>e>li/cilichen Behörde überhaupt niilit gegeben. In die derzeit gültige Regelung konnte der Gemetaderat also gar niebr eingreifen. Wer in der Frage Interessen zu verliefen hat. "hat -uh deshalb-an die einzig zustibitTige Stelle, nämlich an das \\ iirtt. Innenministerium bzw. an den Landtag zu wenden. Wahrend de- Zeitraums vom I.Oktober ll'V) Iii- "I. Jaliua-r 19*1. also nach Inkrafttreten des bayeriarheji Gesetze* xoni _">. Januar l'Wl. durch "da* die Vornahme des Schächtschnitles ohne mitherige Betäubung verboten wird, sind am Linier Schlachthof 1 >4J Stüik Schlachtvieh geschachtet norden, \<h Lrlafi des bayerischen Gesetzes Witten es-vom I.Oktober I9J9 bis 51.Januar 1930 insgesamt H>'> Here. Die /unahme beträgt also J" Stück \ ieh. Der Sprecher der Deutsch nationalen stellte in -einer Begründung des Antrags > ersehiedene Eventualanträge, die aber alle an die zuständige Abteilung verwiesen wurden, üechtsanwall Mann von der DDP. sprach sich in -ehr überzeugender Weise gegen den Antrag .ms. Insbesondere" rückte er den deutschnatio- 11.den Antrag ins richtige l icht indem er betonte, dal es »i<li bei der ganzen Angelegenheit nur um politische Propaganda banale. Zahlreiche ■ .Plr*siologen hatten nachgewiesen, ilall durch den Vmichtschnitt eine unmittelbare Betäubung erfolge Bei den Begleiterscheinungen nach dem Minin handle es »i<h nicht um Empfindungen, -•itidein icin Beflexerscheiniingen. Vor religiösen I efcerzeugungen hätten Parteikarnpfe Malt zu machen. Die l.ventualanträge der Dc utschnatio- , den weiden sicherli<h aucli keine- Mehrheit! iideiifc Ilm. \m '). Marz sprach Rabbiner Dr. Auer- Ii .1 ili - Si uttga rt im J 11 g e 11 d b 11 11 d über ..G e - m e i u s eh a f t s r e I i g i o 11 und persönliche I! e l i g i o n ". Der Keclner zeigte, w ie allepersönliihc- Religion aus der Gemeinschaftsic IigionT i rw .ichsi und in der Religiosität dc-s I IternhajiM'- wurzelt. Mag auch der Aufenthalt 111 der S"U \\ niielem erfüllten .Natur religiöse Gnflilileim Menschen «achrofen — die GenieincJtafl«rcligioMtät aber bietest allein das Gottes- I; 111- Dt i coli tiefem I'rupfenden zeugende Vortrag fand bei den Zuhörern großen Beifall. Ilm. Im ,.l.i -r \ 1 rriii* hielt am 14.März lijblunei Di ( oh 11 einen Vortrag ülx-r ..D i e I 111 Wiek 111 u g des synagogalen Ge- - a n g e-". ilei die zahlreich erschienenen Zuhörer xori \uf.inir bis zu Ende fesselte. Der Itcdner zeigte, wie in der Geschichte des Zionliedes sich die Geschichte Israels spiegelt Die Melodien, die zui Z« it des er-ten und zweiten leanpels von den Ee\itenchören unter Begleitung von Blas-. Saiten- und Schlagiiistrunienten ge- -tingen wurden, sind uns nicht mehr bekannt. \iis ganz alten Zeilen stammt der sogenannte „Trupp" der I'horacorlesiingen in seinen versdkjcdenen. dem Charakter der c-in/elnen Feiertage angepaßten Modulationen. Aus ele-m frühen Mittelalter stammen die sogenannten ...Nigunim" fur Wochen-, Sabbath- und Feiertage. Sehr alt sind clie ..kol-Nidre"-Melodie. die ..Avodo" zu Jörn Kipput u.a. Das auch für die Folgezeit ( harakteristische der jüdischen Melodien ist die Moll-Tonart und clie reiche Koloratur. Bei der allgemeinen Verschlechterung in der Lage der Inden trat auch ein Niedergang des synagogalen Kultus und Gesanges ein. Die Beform hatte in ihrer Anlehnung und Nachahmung des Kirchen- -e-angein der Weiterpllege jüdischer Melodien keine glückliche Hand. Erst Männer wie Sulzer. Naumburg. Lewandowski u. a. haben ihnen ihre heutige edle Ausprägung gegeben. Die Entwicklung ist audi in der Gegenwart noch nicht zu Ende (Arno Nadel). Der \ ortrag. der stürmischen Beifall fancL wurde durch Sehallplatten, sedistische Darbietungen von < )l>erlehrer Adler und Dr. med. U r v sowie durch einen kleinen gemischten Chor aufs Schönste illustriert. Ulm. Am 22. März fand zu Gunsten der Arbeitslosen Ulms ein Synagogenkonzert statt, bei dem Frau Dr. Hirsch II. Erl. T r 11 el e Robert. Tenorist Urban vom Stadttheater, das Lebredit-Quartett (Frau Else Lanp-Höhne, O. W i e g a n d, W. L e br e di t. E. Rot h), Oberlehrer Adler, sowie der S y n a g o g e n ch o r unter Leitung des Organisten Adolf Kern mitwirkten. Das Konzert wurde mit einem von Adolf Kern meisterhaft gespielten „Ma tauwu" eingeleitet. Frl. 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