Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 22 (16.2.1931)
- Date
- 1931-02-16
- Page
- [Seite] (sequence 7)
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Luiidesverbände etwa zu plinsten eines Reichsverbandes aufzulösen, wäre eine Sinnlosigkeit — ganz abgesehen davon, daß kein Landesverband auf diesen Vorschlag eingeben könnte. Kbenso bedeutet es ein Zurückgehon auf frühere Gedankengänge, daß der liberale Kntwurf auf die sogenannte ..Reichstagung’* verzichtet. das Zweikammersystem aufgibt und dafür nur eine Kammer vorsieht. Gewiß wird gerade gegen diese Vorschläge Sturm gelaufen werden, weil sie die verlangte Gleichberechtigung aller jüdischen Wähler und \\ ühlerinnen über 20 Jahren beim Zustandekommen des Reichsverbandes preisgibt. Wer sich aber daran erinnert, was diese demokratische Grundlage tatsächlich bedeutet — man denke an die I.rgebnisse der letzten Reichstagswahl — der wird dieser Preisgabe keine Träne nuchweinen. ln e iner Zeit wirtschaftlicher Not ist die äußerste \ereinfachung der Verwaltungsarbeit und dio tunlichste Verbilligung der Verwaltungskosten geboten. Es ist schon deshalb als ein Vorzug des neuen hntwnrfes zu bezeichnen, daß er jede dekorative kostspielige Betätigung des Reichsverbandes nach außen von vornherein unmöglich macht. Glücklich ist ebenso der Verzicht auf die Phrase, daß der Verband der „Pflege des Gesamtbc'wußtseins der deutschen Juden“ dienen soll. l)er Entwurf will also kein Judenparlament für eine jüdisch-nationale Minderheit schaffen. Er sucht seine Aufgabe innerhalb der Grenzen zu erfüllen, die ihm als religiöser Gemeinschaft gezogen sind. Unannehmbar für die süddeutschen Verbände ist dagegen der Fortfall der Bestimmung, daß die Zahl der Vertreter des Preußischen Landesverbandes geringer als die Gesamtzahl der Vertreter aller Landesverbände sein soll. Gewiß vertritt der Entwurf hier das demokratische Prinzip der Achtung der Zahlenverhältnisse, aber er vergißt, daß die Beschränkung der preußischen Vertreterzahl in enger Anlehnung an Bestimmungen der Reichsverfassung vorgeschlagen worden ist. Die Gefahr der Majorisierung der außerpreußischen Verbände durch i Preußen vor allem in wirtschaftlichen Fragen wird von den Verfassern des Entwurfes unterschätzt. Ebenso sind die Sonderrechte des alten Verbandsentwurfes für die Rabbiner, Lehrer und Kantoren, wie für die Zentralwohlfahrtsstelle und den Deutsch-Israelitischen Gemeindebund gestrichen. Die Begründung, daß immer Vertreter dieser Stände und Organisationen in den Reichsverband gewählt werden würden, ist nicht schlüssig. Es ist vielmehr sehr wohl möglich, daß einmal diese Stände und Organisationen keinen gewählten Vertreter haben. Dabei verlangt der Entwurf selbst im $ 10, daß den Ausschüssen „rabbinische Mitglieder“ angehören sollen. Der weitere Vorschlag des Entwurfes, daß die Bestimmungen in Wegfall kommen, nach denen die Führung der etwa vom Reichsverband neu gegründeten Anstalten nach den Bestimmungen der Orthodoxie gehalten werden soll, ist vorläufig Theorie, da an die Begründung solcher neuen Anstalten vorerst nicht gedacht werden kann. Das Fehlen dieser Bestimmung in diesem Entwurf ist also völlig bedeutungslos. Daß allerdings durch die Fortlassuug dieser Klausel die liberale Fraktion bezeugen will, „daß das liberale Judentum nicht minderen Rechtes ist“, klingt mindestens recht seltsam. Wichtig und zu billigen ist die Bestimmung, daß auch Verbände jüdischer Gemeinden in den Reichsverband aufgenommen werden können, die sich nicht auf ein Landesgebiet beschränken, aber die vorgesehene Mindestzahl von 10 000 Mitgliedern besitzen. Damit könnte eine Vertretung der gesetzestreuen Gemeinden mit Hinzunahme der gesetzestreuen Landesverbände ermöglicht werden. Der liberale Entwurf enthält also bei allen Vorzügen eine Reihe Vorschläge, die zu ernstem Bedenken Veranlassung geben. Die Prüfung des Entwurfes wird die Aufgabe der bestehenden Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Landesverbände sein. Eine Uebereilung in der Annahme oder Ablehnung des Entwurfes ist nicht geboten, da die Arbeitsgemeinschaft schon jetzt den Meisten Aufgaben'gerecht zu werden imstande - 269 ist. die sich der Reichsverband gestellt hat. Besser diese vorläufige lockere Interessen Verbindung als eine übereilte Neuorganisation! Aus decTDelt des Judentums. seine» Kindern zu Für wohltätige Zwecke ist kein Betrag ausges tzt. Im Testament wird darauf hingewiesen. < aß Nathan Straus schon zu Lebzeiten soviel er konnte für wohltätige Zwecke gegeben hat. Der Stadtrat von New York hat beschlösse», den Rutgers Square in New York in ...Straus Square“ umzubenetnnen. Das Testament Nathan Straus’. Soeben wurde das Testament des verstorbenen großen jüdischen Philanthropen Nathan Straus veröffentlicht. In seinem Testament verpflichtet Nathan Straus seine Kinder, „stets gute Juden zn bleibe» und keine Ehe mit Andersgläubigen einzugehen“. Der Nachlaß Nathan Straus’ im Betrage von einer Million Dollar fällt zur Gänze Die Juden Sdvi' an den Hochschulen Jetrufilands. 4 Mir aus einer von der Sowjetregierung 'veröffentlichten Statistik hervorgeht, bilden die jüdischen Hörer ei teil hohen Prozentsatz au den höheren Schule» Sowjetrußlands. Insbesondere ist ein Andrang Ion jüdischen Hörerinnen zu den Hochschulen festzustellen. In den medizini- Tttm a. “D. Albert Cramer Ulm a.D. PUiiiuie 25 - Telefon 2981 Knosdärtierel o. mein. Wasm-Anstill Tadellos« Arbeit t Klrseste Lieferfrist I Fachkaadlge Bedleaeagt Abholeag and Lieferaag inf Anraf kostenlos. Oscar Kämmerer / Ulm vorm. Val. Angalnnalor fLanoimtf. is. Tocaroa paxlalf «SjcNAft für Feinkost, jWMd u. 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